#21 12.12.2013, 00:08
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Hallo Maryanne,

ich mag jedem das Hören gönnen, das ist ein wichtiges Gut.

Allerdings schätze ich das Gut von qualitativ hochwertigen Informationen als ebenfalls wichtig ein. Ist ein Hörgeschädigter im Besitze dieses (in Bezug auf eine Hörgeräteversorung), so kann er selbst entscheiden, was ihm wichtig ist (und die Erfahrung zeigt, dass manche offenbar doch lieber kein Hörgerät tragen, selbst wenn sie nichts über die möglichen Folgen wissen).

Ich stufe das Recht auf Autonomie (bzw. selbst darüber entscheiden zu können, ob bzw. wie respektieve wie viel, zu welchem Preis etc. man hören will) mindestens als gleich hoch ein wie das Gut des Hörens.
Um die entsprechende Entscheidung möglichst gut treffen zu können, braucht es möglichst gute Informationen, möglichst frei von irgendwelchen Ideologien, Dogmen, wirtschaftlichen Interessen etc.


Zitat von maryanne:
Jeder Fachmensch wird dir bestätigen, dass ein weitere Hörschädigung durch HG möglich WÄRE wenn (!!!!) bestimmte Aspekte bei der Einstellung nicht beachtet WÜRDEN.

Diese Fachmenschen kennen nicht ein mal Dieroff. Und die Einstellung richtet sich alleine nach dem Hör-EMPFINDEN des Kunden, welches in Bezug auf eine mögliche Hörschädigung irrelevant ist.

Ein Fachmensch, welcher behauptet, ein ordnungsgemäss eingestelltes Hörgerät könne keine Hörschädigung anrichten, hat nun ein mal diesbezüglich nichts begriffen (und ich finde diese Behauptung eine absolute Frechheit gegenüber dem Kunden und sogar aus rechtlicher Sicht problematisch und diskriminierend, da für Hörbehinderte offenbar die Grenzwerte der Lärmschutzverordnung (deren Einhaltung dem Schutz der Gesundheit dient) einfach keine Gültigkeit haben sollen und ohne Hinweis umgangen werden).

Mit mangelnder Empathie hat ein Hinweis auf diese Zusammenhänge nichts zu tun - im Gegenteil.

Und eigentlich wird mit Hörgeschädigten nicht anders umgegangen, als es im folgenden Beitrag beschrieben wird (auch wenn die Gewaltanwendung subtiler verläuft und kaum zu durchschauen ist, selbst wenn die Absicht dahinter noch so gut gemeint sein sollte):

http://www.schwerhoerigenforum.de/...e=1#p66666


Und ob die Hörgeräteindustrie aus Empathie auf die Hinweise auf die von mir angesprochenen Zusammenhänge verzichtet, oder weil sie wirklich keine Ahnung hat, bleibe dahin gestellt.


Noch ein Punkt:

Wenn nicht ein mal bei Schäden, welche höchst wahrscheinlich durch nachweislich falsch eingestellte Hörgeräte verursacht worden sind, die Verantwortung übernommen wird, ist es keine schlechte Strategie, sich selbst schlau zu machen und in Eigenverantwortung zu handeln (und sich vorher zu überlegen, worauf man sich einlässt).


Ich habe nichts gegen eine Hörgeräteversorgung - aber auch nichts gegen eine gewisse Transparenz; gerade weil ich finde, dass das Hören ein wichtiges Gut ist, dem Sorge zu tragen es sich lohnt.


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#22 12.12.2013, 01:25
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Zitat von maryanne:
Was mir bei dir leider immer wieder fehlt, ist die - wie es nach außen dringt - absolut fehlende Empathie für Menschen mit Hörverlust. So nach dem Motto "sollen sie doch sehen, wie sie kommunzieren, leben, genießen,....".

