CI für die berufliche Karriere hilfreich?

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runningmaus
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CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#1

Beitrag von runningmaus »

Hallöchen..ich bin neu hier und habe dieses Forum gegoogelt.

Ich war vor kurzem beim Arzt, weil meine Hörgeräte altersschwach sind und neue verordnen lassen wollte.

Ich habe seit Geburt eine Taubheits grenzende Schwerhörigkeit beiderseits. Das Thema CI war nie ein Thema, weil ich im Glauben war dass ich für so etwas schon alt bin (30). Nur für Kleinkinder und Spätertaubte wäre das geeignet.

Mein Arzt fragte, ob ich nicht an CI interessiert wäre. Dies wäre sicher für mich optimaler. Ich fühlte mich damit überrumpelt weil das nie ein Thema war.

Ich habe in letzter Zeit viele Besprechungen und Konferenzen gehabt und die Kommunikation ist natürlich nicht einfach. Gott sei Dank habe ich nette Kollegen, die auch Geduld haben. Ich bin Betriebswirtin und bin auch glücklich mit dem Verlauf meines Berufleben.

Nun überlege ich nun hin und her, ob ich mir beiderseit ein CI einpflanzen lassen soll. Die Vorstellung, dafür auf dem OP Tisch zu legen, ist nicht besonders reizvoll.

Vielleicht gibt es hier ein paar Ci oder Hörgeräteträger die mir mal von solchen ähnlichen Erfahrungen berichten können. Ich wäre echt dankbar.

VG runningmaus
Sandra

Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#2

Beitrag von Sandra »

Hallo,

wieso sollte für Dich wg. CI schon zu alt sein? Gerade in diesem Alter und auch 50+ kenne ich viele die sich implantieren liessen. Ich lies mir ebenso im Alter von 31 Jahren das 1.CI implantieren.
Das CI ist im Grunde genommen keine Frage des Alters sondern eher eine Frage der Hörbiographie. Wenn jemand GL ist und vom HG so gut wie gar nicht profitierte, werden sich eher nicht implantieren lassen, da die das HÖREN gar nicht kannten.

Aus Deine Zeilen lese ich jedoch, dass Du vom HG mehr oder weniger profitierte und mit der Zeit immer schlechter "verstehst", da wird das CI ggf. was bringen.

Beidseitig wird man selten auf einmal bekommen, da die KK regulär nur 1 "anstandlos" zahlen und für das 2.CI muss man sich teilweise erkämpfen.

Schau mal div. Berichte unter Ohrenseite-Erfahrungsberichte und auch unter hcig => hier kannst Du Deine Frage nochmals einstellen, dort schreiben viel mehr CI-Träger die in Deinem Alter implantieren liessen.

Man sollte im Hinterkopf behalten, dass man trotz CI nach wie vor SH bleibt. Aber wenn mit HG kaum offenes Sprachverständnis möglich ist, könnte das CI als Erleichterung angesehen werden.
Allerdings muss man Geduld haben, da das Hören mit CI gelernt sein muss und Zeit benötigt.

Weiss Du schon in welche Klinik Du machen lassen willst?

Gruss Sandra
runningmaus
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Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#3

Beitrag von runningmaus »

Soweit bin ich noch nicht, dass ich Klinken ausgesucht habe für die OP. Ich bin erstmal so verblieben, dass ich Hörgeräte teste. Meine sind mehr als 7 Jahre alt und mittlerweile gibt es sicher bessere und leistungstärkere.

Sollte ich mit dem Ergebnis dann nicht zufrieden sein, dann werde ich wohl in Erwägung ziehen mit dem CI.

Wie lange fällt man aus bzw. wird man krankgeschrieben? Es muss doch sicher nach dem Krankenhausaufenthalt noch ne Rehaaufenthalt gemacht werden, oder?

