#1 15.06.2010, 10:49
Hava
Gast


Betreff: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Hallo, ich weiß garnicht wie ich anfangen soll, erstmal zu meiner tochter. Sie ist 4 jahre alt wird im juli 5, wächst zweisprachig auf deutsch-türkisch. Sie ist in einer ganz normalen KITA, hatte bis vor paar monaten schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Nach vielen Arztbesuchen haben wir im januar 2010 erfahren dass sie HG braucht die schwerhörigkeit liegt bei 60 db, jetzt bekommt sie Frühförderung, und Logopädie. Letzte woche wurde mir empfohlen das Förderschulkindergarten für hörgeschädigte Kinder. Nun jetzt steht ein riesen Fragezeichen in meinen Kopf. Sie hat noch einen ganzen Jahr zur Schule, könnte sie nicht vieles aufholen. Sie ist super gerne in ihrer gruppe mit den Hörgeräten kommt sie sehr gut zu recht. Und hat seid februar sehr viel aufgeholt, was die Sprache angeht. Kann mir bitte einer helfen, vielleicht eine mutter die sich damit auskennt.
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#2 15.06.2010, 11:30
Karin Abwesend
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Beiträge: 1.773


Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Liebe Hava, mein Rat lautet, lass sie wo sie ist! Die meisten hg Kinder gehen in Regelkindergärten. Die Hauptsache sie fühlt sich dort wohl!

Lieben Gruß Karin
http://www.kestner.de/ - alles rund um die Gebärdensprache
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#3 15.06.2010, 14:24
PetraAnett Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 31.01.2007
Beiträge: 471


Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Hallo Hava!

Wer hat euch den den Kigawechsel empfohlen?
Ich denke man kann das nicht so einfach beantworten.
Dem einen Kind tut es gut, dem anderen nicht.
Unser Sohn ist auch in einen Regelkiga gegangen und es ging relativ gut.
Wichtig ist ein guter Kontak zum Kiga, ERzieher die bereit sind sich auf das HG Kind einzustellen und Gespräche, Gespräche, Gespräche ...
Wenn der Kiga bereit ist deine Tochter zu behalten und zu unterstützrn würde ich sie da lassen. Der mobile Dienst der Sh Schule sollte euren Kiga begleiten.
Wenn sie danach eine Regelschule besuchen soll, dann wäre es denke ich auch ratsam im Kiga zu bleiben, denn da "lernt" sie trotzt HG mit hörenden Kids klarzukommen, aber event. auch schon ihre Bedürfnisse einzufordern.
wir haben bei unserem Sohn darauf geachtet, dass er im Kiga die FM - Nutzung einfordert - notfalls die ERzieher "genervt" und auch mit ihm "geübt" die anderen Kids zu bitten bei bedarf langsam und nicht so durcheinander zu sprechen ... manchmal dachte ich in einem Förderkiga hätte er es nicht so schwer ... habe mir dann Vorwürfe gemacht ... jetzt hat er bald die 1. Klasse als I Kind in einer Regelschule geschafft und wir haben im Rückblick bemerkt es war die Richtige Entscheidung ihn in den Regelkiga zu schicken.
Aber es hängt viel am Kiga und den Erziehern, es kann auch nach hinten losgehen. Dadurch ist ein "Rat" schwierig und ich kann dir nur unsere Erfahrungen mitteilen.
Ich wünsche euch eine gute Entscheidung - und sprecht mit Leuten die euer Kind gut kennen und einschätzen können.

LG
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#4 15.06.2010, 20:01
Oksana Abwesend
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Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Hallo Hava!

Auch meine Kinder besuchen beide als I-Kinder einen Regelkindergarten.
Da bei meinem Sohn die SH gleich nach der Geburt festgestellt worden ist, besuchten wir drei Jahren lang eine Frühförderung in einer Schwerhörigenschule und als es um die Entscheidung ging Schwerhörigen KIGA oder RegelKIGA habe ich mich mich bewusst für den Regelkindergarten entschieden.Und es bis heute nicht bereut!!! Im Sommer wechselt er auf eine Regelschule. Wäre er in den Schwerhörigenkiga gegangen, wäre uns der Wechsel gar nicht möglich gewesen. Denn man kann immer noch in den Schwerhörigen kiga gehen, aber ob man von dort wieder weg kann ? Und dann noch auf eine Regelschule? Bin ich mir nicht so sicher...
Deswegen ist mein Rat auch: LASS deine Tochter da, wo sie sich wohl fühlt.

