Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

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AndreMiBa
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Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#1

Beitrag von AndreMiBa »

Guten Morgen zusammen,

mein Name ist André, ich bin 38 Jahre alt und hatte vor ca. 5 Jahren einen Hörsturz, der leider damals nicht richtig behandelt wurde.
Seither habe ich eine Tieftonschwerhörigkeit einseitig mit Tinnitus. Vor zwei Monaten ca. hatte ich wohl wieder einen weiten Hörsturz durch den sich die Schwerhörigkeit verschlechtert hat.
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Nun habe ich mich entschieden, mich an ein Hörgerät zu wagen.
Gerade bin ich dabei, das erste Gerät zu testen (Phonak Paradise 30). Der Akustiker hat mir direkt eine Otoplastik hergestellt.
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Leider erfüllt das so gar nicht meine Erwartungen. Ich kann leider auf dem Ohr keine Sprache verstehen, alles hört sich sehr "robiterartig" an.
Im Büro habe ich auf der linken Seite ein Headset auf. Wenn mein Kollege etwas von mir will, muss er leider weiterhin immer erst schnipsend auf sich aufmerksam machen, da ich ihn auf dem rechten Ohr nicht verstehen kann.
Im Alltag habe ich ja glücklicherweise noch das linke Ohr das noch ganz gut funktioniert. Mir fällt auf, dass ich das Umfeld "voluminöser" wahrnehme. Das merke ich besonders wenn ich das Gerät abnehme, dann hört sich plötzlich alles erstmal so "leer" an.
Ich habe gelesen, dass eine Tieftonschwerhörigkeit schwerer zu behandeln sei als bei Hochtönen, aber ist es tatsächlich auch so, dass man das Sprachverstehen nicht mehr wirklich hinbekommt?
Wenn ich per Bluetooth Ton übertrage, wo nur jemand langsam in mittlerer Tonlage spricht, dann kann ich das wenn ich mich etwas konzentriere schon verstehen. Sobald da aber ein paar Hintergrundgeräusche dabei sind, überschlägt sich alles und verstehe nichts.
Da müsste ich sogar raten um welche Sprache es sich handelt.
Auch bei Musik ist es so, dass ich nicht mal Lieder die im Radio hoch und runter laufen, erkennen kann.
Das Phonak ist ja gewiss kein schlechtes Gerät was man so liest. Nächste Woche bekomme ich das Resound One, mal schauen wie es damit ist.
Wenn allerdings zu erwarten ist, dass das Sprachverstehen gar nicht wiederhergestellt werden kann, frage ich mich ob sich der ganze Aufwand und Geld dann überhaupt lohnt.
Gibt es Geräte die bei Tieftonproblemem besonders zu empfehlen sind?

Danke und viele Grüße
André
Akustik Alex
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#2

Beitrag von Akustik Alex »

Hey André,

was mich zuerst interessieren würde ist, warum du direkt ein hochpreisigeres Gerät angeboten bekommen hast? Ein Phonak Audéo P 30 ist zwar noch die unterste Technikstufe dieser Serie, aber was daran wurde dir als "Vorteil" schmackhaft gemacht? Gleiche Frage beim One?
Du bist 38 und nur auf einem Ohr mittelgradig hörgemindert. Solange du keine kognitiven Einschränkungen hast, würde ich technisch erstmal viel tiefer stapeln. Die Otoplastik macht durchaus Sinn, da die tiefen Töne sonst ggf. nicht die gewünschte Leistung erreichen, aber den Rest kann dein Kopf höchstwahrscheinlich wieder lernen.
Vielleicht gibt es konkrete Gründe für die hochwertigere Versorgung, aber ich hätte dir erstmal ein zuzahlungsfreies System gegeben und auch nicht unbedingt einen externen Lautsprecher, aber das ist nebensächlich.
Es bleibt natürlich eine Gewöhnung, aber tiefe Töne sind ohnehin energiereicher als hohe und überlagern daher gern andere. Ich würde hier definitiv eine InSitu-Audiometrie, optimalerweise eine InSitu-Anpassung machen lassen, damit man sehen kann, wie sich was beeinflusst.

