#1 22.03.2018, 23:16
hoermal Abwesend
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Betreff: ohren zu und durch
Hallo lieb Leidgenossen und auch Genossinen,

seit über drei Monaten teste ich schon verschiedenste Hg. Leider konnte ich bisher kein Gerät für mich auswählen. Im Moment teste ich wieder mal die OPN2. Wie schon bei den OPN1 ist das Klangbild zwar angenehm aber ein besseres Sprachverstehen kann ich nicht feststellen, auch im Vergleich zu anderen teils günstigeren Geräten nicht. Das für mich beste Verstehen (aber nicht ausreichend) hatte ich mit Widex Beyon 110 (330 hatte ich auch getestet) und mit Hansaton Sound7. Immer nur in relativ ruhigen und Eins zu Eins Situationen.

Mit den jetzigen OPN2 habe ich zuletzt etwas Eigenartiges beobachtet unter folgenden Bedingungen: Es sind 85 Lautsprecher mit halboffenen Schirmchen. Nun das Eigenartige, wenn ich meine Ohren mit den Händen schließe ( kommt euch vielleicht bekannt vor von Diana Grinning ), so als ob ich nichts hören möchte, häre ich fast ausschließlich nur noch über die Hörer.
Bis hierhin eigentlich verständlich. Aber was ich höre ist einfach toll. Sprache klar und deutlich keine Halligkeit kein Scheppern kein metallisch, keine Nebengeräusche, Geraüsche die man hören soll sind nicht unangenehm oder laut oder unnatürlich, fast so, als würde ich über Kopfhörer hören.

Mit den Akustikern, ja ich werde von Zweien betreut, haben wir hin und her überlegt, was da passiert. Das gleiche hatte ich auch schon mal mit den Widex Beyond110. Damals hatten wir gesagt, War ein anderer Akustiker, dass es wegen des Schließens so sei, also brächte ich ein geschlossenes System. Das hatten wir jetzt auch zuerst so gedacht. Daraufhin habe ich geschlosenere Doms bekommen und bin nach Hause. Zuhause habe ich festgestellt, dass ich mit geschlosseneren Doms überhaupt keine Verbesserung feststellen konnte. Dann wieder mit dem anderen Akustiker diskutiert, der meinte, dass es nicht an den Doms liegen könne und auch nichts mit geschlossen oder offen zu tun haben könne, sondern mit der Arbeitsweise der HG. Diese würden, wenn ich die Ohren zuhalte nicht mehr miteinander kommunizieren können und eine bestimmte Automatik würde dann hat nicht tätig werden. Leider konnte er das aber nicht programmtechnisch so anpassen. Am Ende meinte er, dass es mit der Verstärkung der Tiefen Töne in die Richtung gehen müsste. So angepasst (mit geschlossenen Doms, musste jetzt doch sein)habe ich die Geräte mitgenommen und zuhause angekommen abgelegt und seitdem (zwei tage jetzt) nicht mehr getragen. Weil das nur noch schrecklich klingt, alles unnatürlich.

Fazit der Geschichte, wenn ich in der Grundeinstellung mit irgendwelchen Doms die Ohren zuhalte, habe ich ein tolles Hören und Verstehen. Leider sind die Erklärungs- und Anpassungsversuche der Akustiker nicht annähern in die Nähe dieser Situation gekommen. Ich habe schon überlegt statt der Hände mal geschlossene Kopfhörer zu testen.

Morgen dann steht ein dreier Gespräch mit den Akustikern und mir an. Ich dränge jetzt auch dahin das Ganze mal mit Otoplasten zu testen. Mal schauen wohin mich der Weg führt. Wenn ich kann, werde ich weiter berichten.

Gruß
hoermal
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#2 23.03.2018, 11:51
waswie Abwesend
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Beiträge: 315


Betreff: Re: ohren zu und durch
Zitat:
Nun das Eigenartige, wenn ich meine Ohren mit den Händen schließe
Es dürfte einem Unterschied machen, ob du mit deinen Händen beide Ohren inklusive der HGs abdeckst, oder du von unten mit deinen beiden Daumen lediglich die Öffnung der Ohren abdeckst.