Viele Grüße
Oksana
Oksana mit Kirill,11 CI re, HG li; Anastasia,10 CI re, HG li.; Daniil, 6 "Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige.“
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#5 15.06.2010, 20:23
Hava
Gast


Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Ich danke euch für die schnelle antworten, mein kind fühlt sich in den kinder garten sehr wohl hat viele freunde alles super aber ihr fehlt noch was an der sprache, (obwohl ich denke in einem jahr kann mann viel nachholen vor allem mit 5) es ist einfach blöd dass sie die geräte so spät bekommen hat.
Empfohlen hat es mir die Frühförderin und auch ihre erzieherin, sie meinen in kleinen gruppen könnte sie besser die verlorenen 2 kindergartenjahre nachholen.
Aber dass könnte sie doch hier auch, keiner kann mir etwas garantieren. Bin total durcheinander, aber ich würde sie gerne da lassen wo sie ist, mein zweifel:
Was ist wenn sie durch die schuluntersuchung nicht durchkommt?
Wird sie überhaupt in eine Regelschule eingeschul wenn sie in ein solchen kindergarten geht?
Und was wenn sie überhaupt doch alles in einem jahr gut schafft, sie lernt so schnell!!
Beim umgang mit Kindern, oder beim spielen beim verstehen hat sie überhaupt keine probleme sie kann jetzt schon die meisten buchstaben kann normal wie die anderen schon bis 20 zählen usw,
Ich weiß nicht was ihr gut tun würde, aber ich nur eins es wird nicht leicht für sie sein wenn wir wechseln würden.
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#6 16.06.2010, 07:07
Momo Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 23.07.2002
Beiträge: 5.156


Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Hallo,

mal vorweg, um hier mal mit dem ein oder anderen Vorurteil aufzuräumen: es gibt Kinder aus SH Kigas die Regelschulen besuchen genauso wie es Kinder gibt, die nach einem Regelkiga SH Schulen besuchen. Sprich es ist nicht so SH Kiga =SH Schule.
Natürlich wird es auch immer wieder SH Kigas geben, die die Kinder nicht wieder abgeben, aber genauso auch Regelkigas die mit einem SH Kind überfordert sind und dann eher SH Schule empfehlen. Es hängt doch sehr vom Kiga und machmal sogar da von der jeweilig zuständigen Erzieherin ab.
Letzlich entscheiden wo ein Kind zur Schule gehen wird, tut aber nicht der Kiga!

Nun zu deiner Frage: ich finde es schwierig hier zu raten ohne dein Kind zu kennen. Vielleicht ein paar allgemeine Hinweise/ Tipps aus meiner Erfahrung:
- meiner Meinung nach hat man als Mutter ein gutes Bauchgefühl, leider verlernt man in unserer Gesellschaft immer mehr darauf zu hören: also hör drauf.
-man sollte aber nicht, weil man Probleme/ Behinderungen/ usw. nicht wahrhaben will (aus falschem Stolz) sein Kind nicht in einen Sonderkiga (SH Kiga) schicken: also ehrlich hinterfragen, wie groß die Sprachprobleme sind und ob das Kind im jetzigen Kiga gut gefördert wird
-oft sind gute Sprachvorbilder (wie sie eher in Regelkigas sind) eher förderlich für die Sprache
-manche Kinder trauen sich in großen Gruppen (Regelkiga) nicht Sprache auszutesten, sich zu melden, zu sprechen oder bekommen einfach vom Umfeld zu wenig mit um wirklich an Gesprächsrunden (Morgenkreis) aktiv teilzunehmen: in SH Kigas sind die Gruppen wesentlich kleiner, daher kommt jedes Kind häufiger und länger zum Reden; in einem Regelkiga ist eine FM Abnlage eine sinnvolle Hilfe zu besserem Hörverstehen
-Frage: ist es euch zeitlich/ organisatorisch möglich bei Bedarf außerhalb des KIgas Förderung (z.B. Logo, Ergotherapie usw.) zu machen, wenn das im Kiga nicht angeboten wird? In einem SH Kiga gehört das in den Kigalltag dazu.
-ist dein Kind gut intigriert (scheint ja so) und hat Freunde, dann spricht das auf jeden Fall dafür zu bleiben
-besteht nicht auch die Möglichkeit einer ambulanten Begleitung durch die Frühförderstelle der SH Schule an ihrem jetzigen Kiga?