Ja, "die" (diese Menschen) sollen sehen, wie sie kommunzieren, leben, genießen,....ich würde sogar sagen,

diese Menschen sollen SELBST sehen, wie sie kommunizieren, leben, geniessen, SELBSTBESTIMMT!!!

Sie sollen selbst bestimmen (können, wenn sie wollen), ob, wie, zu welchem Preis, mit welchen Risiken etc. sie hören wollen.

Mehr Autonomie bedeutet auch, mehr Verantwortung zu tragen. Um diese wahr nehmen zu können, muss man selbst Entscheidungen treffen können. Um dies möglichst gut tun zu können, ist man auf möglichst umfassende und hochwertige Informationen angewiesen (welche im Idealfalle optimal auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten in der richtigen Aufbereitung, Form, Dichte etc vorliegen).

Ich plädiere lediglich für mehr Transparenz, um diese Unabhängigkeit zu ermöglichen (ist doch schliesslich bei jedem Medikament so; dort verbietet man auch nicht den Beipackzettel, nur damit man das Leben ohne Kopfschmerzen geniessen kann).

Eine Hörbehinderung ist noch lange kein Grund, entmündigt zu werden.

Und das Wort "Nachhaltigkeit" könnte so langsam auch ein mal in einer Branche einen gewissen minimalen Bekanntheitsgrad erlangen, in welcher der Nachfrager von Produkten und Dienstleistungen, von dem diese letztlich auf Gedeih und Verderben abhängig ist, offenbar als, passend zu den Vorurteilen, welche Gehörgeschädigten gegenüber gehegt werden, ein bisschen blöd angesehen wird, und den man entsprechend behandelt, so lange er sich dies bieten lässt.

Dies muss er aber nicht - da er letztlich am längeren Hebel sitzt - wenn er sich dieses Umstandes nur bewusst ist.

Der Kunde ist König!


Gruss fast-foot
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#23 12.12.2013, 07:24
maryanne Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Ok fast foot, ich stimme dir insoweit zu, als dass Hörbehinderung keinesfalls eine Einschränkung der Selbstbestimmung zur Folge haben darf.
Dass die Fachmenschen keine Ahnung haben über mögliche hörschädigende Faktoren bei Hörgeräten, ist definitiv falsch. Ich habe das in meiner allerersten Unterrichtsstunde in Audiotherapie (nicht: Hörakustiker!!!) gelernt. Ich finde es richtig und wichtig, diesen Aspekt nicht zu verschweigen - aber auch nicht so extrem hochzupushen! Wenn Eltern aus Angst vor einer HG-bedingten Hörverschlechterung ihren Kindern die Versorgung mit HG vorenthalten, stehen dem Kind in seiner Entwicklung Einschränkungen im Weg, die gerade den Erwerb von Selbstbestimmung erschweren oder gar verhindern. Ich rede hier von Kindern, deren Schwerhörigkeit so ausgeprägt ist, dass sie nicht / schlecht in die Sprache kommen und ohne technische Versorgung die Lautsprache nicht verstehen können.

Hören ist Lebensqualität (wie du selbst auch meinst), darauf zu verzichten, weil vielleicht (!) das HG das Hören verschlechtert, ist eine Frage, die nur jeder für sich beantworten kann. Dann allerdings, ich schweife ein bisschen ab, sollte man auch auf das Ausüben der meisten Sportarten verzichten, denn da besteht auch Verletzungsgefahr, ja und bei der Ernährung wäre da auch vieles zu beachten, alles viel weniger einschränkend als hören oder nicht-hören!

maryanne
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#24 12.12.2013, 11:20
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Bei Kindern setze ich persönlich ganz klar die Priorität bei der Reifung der Hörbahnen (kann man bei "nur" einseitiger Schwerhörigkeit vielleicht auch anders sehen).

Zitat von maryanne:
Ich finde es richtig und wichtig, diesen Aspekt nicht zu verschweigen - aber auch nicht so extrem hochzupushen!

