Hörgeräte Neuling, laufende Kosten?

Antworten
Rudi_Mannheim
Beiträge: 3
Registriert: 13.03.2020

Hörgeräte Neuling, laufende Kosten?

#1

Beitrag von Rudi_Mannheim »

Hallo liebes Forum,

ich stehe jetzt kurz vor meinen ersten Hörgeräten und mache mir gerade ein wenig Gedanken ob Kassen Hörgerät oder zuzahlungspflichtiges Hörgerät, welche laufenden Kosten auf einen zukommen (evtl. Reparaturkosten???), übernimmt die auch die Krankenkasse?... viele Fragen.
Versicherung ja oder nein? Lohnt sich das? Im Internet wird ja immer viel geschrieben und auch Panik gemacht, das Reparaturen gut ins Geld gehen können. Was meint ihr? (hier z.B. https://www.versicherungen-vergleichste ... rung/ergo/ )

Ich weiß, das sind viele Fragen auf einmal. Schießt einfach los. Ich bin für jeden Tipp dankbar. Das ist ein ganz neues Thema für mich

LG
Manni
Wer einmal über’s Ohr gehauen wurde, der hört beim nächsten Mal besser. ;) ;) ;)
Ohrenklempner
Beiträge: 3695
Registriert: 20.02.2015
6
Wohnort: Mitteldeutschland

Re: Hörgeräte Neuling, laufende Kosten?

#2

Beitrag von Ohrenklempner »

Gehe sorgsam mit den Geräten um, lass dir zeigen, wie man sie reinigt, trockne sie lieber einmal öfter als zu wenig und gehe halbjährlich zum Servicetermin. Dann brauchst du keine Angst vor Reparaturkosten zu haben und benötigst auch keine Versicherung.
Das einzige, was bei guter Pflege mal kaputt gehen kann, sind die externen Hörer, falls du ein derartiges Hörgerät kaufst. Mit Glück hält ein Hörer viele Jahre durch, mit weniger Glück nur ein Jahr oder weniger.
Ein neuer Hörer kostet ca. 50-100 Euro.
Nimmst du Hörgeräte mit Schlauch anstelle der externen Hörer, ist eine Reparatur (Schlauch erneuern) natürlich günstiger, meistens kostenlos.
Von der Reparaturpauschale, die der Akustiker von der KK bekommt, sind alle nötigen Reparaturen gedeckelt. Ausnahme ist eine Reparatur, die teurer/aufwändiger ist als bei einem zuzahlungsfreien Hörgerät. Da darf der Akustiker dich auch zur Kasse bitten. Kostenpflichtig sind auch Reparaturen, die aufgrund von Fahrlässigkeit, mangelnder Pflege usw. nötig werden.
Wenn du unsicher bist, teste erst einmal ein zuzahlungsfreies Gerät. Lass dir aber keine uralte Billigkrücke andrehen. Es gibt Akustiker, die versuchen für ihre "Kassenkunden" schöne gut&günstig-Modelle anzubieten. Dann gibt es Akustiker, die zeigen dir eine beigefarbene Ultrapower-Keule, um dich zu etwas höherwertigem zu bewegen. Der Preis und die Größe haben nichts miteinander zu tun. Den wesentlichen Unterschied im Preis bestimmt die Technik, die im Hörgerät steckt. Teile deine Erfahrungen ruhig hier im Forum mit. Es sind auch ein paar Akustiker hier an Bord (ich zum Beispiel :D ), die dir gerne eine zweite Meinung geben.
Allons-y!
Rudi_Mannheim
Beiträge: 3
Registriert: 13.03.2020

Re: Hörgeräte Neuling, laufende Kosten?

#3

Beitrag von Rudi_Mannheim »

Hallo Ohrenklempner,

vielen Dank schon mal für die Ausführliche antwort. Du rätst also eher von einer Versicherung ab, wenn ich das richtig verstehe?
Ich werde mir das alles mal durch den kopf gehen lassen und bin gespannt darauf, was der hörakustiker mir erzählt.

LG
Manni
Wer einmal über’s Ohr gehauen wurde, der hört beim nächsten Mal besser. ;) ;) ;)
svenyeng
Beiträge: 1961
Registriert: 10.06.2013
7
Wohnort: Rahden

Re: Hörgeräte Neuling, laufende Kosten?

#4

Beitrag von svenyeng »

Hallo!