Alles in allem kann ich nur empfehlen das Gespräch mit den Leuten zu suchen, die euer Kind gut kennen und eben ein paar der oberen Fragen zu klären, damit man eine Art Pro und Contra Liste hat und dann entscheiden kann.
Vom Gefühl her, aber ohne dein Kind zu kennen, würde ich sagen, wenn sie wirklcih so gut zurecht kommt wie du schreibst, und dein Bauchgefühl dir sagt es ist gut so, dann lass sie dort und such dir begleitend Unterstüzung durch eine gute Logopädische Praxis, Ergotherapie vielleicht. Und bleib reglmäßig im Gespräch mit dem Kiga, damit man handeln kann wenn etwas auffällt.

Wo werdet ihr denn betreut? Welcher SH Kiga wäre zuständig (wenn du lieber magst gern per PN)?

Grüße
Wiebke und Sohn (16 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
Beratungsstelle des Bundeselternverbands gehörloser Kinder e.V.
http://gehoerlosekinder.de
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#7 16.06.2010, 07:38
Karin Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 1.773


Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Ich hätte auch noch ein paar Tipps, die für den Regelkigsverbleib sprechen.

Macht ihr schon Logopädie? Zweimal in der Woche würde sehr helfen aufzuholen! Die Frühförderin sollte regelmässig (4 bis 5 mal im Monat) kommen und euch für zuhause Spiele zeigen, die die Sprache fördern.
Ihr könnt auch versuchen in den RegelKIGA für ein Jahr noch eine I-Helferin zu bekommen.
Ein Kind ein Jahr vor der Schule wechseln zu lassen, finde ich nicht so prickelnd.
Bis ein Kind sich wieder eingewöhnt hat und dann davon profitiert, dauert auch eine Weile.

Auch wenn es jetzt so mancher nicht so gern hört, ich glaube die SONDER- Einrichtungen hatten ihre Zeit - die sind in meinen Augen fast vorbei.
Lieben Gruß
Karin
http://www.kestner.de/ - alles rund um die Gebärdensprache
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#8 16.06.2010, 13:48
PetraAnett Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 31.01.2007
Beiträge: 471


Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Hallo Hava -

eine weitere Möglichkeit um die sprachlichen Rückstände aufzuholen ist eine Reha in Werscherberg.
Ich kann das nur empfehlen.
Unserem sohn hat das viel gebracht und für mich waren die Empfehlungen der Therapeuten hilfreich, da sie mein Kind sehr intesic kennengelernt haben.

LG
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#9 16.06.2010, 15:43
Felicitia Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 18.01.2009
Beiträge: 260


Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
ich will niemanden verunsichern, aber denkt auch mal jemand an die schwerhörigen Kinder, die sich in der Schule wie blöd abrackern müssen um alles mitzubekommen???Ich wünsche, ich hätte auf eine Schwerhörigenschule gehen dürfen...
Seit der Geburt schwerhörig. Mittlerweile bds. taub.
beidseits CI Cochlear Nucleus 5
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#10 16.06.2010, 17:33
Karin Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 1.773


Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Liebe Felicita, ich denke immer an die Kinder. :-)
Du darfst aber bitte nicht die Situation von damals zu heute vergleichen. Wenn wir den Gedanken der Inklusion weiterdenken, dann steht jedem Kind in jeder Situation Hilfe zu.