Das kommt nur daher, dass er aus meiner Sicht eben herunter gespielt bis verschwiegen wird.


Zitat von maryanne:
Dann allerdings, ich schweife ein bisschen ab, sollte man auch auf das Ausüben der meisten Sportarten verzichten, denn da besteht auch Verletzungsgefahr...

Nicht unbedingt - man kann ja in Bezug auf das Gehör eine bestimmte Entscheidung fällen und bezüglich der auszuübenden Sportart eine andere etc. (weil es einem vielleicht egal ist, wenn man innenohrbedingt schlechter hören würde, aber nicht, wenn man wegen einer Sportverletzung dauerhaft bewegungseingeschränkt wäre etc.).

Wichtig ist für mich, dass die Informationen verfügbar sind, so dass jeder selbst entscheiden kann (wenn er dies möchte).


Gruss fast-foot
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#25 12.12.2013, 12:12
EinOhrHase Abwesend
Moderator
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Wir kommen zwar etwas weit vom eigentlichen Thema ab, aber dennoch möchte ich was hinzufügen:

Abgesehen von (Klein-)Kindern, die noch in der Wachstumsphase (in Bezug auf die genannte "Reifung" der Hörorgane) sind, ist denk ich eine optimale und für die einzelne Person beste HG-Versorgung und HG-Einstellung das A und O - keine Frage.
In Bezug auf die Schädigung durch HGs will ich mal behaupten, ist jeder Einzelne zuständig, da er zum Grossteil die Lautstärke selbst regeln kann und meiner Meinung nach auch sollte.
Würde ein HG-Träger sein Gerät dauernd auf sehr laut stellen, kann (!) eine Schädigung die Folge sein, ja. Analog zu dem wurde in anderen Threads Musikhören über MP3-Player angesprochen, was quasi den selben Effekt haben kann und hat.
Das ist ua auch der Denkansatz von dir, Fast-Foot?

Hier stellt sich für mich auch die Frage:
Wie kann man ein HG von der Lautstärke so einstellen, dass die Verstärkung einem normalen Hören gleichkommt (abgesehen von den Einstellungen der Hörkurve)?
Diese Frage ist nicht generell zu beantworten, sondern individuell, wie angenehm die Verstärkung für den HG-Träger ist.......
Oliver
Wer nicht hören will, sollte genauer hinsehen Wink
Manchmal ist das Hören von nichtgesprochenen Worten wichtiger als Gefasel.

BAHA-Träger seit 1998
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#26 12.12.2013, 12:43
fast-foot Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.10.2008
Beiträge: 4.941


Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Hallo EinOhrHase,

Zitat von EinOhrHase:
In Bezug auf die Schädigung durch HGs will ich mal behaupten, ist jeder Einzelne zuständig, da er zum Grossteil die Lautstärke selbst regeln kann und meiner Meinung nach auch sollte.

Nun, bei gewissen Arten und Ausprägungen von Schwerhörigkeiten kann es sein, dass nur schon ein Geräusch, welches der Betroffene gerade noch hört (und als sehr leise empfindet), potentiell schädigend sein kann (sogar eines, das er gar nicht hört; ich könnte jetzt gerade ein Beispiel nennen).


Zitat von Einohrhase:
Würde ein HG-Träger sein Gerät dauernd auf sehr laut stellen, kann (!) eine Schädigung die Folge sein, ja.

Man darf nicht den Fehler machen, davon auszugehen, dass die Lautheitsempfindung etwas mit dem Gefahrenpotential in Bezug auf Schädigung zu tun haben muss. Selbst wenn der Träger das Gefühl hat, das Hörgerät sei viel zu leise eingestellt, kann es trotzdem (über den ganzen Tag verteilt oder auch in kürzerer Zeit) Schall in einer Dosis abgeben, welche das Gehör stark gefährden kann.


