Altersschwerhörigkeit
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Gabriele 2
- Beiträge: 2
- Registriert: 24. Okt 2017, 12:28
- 8
Altersschwerhörigkeit
Hallo,
ich schreibe für meinen Vater im Alter von 92 Jahren.
Vater kann noch gut hören, wenn ich mit ihm alleine spreche. Sobald er sich in einer
Gruppe befindet, hat er Schwierigkeiten mit der Zuordnung. Nun habe ich gelesen, dass
sich das Gehirn oft nur schwer konzentrieren kann, wenn mehrere Geräusche, Stimmen auf einmal vorhanden sind. Das liegt an den s.g. Alphawellen im Gehirn. Ein Hörgerät könne hier auch nicht helfen. Hat jemand Erfahrung?
http://www.spektrum.de/news/im-alter-fe ... on/1343203
ich schreibe für meinen Vater im Alter von 92 Jahren.
Vater kann noch gut hören, wenn ich mit ihm alleine spreche. Sobald er sich in einer
Gruppe befindet, hat er Schwierigkeiten mit der Zuordnung. Nun habe ich gelesen, dass
sich das Gehirn oft nur schwer konzentrieren kann, wenn mehrere Geräusche, Stimmen auf einmal vorhanden sind. Das liegt an den s.g. Alphawellen im Gehirn. Ein Hörgerät könne hier auch nicht helfen. Hat jemand Erfahrung?
http://www.spektrum.de/news/im-alter-fe ... on/1343203
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Ohrenklempner
- Beiträge: 11685
- Registriert: 20. Feb 2015, 13:08
- 10
Re: Altersschwerhörigkeit
Das Gehirn hat es erstens einfach schwerer, wegen der fehlenden Hochtonwahrnehmung die Schallquelle (=Gesprächspartner) richtig zu lokalisieren und zu isolieren, und zweitens fehlen wichtige Informationen, die für das Sprachverstehen essenziell sind: die Konsonanten.
Hören ist ja vor allem darum anstrengend, weil der Kopf damit beschäftigt ist, das sich Nichtgehörte zusammenzureimen. Mit Hörgeräten wird einfach wieder viel mehr gehört, das Gehirn muss nicht mehr so viel überlegen und raten und das Hören wird leichter und weniger anstrengend.
Einfach mal Hörgeräte ausprobieren. Auch wenn mit 92 Jahren und je nach Grad der Hörminderung die Erfolgsaussichten möglicherweise nicht gerade sonnig sind, kann es nicht schaden, wenigstens mal auszutesten, ob eine Hörgeräteversorgung hilft.
Hören ist ja vor allem darum anstrengend, weil der Kopf damit beschäftigt ist, das sich Nichtgehörte zusammenzureimen. Mit Hörgeräten wird einfach wieder viel mehr gehört, das Gehirn muss nicht mehr so viel überlegen und raten und das Hören wird leichter und weniger anstrengend.
Einfach mal Hörgeräte ausprobieren. Auch wenn mit 92 Jahren und je nach Grad der Hörminderung die Erfolgsaussichten möglicherweise nicht gerade sonnig sind, kann es nicht schaden, wenigstens mal auszutesten, ob eine Hörgeräteversorgung hilft.
...zufällig bin ich Experte auf diesem Gebiet... 
Zu audiologischen Ratschlägen, Anpassberatungen oder Hörgeräte-Offerten fragen Sie nicht mich sondern Ihren Hörakustiker (m/w/d)!
Zu audiologischen Ratschlägen, Anpassberatungen oder Hörgeräte-Offerten fragen Sie nicht mich sondern Ihren Hörakustiker (m/w/d)!
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Gabriele 2
- Beiträge: 2
- Registriert: 24. Okt 2017, 12:28
- 8
Re: Altersschwerhörigkeit
Hallo Ohrenklempner, bist ja wirklich einer
))
danke für deine nette Antwort - ich werde Vater berichten und ihn zum ausprobieren ermuntern.
Vielleicht kann ihm ja geholfen werden.... und er hört schon bald die Sonne scheinen.
LG Gabriele
danke für deine nette Antwort - ich werde Vater berichten und ihn zum ausprobieren ermuntern.
Vielleicht kann ihm ja geholfen werden.... und er hört schon bald die Sonne scheinen.
LG Gabriele
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Wolf-Walter Fietz
- Beiträge: 19
- Registriert: 9. Dez 2017, 18:41
- 8
- Wohnort: Hofbieber bei Fulda
Re: Altersschwerhörigkeit
hallo gabriele2,
der Artikel in sprektrum bezeichnet ziemlich genau meine Hörprobleme..
Aber viel liegts auch daran, dass bei den meisten ExOhr-Hörgeräten
das Mikrofon Nicht da ist, wo die Natur das vorgesehen hat : in der Ohrmuschel..
so wird mehr Störsignal(Müll) gehört als Nutzsignal..suche übrigens gerade nach
Hörgerät-Modellen, die meine Forderung erfüllen und trotzdem noch erschwinglich (nahe Kassenpreis) sind.