Gruss runningmaus
fast-foot
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Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#4

Beitrag von fast-foot »

Hallo runningmaus,

es ist sicher vernünftig, zuerst zu versuchen, mit HGs das Optimum herauszuholen. Vielleicht mit einem Phonak Naida mit Sound-Recover-Funktion.
Bei einer CI-Operation ist man, so glaube ich, am vierten Tag wieder zu Hause. Das CI wird dann etwa einen Monat später eingeschaltet (Erstanpassung). Ab dann dauert es in der Regel Monate oder noch länger, bis das Optimum erreicht ist. Man muss natürlich immer wieder in die Klinik, um die Einstellungen zu optimieren. Das Hören muss man so zu sagen neu erlernen.
Bezüglich REHA kann ich leider nichts sagen.

Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
Gudrun
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Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#5

Beitrag von Gudrun »

Hallo runningmaus,

wenn ich mir deinen Threadtitel angucke, ich halte es für höchst problematisch, wenn du dir vom CI erhoffst, dass es dir bei der beruflichen Karriere hilfreich sein wird. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass du vom CI so sehr profitierst, dass dir die Kommunikation im Berufsleben viel leichter fällt. Aber es besteht auch gleichzeitig die Möglichkeit, dass du vom CI enttäuscht bist. Es hängt sehr von der Erwartungshaltung, die du an das CI hast, wie weit du davon profitierst. Nur des berufs wegen würde ich mir kein CI einpflanzen lassen, schon gar nicht wenn man schon von Geburt an so schecht gehört hat, denn geburtsgehörlose Menschen, die als Erwachsene ein CI bekommen, müssen die meiste Geduld haben, bis sie vom CI profitieren. So war es auch bei mir. Es war teilweise ein Kampf (aber ein Kampf, den ich gerne gekämpft habe), den ich auch nur gewonnen habe, weil ich optimistisch eingestellt war und mich von Rückschlägen nicht runterziehen ließ. Das CI hat heute auch noch nicht alle Erwartungen erfüllt, ich möchte z.B. mit meiner Familie entspannt telefonieren können. Das ist bis heute nicht drin. Auch wenn Menschen schnell sprechen, wird mir immer wieder klar, dass ich da mit dem CI an meine Grenzen stoße, einfach weil ich schon zu lange taub war, als ich das CI bekam. Bei Kindern und Spätertaubten geht es normalerweise viel schneller. Zudem merke ich, dass mein CI-Gehör sich immer noch entwickelt, aber langsam, fürchterlich langsam, was auch dran liegt, dass ich derzeit kein Hörtraining mehr mache. Mit würde es schneller gehen.

Allgemein wird man ca. 5 bis 7 Tage nach der OP aus dem Krankenhaus entlassen, danach sollte man sich noch für ca. 2 Wochen krank schreiben lassen. Es gibt aber Menschen, die fangen gleich wieder an zu arbeiten, und es gibt Menschen, bei denen gibt es nach der OP Nebenwirkungen wie Schwindel, so dass sie längere Zeit brauchten, bis sie wieder fit und arbeitsfähig waren. Also, insgesamt etwa 2 bis 3 Wochen sind der Normalfall, ich würde aber sicherheitshalber mehr Zeit einplanen.
maxipuppe
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Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#6

Beitrag von maxipuppe »

Hallo runningmaus,
insgesamt schließe ich mich meinen Vorrednern an.
Als ich vor 10 Jahren das erste CI bekam, war ich 40 Jahre alt.
Nach einer Woche stationärem Aufenthalt ging es wieder nach Hause, 4 Wochen später die erste Anpassung.
Später in der Rehaklinik habe ich Patienten kennen gelernt, die älter wie 70 Jahre waren und diverse und nicht allzu einfache Vorerkrankungen hatten.
Also ist das Alter heute nicht mehr ein Kriterium für die OP .
Die Rehamaßnahme ist übrigens auch ambulant machbar.
Aber Du hast doch die Möglichkeit, neue Hörgeräte zu erproben und gleichzeitig die Voruntersuchungen durchzuziehen, ob zum jetzigen Zeitpunkt ein CI angebracht ist.
Du möchtest doch auch im privaten Bereich Nutzen vom CI haben, nicht nur im beruflichen.
Darum solltest Du Dir erst einmal sicher sein, ob ein CI für Dich überhaupt akzeptabel ist.

