#1 09.03.2010, 12:59
PaulundKaimama Abwesend
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Betreff: Morgen Termin im Kindergarten Landeszentrum für Gehörlose Güstrow
Hallo,
Morgen hat Kai einen Probetag im Kindergarten des Landeszentrum für Gehörlose (Schwerhörige etc.) in Güstrow.

Kai ist im Dezember 3 geworden und soll im September in die Kita. Eigentlich in die Regelkita wo auch sein älterer Bruder ist, doch bei diversen Probetagen war Kai so fertig da, das wir nun doch mal nach Güstrow fahren.

Kai ist mittelgradig schwerhörig und seit 1 Jahr bds. mit HG versorgt. Ist seitdem gut in die Sprache gekommen doch verstehen kann man nicht alles wenn man ihn nicht kennt.

Im Regelkindergarten ist es sehr laut und viele Kinder auch nach intensivem Erklären (mit HG Dummy etc.) ziemlich distanzlos und für Kai nervig. Es gibt auf 18 Kinder eine Erzieherin und auch wenn alle in der Kita sehr interessiert und aufgeschlossen sind habe ich einige Sorgen ob es da gut läuft (Kais Bruder wäre dann schon Vorschulkind und in einer anderen Gruppe).
Integrativkitas sind nun schon alle besetzt. Fallen aber eh raus da die keine Erfahrung mit Schwerhörigen Kindern haben und auch (größtenteils) kein besonderes Interesse an "so einem Kind" (orginalzitat) haben.

Nun also Morgem mal nach Güstrow. Von dort hat Kai auch Frühförderund und ist da gut dabei.

Wer hat sein Kind in so einem Kindergarten? Wer war selber in so einer Einrichtung?
Melanie
Melanie u.Torsten normalhörend. Paul (07/2004) normalhörend. Kai (12/2006) bds. mittelgradig schwerhörig festgestellt 02/2009. Versorgung HG bds. Phonak Nios micro .
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#2 09.03.2010, 15:29
franzi Abwesend
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Betreff: Re: Morgen Termin im Kindergarten Landeszentrum für Gehörlose Güstrow
Hallo Paulundkaimama

ich war in so einer einrichtung . Wie waren glaub so an die 14kinder in der gruppe und 2erziehrinen. Es war ein kindergarten bei dem es mittagessen und so gab. Sprich morgen spielen und morgenkreis, dann gabs zu mittagszeit essen und dann wurde geschlafen bzw. aus geruht, dann durften wir willen spielen gehn.
Morgens wurden dann die kinder einzeln aus der gruppe genohmen wegen diversen threapienen wie Logo, oder bewegugn und so.
Sport und schwimmen gab es da auch. Ansonsten wurde viele aktivitäten wie ein tag auf dem bauernhof, oder bei der kartoffelernte helfen oder in eine backstube gehn und da was backen.

Lg Franzi
seit geburt schwerhörig. erste Hörgeräte mit 11jahren, mittlerweile Hochgradig sh bis an taubheitgrenzende schwerhörig
Links seit 12.2010 CI , re-implantation Mai.2011 und recht oktober.2014 CI.
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#3 10.03.2010, 08:08
Momo Abwesend
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Betreff: Re: Morgen Termin im Kindergarten Landeszentrum für Gehörlose Güstrow
hallo

mein sohn ging in einen solchen kiga.

die förderung dort ist natürlich optimal. die hörbedingungen auch. kleine gruppen.
allerdings muss man sich klar machen, dass dort wenig sprachliche vorbilder sind. in unserem fall war es so, dass mein sohn das sprachliche vorbild für alle anderen war.

rückblickend würde ich sagen: für den kigaeinstieg war es toll, aber allerspätestens das letzte jahr vor der schule hätte er besser integrativ in einen regelkiga gehen sollen. ich glaube er wäre besser auf die schule vorbereitet gewesen, was den umgang mit anderen kindern angeht, was sprachliche auseinandersetzungen angeht usw. vielleicht wäre dann auch eine regelbeschulung möglcih gewesen.

in guten gruppen wird den eltern der "starken" kinder auch empfohlen ihr kind in eine regeleinrichtung wechseln zu lassen. das war bei uns nicht so. grund war, dass unser sohn in konfliktsituationen unangemessen reagiert hat. ich denke mittelrweile aber, dass sich da einiges manifestiert hat da er ja mit diskussionen nie weiterkam und daher gezwungen war sich körperlich durchzusetzten.
außerdem habe ich imnachhinein das gefühl, dass seine kigazeit daraus bestand auf andere zu warte, rücksicht zu nehmen, sich zurückzunehmen (in morgenkreisen usw.), weil er einfach viel weiter war (nicht nur sprachlich). er wurde seltener gelobt als alle anderen, da es eben selbstverständlich war dass er gut ist. es wurde eben viel intensiver auf die förderung der anderen geguckt. ich denke, dass er sich oft zurückgesetzt fühlte und zu wenig "gelobt" im vergleich zu den anderen. das hat auswirkungen auf sein selbstwertgefühl -bis heute.

