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Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 18. Okt 2011, 15:15
von Sunsan
Hallo
ich habe seit ca. drei Wochen die ersten
Otoplastiken bekommen. Sie sind mit einer Luftbohrung und einem externen Hörer (Unitron Moxi) versehen.
Vor den
Otoplastiken war mein Sprachverständnis - meinem Empfinden nach - schon ausgesprochen gut. Jetzt plage ich mich sehr. Ich kann Gesprächen viel, viel schwerer folgen (wenn überhaupt) und bei der Logopädin wird das schlechte Sprachverstehen ebenso offensichtlich. Zudem hört sich meine Stimme schon auch recht verändert an. Umso lauter ich spreche umso mehr Hallempfinden habe ich.
Beim Hörgeräteakustiker war ich nun schon ein zweites Mal mit mäßigem Erfolg, wenn ich hier überhaupt von Erfolg schreiben kann. Da ich ihn und seine Kompetenz sehr schätze, gehe ich davon aus, dass die Einstellung mit
Otoplastiken wohl nicht so trivial ist.
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir Eure Erfahrungen mit der Umstellung auf
Otoplastiken mitteilen könntet.
Herzliche Grüße
Sunsan
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 19. Okt 2011, 17:54
von cooper
Hi Sunsan,
was hattest du denn vor den Otoplastiken? Schirmchen?
Viele Grüße, Mirko
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 19. Okt 2011, 18:16
von Sunsan
Hallo Mirko,
ja ich hatte davor Schirmchen.
Liebe Grüß
Susanne
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 19. Okt 2011, 18:28
von cooper
Hi Susanne,
sprich doch nochmal mit deinem Akustiker. Ich fürchte, er wird mit der Hörgeräteanpassung komplett von vorn beginnen müssen. Der Grund dafür ist: Mit den Schirmchen hast du die tieferen Töne unmittelbar über den Gehörgang gehört, das Hörgerät ist hauptsächlich im Hochtonbereich aktiv gewesen.
Jetzt mit den Voll-Otoplastiken (die Bohrung dient tatsächlich fast nur der Belüftung, nicht dem Verstehen) hörst du quasi wie über Kopfhörer. Die Ohren sind dicht, und das Hörgerät muss nun das komplette Frequenzspektrum weiterleiten. Dafür wird es zuvor gar nicht konfiguriert worden sein, weil die Hörgeräte quasi nur ergänzend gearbeitet haben.
Viele Grüße, Mirko
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 19. Okt 2011, 18:34
von info
Hallo,
wieso sollst/willst du bei deinem noch moderaten Verlust denn Otoplastiken haben? Hast du einen Tieftonverlust o.ä.?
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 19. Okt 2011, 19:57
von Sunsan
Einen schönen guten Abend
vielen Dank für Eure Antworten.
@Mirko: Danke für die Erklärung und den Hinweis. Ich werde ihn darauf ansprechen und hoffen, dass es besser wird. Das derzeitige Sprachverständnis ist einfach mehr Belastung als Freude.
@Info: Mein Hörverlust am linken - früher besseren Ohr - hat sich in den letzen 4 Monaten vor allem im Tieftonbereich nahezu verdoppelt. Als ich die Hörgeräte verschrieben bekommen habe waren meine Werte folgenderweise:
0,125 kHz --> 30 dB
0,25 kHz -->30 dB
0,5 kHz -->25 dB
1 kHz -->30 dB
1,5 - 4 kHz --> 35 dB
6 kHz --> 50 dB
Ende August, d.h. 4 Monate danach:
0,125 kHz --> 55 dB
0,25 kHz --> 50 dB
0,5 kHz -->50 dB
1 kHz --> 55 dB
1,5 --> 50 dB
2 kHz --> 45 dB
3 kHz --> 40 dB
4 kHz --> 40 dB
Nach diesem Ergebnis meinte der Hörgeräteakustiker, dass er die Geräte nicht mehr ausreichend einstellen kann und hat mir zu
Otoplastiken geraten.
Ist der Verlust noch "moderat"? Ich habe keine Ahnung, ab wann
Otoplastiken sinnvoll sind und vertraue da einfach meinem Hörgeräteakustiker.