Zitat von EinOhrHase:
In Bezug auf die Schädigung durch HGs will ich mal behaupten, ist jeder Einzelne zuständig, da er zum Grossteil die Lautstärke selbst regeln kann und meiner Meinung nach auch sollte.
Würde ein HG-Träger sein Gerät dauernd auf sehr laut stellen, kann (!) eine Schädigung die Folge sein, ja. Analog zu dem wurde in anderen Threads Musikhören über MP3-Player angesprochen, was quasi den selben Effekt haben kann und hat.
Das ist ua auch der Denkansatz von dir, Fast-Foot?

Nicht wirklich. Meine Argumentation findest Du hier:

http://www.schwerhoerigenforum.de/...ot&page=2

in den Beiträgen #26 und #27 (im off-topic-Bereich, vorwiegend ab dem Abschnitt, welcher beginnt mit

"In Bezug auf (a) ist eigentlich schon länger (seit den Arbeiten von Dieroff) bekannt..."


Gruss fast-foot
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#27 12.12.2013, 18:56
JND Abwesend
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Beiträge: 273


Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Zitat von fast-foot:

Man darf nicht den Fehler machen, davon auszugehen, dass die Lautheitsempfindung etwas mit dem Gefahrenpotential in Bezug auf Schädigung zu tun haben muss. Selbst wenn der Träger das Gefühl hat, das Hörgerät sei viel zu leise eingestellt, kann es trotzdem (über den ganzen Tag verteilt oder auch in kürzerer Zeit) Schall in einer Dosis abgeben, welche das Gehör stark gefährden kann.


Zitat von EinOhrHase:
In Bezug auf die Schädigung durch HGs will ich mal behaupten, ist jeder Einzelne zuständig, da er zum Grossteil die Lautstärke selbst regeln kann und meiner Meinung nach auch sollte.
Würde ein HG-Träger sein Gerät dauernd auf sehr laut stellen, kann (!) eine Schädigung die Folge sein, ja. Analog zu dem wurde in anderen Threads Musikhören über MP3-Player angesprochen, was quasi den selben Effekt haben kann und hat.
Das ist ua auch der Denkansatz von dir, Fast-Foot?

Nicht wirklich. Meine Argumentation findest Du hier:

http://www.schwerhoerigenforum.de/...ot&page=2

in den Beiträgen #26 und #27 (im off-topic-Bereich, vorwiegend ab dem Abschnitt, welcher beginnt mit

"In Bezug auf (a) ist eigentlich schon länger (seit den Arbeiten von Dieroff) bekannt..."


Gruss fast-foot

Dumm nur, dass ein Beurteilungspegel von 80 dB(A) in ca. 1m Entfernung mit einem Mikrofon gemessen, einem Schalldruckpegel von 116 dB(A) in 3 cm Abstand vom Mikrofon gemessen entspricht. 3 cm Abstand entspricht ungefähr dem Abstand von Hörgerätewandler zum Mikrofon im 2cc-Kuppler in der Messbox... (Wenn ich das HG einen halben Zentimeter vor dem Mikrofon platziere (ca. so wie vor dem Trommelfell), wären nach 80 dB(A) noch 128 dB (A) Ausgangsschalldruckpegel 0,5 cm vom Mikro entfernt innerhalb der gesetzlichen Anforderungen.)
↑  ↓

#28 12.12.2013, 19:58
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Ich zitiere aus

http://www.bsafb.de/...splatz.pdf


"2 Lärmexpositionspegel – orts- bzw. personenbezogene Beurteilung

Der Normentwurf ISO 9612 [4] gibt eine ausführliche Beschreibung zur messtechnischen Ermittlung der Lärmbelastung an Arbeitsplätzen und Berechnung des Lärmexpositionspegels..."