von daher, nochmal denke ich, dass es für den einstieg gut ist. man sollte das kind aber gut beobachten. kritisch anchfragen und im gespräch bleiben, damit man merkt wenn ein anderer weg der bessere ist.

ansosnten kann ich nur sagen, dass dort natürlich tolle angebote gemacht werden können, die regelkigas allein aufgrund der gruppengröße nicht machen können (oder schwieiriger), z.b. motopädie angebote, sprachförderung, schwimmen, exkursionen, übernachtungen, projekte usw. und die erzieherinnen haben eben erfahrungen mit sh kindern.

liebe grüße
Wiebke und Sohn (16 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
Beratungsstelle des Bundeselternverbands gehörloser Kinder e.V.
http://gehoerlosekinder.de
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#4 10.03.2010, 14:40
PaulundKaimama Abwesend
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Betreff: Re: Morgen Termin im Kindergarten Landeszentrum für Gehörlose Güstrow
Hallo,
wollte nur mal von heute berichten. Also Kai hat es ganz toll gefallen er hat 4 Stunden des normalen Tagesablauf mitgemacht und alle waren sehr engagiert. Meine Fragen wurden auch alle beantwortet (jetzt habe ich schon wieder neue) und die Kinder waren auch alle liebe mit Kai. Kai hat gemalt und gesungen und gespielt und Mittag gegessen und ist wie selbstverständlich durch die Räume gelaufen, Mama war da echt abgeschrieben ;-)

Aber dann wenn Kai dann evtl. hingehen würde sind bisher dann nur noch 2 andere Kinder da (ein 3. Kind steht evtl. noch an). Es wären also mit Kai 3-4 Kinder bisher. Die Gruppe kann bis zu 9 Kinder aufnehmen und es wird auch im ganzen Jahr bei Bedarf aufgenommen. Sind 3-4 Kinder nicht ein wenig wenig? Was auch nicht so toll neben der Fahrzeit von einer halben Stunde pro Strecke sind die Schließzeiten wärend aller Ferien. Und um 16 Uhr wäre er wieder zuhause, nachdem er Morgen vor 7 abgeholt wird.

Kai jedenfalls möchte gerne nochmal hin und das hat er bisher nie gesagt (außer bei der Kita seines großen Bruder).
Melanie
Melanie u.Torsten normalhörend. Paul (07/2004) normalhörend. Kai (12/2006) bds. mittelgradig schwerhörig festgestellt 02/2009. Versorgung HG bds. Phonak Nios micro .
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#5 11.03.2010, 14:44
Marion&Fiona Abwesend
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Betreff: Re: Morgen Termin im Kindergarten Landeszentrum für Gehörlose Güstrow
Fiona ist vor ihrer HG-Versorgung in einen Regelkindergarten gegangen. Dort ging sie natürlich völlig unter weil sie nichts hörte. Als sie dann im Frühjahr 08 ihre HG´s bekam besuchte sie noch etwa 4Wochen den Kindergarten aber es war völlig zwecklos dort. Die Erzieherin taten sich total schwer Fiona richtig in die Gruppe aufzunehmen. Fiona hätte dort auch nicht optimal gefördert werden können.

So kam sie dann im Sommer 08 ins LBZH. Anfangs war das frühe aufstehen (6uhr) sehr anstrengend für uns alle aber es hat sich gelohnt. Happy
Fiona kam schnell in die Sprache und kann dort gut gefördert werden. Unsere Akkustikerin fährt ebenfalls einmal die Woche ins LBZH und macht dort die Hörtests und die HG-Einstellungen.
Bis jetzt bin ich mit dem Kindergarten sehr zufrieden. Der Kontakt zur Kindergärtnerin ist auch sehr gut (wir führen ein Mitteilungsheft u. telefonieren hin und wieder) Nun kommt Fiona dieses Jahr zur Schule, ebenfalls beim LBZH.
Die Regelschule wäre wohl doch nciht so gut weil sie zwei HG´s trägt und die Klassen vor Ort einfach zu groß sind. Ausserdem wären die Lehrer hier wohl auch schnell überfordert und würden Fiona mehr oder weniger mitschleifen.