Frohes Fest und Guten Rutsch allen hier !
der Artikel in sprektrum bezeichnet ziemlich genau meine Hörprobleme..
Aber viel liegts auch daran, dass bei den meisten ExOhr-Hörgeräten
das Mikrofon Nicht da ist, wo die Natur das vorgesehen hat : in der Ohrmuschel..
so wird mehr Störsignal(Müll) gehört als Nutzsignal..suche übrigens gerade nach
Hörgerät-Modellen, die meine Forderung erfüllen und trotzdem noch erschwinglich (nahe Kassenpreis) sind.
Frohes Fest und Guten Rutsch allen hier !
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Faber
Re: Altersschwerhörigkeit
moin,
mal ´ne Frage:
sind bei "in-Ohr-Geräten" die Mikrofone nicht faktisch dort, "wo die Natur sie vorgesehen hat"?
gibt´s die nicht schon "auf Kasse"?
LG
Gewichtl
mal ´ne Frage:
sind bei "in-Ohr-Geräten" die Mikrofone nicht faktisch dort, "wo die Natur sie vorgesehen hat"?
gibt´s die nicht schon "auf Kasse"?
LG
Gewichtl
Re: Altersschwerhörigkeit
ja schon, aber die schließen alles ab. Je nach HV ist die offene Versorgung doch besser. Bzw bei engem Gehörgang kritisch, kann nicht jeder.Gewichtl hat geschrieben:moin,
mal ´ne Frage:
sind bei "in-Ohr-Geräten" die Mikrofone nicht faktisch dort, "wo die Natur sie vorgesehen hat"?
gibt´s die nicht schon "auf Kasse"?
LG
Gewichtl
Oticon OPN1, 105dB.PM, closed.
Innenohr SHG. Wannekurve. 40-80-40.(Tief- Mitte-Hoch).
Innenohr SHG. Wannekurve. 40-80-40.(Tief- Mitte-Hoch).
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Musiker_72
- Beiträge: 694
- Registriert: 9. Nov 2014, 18:08
- 11
Re: Altersschwerhörigkeit
Moin,
wenn man In-Ohr Geräte nimmt, bleibt der Richtungseffekt durch die Ohrmuschel erhalten (je tiefer das Gerät, desto besser).
Wenn man nicht allzu kleine Gehörgänge hat, passt auch noch eine mehr oder weniger große Belüftungsbohrung mit rein, sodass das Gesamtsystem wenigstens "halb" offen sein kann.
Eine Seite, die sich stark auch mit im-Ohr Systemen beschäftigt, ist
www.hoergeraetetest.de
Wenn man also mit Im-Ohr Systemen gut klarkommt und jemanden findet, der es gut anpasst (der richtige Sitz ist hier entscheidend), dann spart man sich die teuren Richtmikrofone und hat trotzdem einen Richteffekt (ähnlich wie beim normalen Gehör, natürlich nicht ganz so gut, da spielen noch andere Dinge als die Ohrmuschel eine Rolle).
wenn man In-Ohr Geräte nimmt, bleibt der Richtungseffekt durch die Ohrmuschel erhalten (je tiefer das Gerät, desto besser).
Wenn man nicht allzu kleine Gehörgänge hat, passt auch noch eine mehr oder weniger große Belüftungsbohrung mit rein, sodass das Gesamtsystem wenigstens "halb" offen sein kann.
Eine Seite, die sich stark auch mit im-Ohr Systemen beschäftigt, ist
www.hoergeraetetest.de
Wenn man also mit Im-Ohr Systemen gut klarkommt und jemanden findet, der es gut anpasst (der richtige Sitz ist hier entscheidend), dann spart man sich die teuren Richtmikrofone und hat trotzdem einen Richteffekt (ähnlich wie beim normalen Gehör, natürlich nicht ganz so gut, da spielen noch andere Dinge als die Ohrmuschel eine Rolle).
Re: Altersschwerhörigkeit
Hier meine Sichweise:
Ich denke, dass gemeint ist, dass die Ursache für die fehlenden Informationen in peripherem Hörverlust insbesondere im Hochtonbereich liegt (I). Das ist jedoch nur ein Teil der Ursache. Weitere Ursachen liegen in einem Nachlassen der Leistung der retrocochleären Hörbahnen und des Sprachzentrums (II).
Im verlinkten Artikel findet man:
"Schon heute sind Hörgeräte kleine technische Wunder. Es gibt Richtmikrofone und Geräuschunterdrückung. Das Hörgerät erkennt, was Signal ist und was Störgeräusch. Das funktioniert allerdings nur gut, wenn das Störgeräusch ein gleichmäßiges Rauschen im Hintergrund ist. Schwierig wird es, wenn zwei Leute gleichzeitig sprechen."