Besten Gruß,
Alex
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svenyeng
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#3

Beitrag von svenyeng »

Hallo!
Ich kann leider auf dem Ohr keine Sprache verstehen, alles hört sich sehr "robiterartig" an.
War das im Anpassraum nicht so?
Wenn ja, warum hast Du das Akustikergeschäft dann so verlassen?
Grundlegend sollte der Klang und auch das verstehen ja stimmen.
Ist das nicht der Fall muss der Akustiker entsprechend an den Einstellungen feilen.
Bringt das alles nichts, braucht man das HG gar nicht testen.
Dann am besten gleich ein anderes nehmen.

Ich hatte das auch schon, das ich im Anpassraum direkt gesagt habe, geht nicht.
Bitte ein anderes nehmen.

Das man sich an ein HG erst gewöhnen muss und das das natürlich nicht wie das natürliche, menschliche Ohr klingt, ist klar.

Ich würde an Deiner Stelle auch nicht bis nächste Woche warten, sondern direkt zum Akustiker gehen.
Wenn man nicht klar kommt, macht es keinen Sinn zu warten.
Evtl. kann der Akustiker an den Einstellungen noch was machen.

Gruß
sven
AndreMiBa
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#4

Beitrag von AndreMiBa »

Hallo,
ich habe mich vorab mal schon auf den Seiten der Hörgerätehersteller die mein Akustiker auf der Homepage bewirbt, umgesehen.
Da ich ein "kleiner Techie" bin, hat mir die Idee, dass ich auf dem Gerät dann auch Musik hören könnte oder gar telefonieren gleich ziemlich gut gefallen.
Mit Musik meine ich auch meine Tinnitus-Regen/Wind/Rauschen-Klänge. Außerdem gefiel mir auch die Möglichkeit, per Bluetooth ein paar Klangeinstellungen machen zu können.
Wenn ich die Musik dabei genießen könnte, und es sich gut anhören würde wäre da auch ne tolle Sache. Aber von der Vorstellung kann ich mich wohl verabschieden.
Ich hätte mir jetzt noch das Resound-Gerät mit dem Mikro im Gehörgang (Spiele auch gerne mal mit OverEar-Kopfhörern Playstation) angeschaut. Wenn der Klang da auch so ist, werde ich mich von der Bluetooth-Idee verabschieden und dann hätte ich mir die Kassengeräte angeschaut.

Zum externen Lautsprecher kam ich daher, dass mir das am unauffälligsten aussah. Ein In-Ear-Gerät möchte ich nicht.
Hat man klanglich bei einem Ex-Hörer nachteile zu dem System mit dem Schlauch?

Im Anpassraum ist es beim ersten anprobieren erst gar nicht aufgefallen, da ich beim Unterhalten ja noch ein gesundes Ohre hatte.
Als wir dann aber da die Bluetooth-Verbindung getestet hatten und er mich auch angerufen hat, war klar dass ich über Bluetooth nix verstehe.
Er meinte dann, ich soll es mal probieren und mich an den Klang gewöhnen. Erst daheim habe ich dann bewusst das linke Ohr zugehalten und dann bemerkt, dass auf der rechten Seite durch das Hörgerät keine große Verbesserung zu erkennen war.
Mittlerweile war ich zweimal zum nachjustieren aber viel besser ist es dadurch leider nicht geworden.

Das es nicht wie das natürliche Ohr klingt, ist mir klar. Die Erwartung hatte ich auch nicht.
Eine echte Verbesserung Gesprächspartner die sich rechts von mir befinden, hatte ich mir eigentlich schon erhofft.

Kann eine InSitu-Audiometrie, optimalerweise eine InSitu-Anpassung jeder Aktustiker machen? Denn so einen Vorschlag hätte ich mir natürlich von meinem Akustiker erhofft.

Gruß
André
teak
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#5

Beitrag von teak »

Einseitige Schwerhörigkeit, erst recht wenn sie schon über Jahre besteht, ist viel aufwendiger zu versorgen. Das beginnt schon damit, daß man selbst die fehlenden Hörinformationen zu kompensieren lernt und das Umfeld einschließlich HNO-Arzt und Akustiker die Probleme weniger ernst nimmt und die HG-Versorgung hinausgezögert wird.

Ich kann mich an meine Erstversorgung 2016 noch gut erinnern. Sechs Monate Test- und Einstellphase waren nötig bei zwei verschiedenen Akustikern, 10 verschiedene Geräte und beinahe wöchentliche Einstelltermine.