Eben gerade habe ich eine Untersuchung zum Thema Pädagogaen an Gehörlosenschulen gelesen. Es ist wirklich erschreckend, wie wenige Päds nur DGS so benutzen können, dass die Kinder sie verstehen und etwas lernen können. Die wenigen, die der DGS wohlmeinend gegenüberstehen, können es trotzdem nicht so gut, dass sie von sich behaupten könnten, dass sie sie gut beherrschen. Was soll so ein Schulsystem?

Ich denke, dass Kindern in der Regelschule alles gelehrt werden kann, wenn die richtigen Leute im Unterricht sind. Es müssen Konzepte und Unterrichtsmaterialien entwickelt werden, die verstehen helfen. Und in Inklusionsklassen sind auch weniger Kinder.

Lieben Gruß Karin
http://www.kestner.de/ - alles rund um die Gebärdensprache
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#11 16.06.2010, 20:05
Hava
Gast


Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Hallo momo,
mein bauchgefühl sagt, dass mein kind bis zur Schuluntersuchung vieles schafft. Sie bekommt einml die woche frühförderung und einmal logo, logo wird aber demnächst auf zweimal erhöht wenn da was frei wird im stundenplan. Wohne in NRW, wenn ich mal so denke wird sie in der SH KIGA täglich 5 Std. sein mit wenig Sprachvorbildlichen kindern, aber wenn es normal weitergeht ist sie jeden tag 8 std. in Regel KIGA mit mehr Kindern die mehr reden und förderung+logo, dass wird ihr doch reichen, ich möchte nicht dass sie wechselt und ich glaube ich bleibe auch bei der meinung, egal wenn mir ihre erzieherin sagt dass sie nicht genug gefördert werden kann weil so viele in einer gruppe sind, sie hat keinen problem damit. Und erst seid februar trägt sie die HG sie ist so glücklich damit.
Übrigens habe ich am dienstag den termin in der SH KIGA aber dass sich meine meinung ändert denke ich nicht.
Es aber so schwer dass besste für sie zu entscheiden, ich denke keiner außer ich kann dass bessere für sie wünschen.
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#12 16.06.2010, 20:18
Momo Abwesend
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Dabei seit: 23.07.2002
Beiträge: 5.156


Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Zitat von Karin:
Auch wenn es jetzt so mancher nicht so gern hört, ich glaube die SONDER- Einrichtungen hatten ihre Zeit - die sind in meinen Augen fast vorbei.
Das stimmt. In den meisten "Sonder"einrichtungen sind mittlerweile Kinder, die neben der reinen SH noch andere Probleme haben, meist im Lernen oder aber einen massiven Sprachrückstand, dass sie eigentlich kaum (regel)beschulbar sind (über den Grund schreibe ich jetzt mal nichts das würde ausufern).
Im Bereich Kiga ist es auch so, dass es immer mehr Kigas gibt die offen sind für behinderte Kinder und viele Eltern möchten auch, dass ihre Kinder vor Ort mit Freunden/ nachbarn in den Kiga gehen. Trotzdem kann ein SH Kiga manchmal auch eine gute Entscheidung sein, wenn ein Kind eben kaum Sprechmotivation hat in einer größeren Gruppe, oder ansonsten untergeht. Wenn ein Kind sich aber in dem bisherigen Kiga wohlfühlt und eine gute Förderung stattfindet, zur Not auch außerhalb des Kigas zusätzlich in Form von Logo, dann spricht vieles( mehr) dafür es dort zu lassen- das sehe ich auch so.

Zitat von Karin:
Ein Kind ein Jahr vor der Schule wechseln zu lassen, finde ich nicht so prickelnd.
Bis ein Kind sich wieder eingewöhnt hat und dann davon profitiert, dauert auch eine Weile.
auch ein wichtiger Punkt.

Zitat von PetraAnett:
eine weitere Möglichkeit um die sprachlichen Rückstände aufzuholen ist eine Reha in Werscherberg.
ja. Gute Idee.

