Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um, die nicht schwerhörig sind?
Verfasst: 25. Apr 2005, 14:46
Hallo liebe Mitbetroffenen,
durch Otosklerose und inzwischen ziemlich lauten Tinntitus bin ich (38)leider in meinem Hörvermögen eingeschränkt.
Mich würde interessieren, wie Ihr mit Eurer Schwerhörigkeit umgeht. Ich fühle mich oft ausgeschlossen und ziehe mich zurück, wenn ich nichts mehr von den Gesprächen mitbekomme. Sobald an einem Gespräch mehr als ein anderer Gesprächspartner teilnimmt oder Hintergrundgeräusche dazukommen, muss ich mich wahnsinnig anstrengen (konzentrieren), um mitzubekommen, was gesagt wird. Kommt auch noch eine fremde Sprache hinzu oder fremde Wörter, verstehe ich gar nichts mehr. Durch das Überlegen, was gerade gesagt wurde, hinke ich dann natürlich dem Gespräch, das inzwischen weiter gegangen ist, hinterher.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich selbst die Menschen, mit denen ich häufig zusammen bin (Kollegen, Leute aus dem Rueda-Kurs), immer wieder daran erinnern muss, dass ich schlecht höre, sie bitten muss, lauter und deutlicher zu sprechen, damit ich sie verstehen kann. Das kostet mich unheimlich viel Kraft und Energie und ich bin es oftmals leid. Ich habe schon keine Lust mehr, an der nächsten Weihnachtsfeier teilzunehmen, weil ich ja doch kein Wort verstehe. Auch mein Rueda-Kurs macht mir keinen Spaß mehr. Man tanzt dabei Salsa in einer Runde und auf Kommando die angesagte Figur. Durch die Musik im Hintergrund habe ich schon Schwierigkeiten zu hören, was angesagt wird. Wenn es dann auch noch leise und undeutlich gesagt wird, kann ich oft zwischen ähnlichen Figurnamen nicht unterscheiden und weiß nicht, was ich nun tanzen soll.
Durch meine OP bin ich gleichzeitig lärmempfindlich und verschwinde daher oft ziemlich schnell von Tanzveranstaltungen oder Feiern.
Außerdem muss ich andauernd nachfragen. Manche haben dafür auch kein Verständnis und fühlen sich von meiner ständigen Nachfragerei genervt.
Ich fühle mich so hilflos! Meine ganze Hoffnung setze ich nun darauf, dass ein Hörgerät mein Defizit in den hohen Frequenzen ausgleichen kann. Vor 2 Jahren konnte mir der Akustiker leider noch nicht helfen.
Über Eure Rückmeldungen freue ich mich.
Liebe Grüße
Jo
durch Otosklerose und inzwischen ziemlich lauten Tinntitus bin ich (38)leider in meinem Hörvermögen eingeschränkt.
Mich würde interessieren, wie Ihr mit Eurer Schwerhörigkeit umgeht. Ich fühle mich oft ausgeschlossen und ziehe mich zurück, wenn ich nichts mehr von den Gesprächen mitbekomme. Sobald an einem Gespräch mehr als ein anderer Gesprächspartner teilnimmt oder Hintergrundgeräusche dazukommen, muss ich mich wahnsinnig anstrengen (konzentrieren), um mitzubekommen, was gesagt wird. Kommt auch noch eine fremde Sprache hinzu oder fremde Wörter, verstehe ich gar nichts mehr. Durch das Überlegen, was gerade gesagt wurde, hinke ich dann natürlich dem Gespräch, das inzwischen weiter gegangen ist, hinterher.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich selbst die Menschen, mit denen ich häufig zusammen bin (Kollegen, Leute aus dem Rueda-Kurs), immer wieder daran erinnern muss, dass ich schlecht höre, sie bitten muss, lauter und deutlicher zu sprechen, damit ich sie verstehen kann. Das kostet mich unheimlich viel Kraft und Energie und ich bin es oftmals leid. Ich habe schon keine Lust mehr, an der nächsten Weihnachtsfeier teilzunehmen, weil ich ja doch kein Wort verstehe. Auch mein Rueda-Kurs macht mir keinen Spaß mehr. Man tanzt dabei Salsa in einer Runde und auf Kommando die angesagte Figur. Durch die Musik im Hintergrund habe ich schon Schwierigkeiten zu hören, was angesagt wird. Wenn es dann auch noch leise und undeutlich gesagt wird, kann ich oft zwischen ähnlichen Figurnamen nicht unterscheiden und weiß nicht, was ich nun tanzen soll.
Durch meine OP bin ich gleichzeitig lärmempfindlich und verschwinde daher oft ziemlich schnell von Tanzveranstaltungen oder Feiern.
Außerdem muss ich andauernd nachfragen. Manche haben dafür auch kein Verständnis und fühlen sich von meiner ständigen Nachfragerei genervt.
Ich fühle mich so hilflos! Meine ganze Hoffnung setze ich nun darauf, dass ein Hörgerät mein Defizit in den hohen Frequenzen ausgleichen kann. Vor 2 Jahren konnte mir der Akustiker leider noch nicht helfen.
Über Eure Rückmeldungen freue ich mich.
Liebe Grüße
Jo