Gruß Sigrid
Gabriele
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Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#7

Beitrag von Gabriele »

Hallo Runningmaus

Meine Tante war an Ihrem 70.igsten Geburtstag zur CI-OP im Krankenhaus.

Also, zu alt bist du definitiv nicht.

Liebe Grüße und viel Erfolg
Gabi
Theresa 27, beids. CI ´08 u.´10 (N5)
Reimplantation re,2011 u. 2012
Lorenz 26, beids. Hg Sophia 23, beids. CI ´09 u.11 (Hybrid L )u.Kolobom
Alle Kinder progredient.
Pam
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Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#8

Beitrag von Pam »

Hallo,
ich muss mich ebenfalls anschließen: Zu alt bist du keineswegs.
Allerdings würde ich erst einmal schauen, was sich mit den Hörgeräten erreichen lässt. Wenn du dann nach wie vor unzufrieden bist, dann kannst du dir das mit dem CI noch einmal überlegen.
Ich kann dir nur abraten, beide Seiten gleichzeitig implantieren zu lassen, selbst wenn es die Krankenkasse übernehmen würde. Denn du hast etwas zu verlieren, falls es nicht optimal klappt.
Wenn du nicht mit den neuen HGs zufrieden bist, dann würde ich mir erst überlegen, ob und warum du ein CI haben möchtest. Dann einen Termin zur CI-Voruntersuchung geben lassen und erst einmal abklären, ob ein CI für dich in Frage käme.
Viele Grüße Pam
-------------------
Das schönste an Taubheit ist die Gebärdensprache=)
Resthörig: links 120dB, rechts 110dB, LS DGS ASL kompetent.
runningmaus
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Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#9

Beitrag von runningmaus »

Hallo vielen Dank für eure Antworten.

Die CI Sache habe ich nach hinten angestellt und wird fürs erste nicht in Frage kommen.

Inzwischen teste ich die Naida V SP. Die sind laut genug und aber ich habe Probleme mit Rauschen. Da dachte ich das wäre Zugrauschen weil ich in der Nähe vom Bahngleisen lebe. Aber als ich dieses Rauschen hörte, wo keine Züge vorbei fahren, war ich stutzig geworden. Mittlerweile ist es nur nervig und verursacht Kopfschmerzen. Mein Akustiker könnte hier keine Abhilfe schaffen. :(

Auch mit den Akustiker kann ich keine tolle Vertrauensbasis aufbauen. Meine Stammakustikerin hat sich geweigert einen Kostenvorschlag für die Krankenkasse zu machen. Daher habe ich den Akustiker gewechselt, der wenigsten bereit war einen Kostenvorschlag zu machen.

Nur deutliche Preisangaben macht er auch nicht. Ich habe aber dann noch erfahren dass er einem Kunden Naida V UP für 4700 (Eigenanteil) EUR verkauft. Das finde ich sehr viel.

Inzwischen habe ich mal die Preise mit diesem Modelltyp verglichen. Und es geht auch ca. 1800 EUR günstiger. Nur hat der Akustiker meine Verordnung. Als nächstes würde ich die Octican Eqop testen.

Würde gerne auch mal wieder Widex testen, aber dagegen hat mein Akustiker wohl ne Allergie. Krankenkassenmodelle zu testen versucht mein Akustiker mir auch auszureden.

Würde dies aber gerne machen, um selber festzustellen ob diese vielleicht doch nicht tauglich sind. Zumindest um meine spätere Entscheidung zu untermauern bei der Abgabe des Kostenvoranschlags an die Krankenkasse.