"Der Lärmexpositionspegel beschreibt die durchschnittliche GeräuschIMMISSION am Arbeitsplatz und wird aus dem äquivalenten Dauerschallpegel L_Aeq einer typischen Arbeitsschicht unter Bezug auf die festgelegte Beurteilungszeit T_0 von 8 h entsprechend der folgenden Gleichung bestimmt:

L_Ex,8h = L_pAeq,T_e + 10 lg[T_e/T_0] dB

mit

L_pAeq, T_e: äquivalenter Dauerschallpegel der typischen Arbeitsschicht

T_e: Dauer der Arbeitsschicht

T_0 = 8 h: Beurteilungszeit

Entsprechend ISO 9612 [4] wird dieser Lärmexpositionspegel jeweils personenbezogen ermittelt, d.h. er beschreibt die für einen einzelnen Beschäftigten oder eine Gruppe von gleichartig exponierten Beschäftigten anzunehmende Lärmbelastung."


Wichtig an dem Ganzen ist das Wort "Immission", d.h., ähnlich wie bei der Umweltverschmutzung mit Substanzen unterscheidet man auch beim Schall zwischen der Schall-Imission und -Emmission. Unter Schall-Emission versteht man dabei die Schalleistung (bzw. den Schalleistungspegel), die von einer bestimmten Quelle (z. B. einer Maschine oder einer Fabrik) nach aussen abgestrahlt (d.h. emittiert) wird. Unter Schall-Immission versteht man dagegen die Schalleistung (bzw. den Schalleistungspegel), die an einem bestimmten Ort (z. B. am Ohr der betroffenen Person) auftritt.


Hieraus folgt, dass bei der direkten Bestimmung der Schallimmission der Abstand der Quelle vom Ohr irrelevant ist.


Gruss fast-foot
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#29 12.12.2013, 21:13
Coralie Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Hallo fast-foot,

für mich ist es keine Frage, dass Du mit Deiner These, dass Hörgeräte die Ohren schädigen können, recht hast. Als progredient Schwerhörige war es in meinem Leben aber trotz des Wissens um eine "Lärmschwerhörigkeit" durch Hörgeräte keine Frage ob ich sie nutze, denn ich hatte nur die Wahl zwischen Pest und Cholera, spricht nicht verstehen wegen meiner Schwerhörigkeit oder (besser) verstehen und weiter schädigen (ich bin mir in meinem Falle sicher, dass ich auch ohne HG ertaubt wäre, vielleicht etwas später?)...die Alternative einfach nicht zu vestehen und mein Restgehör zu schonen war als hörend sozialisierter Mensch keine Option für mich. Mit CI höre ich übrigens nun so gut wie lange nicht zuvor, so dass die weitere Schädigung in meinem Falle einen guten Ausgang genommen hat....
Aber, musst du deshalb jeden zweiten Beitrag in diese Richtung lenken? Mich nervt das, denn das Thema ist ein völlig anderes. Schreib doch auch ein Buch mit Deinen Schwerpunkten und gib es in den Handel... Ich kenne das Buch um das es geht und denke, dass es gedacht ist für Menschen, die im Laufe ihres Lebens schwerhörig werden und Akzeptanzprobleme haben und sich erstmalig mit dem Thema auseinandersetzen. Dafür ist es auch ganz gut geeignet. Für uns "Profitaube" ist es zu sehr an der Oberfläche und ich hatte mehr "Vergnügen" mit "taube Nuss", das aber eher nicht für Neulinge mit leichten oder mittelgradigen SH geeignet ist in meinen Augen, denn die haben erstmal andere Probleme.
CI einseitig, andere Seite mit Hörgerät versorgt bei an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit.
↑  ↓

#30 12.12.2013, 21:34
Uli R. Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Coralie,
richtig!! So sehe ich das auch und ich denke die Mehrheit ebenfalls. Was nützt mir der Erhalt des Restgehöres das ich nicht nutzen kann?
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 13.12.2013, 08:32 von Uli R.. ↑  ↓

#31 12.12.2013, 22:13
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Weil (ich denke, dass) eine Mehrheit denkt, dass Schwerhörige schwer von Begriff sind, schreibe ich nichts zu diesem Thema. (Guter) Punkt!
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 12.12.2013, 22:15 von fast-foot. ↑  ↓

#32 12.12.2013, 23:01
maryanne Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Danke Coralie, du sprichst mir aus dem Verstand (das mit dem Herzen lass ich jetzt mal beiseite).

