Ich konnte nicht schlafen und hab ein bischen gegoogelt. Was mir dabei immer wieder aufgefallen ist, daß einige Eltern extreme Vorurteile gegenüber "normalen" Schulen haben, wenn ihre Kinder schwerhörig sind (nicht nur auf diesem Board). Ich selbst habe eine "normale" Realschule besucht und anschließend auf einer Berufsschule mein ganz "normales" Fachabitur gemacht. Ich habe mich also regelrecht "durchgebissen", was zu meinem Selbstbewußtsein einiges beigetragen hat. Ohne Arrogant zu sein, kann ich sagen, daß ich meine Abschlüsse auf normalen Schulen besser absolviert habe, als mancher "Normalhörender"! Klar, es war schwerer, mit meiner Behinderung die gleichen Leistungen zu bringen, wie andere. Aber so einfach wie möglich ist nicht zwangsläufig der bessere Weg! Mitschüler lästern und tuscheln und manchmal können Kinder ja so gemein sein. Doch im Endefekt akzeptieren sie einen, so wie man ist! Wo ich herkomme und aufgewachsen bin, fragt mich niemand nach meiner Ohrmuscheldysplasie oder nach meinem BAHA. Von meinen Freunden werde ich manchmal Cyberrobin genannt, wegen dem Implantat, was aber nie böse gemeint ist. Meine Eltern sind damals zu den Lehrern gegangen und haben ihnen die Situation erklärt. Wenn ich dann nach dem Unterricht ein paar Fragen hatte, wurden sie mir prompt beantwortet. Die Lehrer können nämlich durchaus unterscheiden, wer kein Bock und wer es wirklich nicht verstanden hat, vor allem wenn sie die Situation kennen. Manchmal habe ich den Eindruck, daß unsere Jugend einfach vollkommen verweichlicht ist und dabei noch von ihren Eltern unterstützt wird.
"Ich bin behindert und andere sind blöde! Ich kann aber nichts dafür!"
Gruß
Robin
P.S.: Ich möchte niemanden mit dem Artikel angreifen, lediglich zum nachdenken anregen!
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[Editiert von Dragon74 am: Samstag, Oktober 21, 2006 @ 05:21][/size]
