Hallo zusammen
Meine Tochter (5) ist mittel- bis schwergradig schwerhörig (65-70 Dzb). Sie hat beidseitig Hörgeräte und es läuft soweit
recht gut. Ich bin verschiedentlich auf Eltern von schwerhörigen Kindern gestossen, welche auch die Lautsprachengebärden
einsetzen. Ich bin nun etwas verwirrt, da mir die Klinik gesagt hat, das dies bei unserer Tochter nicht nötig sei, andererseits
meinen andere das dies den Kindern hilft und es eine zusätzlich Stütze sei. Was habt Ihr für Erfahrungen und Meinungen
dazu? Herzliche Grüsse memi
Lautsprachengebärden
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Karin
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Re: Lautsprachengebärden
Liebe Memi, mit den Lautsprachbegleitenden Gebärden (LGB) unterstützt du die Lautsprache.
Es ist vielleicht nicht nötig, aber es fördert und schadet nicht. Dass Kliniken und manche Ärzte sich nicht einmal aus dem raushalten können, was sie nicht wissen. grrr
Ich verstehe nicht warum solche Äußerungen überhaupt gemacht werden - sie hätten doch sagen können: muss nicht, ist aber okay und kann helfen.
Wenn ihr also LBG lernen wollte, dann kann es nur förderlich sein! Und es beugt zusätzlich Zeiten vor, wenn der Hörverlust größer werden sollte. Dann habt ihr ein Problem weniger.
Also, was nötig oder unnötig ist entscheidet allein ihr - und euer Kind. Wenn es Interesse daran hat und spielerisch Gebärden in den Alltag einfließen ist es wunderbar und Spaß macht es auch noch.
Viele Grüße
Karin
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[Editiert von Karin am: Freitag, Januar 20, 2006 @ 16:38][/size]
Es ist vielleicht nicht nötig, aber es fördert und schadet nicht. Dass Kliniken und manche Ärzte sich nicht einmal aus dem raushalten können, was sie nicht wissen. grrr
Ich verstehe nicht warum solche Äußerungen überhaupt gemacht werden - sie hätten doch sagen können: muss nicht, ist aber okay und kann helfen.
Wenn ihr also LBG lernen wollte, dann kann es nur förderlich sein! Und es beugt zusätzlich Zeiten vor, wenn der Hörverlust größer werden sollte. Dann habt ihr ein Problem weniger.
Also, was nötig oder unnötig ist entscheidet allein ihr - und euer Kind. Wenn es Interesse daran hat und spielerisch Gebärden in den Alltag einfließen ist es wunderbar und Spaß macht es auch noch.
Viele Grüße
Karin
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[Editiert von Karin am: Freitag, Januar 20, 2006 @ 16:38][/size]
http://www.kestner.de/ - alles rund um die Gebärdensprache
Re: Lautsprachengebärden
Hallo Memi
wir benutzen sie manchmal.
Mein Sohn kam ganz von alleine drauf und benutzt sie z.B. unterstüzend in lauter Umgebung oder wenn ich weiter von ihm entfernt bin und er meint mich nicht gut verstehen zu können.
Ich finde es schon sinnvoll sich damit vertraut zu machen, denn man weiss ja nie ob man sie nicht doch mal braucht und/ oder was für Freunde die Kinder später haben mit denen man sich ja auch "unterhalten" können möchte....
LG
Momo
P.S. dass mein Sohn sie nicht unbedingt braucht wird mir auch immer wieder gesagt, aber wie gesagt er hat sie selber für sich in best. Situationen entdeckt und da unterstütze ich ihn dann auch.
wir benutzen sie manchmal.
Mein Sohn kam ganz von alleine drauf und benutzt sie z.B. unterstüzend in lauter Umgebung oder wenn ich weiter von ihm entfernt bin und er meint mich nicht gut verstehen zu können.
Ich finde es schon sinnvoll sich damit vertraut zu machen, denn man weiss ja nie ob man sie nicht doch mal braucht und/ oder was für Freunde die Kinder später haben mit denen man sich ja auch "unterhalten" können möchte....
LG
Momo
P.S. dass mein Sohn sie nicht unbedingt braucht wird mir auch immer wieder gesagt, aber wie gesagt er hat sie selber für sich in best. Situationen entdeckt und da unterstütze ich ihn dann auch.
Wiebke und Sohn (fast 21 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
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Inge Wasserberg
- Beiträge: 42
- Registriert: 8. Dez 2003, 21:00
- 22
- Wohnort: Berlin
Re: Lautsprachengebärden
Hallo Ihr Alle!
Wenn da irgendeine Fachkraft behauptet, dass da was angeblich "nötig sei", dann halte ich das - gelinde gesagt - für ausgesprochenen Schwachsinn!
Warum?
Frühkindliche schwerhörige Menschen müssen sich "IHR Hören" lebenslang erarbeiten, in jeder Situation.
Es gibt kein Hören, dass für einen Schwerhörigen ohne jegliche Anstrengung passiert.
Klar, es gibt die Hörgeräte.
Aber dann, wie geht es weiter? ...im Alltag. Also überall da, wo sich Fachkräfte, die irgendwas als "nicht nötig" erachten, offenbar keine Gedanken drum machen, wie es wohl ablaufen wird?
- Wie läuft die Kommunikation ohne die Hörgeräte, weil das Kind bald schlafen geht oder noch nicht angezogen ist?
- Kommunikation im Schwimmbad, in der Badewanne oder Dusche, beim Akustiker?
- Hörgeräte kapputt oder Gehörgangs-Entzündung: Kommunikation wie?
- Abstand für Kommunikation per Lautsprache zu gross, darum nur Visueller Kontakt möglich? Wie?