Was passiert, wenn du das offene Hören mit deinen beiden Händen über dem Ohr aus den Tritt bringst, ist eigentlich so interessant, als würdest du deinen Autoverkäufer fragen, wie lange man mit Modell X ohne Nebenwirkung auf zwei Rädern fahren könne Laughing
LG, Dieter
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#3 23.03.2018, 12:25
svenyeng Abwesend
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Beiträge: 720


Betreff: Re: ohren zu und durch
Hallo!

Also ich würde auf jeden Fall einen Test mit Othoplastiken machen.

Die Akustiker sollten ganz einfach mal mit dem Hersteller (in diese Fall) Oticon telefonieren, wenn sie da selber nicht richtig weiterwissen.
Der Hersteller kennt seine Geräte doch am besten.
Da Oticon aber einen sehr schlechten Service hat, fürchte ich das man da wohl nicht viel erwarten kann.

Bei meinen Resound Linx 3D 9 kam auch mal ne Frage auf, die der Akustiker mir so nicht beantworten konnte. Also rief er in meinem Beisein bei Resound an und klärte das mit denen.
Ich finde das auch völlig ok, den niemand kann alles wissen.

Gruß
sven
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#4 23.03.2018, 15:08
hoermal Abwesend
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Beiträge: 80


Betreff: Re: ohren zu und durch
Zitat von waswie:

Es dürfte einem Unterschied machen, ob du mit deinen Händen beide Ohren inklusive der HGs abdeckst, oder du von unten mit deinen beiden Daumen lediglich die Öffnung der Ohren abdeckst.

Die HG s werden dabei nicht zugedeckt, nur die Ohren.

Zitat von waswie:
Was passiert, wenn du das offene Hören mit deinen beiden Händen über dem Ohr aus den Tritt bringst, ist eigentlich so interessant, als würdest du deinen Autoverkäufer fragen, wie lange man mit Modell X ohne Nebenwirkung auf zwei Rädern fahren könne Laughing

Dummer Vergleich. In Deinem Beispiel würde das Auto auch nicht besser fahren. Aber ich höre besser, viel besser, wenn die Ohren zugedeckt sind.
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#5 23.03.2018, 18:08
Ohrenklempner Abwesend
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Beiträge: 1.281


Betreff: Re: ohren zu und durch
Wahrscheinlich war es mit den verschlossenen Domes nicht verschlossen genug?
Ich würde weiche Silikon-Stöpsel probieren. Die tragen sich auch sehr angenehm.

Zitat von hoermal:
Dann wieder mit dem anderen Akustiker diskutiert, der meinte, dass es nicht an den Doms liegen könne und auch nichts mit geschlossen oder offen zu tun haben könne, sondern mit der Arbeitsweise der HG. Diese würden, wenn ich die Ohren zuhalte nicht mehr miteinander kommunizieren können und eine bestimmte Automatik würde dann hat nicht tätig werden.

Das ist großer Quatsch, ganz ehrlich.
Allons-y!
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#6 13.04.2018, 22:01
Renarde Abwesend
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Betreff: Re: ohren zu und durch
Domes halten den Hörer nie dauerhaft in der richtigen Position im Gehörgang, dazu sind sie zu flexibel und der Gehörgang zu aktiv in seiner Bewegung. Der Klang ist einfach nicht vergleichbar mit maßangefertigten Otoplastiken.
Den Effekt, den du beschreibst, habe ich schon oft berichtet bekommen.

