#1 13.11.2017, 14:24
fuxmitx Abwesend
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Beiträge: 3


Betreff: SB-Antrag
Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei, einen SB-Antrag zu stellen und habe im Anhang meinen Hörtest vom HNO Arzt beigefügt.

Nach Mitlesen anderer Threads vermute ich, dass auch bei mir das Freiburger Sprachaudiogramm (siehe beigefügte Datei) unvollständig ausgeführt wurde, stimmt das?

Ich überlege, ob ich nun extra nochmal zum HNO-Arzt gehen und ein neues Sprachaudiogramm anfordern soll? Laut Tonaudiogramm läge mein GdB bei 70%.
Würde das Versorgungsamt, wenn es denn auf dem korrekten Sprachaudiogramm bestehen sollte, dieses selbst beim HNO-Arzt nachfordern?
Mir wäre es eigentlich lieber so, denn dann wäre es offizieller und ich würde nicht Gefahr laufen, vom Arzt belächelt zu werden, wie es offenbar anderen Mitforisten hier erging... Ob das jetzt länger dauert, wäre für mich nicht so wichtig.

In meinem Antrag besteht unter der Rubrik "Beizufügende Unterlagen" die Möglichkeit, "Sprachaudiogramm des Hörgeräteakustikers" anzukreuzen. Von HNO-Arzt ist hier keine Rede.... Daraus schließe ich, dass es auch ok wäre, wenn ich beim Akustiker ein weiteres Sprachaudiogramm anfertigen lasse und dieses an das vorliegende mit beilege? Ich frage nur, da in anderen Threads diskutiert wurde, ob Hörtests vom Akustiker verwendet werden können oder nicht.

Dann noch eine andere Frage: ich leide von Geburt an an einer Pierre-Robin-Sequenz und habe eine innere Gaumenspalte (die als Kind mit OP verschlossen wurde) und damit verbunden leichte Artikulationsprobleme. Allerdings war ich schon seit vielen Jahren nicht mehr bei der Logopädie.
Würde es Sinn machen, einen Termin bei einem Logopäden zu vereinbaren, damit ein Befund zu meiner Artikulation erstellt wird? Laut Med.Vers. könnnte man bei leichten Artikulationsstörungen 10 % GdB erhalten. Aber ich vermute, das würde ohnehin nicht addiert?

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir evtl. weiterhelfen könntet. Finde das Forum hier super, da es viele wertvolle Infos bietet für Leute, die sich bisher kaum mit der Hörbehinderung auseinandergesetzt haben.

LG fuxmitx

Dateianhänge:
Dateityp-Informationen zu: pdf  Audiogramm 2017_geschwärzt.compressed-2.pdf
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#2 15.11.2017, 10:55
fuxmitx Abwesend
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Betreff: Re: SB-Antrag
Hallo zusammen,

ich war heute nochmal beim HG-Akustiker und habe dort auch einen Hörtest machen lassen. Leider komme ich immer noch nicht wirklich mit der Auswertung des Sprachaudiogramms mit Hilfe der Excel Tabelle klar. Könntet Ihr mir bitte hier behilflich sein, was genau ich in die grünen Tabellen eintragen muss?
Die Akustikerin meinte, das beim rechten Ohr bei 60 und 80db die Werte für Sprachverständnis fehlen würden, da ich in diesem Bereich schlichtweg nichts höre. Ebenso wenig wie bei 60 db auf dem linken Ohr.

Laut Tonaudiogramm des Akustikers läge mein GdB bei 50%, also weniger als bei dem ersten Test der Poliklinik. Ich habe hier schon gelesen, dass es meist daran liegt, dass die Geräte der Akustiker moderner und damit genauer sind.

Welchen Hörtest sollte ich Eurer Meinung nach mit meinem Antrag abgeben?

Würde mich sehr über Rückmeldungen und Eure Hilfe freuen!

LG und Danke schon mal!
fuxmitx

Dateianhänge:
Dateityp-Informationen zu: pdf  Audiogramm 2017_Akustiker-min.pdf
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#3 15.11.2017, 14:35
muggel Abwesend
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Beiträge: 294


Betreff: Re: SB-Antrag
Hallo,

na, wenn man da nichts hört, dann muss ein entsprechender Punkt bei 0% gemacht werden. So genügt das Audiogramm immer noch nicht den Maßgaben.
Rechts hörst du erst ab 70 dB oder später, so dass man davon ausgehen kann, dass du tatsächlich 0% bei 60 dB bzw. 80 dB verstehst.
Links hingegen sehe ich das nicht so. Dort hörst du die tiefen Töne deutlich besser und auch im Sprachaudiogramm hast du bei 80 dB ein 60% Einsilberverstehen. Aus Tonaudiogramm und der eingetragenen Einsilberverständniskurve sehe ich nicht, dass du ein 0%iges Hörverstehen bei Einsilber bei 60 dB links haben solltest.

Zum Sprachaudiogramm selbst:
rechts hörst du bei 60 dB, 80 dB und 100 dB 0%, und bei 100 dB Eingangssignal verstehst du 50% der Worte. Dies macht ein Gesamtwortverstehen von 0 und damit einen Hörverlust von 100%.
Gemäß Tonaudiogamm hast du rechts jedoch "nur" einen Hörverlust von 96%.