Das Hauptproblem war die total unterschiedliche Hörinformation meines fast gesunden linken und des verstärkten rechten Ohres. Das HG verstärkt ja nicht nur ganz einfach bestimmte Frequenzen, es filtert auch nach für das Sprachverstehen nützlichen und störenden Geräuschen. Das ist bei einer beidseitigen Versorgung (für die softwareseitig jedes Hörgerät erst mal konzipiert ist) in der Regel segensreich. Bei einseitiger Versorgung ist Meeresrauschen auf der einen Seite, ein tosender Wasserfall auf der anderen Seite zu hören. Diese Unterschiede des Charakters von Nebengeräuschen irritieren nicht nur, sie machen es dem Gehirn auch schwerer, sie zu ignorieren und sich auf Gesprochenes zu konzentrieren. Die Filter arbeiten also teilweise sogar kontraproduktiv.

Im Anpassraum gibt es diese Probleme nicht, sie treten erst mit den Störgeräuschen der realen Welt zutage. Ich rate zu viel Geduld und wünsche einen ebenso geduldigen und verständnisvollen Akustiker.

Bei mir hat sich die Mühe gelohnt: in 80-90% des Alltags kann ich Gesprochenes verstehen
Akustik Alex
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#6

Beitrag von Akustik Alex »

AndreMiBa hat geschrieben: 2. Jul 2021, 15:51 Hallo,
ich habe mich vorab mal schon auf den Seiten der Hörgerätehersteller die mein Akustiker auf der Homepage bewirbt, umgesehen.
Da ich ein "kleiner Techie" bin, hat mir die Idee, dass ich auf dem Gerät dann auch Musik hören könnte oder gar telefonieren gleich ziemlich gut gefallen.
Mit Musik meine ich auch meine Tinnitus-Regen/Wind/Rauschen-Klänge. Außerdem gefiel mir auch die Möglichkeit, per Bluetooth ein paar Klangeinstellungen machen zu können.
Wenn ich die Musik dabei genießen könnte, und es sich gut anhören würde wäre da auch ne tolle Sache. Aber von der Vorstellung kann ich mich wohl verabschieden.
Ich hätte mir jetzt noch das Resound-Gerät mit dem Mikro im Gehörgang (Spiele auch gerne mal mit OverEar-Kopfhörern Playstation) angeschaut. Wenn der Klang da auch so ist, werde ich mich von der Bluetooth-Idee verabschieden und dann hätte ich mir die Kassengeräte angeschaut.

Zum externen Lautsprecher kam ich daher, dass mir das am unauffälligsten aussah. Ein In-Ear-Gerät möchte ich nicht.
Hat man klanglich bei einem Ex-Hörer nachteile zu dem System mit dem Schlauch?

Im Anpassraum ist es beim ersten anprobieren erst gar nicht aufgefallen, da ich beim Unterhalten ja noch ein gesundes Ohre hatte.
Als wir dann aber da die Bluetooth-Verbindung getestet hatten und er mich auch angerufen hat, war klar dass ich über Bluetooth nix verstehe.
Er meinte dann, ich soll es mal probieren und mich an den Klang gewöhnen. Erst daheim habe ich dann bewusst das linke Ohr zugehalten und dann bemerkt, dass auf der rechten Seite durch das Hörgerät keine große Verbesserung zu erkennen war.
Mittlerweile war ich zweimal zum nachjustieren aber viel besser ist es dadurch leider nicht geworden.

Das es nicht wie das natürliche Ohr klingt, ist mir klar. Die Erwartung hatte ich auch nicht.
Eine echte Verbesserung Gesprächspartner die sich rechts von mir befinden, hatte ich mir eigentlich schon erhofft.

Kann eine InSitu-Audiometrie, optimalerweise eine InSitu-Anpassung jeder Aktustiker machen? Denn so einen Vorschlag hätte ich mir natürlich von meinem Akustiker erhofft.

Gruß
André
Hallo André,

die M&RIE Hörer von Resound haben zwar ein zusätzlichen Mikrofon im Ex-Hörer, aber das dient eher dem räumlichen Hören und weiterer Störschallreduktion (primär Wind). Das wird bei Over-Ears leider kaum einen Effekt haben.