Ich rate auch von einer Versicherung ab.
Ich wüsste nicht wozu.
Bei mir ist es z.B. so, das ich von meinem Akustiker von Haus aus 6 Jahre Garantie auf die hochpreisigen HGs bekam.
Externe Hörer ersetzt mein Akustiker grundsätzlich kostenlos.
Das ist wie alles was er selber macht an den HGs Service.
Und da sind schon ne Menge kaputt gegangen.
Dieses Jahr hatte ich schon 3-4 Defekte Hörer.

Gruß
sven
dixi
Beiträge: 148
Registriert: 31.01.2018
3

Re: Hörgeräte Neuling, laufende Kosten?

#5

Beitrag von dixi »

Ist aber irgendwie nicht normal, wenn ein Hörer nur 1 1/2 Monate funktioniert bei dir.
Sollte man vielleicht etwas ändern,....
Rudi_Mannheim
Beiträge: 3
Registriert: 13.03.2020

Re: Hörgeräte Neuling, laufende Kosten?

#6

Beitrag von Rudi_Mannheim »

Hallo Sven,

vielen Dank für deine Einschätzung. Ich werde den Hörakustiker einmal auf diese 6 Jahre Garantie ansprechen. Aber nur mal angenommen, er wechselt die Hörer nicht kostenlos aus. Dann muss ich bei 4 defekten Hörern mit insgesamt 400 € rechnen?? Wie lange trägst du deine Hörgeräte denn schon?

LG
Manni
Wer einmal über’s Ohr gehauen wurde, der hört beim nächsten Mal besser. ;) ;) ;)
Dani!
Beiträge: 1354
Registriert: 09.03.2012
9
Wohnort: Großraum München

Re: Hörgeräte Neuling, laufende Kosten?

#7

Beitrag von Dani! »

Ohrenklempner hat geschrieben:Wenn du unsicher bist, teste erst einmal ein zuzahlungsfreies Gerät. Lass dir aber keine uralte Billigkrücke andrehen. Es gibt Akustiker, die versuchen für ihre "Kassenkunden" schöne gut&günstig-Modelle anzubieten.
Warum auch nicht? Wenn die zuzahlungsfreien Hörgeräte zum Hörverlust passen und man diese dann auch trägt, ist doch nichts dagegen einzuwenden? Dem Akustiker muss halt nur selbst im Klaren sein, dass das Hörgerät in den nächsten 6 Jahren reparaturbedarf haben könnte, das der Akustiker im schlimmsten Fall selbst durchführen muss, wenn der Hersteller nach z.B. 10 Jahren (zum Kaufzeitpunkt 6 Jahre auf dem Markt + Reparatur nach weiteren 4 Jahren erforderlich) den Service und Ersatzteile dafür einstellt.
Es sind auch ein paar Akustiker hier an Bord (ich zum Beispiel :D ), die dir gerne eine zweite Meinung geben.
Das kann ich bestätigen und bin kein Akustiker.
Dominik
https://www.schwerhoerigenforum.de/phpbb/viewtopic.php?t=10370
R: 20.2.20: Med-el Sonnet2
L: 16.12.20: Med-el Sonnet2
Ohrenklempner
Beiträge: 3695
Registriert: 20.02.2015
6
Wohnort: Mitteldeutschland

Re: Hörgeräte Neuling, laufende Kosten?

#8

Beitrag von Ohrenklempner »

Dani! hat geschrieben: Warum auch nicht? Wenn die zuzahlungsfreien Hörgeräte zum Hörverlust passen und man diese dann auch trägt, ist doch nichts dagegen einzuwenden?
Genau so meine ich das auch. Die zuzahlungsfrei angebotenen müssen laut vertraglichen Regelungen passen. Inzwischen verkauft kein seriöser Akustiker mehr Geräte, die nur die Mindestanforderungen draufhaben und sonst nichts. Es ist alles in allem auch lukrativer für den Akustiker, dem Kunden auch zuzahlungsfrei ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Im ersten Moment verdiene ich natürlich mehr, wenn ich eine abgeschriebene Hörhilfe aus der untersten Schublade rauskrame. Aber wenn der Kunde nicht zufrieden ist, steht er alle paar Wochen auf der Matte, wandert vielleicht zum Mitbewerber ab und redet schlecht über mich. Da hab ich am Ende also nix gewonnen.
Zuletzt geändert von Ohrenklempner am 24. Jun 2020, 12:35, insgesamt 1-mal geändert.
Allons-y!
Antworten