- Kommunikationsbedingungen per Lautsprache sehr ungünstig, weil zu laut oder zuviel Störschall?...Bus, U-Bahn, S-Bahn, Flugzeug, Auto, Auto mit Eltern vorne (Kommunikation per Rückspiegel), Aufenthalt im Restaurant mit Musikbeschallung, Familienfeiern.....
Ach, was geniiiiesse ich meinen Entschluss, die DGS (Deutsche Gebärdensprache) zu lernen.
Ich kann jetzt mit den Kids einfach den am besten geeigneten Sprachmodus auswählen....kann entsprechend der sensorischen Bedingungen wechseln.
Ich finde es ober-unsinnig, mich an die hausgemachten Regeln der Lautsprache-Gesellschaft zu halten.
Wir leben hier mit besonderen sensorischen Bedingungen. Da brauche ich Wahlmöglichkeiten, die unseren Bedingungen angepasst werden können.
Weiterhin:
Ich für mich hab auch die Entscheidung getroffen, gezielt DGS zu lernen (und...zu üben!) Warum?
Einerder bisher absolvierten 12 GS-Kurse war ein LBG-Kurs.
Mann, war das anstrengend! So was von langatmig!
Der Unterschied ist ungefähr so, wie wenn man als Fussgänger an Land ist (Hörende)
Dann sieht man Seelöwen an Land (GL im lautsprachlichen Kontakt mit Hörenden)....Im nächsten Moment sieht man sie ins Wasser gleiten und los....weg sind sie....
Sofern man als Fussgänger sich nun dieses fremde Element aneignen will, indem halt immer weiter "läuft", zwar im Wasser....aber halt läuft, ist das alles so wahnsinnig schwer.
Aber sowie man versucht, es den Seelöwen schwimmend gleichzutn, wird die Kommunikation dem Element angemessen.
DGS ist ne richtige Sprache...genauso wie Lautsprach-Englisch oder Lautsprache-Französisch und so weiter.
Aber DGS ist halt eine der Visuellen Sprachen.
Alle (Hörenden) finden eine möglichst gut ausgebildete (Laut-)Sprachkompetenz wichtig. Nun, (Deutsche) Gebärdensprache ist ebenfalls Sprache. ....Konsequenz?
Für mich ganz klar!
lg von Inge
Wenn da irgendeine Fachkraft behauptet, dass da was angeblich "nötig sei", dann halte ich das - gelinde gesagt - für ausgesprochenen Schwachsinn!
Warum?
Frühkindliche schwerhörige Menschen müssen sich "IHR Hören" lebenslang erarbeiten, in jeder Situation.
Es gibt kein Hören, dass für einen Schwerhörigen ohne jegliche Anstrengung passiert.
Klar, es gibt die Hörgeräte.
Aber dann, wie geht es weiter? ...im Alltag. Also überall da, wo sich Fachkräfte, die irgendwas als "nicht nötig" erachten, offenbar keine Gedanken drum machen, wie es wohl ablaufen wird?
- Wie läuft die Kommunikation ohne die Hörgeräte, weil das Kind bald schlafen geht oder noch nicht angezogen ist?
- Kommunikation im Schwimmbad, in der Badewanne oder Dusche, beim Akustiker?
- Hörgeräte kapputt oder Gehörgangs-Entzündung: Kommunikation wie?
- Abstand für Kommunikation per Lautsprache zu gross, darum nur Visueller Kontakt möglich? Wie?
- Kommunikationsbedingungen per Lautsprache sehr ungünstig, weil zu laut oder zuviel Störschall?...Bus, U-Bahn, S-Bahn, Flugzeug, Auto, Auto mit Eltern vorne (Kommunikation per Rückspiegel), Aufenthalt im Restaurant mit Musikbeschallung, Familienfeiern.....
Ach, was geniiiiesse ich meinen Entschluss, die DGS (Deutsche Gebärdensprache) zu lernen.
Ich kann jetzt mit den Kids einfach den am besten geeigneten Sprachmodus auswählen....kann entsprechend der sensorischen Bedingungen wechseln.
Ich finde es ober-unsinnig, mich an die hausgemachten Regeln der Lautsprache-Gesellschaft zu halten.
Wir leben hier mit besonderen sensorischen Bedingungen. Da brauche ich Wahlmöglichkeiten, die unseren Bedingungen angepasst werden können.
Weiterhin:
Ich für mich hab auch die Entscheidung getroffen, gezielt DGS zu lernen (und...zu üben!) Warum?
Einerder bisher absolvierten 12 GS-Kurse war ein LBG-Kurs.
Mann, war das anstrengend! So was von langatmig!
Der Unterschied ist ungefähr so, wie wenn man als Fussgänger an Land ist (Hörende)
Dann sieht man Seelöwen an Land (GL im lautsprachlichen Kontakt mit Hörenden)....Im nächsten Moment sieht man sie ins Wasser gleiten und los....weg sind sie....
Sofern man als Fussgänger sich nun dieses fremde Element aneignen will, indem halt immer weiter "läuft", zwar im Wasser....aber halt läuft, ist das alles so wahnsinnig schwer.
Aber sowie man versucht, es den Seelöwen schwimmend gleichzutn, wird die Kommunikation dem Element angemessen.
DGS ist ne richtige Sprache...genauso wie Lautsprach-Englisch oder Lautsprache-Französisch und so weiter.
Aber DGS ist halt eine der Visuellen Sprachen.
Alle (Hörenden) finden eine möglichst gut ausgebildete (Laut-)Sprachkompetenz wichtig. Nun, (Deutsche) Gebärdensprache ist ebenfalls Sprache. ....Konsequenz?
Für mich ganz klar!
lg von Inge
Inge mit Ralf 06/88hörend, aberSI-Störungen und Patrick 03/91 mittel-bis hochgradg sh, ADS + autistische Züge