Fast foot, ein Buch dazu zu schreiben, wäre doch die Idee! Ich bin gespannt, ob du dich an dein Vorhaben hältst.

maryanne
↑  ↓

#33 21.02.2014, 19:49
Elfio Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Ich finde für grosse vorteil mein sehr hohe schwerhörigkheit -beim meditation !
↑  ↓

#34 08.03.2014, 15:24
Syrinx Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Ich wollte einfach eine weitere, für mich persönlich sehr hilfreiche, Lektüre vorstellen, die evtl. für andere Neulinge und Mitmenschen hilfreich sein könnte, weil sie meine Perspektive leicht verändert hat, mir Anregungen und Informationen gab und vor allen Dingen das Gefühl vermittelte, nicht mit diesem Thema und einigen geschilderten Gedankengängen allein zu sein, einzig betroffen. - Mehr nicht

Die meisten, die sich geäußert haben, kennen das Buch sicher nicht. Finde ich auch nicht schlimm. Aber bitte, wenn ihr jede Gelegenheit zu Grundsatzdiskussionen nutzt, Hörgeräte und CIs verdammt, so negativ zur HG-versorgung steht, erinnert euch an Coralies Beitrag. Es ist oft die Wahl zwischen Pest und Cholera. Ich wäre meine Arbeit inzwischen los ohne Hörgeräte. Und aus meiner hörenden Sozialisation heraus ist die Gehörlosenkultur und Gebärdensprache im 2ten Lebensdrittel keine so überaus attraktive Alternative. Ich habe genug Lebenserhaltendes"um die Ohren". Nun tanzen einige innerlich Tango. Aber so ist es nun mal. Ich kommuniziere gern und viel und möchte das auf gewohntem Weg weiter tun so lange es möglich ist. Nehmt das nicht als Wertung oder Abwertung, weder als Pro noch Contra, sondern als meine persönliche Entscheidung, die allen zugestanden werden muss und so wie Elfio schreibt, versuche ich (auch dank des Buches) die Vorteile bewusst wahrzunehmen und zu genießen, wenn es rundherum zu laut ist, ich aber abschalten kann :).
In diesem Sinne sonnige Grüße
beidseitig mit Phonak Audeo V versorgt und
zum Hörjunkie mutiert Grinning
↑  ↓

#35 08.03.2014, 16:29
maryanne Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Und wo ist die Buchvorstellung?

Maryanne
↑  ↓

#36 09.03.2014, 19:41
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Off-Topic:


Zitat von Syrinx:
Aber bitte, wenn ihr jede Gelegenheit zu Grundsatzdiskussionen nutzt, Hörgeräte und CIs verdammt, so negativ zur HG-versorgung steht, erinnert euch an Coralies Beitrag.

Wer hier Hörgeräte und CIs verdammt, ist mir schleierhaft. Bitte bei den Fakten bleiben!
Wenn überhaupt jemand, dann gerade Du und Coralie, wie folgende Aussage belegt (I):

Zitat von Coralie und Syrinx:
Es ist oft die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Ausserdem hat ja Coralie eine Güterabwägung vorgenommen und selbst entschieden. Auf Grund der Informationen, welche das Buch bietet (anscheinend liege ich mit meiner Einschätzung richtig), wäre gerade dies so gar nicht möglich gewesen. Darauf habe ich aufmerksam gemacht.
Es stellt die Situation eben gerade nicht so dar, als hätte man die Wahl zwischen mindestens zwei Alternativen, welche beide Nachteile mit sich bringen, sondern unterschlägt die Nachteile der einen Variante; gemäss den Informationen, welche mir über das Buch vorliegen (es gibt übrigens noch weitere Optionen, aber hierzu verrate ich an dieser Stelle nichts) (II).