Liebe Grüße
Sunsan
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 19. Okt 2011, 21:55
von info
"Moderat" war an deiner Signatur orientiert. Ich habe ähnliche Werte (Mitten schlechter, Tiefen besser) und es geht noch mit Schirmchen. Kann aber gut sein, dass wegen der Tiefen bei dir diese Variante nun sinnvoller ist.
Welche Schirmchen hattest du denn? Es gibt z.B. offene mit Schlitzen, aber auch solche ohne Schlitze, "Power-Domes" oder kleine Stöpsel. Vielleicht ist ja auch so eine Zwischenstufe geeignet für dich? :help:
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 21. Okt 2011, 00:40
von cooper
Hallo Susanne,
frag deinen Akustiker doch nochmal explizit, ob deine jetzigen Hörgeräte für den derzeitigen Hörverlust überhaupt noch ausreichen. Bei der Verordnung wird zwar darauf geachtet, dass eine gewisse Reserve da ist -- bei einer drastischen Verschlechterung könnte die aber schon ausgereizt sein. Otoplastiken können, wenn die Geräte an der Leistungsgrenze sind, noch ein kleinbißchen herauskitzeln (weil man jetzt ein verschlossenes Ohr hat und der Schalldruck nicht mehr durch das Schirmchen entweichen kann) -- aber ob das reicht?
Falls deine Hörgeräte an ihrer Grenze angelangt sind, müsstest du bei der Krankenkasse neue beantragen. Bei drastischen Stürzen der Hörkurve und einer Erklärung des Akustikers, dass die derzeitigen Geräte nicht mehr ausreichend sind, sollte das auch mit ein paar Wehen bewilligt werden.
Viele Grüße, Mirko
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 21. Okt 2011, 08:45
von Sunsan
Einen schönen guten Morgen
@Info: Ich hatte offene
Schirmchen. Danke für den Hinweis! Ich werde auch diesbezüglich nachfragen.
@Mirko: Ich teste gerade die Unitron Moxi 12, d.h. ich bin glücklicherweise noch in der Testphase. Laut Hersteller-Website sind diese für gering bis hochgradigen Hörverlust geeignet. Nichts desto trotz werde ich nachfragen.
Zudem werde ich Mitte November auf Kur fahren. D.h. auch hier habe ich noch einmal eine Meinung eines weiteren Hörgeräteakustikers. Auch wenn ich meinem vertraue, so empfinde ich es als ein sicheres Gefühl noch andere Meinungen einzuholen. So wie auch hier von Euch.
Liebe Grüße
Sunsan
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 21. Okt 2011, 14:15
von Sunsan
Ich frage mich ob Hörpasstücke & externe Hörer zusammenpassen. Habt Ihr dazu Ideen?
LG Sunsan
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 24. Okt 2011, 22:44
von cooper
Hi Susanne,
ein sogenannter Ex-Hörer (nichts anderes als ein kleiner Lautsprecher) ist nur zusammen mit einer Otoplastik möglich -- dort wird er nämlich eingebettet, sodass er unmittelbar im Ohr den Schalldruck aufbauen kann. Auf diese Weise spart man sich die Verluste, die man üblicherweise mit den Silikonschläuchen auf dem Weg vom Hörgerät bis ins Ohr hat.
Viele Grüße, Mirko
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 25. Okt 2011, 00:24
von info
^Würdest du externe Hörer, die in einer nicht speziell angepassten Halterung sitzen, etwa nicht als Ex-Hörer bezeichnen? Bei Oticon gibts z.B. Ex-Hörer mini mit Schirm & Ex-hörer Power für die nicht speziell eine Plastik angepasst wird. Natürlich gibts auch eine Variante mit "custom" Stöpsel.
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 26. Okt 2011, 21:56
von cooper
Oh, dass es Ex-Hörer mit Schirmchen gibt, wusste ich noch gar nicht. Hätte nicht gedacht, dass sowas gebaut wird -- weil durch die Schirmchen ja wieder einiges verloren geht. Prinzipiell werden aber alle Lösungen, wo der Lautsprecher abgesetzt vom Hörgerät im Ohr sitzt, als Ex-Hörer bezeichnet.