Eine InSitu-Audiometrie ist über die Anpasssoftware, also direkt über die Hörgeräte jederzeit machbar. Eine InSitu-Anpassung sollte auch jeder Fachbetrieb durchführen können. Manche Krankenkassen fordern diese bereits, daher ist es eigentlich Pflicht.

Besten Gruß,
Alex
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Gänseblümchen
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#7

Beitrag von Gänseblümchen »

Akustik Alex hat geschrieben: 2. Jul 2021, 13:42
Vielleicht gibt es konkrete Gründe für die hochwertigere Versorgung, aber ich hätte dir erstmal ein zuzahlungsfreies System gegeben und auch nicht unbedingt einen externen Lautsprecher, aber das ist nebensächlich.
Hallo,

Ich frage mich wo der Vorteil der externen Lautsprecher liegt. Konnte noch nichts dazu im Forum finden.

Viele Grüße
Ohrenklempner
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#8

Beitrag von Ohrenklempner »

Außer der Ästhetik (schöner und kleiner) und des besseren Klangs durch Vermeidung von Resonanzspitzen im Schlauch gibt es keine Vorteile, die mir spontan einfallen.
Allons-y!
Akustik Alex
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#9

Beitrag von Akustik Alex »

Mir auch nicht, außer ggf. die M&RIE-Geschichte von Resound. Also ein zusätzliches Mikrofon im Lautsprecher. Ob das Vor- und/oder Nachteil ist, lass ich aber mal offen ;)

Vielleicht der, dass ein defekter Lautsprecher im Gerät schwieriger zu tauschen ist, dafür aber im Regelfall auch nicht so reparaturanfällig.
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HansPeter
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#10

Beitrag von HansPeter »

Ich habe ja auch links eine ausgesprochene Tieftonschwerhörigkeit und rechts höre ich bestens.

Bin inzwischen mit dem Phonak P50 Akku mit Exhörer bestens zufrieden. Auch wenn ich inks nicht alles verstehe, wenn ich mir das gesunde Ohr zuhalte. Aber das HG erzeugt sofort einen 3D Raumklang. Ich kann dann Geräusche zuordnen, weiss wo sie herkommen und insgesamt klingt alles viel besser.

Auf jeden Fall viel besser als ohne.

Telefon geht auch übers HG.

Insbesonder die Einstellmöglichkeiten über die App schätze ich auch sehr. Habe mir verschiedene Profile angelegt, auf die ich ggfs. umschalte. Allerdings ist die Autosenso so gut, dass ich das nur im Extremfall brauche.
AndreMiBa
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#11

Beitrag von AndreMiBa »

Hallo zusammen,

zuerst vielen Dank für eure vielen Rückmeldungen die ja durchaus Hoffnung machen.

Ich hatte mir auch schon gedacht, dass das Hirn erstmal in Schwung kommen muss, um das Verstehen auf der Seite wieder zu "lernen".
Wenn es am Ende auch auf 10 verschiedene Geräte, und meinetwegen auch versch. Akustiker herausläuft, nehme ich das gerne in Kauf um dann am Ende ein gutes Ergebnis zu erzielen. 80-90% wären ja schon echt super.

Wenn da drei Geräte liegen, ein In-Ear, eines mit dem dicken Schlauch und das kleine mit dem dünnen Kabel, fällt die Entscheidung relativ leicht, welches System einem gerade als Neuling am ehesten zusagt.
Ob, das Ex-Hörer preislich einen großen Unterschied zu dem HdO macht, wurde nicht besprochen. Macht es den denn?

Mit dem Phonak P30 kann ich bestätigen, dass ich schon einen Raumklang habe. Telefon hatte ich auch mal getestet aber da versteh ich gar nix. Wäre schon eine schöne Sache gewesen mit dem Freisprechen.

Morgen werde ich das Resound One bekommen. Bin ja mal gespannt, wie es damit ist. Wenn das auch nix wird mit dem Verstehen, kann ich gleich ein paar Stufen weiter unten weitermachen und auf Bluetooth verzichten.