Also widersprichst Du Dir mit Deinen Aussagen gleich mehrfach selbst (siehe (I) und (II)).


Zitat von Coralie:
Aber, musst du deshalb jeden zweiten Beitrag in diese Richtung lenken? Mich nervt das, denn das Thema ist ein völlig anderes. Schreib doch auch ein Buch mit Deinen Schwerpunkten und gib es in den Handel... Ich kenne das Buch um das es geht und denke, dass es gedacht ist für Menschen, die im Laufe ihres Lebens schwerhörig werden und Akzeptanzprobleme haben und sich erstmalig mit dem Thema auseinandersetzen.

Und gerade deshalb fehlt dieser wichtige Aspekt. So ähnlich, wie man bei Schmerzen langfristig gesehen nicht einfach Tabletten einnehmen kann, und alles ist wieder ok, gilt dies entsprechend für Hörgeräte. Darauf weise ich immer wieder ein mal hin (gemäss Deiner Aussage in über 1700 Beiträgen; ich bitte um eine Auflistung, welche dies belegt).
Und wer jetzt behauptet, dies sei völlig unnötig, da eh bekannt, kann sich ja informieren, wem die entsprechenden Zusammenhänge wann nicht bekannt waren (oder wer sie leugnete); es ist alles sehr gut dokumentiert.
Wenn nicht so engagiert versucht worden wäre, diese Zusammenhänge abzustreiten, hätte ich auch nur einen Bruchteil darüber zu schreiben brauchen. Dies kann man nun wirklich nicht mir anlasten.


Unter folgendem Link findet man in einer Buchbesprechung auch diese Aussage:

http://www.ichbinschwerhoerig.de/..._INFOS.pdf

"Für die Branche könnte das Buch eine grosse Hilfe sein, weil sie eine Lanze für die Hörgeräteversorgung bricht."

Zum Einstieg für Betroffene fände ich ein Buch hilfreicher, welches in erster Linie im Interesse von Hörgeschädigten geschrieben ist und nicht eines, welches sich für die Akquirierung von Neukunden eignet.



Zitat von maryanne:
Und wo ist die Buchvorstellung?

Gleich im ersten Beitrag in diesem Thread (es geht immer noch um das selbe Buch).


Gruss fast-foot
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 09.03.2014, 19:45 von fast-foot. ↑  ↓

#37 09.03.2014, 22:29
maryanne Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Hallo fast-foot,
danke für den Hinweis, ich hatte den Eindruck, dass inzwischen ein anderes Buch thematisiert wird.
Ich vermute, du missverstehst Coralie.

Nach wie vor halte ich die Aussage "...schwerhörig, und das ist gut so" bestenfalls für eine sehr persönliche Einschätzung der Autorin (darf sie auch).
Ich bin taub (und mittelgradig sh mit CI) und das ist gar nicht gut so. Gut ist, dass die CI meine Lebensqualität beträchtig verbessern, aber viel besser wäre es, nicht taub oder schwerhörig zu sein. Das Leben ist kein "wünsch-dir-was-Land" insofern kann ich meine Situation akzeptieren. Aber wer einmal gut / normal gehört hat, wird schwerlich seine Hörbehinderung als "gut" bezeichnen.
Der Halbsatz "und das ist gut so", wurde von einem Menschen mit homosexueller Orientierung geprägt, und dass er das "gut so" findet, kann ich bestens nachvollziehen. Aber zwischen sexueller Orientierung und Behinderung besteht ein großer Unterschied.