Viele Grüße, Mirko
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 28. Jan 2012, 18:13
von Sunsan
Hallo
Derzeit teste ich neue Hörgeräte (Resound) und habe nach langer Zeit auch wieder die
Otoplastiken drinnen gehabt. Diesesmal wurde die Einstellung mittels Pezentilenanalyse durchgeführt. Jetzt geht bzw. ging es das erste Mal mit Otoplastiken ganz gut. Ob mein Sprachverständnis mit den Otoplastiken besser ist als mit den
Schirmchen bin ich mir nicht so sicher. Die offene Versorgung, auch wenn nicht ausreichend verstärkt werden kann, hört sich schon recht narürlich an. Allerdings höre ich derzeit auch recht gut. Sobald die Hörgeräte aus der Reparatur sind habe ich auch wieder die Otoplastiken dran. Ist schon gut, hier mal hin und her zu wechseln.
Fazit: Die Perzentilenanalyse hat eine bessere Einstellung der Hörgeräte bewirkt.
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 28. Jan 2012, 18:20
von Xaver
Hallo,
Ich selber machte folgende Erfahrungen.
In lärmiger Umgebung verstehe ich mit den Otoplastiken besser als mit Schirmchen. In normaler Umgebung oder leiser Umgebung ist für mich auch kein grosser Unterschied merkbar. Ich selber habe vor allem Probleme mit dem mittleren Tonbereich. Der tiefe ist besser auch die hohen Töne sind besser als die mitleren.
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 31. Jan 2012, 20:33
von Sunsan
Hallo Xaver,
danke für deine Antwort. Ich vermute auch, dass ich in lauter Umgebung mit den Otoplastiken besser verstehe. Ansonsten wäre es mir wohl nicht so wichtig, dass ich die neuen Hörgeräte samt Otoplastiken vor dem Konzertbesuch am Wochenende bekomme. Ich möchte gerne die Texte verstehen.
Liebe Grüße
Sunsan
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 31. Jan 2012, 21:49
von Xaver
Hallo Sunsan,
Gut wenn Du an Konzerte geht hast Du auch noch den Vorteil, dass Du einen Gehörschutz trägst. Bei der offenen Versorgung hast Du da noch ein Problem.
Mit dem Gerät kannst Du keinen Gehörschutz tragen, und ohne Gerät wirst Du nicht mehr viel verstehen. Also von da her ist es sicherlich das einfachste und beste.
Gruss Xaver
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 31. Jan 2012, 23:48
von Emil
Hallo Susan,
ich muß auch Otoplastiken tragen, weil bei meiner Verstärkung die hg`s bei offener Versorgung ständig pfeifen würden. Nach relativ kurzer Zeit habe ich mich jedoch daran gewöhnt. Und ich gehe auch oft in Konzerte und komme gut zurecht. Wieso die Otoplastiken ein Gehörschutz sein sollen kann ich nicht vertsehen ?!
LG vom
Emil
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 1. Feb 2012, 05:56
von Xaver
Hallo Ernil:
Die Otoplastiken verschliessen Deinen Gehörgang. Das heisst in der Regel kannst Du nur noch das hören was die Hörgeräte dir auf die Ohren geben.
Bei der offenen Versorgung mit den Schirmchen kann der Schall einerseits vom Hörgerät auf die Ohren treffen wie auch der Schall welcher direkt kommt kommen direkt auf die Ohren.
Ein Ohrstück dämpft den Schall um > 25 db teilweise auch >40 db. Je nach art.
Deshalb kann man es schon als Gehörschutz bezeichnen. Die Hörgerät lassen nur so viel Pegel raus wie man braucht und begenzen wenn es zu laut wird.
Re: Hörprobleme mit Otoplastiken
Verfasst: 1. Feb 2012, 23:15
von Emil
Hallo Xaver,
danke, so hab ich`s noch nicht bedacht. Aber es stimmt, da ich ja immer Otoplastiken tragen muß ("Stöpselform") höre ich in der Tat nur die Hgs und wenn es irgendwo zu laut wird regeln die Hgs "runter" und zusätzlich kann ich selbst auch noch leiser stellen. - Das find ich sehr komfortabel und nutze es häufig. Also o.k. , so gesehen ist es ein Gehörschutz.