Ich kenne deinen Hörverlust zwar nicht, daher nur mal eine allgemeine Erklärrung. Stell dir das so vor: Der Schall kommt auf zwei Wegen ans Ohr. Übers Hörgerät und durch den Gehörgang (bei offener Versorgung)
Es gibt bei gewissen Tönen und Lautstarken den Effekt der Überlagerung, die den Klang undeutlich und hallig macht. Kein Hörgerät, egal wie ausgereift die Technik ist, kann es mit der Geschwindigkeit des normalen Ohres aufnehmen. Daher kann diese Überlagerung/Verschiebung zustande kommen. Wenn du nun den natürlichen Schallweg zuhält, hast du dem entgegengewirkt, da du den natürlichen Schallweg blockierst.

Mein Tip: lass dir auf jeden Fall Maßotoplastiken anferigen. Domes sind und bleiben ein Provisorium, welches die Klangqualität deiner Hörgeräte massiv reduziert.
Das werde ich nie verstehen: hochklassige Geräte mit "billigen" Domes kombiniert. Helpless
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 13.04.2018, 22:02 von Renarde. ↑  ↓

#7 13.04.2018, 22:41
Renarde Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 01.04.2018
Beiträge: 28


Betreff: Re: ohren zu und durch
Kurze Frage noch: wurden die Domes einfach nur getauscht oder wurde die Einstellung in den Geräten für die geschlossenen Domes angepasst?
Hat deine eigene Stimme unnatürlich geklungen oder alles, was du hörtest?

Und was kam bei deinem Gespräch raus? Wie seid ihr verblieben?
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 13.04.2018, 22:41 von Renarde. ↑  ↓

#8 15.04.2018, 19:34
Dani! Abwesend
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Beiträge: 129


Betreff: Re: ohren zu und durch
Zitat von Renarde:
Das werde ich nie verstehen: hochklassige Geräte mit "billigen" Domes kombiniert. Helpless
Selbst mit Otoplastiken ist es im Tieftonbereich nur ein Kompromiss, wenn Belüftungsöffnungen vorhanden sind. Zumindest merke ich das bei meinen massiv, wenn ich ein reines Streaming-Programm wähle (also ohne Einfluss der natürlichen Schallquelle) und meine Belüftungsöffnungen auch nur ganz leicht zuhalte. Der Bass ist, wie ich woanders schon mal schrieb, bombasstisch. Ist eigentlich auch logisch, denn der Schalldruck drückt bei Otoplastiken mit Belüftungsöffnungen ja nicht nur auf das Trommelfell, das letztendlich einen großen Widerstand darstellt. Sondern es "drückt" auch durch die widerstandslose Belüftungsöffnung.
dbR+L/Hz: 10/125 20/250 35/500 80/1k 90/2k ---/3k
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#9 16.04.2018, 18:35
hoermal Abwesend
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Beiträge: 80


Betreff: Re: ohren zu und durch
Hallo zusammen,

sorry, dass ich mich bisher nicht weiter geäußert habe. Leider fehlte mir die nötige Zeit dazu.
Danke an Ohrenklempner und Renarde für Euer Interesse an meinem Problem und eure Anregungen.

Wir warten im Moment auf die Otoplastiken , die bestellt sind.
Zwischenzeitlich haben wir ein wenig rumexperimentiert. Der Akustiker hat bei eingesetzten Ex Hörern meine Ohren
mit der Paste für die Formnehmung ganz abgedichtet. Der folgende Sprachtest brachte 70% mit weniger Raten und mehr Erkennen. :-)
Normal dürfte ich bei meinen Werten Max 50% erreichen.
Renarde, was Deine Frage bezüglich der Anpassformel betrifft, diese wurde vom Akustiker auf die jeweiligen Doms per Software eingestellt.
Da ich aber das mit den "Ohren zu" mit offenen Doms festgestellt hatte, habe ich ihn gebeten bei unserem Test mit der Paste auch die Einstellung
für die Offenen zu nehmen. Wir konnten bzw. mussten so die DB um einiges verringern.