Sollte es bald nicht wesentlich bessern mit der Vertrauensbasis oder ich kann die Widex nicht testen, gibt wohl die Möglichkeit den Test bei dem Akustiker abzubrechen? Welche Kosten käme auf mich zu?

Den hohen Differenzbetrag vom günstigsten Akustiker kann er leider nicht mit dem Service wettmachen. Denn ausreichend Zeit hat er bei der letzten Sitzung nicht genommen. Er war alleine im Laden (führt auch Brillen) und ich hatte ihm gesagt, dass das Hörgerät wieder rauscht und ging zum nächsten Kunden. Ich soll gucken ob ich damit klar komme.

Nachdenkliche Grüße Martina
franzi
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Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#10

Beitrag von franzi »

Hallo

geh auf jedenfall nicht drauf ein die naida für 4700 eigendanteil zukaufen. Ich hab die dinger letztes jahrhabt gekauft und hab viel weniger eigenanteil gehabt. Und ich hab gesehn das die teilweise diese jahr billiger angeboten werden sogar von meinem akustiker.

Eine möglichkeite wäre deine KK anzurufen und fragen ob diese verodnung irgendwie zurück orderbar ist oder wie das gehnau geht wenn du probs hat mit deinem jetzigen akustiker.

Was ich nicht verstehe warum du gewechselt hast? Warum beim testen gleich einen kostenvoranschlag für die kk zumachen?
.
Was für kosten für dich zukommen beim akustiker wechsel weiß ich nicht aber das kann dir deine kk sagen

Gruß Franzi
seit geburt schwerhörig. erste Hörgeräte mit 11jahren, mittlerweile Hochgradig sh bis an taubheitgrenzende schwerhörig
Links seit 12.2010 CI , re-implantation Mai.2011 und recht oktober.2014 CI.
runningmaus
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Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#11

Beitrag von runningmaus »

franzi hat geschrieben:
Was ich nicht verstehe warum du gewechselt hast? Warum beim testen gleich einen kostenvoranschlag für die kk zumachen?

Gruß Franzi
Ich habe den Akustiker gewechselt, weil meine ehemalige Akustikerin sich geweigert hat einen Kostenvorschlag für die KK zu machen. Ich versuche damit zu erreichen, dass die KK ggfs. die Kosten voll übernehmen.

Die Akustikerin ist nicht kooperativ, obwohl ich in der Vergangenheit mind. 3 Paar Hörgeräte gekauft habe und ein Kostenvorschlag für die Fürsorgestelle damals kein Problem war.

Entäuscht habe ich einen anderen Akustiker gesucht und bin auf dem jetzigen gestossen. Ich hatte da auch meine Brille gekauft und war auch mit dem damaligen Service zufrieden.

Der Kostenvorschlag wird erst Ende der Testphase erstellt. Nur auch aus eigenem Interesse möchte ich auch wissen was die Preise sind. Denn bei Ablehnung muss ich ggfs. dafür selber aufkommen. Mich ärgert die mangelnde Preistransparenz. :{
franzi
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Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#12

Beitrag von franzi »

Aso ok nun hab ich das verstanden. Aber frag mal bei der kk nach ob du noch wechseln kannst wegen den porbs beim jetzigen akustiker.
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Momo
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Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#13

Beitrag von Momo »

Sicher kannst du wechseln, wenn die Vertrauensbasis gestört ist. Normalerweise bekommt der jetzige Aksutiker von der KK eine Aufwansentschädigung, aber wenn er kaum was gemacht hat bisher dürfte die nicht die Welt sein. Ich würde die KK kontaktieren lassen (von jemand anderem, denn du kannst nicht mehr telefonieren!) und diese bitten dir schriftlcih mtizuteilen wie du vorgehen solslt, wenn du wechseltst.

Es ist ein Unding wie viele Aksutiker mit ihren Kunden umgehen. Rezept kassieren und dann keine Preisauskünfte machen. Das ist Erpressung! Zumindest die Summe deines Eigenateils sollte er dir nennen. und offiziell muss er dir auch (ich meine mind 1 oder sogar 2) Kassengeräte anbieten!