Der Schönsprech von Krankheiten und Behinderungen ist nichts als Augenwischerei. Mir ist lieber, wenn ich Menschen vermitteln kann, dass sie TROTZDEM (auch weil es nicht gut so ist), Lebensqualität und Erfüllung haben können.

maryanne
↑  ↓

#38 09.03.2014, 23:16
Emil Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Hallo,

Maryanne hat m. E. "den Nagel mal wieder auf den Kopf getroffen" d.h. ich halte ihre Aussagen für völlig richtig.

Zur "Xten" Wiederholung von fast foods Gebetsmühle gibt es nichts zu sagen, weil (wie ich glaube) ohnehin die meisten User diese "Beiträge" mittlerweile überlesen.

Richtig ist, dass man seine Schwerhörigkeit kaum gut finden wird. Ich bin nur hochgradig Sh und hoffe auf lange Sicht ohne CI zurecht zu kommen. Aber selbst mit meinen Naidas mit absolut dichten Otoplastiken, dem ComPilot, dem Phonak DECT und Kopfhörern zum TV verstehe ich häufig ziemlich schlecht. Klar habe ich mich mit den Hilfsmitteln und Einschränkungen arrangiert - und komme damit zurecht. Aber gut finde ich es wirklich nicht.

Gruß Emil
beidseitig Phonak Naida Q 70 UP
↑  ↓

#39 17.03.2014, 13:24
KatjaR Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Wie schädlich das Nichttragen von Hörgeräten ist zeigt mittlerweile auch die Wissenschaft, das halte ich für gefährlicher als das Tragen von Hörgeräten.
http://www.german.hear-it.org/...schrumpfen
Langjährige CI-Trägerin (AB) "Nehmt nur mein Leben hin in Bausch und Bogen, wie ich´s führe; Andre verschlafen ihren Rausch, Meiner steht auf dem Papiere." Laughing
Johann Wolfgang von Goethe
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 17.03.2014, 13:28 von KatjaR. ↑  ↓

#40 17.03.2014, 14:17
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so
Zitat:
Wie schädlich das Nichttragen von Hörgeräten ist zeigt mittlerweile auch die Wissenschaft, das halte ich für gefährlicher als das Tragen von Hörgeräten.

Aus dem Text ist gar nicht ersichtlich, ob die Studienteilnehmer Hörgeräte trugen oder nicht.
Wenn alle Hörgeräte trugen, könnte man ("in der gleichen Manier"* sogar heraus lesen, dass gerade dies eine Reduktion der Hirnmasse bewirkt [*) allerdings wäre diese Schlussfolgerung ebenso falsch; man könnte höchstens eine Korrelation heraus lesen, aber eben so wenig einen Kausalzusammenhang].
Aber auch das alleine sagt nicht gerade viel aus, wie der Text alleine schon aufzeigt:

"Denn wenn Schwerhörigkeit Grund für die strukturellen Veränderungen im Gehirn ist, denn gilt es den Hörverlust zu behandeln, bevor diese Veränderungen auftreten."

Und wenn nicht? Also weiss man eigentlich viel zu wenig. Aber Hauptsache, man schreibt eine Ueberschrift in BILD-Manier. Wenigstens scheinen die Forscher zu wissen, wie sie ihre Erkenntnisse einzuordnen haben:

"Lin und seine Kollegen planen weitere Untersuchungen. Sie wollen prüfen, in wieweit eine zeitige Behandlung von Schwerhörigkeit die damit verbunden Gesundheitsprobleme verzögern kann."

Es ist also nicht gesagt, dass die folgenden Risiken durch eine Hörgeräteversorgung herab gesetzt werden können:

"Diese Forschungsergebnisse ergänzen die Liste der gesundheitlichen Risiken bei Schwerhörigkeit. Zu denen gehören ein erhöhtes Risiko für Demenz, Stürze, Krankenhausaufenthalte und verminderte körperliche und geistige Gesundheit im allgemeinen."


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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