Zu Fionas Wesen kann ich nur schreiben das sie sehr selbstbewußt ist und sich auch gegebenenfalls gut durchsetzen kann. Dieses hat sie aber auch erst im LBZH so entwickelt.


Ich hoffe ich konnte was dazu beitragen Grinning
Marion
Fiona * 17.12.2003, schwerhörigkeit im mittlern und oberen Frequenzbereich, seit März 2008 mit HG´s versorgt. Lea * 7.9.2001 normal hörend
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#6 12.03.2010, 12:44
PaulundKaimama Abwesend
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Betreff: Re: Morgen Termin im Kindergarten Landeszentrum für Gehörlose Güstrow
Schon mal danke für die Kommentare. Wir sind immer noch unschlüssig obwohl Kai nun immer wieder sagt er mag wieder zu den Hörikindern, es hat ihm wohl sehr gefallen.
Überlegung für mich ist was ich mache wenn das Zntrum immer alle Ferien geschlossen hat, dazu noch evtl. Krankheitstage etc. Ich wollte doch wieder arbeiten, nur wie soll das gehen soviel Urlaub gibt es doch nicht ;-(
Ich weis ja es ist wichtig das richtige für Kai zu finden aber darf ich nicht auch mal an mich denken so ein wenig egoistisch sein? Mein Mann sagt nur das wichtigste ist Kai also das richitge für ihn zu finden.
Melanie
Melanie u.Torsten normalhörend. Paul (07/2004) normalhörend. Kai (12/2006) bds. mittelgradig schwerhörig festgestellt 02/2009. Versorgung HG bds. Phonak Nios micro .
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#7 30.04.2010, 10:51
PaulundKaimama Abwesend
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Betreff: Re: Morgen Termin im Kindergarten Landeszentrum für Gehörlose Güstrow
Hi,
wollte nur mal den aktuellen Stand durchgeben. Wir haben uns gegen den Schwerhörigenkindergarten entschieden und für den Sprachheilkindergarten.
Die Gründen liegen so, dass der Sprachheilkindergarten bei uns in der Stad ist und auch in den Gerien geöffnet hat. Außerdem kann ich Kai dort selbst abholen und zwar bis 18 Uhr wenn Bedarf besteht, ansonsten kann er mit dem Fahrdienst fahren.
Schön ist auch das es dort mehrere Gruppen mit jeweils max. 8 Kindern gibt.
Wir waren einige Male dort und Kai hat es gut gefallen, er wäre dort dann derzeit das einzige Kind mit Hörgeräten, es waren immer mal Kinder mit HG dort.

Nächste Woche fahren wir zu unsere Wechselgruppe nach Güstrow ins Landeszentrum für Hörgeschädigte wir sind schon ganz freudig aufgeregt.
Melanie
Melanie u.Torsten normalhörend. Paul (07/2004) normalhörend. Kai (12/2006) bds. mittelgradig schwerhörig festgestellt 02/2009. Versorgung HG bds. Phonak Nios micro .
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#8 05.05.2010, 06:46
Momo Abwesend
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Betreff: Re: Morgen Termin im Kindergarten Landeszentrum für Gehörlose Güstrow
Hallo Melanie

schön, dass ihr eine Lösung gefunden habt und Kai sich dort wohlfühlt.
Trotzdem solltet ihr ein wachsames Auge auf die Förderung haben, denn Sprachheilkindergarten ist numal in erster Linie auf Kinder ausgerichtet, die ein Sprachproblem haben. Daher sollte schon sichergestellt sein, dass er als hörgeschädigtes Kind entsprechende Förderung und auch entsprechende Rücksichtnahme auf die Hörbehinderung in der Gruppe (z.B. ansehen im Morgenkreis, Nutzen der FM) erhält. Frage, ob es Fortbildungsmöglichkeiten in dem Bereich gab und gibt usw. Gibt es die Möglichkeit der Begleitung/ Betreuung durch den mobielen Dienst des SH Kigas (Hospitation, Beratung, Infos).
Außerdem sollte man auch im Auge behalten, dass er sprachlcihe Vorbilder braucht, auch Kinder. Die sind dort (das gilt oft auch für den SH Kiga) wenig zu finden. Daher sollte man in der Freizeit auch Kontakt zu normalhörenden Altersgenossen fördern, Sprotverein, Spielgruppen, Musikschule usw.

Trotzdem wünsche ich euch, besonders Kai einen guten Start in den Kindergarten.

Liebe Grüße
Wiebke und Sohn (16 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
Beratungsstelle des Bundeselternverbands gehörloser Kinder e.V.
http://gehoerlosekinder.de
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