Gruß
Wiebke und Sohn (fast 21 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
franzi
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Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#14

Beitrag von franzi »

ist wichtig das du die kk kontatierst bzw lässt. den sonst kann es probleme gegen mit der neuen verordnung, den wenn dann 2verodnungen im umlauf sind...
seit geburt schwerhörig. erste Hörgeräte mit 11jahren, mittlerweile Hochgradig sh bis an taubheitgrenzende schwerhörig
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Robert 2
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Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#15

Beitrag von Robert 2 »

Hallo runnigmaus

Die KK zu informieren ist hier wohl ratsam...
Ich bin schon lange Schwerhörig und nun bis an Taubheit grenzend.

Ci sind sicher erstmal der letzte Weg aber immer noch eine Hoffnung wenn gar nichts mehr geht.

Selber trage ich schon lange Siemens Signias, die werden in der Ausführung nicht mehr gebaut, nur noch neuere Modelle.
Von 8 Getesteten Geräten kamen nur zwei annähernd an den Klang und der Stärke dieses Gerätes her ran.

Da du nun neue Geräte brauchst weil die alten nicht mehr reichen wird es sicher schwierig das passende Gerät zu finden.
Ein Akustiker der sich nicht die notwendige Zeit nehmen kann ist sicher die falsche Wahl...
Ich bin selber Brillenträger, habe aber einen Akustiker der nur Hörgeräte etc führt aber keine weiteren Produkte wie Brillen etc.
Die Wahl eines guten HNO und des Akustikers sind wichtig.

Vor zwei Jahren hatte ich mal neue Geräte getestet...
Das Rezept liegt aber bei mir zu Hause, das hätte der Akustiker erst bekommen wenn ich mich für ein Gerät entschieden hätte.
Ich kam mit keinen Gerät klar, und wollte auch nicht einfach ein Gerät kaufen von den ich nicht selber überzeugt bin.
Das war überhaupt kein Problem... kenne den Akustiker über 20 Jahre.
Der Service eines Akustikers geht auch anders.

Weil ich mit den Signias so gut klar komme, habe ich kurzerhand zwei sehr gute Gebrauchte gekauft...
Die hat mein Akustiker kostenlos eingestellt.. das macht lange nicht jeder... so sieht Service aus.

Vielleicht sagst Du mal in welcher Ecke du ungefähr wohnst... dann kann dir sicher jemand hier sagen welcher Akustiker gut ist und sich auch Zeit für den Kunden nimmt.

Das HNO und Akustiker unterschiedlich gut sind, ist denen die schon lange Geräte tragen sicher bekannt...

Der richtige Weg in deinen Fall ist sicher erstmal ein Gespräch mit der Krankenkasse... oder selber eine Mail schreiben.
Denn es geht um deine Behinderung und die richtige Versorgung dazu.
Was nützt es dir ein schickes Gerät in den Ohren zu haben, wo Du dich nur drüber ärgerst und Billig sind Hörgeräte nun mal nicht.

Zudem müsste Dir der Akustiker von allen Marken ein passendes Gerät zu deiner Schwerhörigkeit zum Probe hören, liefern können...
Egal ob günstig oder Teuer... dann hat man einen direkten Vergleich.

Gruß Robert 2
runningmaus
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Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#16

Beitrag von runningmaus »

Hallo...

nun habe ich den Akustiker gewechselt. Aber ich müsste gestern eine Demütigung erleiden.

Diesen Dienstag habe ich eine Mail geschrieben, dass ich halt mit dem Service und Versorgung nicht zufrieden bin. (siehe auch vorige Posting)..auch auf zu hohen Preis angesprochen. Er möchte eine Abbruchpauschale mit der KK abrechnen und die Verordnung aushängigen. Ich käme Donnerstag vorbei und bringe die Hörgeräte wieder.

