Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Norbert: Ich möchte auch noch was zum Mutterinstinkt sagen. Nie wieder werde ich ausschließlich auf andere hören, seien es Spezialisten, Fachleute, Verwandte, etc... Hätte ich auf mein Bauchgefühl gehört, wäre Amalia heute vermutlich in ihre Sprache nicht von Altersgenossen zu unterscheiden.
Bei Amalia wurde kein Neugeborenenhörscreening gemacht. Sie kam per Kaiserschnitt zeitgerecht zur Welt, wog 4070g bei 55cm. Einige Wochen vorher hatte mich mein Frauenarzt beuunruhigt indem er sagte, Amalia wäre viel zu klein und zu zart, nicht richtig versorgt. Darufhin weinte ich einen Tag lang. Zwei Hebammen tasteten lediglich meinen Bauch ab und
stellten fest, dass sie sehr groß und auch schwer sei. Sie lagen beide goldrichtig. Ihre Prognose war 4.000 bis 4.100 g und mindestens 54 cm groß.
Amalia wurde 10 Monate gestillt, sie entwickelte sich prächtig, war nie krank. Den Arzt kannten wir nur von den U-Untersuchungen. Als Amalia ca. 6 Monate alt war fing ich an mir Gedanken zu machen, ich hatte das Gefühl, sie würde nicht auf unsere Stimmen und z.B. auf ihre Spieluhr reagieren. Als ich meine Besorgnis dem Arzt mitteilte, antwortete er nur: Sie entwickelt sie wunderbar. Jeder Mensch braucht seine Zeit. Sie hört zwei Sprachen, überfordern sie dieses tolle Kind nicht. Ebenso reagierten auch Verwandte, Freunde, etc. Nur zu gern wollte ich, dass sie Recht behielten.
Mit 15 Monaten kam Amalia in die Kita. Sie wurde das erste Mal krank, bekam Paukenergüsse. Als der Arzt sagte, haben sie nicht bemerkt, dass Amalia schlechter hört, hab ich mir Amalia geschnappt, habe gesagt, vielen Dank für ihre Mühe und habe die Praxis verlassen und bin schnurstracks zu einem HNO. Dort habe ich darauf bestanden, dass Untersuchungen gemacht wurden. 2 Wochen später hat Amalia Paukenröhrchen bekommen, die Polypen wurden entfernt und eine wurde gemacht. Das Ergebnis war niederschmetternd. Amalia war hochgradig schwerhörig.
Danach mussten wir einen anderen HNO-Arzt aufsuchen, da der einweisende Arzt in Urlaub war. Er schaute sich Amalia an, hatte den Arztbrief/Entlassungsbericht der Klinik in der Hand, wo alles schwarz auf weiss stand, und sagte tatsächlich zu mir: das Kind hört, diesen Untersuchungsergebnissen ist nicht zu trauen. Wissen sie diese Geräte sind bestimmt defekt. Sie sind spät Mutter geworden (ich war 36!), da ist es völlig normal, dass man überreagiert. Da habe ich geantwortet: Wir gehen jetzt besser, sonst reagiere ich tatsächlich noch über!
Amalia hat Hörgeräte bekommen. Da sich ihr Hörvermögen (sie hatte nie Mittelohrntzündungen oder ähnliches) verschlechtert hat, ist sie heute beidseits implantiert.
Noch heute könnte ich diesen verantwortungslosen und unverschämten Fachleuten, den Hals umdrehen...
Fernanda
Fernanda (normalhörend) mit Amalia Catarina 01/07 hochgradig schwerhörig /beidseits und kerngesund