Ich werde weiter berichten.
Gänseblümchen
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#12

Beitrag von Gänseblümchen »

Hallo
Ich hatte mich vor 6 Jahren gegen den Ex-Höhrer entschieden , weil ich mein Ohrpasstück weiterhin nass reinigen wolte.
Beim Probetragen vor ein paar Wochen ,Signia Pure 3, hatte ich den einen , da lies sich der aber entfernen.
Meine Hörkurve ähnelt deiner.
LG
svenyeng
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#13

Beitrag von svenyeng »

Hallo!
Ob, das Ex-Hörer preislich einen großen Unterschied zu dem HdO macht, wurde nicht besprochen. Macht es den denn?
Ex-Hörer ist ein hdO Hörgerät, denn das Gerät selber ist hinter dem Ohr.
Nur das eben der Hörer nicht wie beim Schlauchsystem im HG sitzt, sondern in die Othoplastik im Ohr ausgelagert ist.
Damit muss der Schall nicht erst vom Hörer durch den Schlauch ins Ohr, sondern wird direkt im Ohr wieder gegeben.
Ich hatte mich vor 6 Jahren gegen den Ex-Höhrer entschieden , weil ich mein Ohrpasstück weiterhin nass reinigen wolte.
Kannst Du auch bei Ex-Hörern.
Einfach den Hörer aus der Plastik ziehen. Geht jedenfalls bei meinen Ex-Hörer HGs so.
Aber mal ehrlich, wie oft reinigst Du die Plastiken nass? Ich mache das gar nicht.
Wenn die Belüftungsbohrung mal mit Cerumen dicht ist, mache ich die mit ner Büroklammer sauber und fertig.

Gruß
sven
Akustik Alex
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#14

Beitrag von Akustik Alex »

AndreMiBa hat geschrieben: 5. Jul 2021, 07:05 Ob, das Ex-Hörer preislich einen großen Unterschied zu dem HdO macht, wurde nicht besprochen. Macht es den denn?
Wenn es das gleiche Gerät (also gleiche Serie und gleiche Technikstufe) ist, dann ist das Ex-Hörer-Gerät manchmal ein paar Penunzen teurer. Etwa soviel, wie ein Ex-Hörer kostet. Es gibt aber auch Fachgeschäfte, die da keinen Unterschied machen.
https://infohrmationen.blogspot.com/
Gänseblümchen
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#15

Beitrag von Gänseblümchen »

@ Sven,ich mache es zu selten ja aber ich könnte es jeden Tag tun
Lg
AndreMiBa
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#16

Beitrag von AndreMiBa »

Hallo zusammen,

hatte ja versprochen, euch hier auf dem Laufenden zu halten.
Mittlerweile habe ich noch das Resound One getestet, da war aber zum einen der Klang für mich auch wieder nicht gut (oder nicht gut eingerichtet) zum anderen aber auch die Automatik so aktiv, dass man manchmal plötzlich das Gefühl hatte, dass das Gerät sich ausschaltet.

Aktuell habe ich nun das Widex Moment im Ohr. Ich muss sagen, dass mir das einen schon recht guten Eindruck macht. Die App mit dem festlegen von Klangsituationen über die Klangvorschläge A und B durch die man sich durchhangelt finde ich ziemlich gut gelöst.

Allerdings auch wieder so ein "kratziger" Klang und Sprachverständnis auch eher schlecht. Auch über Bluetooth kein "gutes" Sprachverständnis. Musik kann ich meist auch nicht erkennen, was für ein Song das gerade sein soll. Auch hier der kratzige Klang. Das blechige kratzen, scheppern... übertönt dann eigentlich alles.

Ich habe mir nun eine App gekauft bei der ich selbst noch einen Equalizer einsetzen kann.
Wenn ich nun hier Musik laufen lasse und die Frequenzen zwischen 500 und 750 Hz runterdrehe wird das "Kratzen" besser. Das ist auch der Bereich wo der Hörverlust am größten ist. Es sieht für mich also irgendwie danach aus, als wäre durch den Hörsturz nicht nur das Hörvermögen eingeschränkt, sondern dass meine Ohr/Hirn diesen Frequenzbereich einfach gar nicht mehr mag. Gibt es sowas als Diagnose oder ist meine Selbstdiagnose da eher "gefährlichem Halbwissen" zuzuordnen?

Wenn ich nun einen günstigen In-Ear-Kopfhörer in mein Ohr stecke und da Musik drauf laufen lasse, hört sich das allerdings viel angenehmer an als mit dem Hörgerät und verstehen kann ich damit auch viel besser.