Meiner Ansicht nach kann ein entscheidender Fortschritt in Bezug auf die Leistungsfähigkeit von Hörgeräten nur statt finden, wenn intensivst an diesem Problem gearbeitet wird. Fortschritte in diesem Bereich können auch das unter (III) erwähnte Problem reduzieren.
Allerdings ist hierfür bedeutend mehr Rechenleistung erforderlich, als bei aktuellen Geräten verfügbar ist. Um auf entsprechende Ressourcen zurück greifen zu können, braucht es ein Design, welches bedeutend intelligenter ist als die bisher realisierten und dem aktuellen Trend entgegen läuft.
Der sogenannte "Pinna-Effekt" wird doch auch per Software simuliert? Allerdings "wohl kaum so gut wie der natürliche".
Gruss fast-foot
Ein Teil der Hörbahnen (also des Gehörs) befindet sich im Gehirn. Also hat es das Gehör einfach schwerer, weil es nicht mehr so gut funktioniert. Diese Aussage Klingt logisch, beinhaltet jedoch nicht besonders viel Information.Ohrenklempner hat geschrieben:Das Gehirn hat es erstens einfach schwerer, wegen der fehlenden Hochtonwahrnehmung die Schallquelle (=Gesprächspartner) richtig zu lokalisieren und zu isolieren, und zweitens fehlen wichtige Informationen, die für das Sprachverstehen essenziell sind: die Konsonanten.
Ich denke, dass gemeint ist, dass die Ursache für die fehlenden Informationen in peripherem Hörverlust insbesondere im Hochtonbereich liegt (I). Das ist jedoch nur ein Teil der Ursache. Weitere Ursachen liegen in einem Nachlassen der Leistung der retrocochleären Hörbahnen und des Sprachzentrums (II).
Einerseits ja. Andererseits würde ich davon ausgehen, dass Hörgeräte zwar einerseits einigermassen kurzfristig gesehen diesen Effekt bewirken können. Andererseits muss hierzu das Gehör stärker beschallt werden. Dies kann dazu beitragen, dass sich (insbesondere eher langfristig gesehen) die Effekte (I) und (II) vermehrt einstellen (III).Ohrenklempner hat geschrieben:Hören ist ja vor allem darum anstrengend, weil der Kopf damit beschäftigt ist, das sich Nichtgehörte zusammenzureimen. Mit Hörgeräten wird einfach wieder viel mehr gehört, das Gehirn muss nicht mehr so viel überlegen und raten und das Hören wird leichter und weniger anstrengend.
Im verlinkten Artikel findet man:
"Schon heute sind Hörgeräte kleine technische Wunder. Es gibt Richtmikrofone und Geräuschunterdrückung. Das Hörgerät erkennt, was Signal ist und was Störgeräusch. Das funktioniert allerdings nur gut, wenn das Störgeräusch ein gleichmäßiges Rauschen im Hintergrund ist. Schwierig wird es, wenn zwei Leute gleichzeitig sprechen."
Meiner Ansicht nach kann ein entscheidender Fortschritt in Bezug auf die Leistungsfähigkeit von Hörgeräten nur statt finden, wenn intensivst an diesem Problem gearbeitet wird. Fortschritte in diesem Bereich können auch das unter (III) erwähnte Problem reduzieren.
Allerdings ist hierfür bedeutend mehr Rechenleistung erforderlich, als bei aktuellen Geräten verfügbar ist. Um auf entsprechende Ressourcen zurück greifen zu können, braucht es ein Design, welches bedeutend intelligenter ist als die bisher realisierten und dem aktuellen Trend entgegen läuft.
Noch als Hinweis (bzw. Frage):Wenn man also mit Im-Ohr Systemen gut klarkommt und jemanden findet, der es gut anpasst (der richtige Sitz ist hier entscheidend), dann spart man sich die teuren Richtmikrofone und hat trotzdem einen Richteffekt (ähnlich wie beim normalen Gehör, natürlich nicht ganz so gut, da spielen noch andere Dinge als die Ohrmuschel eine Rolle).
Der sogenannte "Pinna-Effekt" wird doch auch per Software simuliert? Allerdings "wohl kaum so gut wie der natürliche".
Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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Musiker_72
- Beiträge: 694
- Registriert: 9. Nov 2014, 18:08
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Re: Altersschwerhörigkeit
Die Simulation des Pinna-Effekts ist oft ein Premium-Feature.
Man hört also mit einem Kassen-Im-Ohr Gerät ggf. besser als mit einem Kassen-Hdo -Gerät, so meinte ich das.
Bei mir war die Pinna-Simulation der Grund, dass ich das Juna 9 gekauft habe, nicht das Juna 7, das dieses Feature nicht hat. Ansonsten nutze ich keinerlei Premium-Features.
Man hört also mit einem Kassen-Im-Ohr Gerät ggf. besser als mit einem Kassen-
Bei mir war die Pinna-Simulation der Grund, dass ich das Juna 9 gekauft habe, nicht das Juna 7, das dieses Feature nicht hat. Ansonsten nutze ich keinerlei Premium-Features.