Zitat von Karin:
Und in Inklusionsklassen sind auch weniger Kinder.
Liebe Karin,
das ist leider nicht so. Es gibt zwar Schulen, die sog. Integrationsklassen haben, d.h. mehrere Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden in dieser Klasse gemeinsam mit anderen Kindern beschult. In solchen Klassen ist meist die Schülerzahl reduziert, z.B. in Niedersachsen an Gesamtschulen statt 30 Kindern "nur" noch 25 Kinder in einer Klasse. Das Problem ist, dass nicht alle Integrationskinder den gleichen Förderbedarf haben. Und hier ist es auch so, dass wenn von Inklusion geredet wird in erster Linie Kinder mit geistiger Behinderung oder mit dem Förderbedarf "Lernen" gemeint sind. Schwerhörige oder gar gehörlose Kinder werden selten bedacht....
Dann gibt es natürlich auch die Möglichkeit mein sh Kind in einer normalen Klasse inklusiv beschulen zu lassen. Dann jedoch bleibt die Schülerzahl gleich, d.h. in Niedersachsen am Gymnasium bis zu 32, an Gesamtschulen bis zu 30, an Realschulen bis zu 32 und an Hauptschulen bis zu 26 Schülern, im Grundschulbereich bis zu 28 Schülern.


Zitat von Felicitia:
ich will niemanden verunsichern, aber denkt auch mal jemand an die schwerhörigen Kinder, die sich in der Schule wie blöd abrackern müssen um alles mitzubekommen???Ich wünsche, ich hätte auf eine Schwerhörigenschule gehen dürfen...

Ich kann dich gut verstehen. Allerdings ist das "Niveau" an den SH Schulen meist wirklich sehr grenzwertig. Es steht zwar Regelschulcurriculum im Schulprogramm, aber was man dann vorfindet..... das würde hier den Rahmen sprengen- wäre ein Extrathread....

Das Dilemma ist also SH Schule will man nicht, weil man ein gutes Bildungsniveau haben will, aber Regelschule schaftt einfach nicht jeder sowohl emotional, als auch akustisch, denn -wie bereits oben geschrieben- beim Thema Inklusion geht es hier eben nie um sh oder gl Kinder, sondern immer um geistig- oder lernbehinderte Kinder...

Das ganze ist verzwickt.
Daher ist eben eine gute Grundlage vor der Schule superwichtig. Ich kann also nur empfehlen deinem Kind, Hava, die beste Förderung zukommen zu lassen, damit sie einen guten Start in ein gutes Schulleben bekommt nächstes Jahr.
Wo und wie das ablaufen kann, ist aus der Ferne schierig zu sagen. Frag nach welche Förderung wo möglich ist, wieviele Kinder aus dem SH Kiga in der Regel in Regelschulen eingeschult werden; frag welche Förderung der jetzige Kiga anbietet; such dir eine gute logopädische Praxis und wie Karin schrieb ggf. auch eine Integrationshelferin/ Frühförderin für den Kiga (als Begleitung).

Grüße

Gruß
Wiebke und Sohn (16 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
Beratungsstelle des Bundeselternverbands gehörloser Kinder e.V.
http://gehoerlosekinder.de
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#13 16.06.2010, 20:20
Momo Abwesend
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Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
P.S. @Hava: welche Sprache sprecht ihr mit eurem Kind?
Wiebke und Sohn (16 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
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#14 16.06.2010, 21:12
Oksana Abwesend
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Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Hallo Hava!

Ich kann nochmal meine Situation (mit meiner Tochter) schildern. Trotz HG seit dem dritten Lebensmonat hat sie mit 2 Jahren kein Wort gesprochen, nicht weil sie nicht hörte, nein - sie hat uns mit Zeichen klar gemacht was sie will. Und wir haben mitgemacht.

Und NATÜRLICH war sie dadurch eine Kanditatin für den SH Kiga, meinte die Frühförderin. Aber nicht mit mir. Ich habe alles mögliche gemacht, damit sie für wenigstens paar Stunden in die Krippe eines Regelkiga gehen konnte. Und ... es hat ihr sehr gut getan unter so vielen "normalhörenden" Kindern zu sein und sie fing an zu sprechen! Und tut es bis heute ununterbrochen Wink .