Morgen werde ich die Ottoplastiken eingesetzt bekommen. Aber ich erwarte ähnliche Ergebnisse, wie Dani es beschreibt.
Denn meine Erkenntnis ist entspricht weitgehend seinen. Ich werde vermutlich keine ganz geschlossenen Plastiken nutzen können.
Ich meine mit "Ohren zu" höre ich nur noch über die HG und es kommen keine Töne mehr direkt am Ohr an. Dadurch wirkt alles störungsfreier und reiner.
Anders scheine mir immer irgendwelche Resonanzen aufzutreten, die ich als Störgerüche wahrnehme und mein Sprachverstehen beinträchtigen.

Was ich nicht verstehe, Kopfhörer oder Headsets sind relativ groß und werden unproblematisch genutzt und getragen. Die haben diese Größe auch, weil sie mehr
Leistung bringen. Warum müssen HG und deren Lautsprecher so klein gehalten werden? Nur weil sie wegen einer Behinderung genutzt werden?
Ich würde auch HG tragen, wenn sie größer und sichtbar wären. Die Hersteller könnten ja einige Designer beschäftigen, die diese dann als attraktive Wearables
designen. Schlimmer als ein in der Nase wird es doch nicht sein und das finden Menschen aber schön. Nur ein Paar Nebenüberlegungen am Rande.

Ach ja, das oben beschriebene wurde mit Phonak Audeo B90 Direct veranstaltet. Zwischendrin habe ich auch die 50 er mal getestet aber als ungenügend zurückgegeben.

Mein Audiogramm:

Miniaturansichten angehängter Bilder:
Audiogram3_Forum.jpg
Dateityp: Dateityp-Informationen zu: jpg jpg
Downloads: 22
Dateigröße: 171,33 KB
Bildgröße: 1271 x 1169 Pixel

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#10 16.04.2018, 23:54
Renarde Abwesend
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Dabei seit: 01.04.2018
Beiträge: 28


Betreff: Re: ohren zu und durch
Hallo hoermal,

Dein Sprachaudiogramm sieht sehr interessant aus. Die Unbehaglichkeitsschwelle für Sprache wurde gemessen oder geschätzt??

Wenn in der Software offene Domes ausgewählt werden, zieht der Hersteller eine andere Vorberechnung hinzu als bei Otoplastiken. Auch ist es bei anderen Herstellern so, dass du bei dieser Vorauswahl nicht vollen Zugriff auf die Parameter hast. Ob das bei Phonak auch zutrifft, kann ich jedoch nicht sagen, da wir mit Phonak nicht viel arbeiten.

Die Anpassformel hängt nicht mit der Anbindung zusammen. Das sind vorberechnete Verstärkungsempfehlungen nach unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen.
Die herstellereignen Anpassformeln legen viel Wert auf den Wohlfühleffekt, der ja für eine Kaufentscheidung bedeutend ist. Andere, z.B. NAL-NL2 legen mehr Wert auf Sprachverstehen, was eben bedeuten kann, dass du dich daran erst etwas gewöhnen musst. Innerhalb der Formel wählt man dann noch die Anbindung aus (Domes/Otoplastiken).

Nur eins: Wenn du die Otoplastiken bekommst, lass unbedingt ein "Audiogram direct" durchführen. Falls das noch nicht gemacht wurde: das ist der Phonak-Hörtest, der durch die Hörgeräte mit Anbindung durchgeführt wird. Das ist unbedingt nötig, da sonst die Einstellung über den normalen Hörtest mit Kopfhörern durchgeführt wird. Die akustischen Begebenheiten im Gehörgang und somit dein Verstärkungsbedarf ändern sich in dem Moment, indem der Ton durch Ex-Hörer und Dome/Otoplastik weiter drin im Gehörgang abgegeben wird und damit auch das Restvolumen verändert.

Aber ich hoffe sehr, dass diese Erklärung jetzt unnötig war, weil dein Akustiker das sowieso gemacht hat. Wobei - bei diesem Hörverlust mit OFFENEN Domes/ überhaupt mit Domes anzupassen ..... wie kam er auf diese Idee?? Wie wollte er die Leistung ans Trommelfell bekommen und dazu noch vollen Klang??

Ich wünsche dir viel Erfolg.
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