Viele Grüße
André
Johannes B.
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#17

Beitrag von Johannes B. »

AndreMiBa hat geschrieben: 21. Jul 2021, 09:13 Wenn ich nun einen günstigen In-Ear-Kopfhörer in mein Ohr stecke und da Musik drauf laufen lasse, hört sich das allerdings viel angenehmer an als mit dem Hörgerät und verstehen kann ich damit auch viel besser.

Viele Grüße
André
moin André,
ich habe hier im Forum lernen dürfen:
Das Problem sei die Stromversorgung.
Die winzige Leistung der Hörgerätebatterien oder Akkus genügt einfach nicht für 16 Std. am Tag den für einen ordentlichen Klang erforderlichen Lautsprecher zusätzlich zur ganzen sonstigen Technik ausreichend zu versorgen.

Freundliche Grüße
Johannes B.
für bestmöglich hören und verstehen zahlt man in D mit seinen Kassenbeiträgen,
für Komfort und Design und schönen Schein zahlt man halt drauf ;-)
Ohrenklempner
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#18

Beitrag von Ohrenklempner »

Das ist wirklich eine vertrackte Situation. Leider heißt es nicht umsonst, dass Tieftonhörverluste recht schwierig versorgbar sind. Im Tieftonbereich liegt ja kaum verwertbare Sprachinformation, darum erzeugt eine Verstärkung im Tieftonbereich nur mehr "Volumen" und mehr Lautheit, aber damit stoßen Hörgerätelautsprecher schnell an ihre Verzerrungsgrenze und die fürs Verstehen wertvollen mittleren und hohen Töne werden maskiert. Ich habe auch kaum eine Handvoll Kunden mit Tiefton-Schwerhörigkeit, daher kann ich nicht für die Allgemeinheit sprechen. Was aber häufig funktioniert, ist eine breitbandige und lineare Verstärkung, also einfach "alles etwas lauter machen". Dafür spricht auch deine Erfahrung mit einfachen In-Ears.
Allons-y!
AndreMiBa
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#19

Beitrag von AndreMiBa »

Hallo,

habe mit meinem Akustiker darüber gesprochen ob eine breitbandigere Einstellung in seinen Augen Sinn macht.
Er meinte, dass man dann eine ganz geschlossene Otoplastik ohne Bohrung bräuchte und das unangenehm wäre.
Ich meine aber auch schonmal gelesen zu haben dass bei Tieftonschwierigkeiten ohnehinn eine geschlossene Versorgung besser wäre.
Was meint ihr bei meiner Hörkurve?
Danke euch
Akustik Alex
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#20

Beitrag von Akustik Alex »

Hallo Andre,

eine geschlossene(re) Versorgung hebt den Tieftonanteil an. Genauso wie InEar-Kopfhörer, die feste sitzen. Sie nehmen dir dafür aber naturelle Anteile im Hochtonbereich weg, die das Hörgerät dafür wieder ausgleichen muss. Also einfach dicht machen fänd ich kontraproduktiv. Eine breitbandige Einstellung geht aber ja trotzdem. Was Ohrenklempner glaube ich damit sagen wollte war, dass eine reine Tieftonanhebung eher stören wirkt, weil diese andere Frequenzanteile überlagern kann. Wenn man einfach breitbandig anhebt, ist die fehlende Lautstärke ausgeglichen ohne dass etwas anderes wegfällt. Es ist also etwa so, als würdest du über einen Kopfhörer hören und dort einfach lauter stellen.

Besten Gruß,
Alex
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Johannes B.
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#21

Beitrag von Johannes B. »

was ich nicht so recht verstehe ist:
wenn bei geschlossener Hörgeräteversorgung die tiefen Töne die höheren Töne maskieren (also überdecken),
warum ist das bei inEar-Kopfhörern nicht der Fall?
Zuletzt geändert von Johannes B. am 23. Jul 2021, 13:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Ohrenklempner
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Re: Neuling mit Tieftonschwerhörigkeit

#22

Beitrag von Ohrenklempner »

Das ist auch bei In-Ear-Kopfhörern der Fall. Bei den Kopfhörern wird die Maskierung allerdings kompensiert durch breitbandige Verstärkung.
Allons-y!
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