Als ich das erste Mal zu einem Gespräch in der Sh Schule war (dort wird in HH die Frühförderung gemacht) brach für mich eine Welt zusammen- denn man hat mir mehr Angst gemacht als mich unterstützt und beraten. Am liebsten würde ich meine Kinder packen und wieder hin fahren um zu zeigen, dass nicht nur Pädagogen Recht haben müssen- sondern auch die Mütter, die sowieso nur das BESTE für ihr Kind wünschen und tun.

Deswegen lass Dich beim Gespräch im SH Kiga nicht verunsichern, denn nur du als Mutter weißt, was für dein Kind das Beste ist.

Liebe Grüße

Oksana
Oksana mit Kirill,11 CI re, HG li; Anastasia,10 CI re, HG li.; Daniil, 6 "Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige.“
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#15 17.06.2010, 08:22
Hava
Gast


Betreff: Danke für eure hilfe
Danke osana, danke momo,
ihr macht mir richtig mut, und gute laune, was ich jetzt total brauche.
Ich denke auch wirklich ich lasse sie dort wo sie ist, sie ist glücklich holt sehr viel nach, warum sollte ich ihr eine Wand vor die Nase stellen. Ich werde auch fragen ob sie nicht eventuell mit sieben in die Schule starten kann, weil sie im juli geburtstag hat. Vielleicht können wir noch ein Jahr gewinnen. Momo zu deiner Frage: Ich spreche mit ihr deutsch und ihr Papa türkisch. Er kann nicht gut deutsch sprechen. Eine Frühförderin haben wir die betreut mein kind im kindergarten, Sie empfehlt ja auch das SH KIga
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#16 17.06.2010, 15:49
Norbert_S Abwesend
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Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Hallo Hava!

Natürlich kann (!) dein Kind in dem Jahr bis zur Schule noch viel aufholen. Ob es das einfach so und alleine wirklich tut, ist aber reine Spekulation. Erfolgreiche Schullaufbahnen bauen nicht auf dem „Prinzip Hoffnung“ auf. Sondern auf gutem Zuhören bei Beratungsgesprächen. Und Wohlfühlen im Kiga allein ersetzt keine Förderung, die ja im sprachlichen Bereich später kaum noch nachgeholt werden kann.

Dein Kind braucht Hilfe und jemand vom Fach, der dein Kind kennt, hat dir eine solche professionelle Hilfe empfohlen. Solche Ratschläge saugt sich die Kita nicht aus den Fingern.
Wo ist das eigentliche Problem? Schreckt da jemand beim Wort „Förderschul“-Kiga zurück? In allen „besonderen“ Einrichtungen wird routinemäßig und pflichtgemäß jährlich geprüft, ob ein Wechsel in die Regel-Einrichtung möglich ist. Allein schon, um hohe Kosten zu sparen.

Ich wünsche dir und deinem Mann eine gute Entscheidung.

@ Momo: Bauchgefühl von Müttern? Über fehlgeschlagene Schullaufbahnen durch beratungsresistente Mütter, die alle Kraft dran setzen, ihr Kind auf die falsche Schule zu bugsieren, könnte ich Bücher schreiben. Selbst bei erfahrenen Pädagoginnen kommt es vor, dass sie bei den eigenen Kindern „betriebsblind“ sind.

@ Karin: Die Zeit der SONDER-Einrichtungen ist vorbei? Amtlich-rechtlich schon (Stichwort Inklusion). Aber das setzt auch eine funktionierende qualifizierte Begleitung der Kinder an Regeleinrichtugnen voraus. Und da klaffen Wunsch und Wirklichkeit mancherorts noch weit auseinander. Mit dem Etikett „Regelschüler“ ist alleine noch nichts erreicht oder gewonnen. Wunschdenken ist kein guter Berater.

Nette Grüße
von

Norbert_S,
der jetzt hoffentlich niemand auf die Zehen getreten ist.
↑  ↓

#17 17.06.2010, 19:58
Momo Abwesend
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Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Zitat von Norbert_S:
@ Momo: Bauchgefühl von Müttern? Über fehlgeschlagene Schullaufbahnen durch beratungsresistente Mütter, die alle Kraft dran setzen, ihr Kind auf die falsche Schule zu bugsieren, könnte ich Bücher schreiben. Selbst bei erfahrenen Pädagoginnen kommt es vor, dass sie bei den eigenen Kindern „betriebsblind“ sind.