Links verstehst du (nehme ich an) 0% bei 60 dB, 60% bei 80 dB und 90% bei 100dB, was ein Gesamtwortverstehen von 60+90=150 entspricht. Du verstehst bei 70 dB 50% der Zahlwörter, was einem Hörverlust von Zahlen von etwas ca. 57 dB entspricht (normalhörende verstehen 50% der Zahlen bei einem Eingangssignal von etwas mehr als 12 dB). Gemäß Tabelle A der versorgungsmed. Grundsätzen ist dort nach Sprachaudiogramm der Hörverlust 80%. Nach Tonaudiogramm hast du dort einen Hörverlust von 78%.

Nach diesen Werten bist du rechts (medizinisch) als taub einzustufen, links als hochgradig Schwerhörig (nach Sprachaudiogramm kann man das als hochgradig oder als an Taubheit grenzend SH einordnen, nach Tonaudiogramm jedoch als hochgradig). Summasummarum steht dir ein GdB von 50 zu.

Das Sprachaudiogramm des HNO weicht nur geringfügig von dem des Akustikers ab. Hier hättest du nach dem Hörverlust für Zahlen etwas besser abgeschnitten, hingegen beim Tonaudiogramm etwas schlechter. Da das Sprachaudiogramm jedoch keinerlei Angabe des Einsilberverstehens bei 60 und 80 dB aufweist, müsste dort (und das meinst nicht zu deinen Gunsten) dieses erraten werden... was wahrscheinlich auch letztendlich nur dazu führt, dass du einen GdB von 50 erhälst.

Die Schwankungen zwischen den Tonaudiogrammen sind auch im üblichen Rahmen.

Zu deiner Frage: ich würde einfach beide Audiogramme beim Versorgungsamt einreichen. Ein GdB von 50 steht dir auf jeden Fall zu, nach dem Tonaudiogramm des HNO könnte es jedoch auch ein höherer GdB werden.

Grüße,
Miriam
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#4 16.11.2017, 19:03
ulbos Abwesend
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Beiträge: 136


Betreff: Re: SB-Antrag
Hallo futmitx,

seit wann besteht denn deine Hörschädigung? Falls sie schon von Geburt oder frühem Kindesalter an besteht und auch von daher deine Artikulation beeinträchtigt ist, müsste dir eventuell sogar ein Gdb von 80 zustehen. Normalerweise werden meines Wissen die Unterlagen dafür vom Hausarzt bzw. Facharzt angefordert. Für deine Hörhilfen müsste für die Verordnung eigentlich schon ein Ton- und Sprachaudiogramm gemacht worden sein. Hast du davon eine Kopie und wie sind da die Werte?
Ich würde nur die vom HNO- Arzt erstellten Audiogramme mitsenden und auf dem Antrag auch die Sprachbehinderung mit angegeben.
Gruß
ulbos
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#5 17.11.2017, 10:43
fuxmitx Abwesend
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Dabei seit: 13.11.2017
Beiträge: 3


Betreff: Re: SB-Antrag
Hallo zusammen,

vielen lieben Dank für Eure Antworten. Das ist schon mal sehr hilfreich!

@muggel: Ich habe der Dame beim Akustiker die Vorgaben bzgl. des Sprachaudiogramms ausgedruckt und extra betont, dass ich beim Sprachaudiogramm die Werte von 60, 80 und 100db benötige. Wenn sie es trotzdem nicht macht, kann ich daran leider nicht viel ändern bzw. muss ich darauf vertrauen, was sie mir sagt. Denn über audiometrisches Fachwissen, so wie Du es zu haben scheinst, verfüge ich leider nicht, um da wirklich mit sachdienlichen Argumenten zu diskutieren. Disappointed

@ulbos: Meine Hörschädigung habe ich von Geburt an. Allerdings war sie damals nicht hochgradig. Sprich meine ersten Hörgeräte habe ich erst seit der 3. Klasse mit ca. 9 Jahren verordnet bekommen. Davor wurden "lediglich" meine Paukenergüsse mit Paukenröhrchen im Trommelfell behandelt.
Leider habe ich von damals keine audiometrischen Unterlagen mehr. (Beim Hausarzt liegen sie nicht vor und das Klinikum, wo ich damals in Behandlung war, auch nichts mehr, da die Akten dort nicht länger als 15 Jahre aufbewahrt werden).

Meine letzten HG habe ich vor vier Jahren verordnet bekommen. Da müsste ich den HNO-Arzt nach dem Audiogramm fragen, da er in den Unterlagen meiner Hausärztin leider nicht dabei war. Aber für den Antrag wären sie ja eh nicht relevant, da die beigelegten Befunde nicht älter als zwei Jahre alt sein dürfen.

Ich werde mal bei meiner früheren Logopädin nachfragen, ob sie evtl. meine Sprachbehinderung einschätzen und evtl. einen kurzen Befund schreiben könnte.
Ich war früher lange Jahre in logopädischer Behandlung wegen starker Rhinophonie. Allerdings hatte ich irgendwann keine Lust mehr und bin nicht mehr hin. Daher müsste ich evtl. erstmal ein Rezept für die Logopädin beantragen, damit ich überhaupt einen Befund bekomme.

Ich halt Euch auf dem Laufenden.

LG fuxmitx
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