Auf diese Mail habe ich zum ersten Mal :eek: eine Antwort bekommen und das promt. Kurz und sachlich, dass ich die Verordnung bei der Wiedergabe der Geräte bekäme.

Am Donnerstag also gestern war ich im Laden und habe die Sachen wieder gegeben. Er verlangte auch die Ohrpassstücke, da guckte ich komisch, denn ich war bereit diese auch zu bezahlen. Er wollte diese aber wieder haben. Portmonee hatte ich in der Hand. Ich fragte, was machen Sie damit? In den Müll schmeißen? Der zuckte einfach mit den Schultern. Ich bin mit Tränen rausgegangen. Wenigsten habe ich die Verordnung wieder.

So hatte ich den ganzen Abend kein Hörgerät, weil ich keine alten Ohrpassstücke zur Hand hatte.

Zur Zeit behelfe ich mich nun mit den den alten Hörgeräten und Ohrpassstücken. Nachher habe ich einen Termin bei einem anderen Akustiker.

Drück mir die Daumen...diese Schmach möchte ich nicht noch mal erleben.
Coraline

Re: CI für die berufliche Karriere hilfreich?

#17

Beitrag von Coraline »

Hallo Zusammen,

ich möchte mich noch zu dem eigentlichen Thema äußern.
Ich habe mich vor wenigen Monaten zu einem CI entschlossen. Als berufstätiger Mensch in einem qualifizierten Beruf kam ich mit meinem Hörverlust einfach nicht mehr stressfrei zurecht. Ich habe mich zum CI entschlossen zu einem Zeitpunkt, zu dem ich auf dem einen Ohr mit HG noch ein Sprachverstehen hatte, aber auf dem anderen Sprache nicht mehr ausreichend verstanden habe. Ich habe viele Hörgeräte getestet, aber bin zu keinem zufriedenstellendem Ergebnis gekommen. Da meine SH seit der Jugend fortschreitend ist, ist zu erwarten gewesen, dass es nur noch weiter bergab geht wie die letzten 30 Jahre. So habe ich mein Restgehör des einen Ohres für das CI "geopfert" zu einem Zeitpunkt, an dem früher nicht implantiert wörden wäre, aber die fortschreitende Ertaubung war für mich als lautsprachlich orientierter Mensch eine Prognose, die ich mitsamt aller die Spätertaubten häufig begleitenden psychischen und sozialen Folgen möglichst umgehen wollte. Seit 2 Wochen bin ich nun "erstangepasst" und bin schon jetzt begeistert. Ich habe vom ersten Tag an Sprache gut verstanden und kann schon jetzt sagen, dass es mir auch in meinem Beruf sehr weiterhilft. Häufige Besprechungen und ein überwiegend kommunikativer Beruf sind für mich wieder möglich mit deutlich weniger Stress als mit dem Hörgerät. Mein hörgeräteversorgtes Ohr hilft mit, unbekannte Geräusche einzuordnen.
Zusammenfassend finde ich es durchaus legitim, beim der CI-Frage auch an seinen Job zu denken, denn nicht jede Tätigkeit ist taub ausübbar und ich hänge an meiner Tätigkeit. Arbeitslosigkeit ist nun wirklich nicht erstrebenwert und leider sind viele von uns davon betroffen.
Natürlich ist auch mit bewußt, dass ich "hörbehindert " bleibe und es immer wieder Situationen geben wird, in denen ich nicht verstehe, aber diese haben schon jetzt deutlich nachgelassen.
Die Entscheidung zum CI ist aber so individuell wie jeder einzelne Mensch. Ich habe mich richtig drauf gefreut und habe es bislang nicht bereut, sondern erfreue mich täglich neu dran.
Eine qualifizierte Beratung hilft, sich dafür oder auch dagegen zu entscheiden. Auch wenn man sich erst später zu dieser OP entscheidet hilft es, gut informiert zu sein und schon mal abgeklärt zu haben, ob man selber ein CI-Kandidat ist.

Coraline
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