Hallo Norbert, gerne schreibe ich nochmal was es mit dem "Mutterinstinkt" (so nenn ich es mal) auf sich hat und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe!

Also erstens: hätte ich, als mein Sohn geboren wurde auf die Fachärztin gehört, dann weiß ich nicht ob er heute noch (so gut) leben würde. Mein Bauchgefühl hat mir damals, obwohl mir immer versichert wurde alles bestens, gesagt, dass etwas nicht stimmt. Kurz: trotz aller professionellen Prognosen/ Diagnosen ist mein Sohn nach Ankunft im Krankenhaus binnen 20 Minuten per Notsectio zur Welt gekommen, da die Herztöne weg waren. Er war total untergewichtig (obwohl er laut Vorsorgeuntersuchung beim Facharzt 2 Tage vorher altersgerecht entwicklet war). Er hatte auch nach der Geburt einge Probleme...

Zweitens: da ja im KH keiner geschafft hat ein Hörscreening zu machen, obwohl er dort 10 Tage auf der Intensivstation lag, ging ich ahnungslos nach Hause. Als er zwei Monate alt war hatte ich das Gefühl er hört nicht richtig, irgendwas stimmt nicht. Ein Jahr lang wurde ich dafür von meiner Kinderärztin, zwei HNO Ärzten, meiner Hebamme, Verwandten, Freunden usw. belächelt und als überbesorgt abgetan.....Ergebnis damals Einseitige Taubheit, andere Seite angeblich normal. Trotzdem

und da sind wir bei drittens: hatte ich das Gefühl die Diagnose stimmt nicht. Als er dann 2,5, Jahre alt war und endlcih die frequenzspezifische Bera durchgeführt wurde (nachdem die sog. Fachpädagogen mir auch nie glaubten!) stellte sich heraus upps er ist hochtonschwerhörig, was in der normalen Bera nicht aufgefallen ist- ach ne.

viertens: haben dann die Fachpädagogen immer gesagt: Ihr Kind ist so gut im Hören, einseitige Taubheit und "nur" Hochtonsh auf der anderen Seite, da wird er keine Probleme bekommen. Normaler Kiga, normale Schule wurde prognostiziert. Alle anderen haben es viel schwerer, daher müssten die vorrangig betreut werden. Meine Einwände, dass man sich ja nie sicher über den Verlauf sein könnte wurde als "überbesorgt" abgetan. Bis...

und da sind wir bei fünftens der erste Hörsturz kam und plötzlich alle in heller Aufregung und auf einmal musste es der SH Kiga sein.

Ich könnte noch weitermachen. Im Endeffekt gab es noch mehr Situationen in denen ich nicht auf mein Gefühl gehört habe, leider. Mit dem Wissen von heute hätte ich meinen Sohn nie in der SH Schule eingeschult, denn es werden einem viele Dinge vorher nicht gesagt, z.B. wie das Bildungsniveau wirklcih ist, dass es leider nicht immer/ nicht für jeden jahrgang alle Abschlussmöglichkeiten und Schullaufbahnen gibt, die im Namen der Schule aufgeführt sind usw.

Und wenn ich mir manchmal angucke, dass Schüler keine Sprache haben, weil man jahrelang (viel zu lang) vergeblich versucht hat ihnen Lautsprache beizubringen ist das richtig schlimm. Was wird dann gemacht: diese Schüler werden als lernbehindert oder geistig behindert eingestuft und so weiterunterrichtet. Und noch immer wird ihnen kein DGS angeboten und das machen Fachleute!

Von daher mein Rat:
Ja man sollte das Gespräch mit den Fachleuten suchen und sich anhören was sie zu sagen haben, aber man sollte auch kritische Fragen stellen dürfen. Man sollte sich auch andere Meinungen anhören und alle Möglichkeiten in Betracht ziehen.
Und mal ehrlich sprachlcihe Vorbilder sind auch als förderlich nicht von der Hand zu weisen und die gibt es im SH Kiga wenig.

Ich hoffe ich habe dir jetzt nicht auf den Schlips getreten!
Wiebke und Sohn (16 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
Beratungsstelle des Bundeselternverbands gehörloser Kinder e.V.
http://gehoerlosekinder.de
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 17.06.2010, 20:01 von Momo. ↑  ↓

#18 17.06.2010, 20:59
Norbert_S Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 220


Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Hallo Momo!

Nein, du bist mir nicht auf den Schlips getreten. Mein Schlips hält, wenn ich ihn schon mal trage, viel aus ;).

Wir kommen hier auch ein wenig von der Frage von Hava ab.

Danke für deine klare und offene Darstellung. So ähnlich habe ich mir deine Vor-Erfahrungen auch vorgestellt. Manchmal geht eben mehr schief, als nötig. So bedauerlich das auch ist, so muss daraus ja nicht der Regelfall abgeleitet werden. Auch ich bin nicht immer sofort auf die richtigen Fachleute gestoßen. Und möchte auch nicht für jeden vom Fach meine Hand ins Feuer legen. Manche deiner Erfahrungen teile ich übrigens mit dir.

Kritische Fragen stellen und andere Meinungen hören ist einfach und immer wichtig.

Momo, ich möchte rüberbringen, dass wir nicht weit von einander entfernt sind.

Aber ob es so gut ist, einer Mutter mit Problemkind zum „Mutterinstinkt“ zu raten? Bei zweisprachigen Kindern kommen noch viele andere Faktoren dazu.

Nette Grüße
von

Norbert_S
↑  ↓

#19 17.06.2010, 21:15
Momo Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 23.07.2002
Beiträge: 5.156


Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
Hallo Norbert,

ich weiß, dass wir in dem was wir hier rüberbringen wollen nicht so weit voneinander entfernt liegen. Ich wollte nur sagen, dass manchmal eben auch die Fachleute falsch liegen könne, auch wenn sie etwas noch so nachdrücklich empfeheln. Das gilt übrigens auch für den umgekehrten Fall (Regelschule empfohlen und das Kind ist dort völlig untergegangen und emotional total am Ende).
Ich habe weiter oben ja auch geschrieben, dass wir weder Hava noch ihr Kind kennen und daher nur sehr allgemein antworten/ Rat geben können.
Im Übrigen kenne ich auch SH Kigagruppen in denen tolle Arbeit geleistet wird und oberstes Ziel ist die Kinder "regelschultauglich" zu machen. Genauso kenne ich aber auch welche wo das genaue Gegenteil der Fall ist.

Daher mein Rat an dich, Hava: lass dir alles in Ruhe erklären und auf dich einwirken. Hör dich um, welche verschiedenen Fördermöglichkeiten es gibt für dein Kind, sowohl -falls sie im Kiga bleibt- die außerhalb z.B. Logopäden als auch die die der SH Kiga bietet. Sprich mit den jetzigen Erzieherinnen, Kinderarzt, Logopäden, aber höre dir auch an was die Frühförderung sagt. Vielleicht macht ihr dann wirklich eine Pro und Contra Liste (Anregungen hast du ja hier auch zusätzlich genug bekommen). Und versuche, wie ich auch oben geschrieben habe, möglichst objektiv ohne "falschen Stolz" dein Kind richtig einzuschätzen was den Sprachstand angeht.

Ich jedenfalls wünsche dir eine gute Entscheidung!

Viele Grüße
Wiebke und Sohn (16 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
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http://gehoerlosekinder.de
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#20 17.06.2010, 21:18
Momo Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 23.07.2002
Beiträge: 5.156


Betreff: Re: Förderschulkindergarten tut dass meinen kind gut??????
P.S. ob Havas Kind ein "Problemkind" (wie du schreibst Norbert) ist, wissen wir ja gar nicht.
Wiebke und Sohn (16 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
Beratungsstelle des Bundeselternverbands gehörloser Kinder e.V.
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