Hörgerät für an Taubheit grenzend

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Reinhard38
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Hörgerät für an Taubheit grenzend

#1

Beitrag von Reinhard38 »

Hallo,

ich bekomme im Dezember nach 6 Jahren für mein rechtes Ohr mit an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit ein neues Hörgerät.
Zur Zeit habe ich ein Hörgerät mit 62 dB Verstärkung. Die Verstärkung ist aber zu schwach. Ich habe im Internet Geräte gefunden mit 75 bis 130 dB Verstärkung.
Eine befreundete Hörakustikmeisterin, die auch mein Audiogramm hat, sagte mir, dass zu starke Verstärkung eventuell den Hörnerv schädigt.
Ich benötige eigentlich nur ein Basisgerät, aber mit RIC und mindestens 75 dB Verstärkung.
Wie ist Euere Meinung dazu? Welche Verstärkung und welche Geräte könntet Ihr mir empfehlen?
Ich würde auch mein aktuelle Audiogramm beifügen. Ich weiß aber nicht, wie das funktioniert.
Unter "Bild einfügen" habe ich es versucht, aber es scheint nicht zu klappen.

Mit freundlichen Grüßen

Reinhard38


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Akustik Alex
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#2

Beitrag von Akustik Alex »

Hey Reinhard,

ein Gerät mit 130dB Verstärkung gibt es nicht. Vermutlich war damit der Ausgangsschalldruck gemeint. Die Verstärkung bei den WHO4-Geräten ist überall ähnlich, daher werden die alle zu deinem Hörverlust passen (2. Tabelle):

https://infohrmationen.blogspot.com/202 ... assen.html

Besten Gruß,
Alex
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Reinhard38
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#3

Beitrag von Reinhard38 »

Hallo Alex,
Danke.
Besten Gruß
Reinhard
Reinhard38
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#4

Beitrag von Reinhard38 »

Kann Jemand zu meinen anderen Fragen etwas sagen?
Akustik Alex
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#5

Beitrag von Akustik Alex »

Hey Reinhard,

sorry, die wollte ich nicht übergehen. Ja, zu viel Verstärkung kann das Innenohr schädigen (nicht den Hörnerv). Genauso wie Lärm/laute Musik ansich. Hörgeräte werden daher ja auf den Hörverlust justiert. D.h., wenn bspw. ein Ton 40dB Lautstärke hat, du aber erst ab 80dB hörst, wird (vereinfacht) um 80dB verstärkt. Somit wäre er für dich auch 40dB laut. "Vereinfacht" aber deshalb, weil es in der Praxis eine Kompression gibt und eine Ausgangsbegrenzung (MPO). Die Kompression verringert die Verstärkung bei zunehmender Lautstärke, da sonst ein natureller 100dB Ton mit dem gleichen Wert verstärkt würde und das weder für dein Ohr, noch für die Gerät umsetzbar wäre. Die MPO fungiert als technische Begrenzung um das Ohr nicht zu schädigen. Hierzu wird voroab die Unbehaglichkeitsgrenze in der Tonaudiometrie gemessen, damit man weiß, ab welcher Lautstärke es für dich subjektiv unangenehm wird. Also kurzum: Ein eingestelltes Hörsystem schädigt dein Ohr nicht, im Gegenteil, es trainiert dein Gehirn. Zusätzlich gibt es eine Impulsschallunterdrückung, die plötzliche Geräusche sofort reduziert. Bspw. wenn dir ein Teller hinfällst o.ä. Das macht naturell der Stapediusreflex. Dessen Reflexschwelle ist bei Schwerhörigen aber oftmals auch zu höheren Pegeln verschoben.

Bzgl. Audiogramm beifügen müsstest du es erst irgendwo uploaden und dann den Link hier nutzen, um das Bild eben zu verlinken oder im Beitrag direkt anzeigen zu lassen. Eine andere Möglichkeit hab ich jedenfalls bisher nicht gefunden ;)

Besten Gruß,
Alex
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Gänseblümchen
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#6

Beitrag von Gänseblümchen »

Hallo,
muss dann bei fehlenden Stapediusreflex das Hörgerät deutlich mehr Impulsschalunterdrückung eingestellt bekommen?
Lg
Akustik Alex
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#7

Beitrag von Akustik Alex »

Hallo,

in dem Fall natürlich auf Maximum.

Besten Gruß,
Aex
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Dani!
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#8

Beitrag von Dani! »

Akustik Alex hat geschrieben: 26. Okt 2021, 14:43 Hey Reinhard,

sorry, die wollte ich nicht übergehen. Ja, zu viel Verstärkung kann das Innenohr schädigen (nicht den Hörnerv). Genauso wie Lärm/laute Musik ansich. Hörgeräte werden daher ja auf den Hörverlust justiert. D.h., wenn bspw. ein Ton 40dB Lautstärke hat, du aber erst ab 80dB hörst, wird (vereinfacht) um 80dB verstärkt.
Das ist aber dann schon sehr stark vereinfacht und trifft so eigentlich nur auf (reine) Mittelohrschwerhörigkeit zu.

Nur der Vollständigkeit halber (dass das Akustik Alex weiß ist mir schon klar, ich schreibe das allgemein):
Bei einer klassischen Innenohrschwerhörigkeit handelt es sich um eine EMPFINDUNGSstörung. Man nimmt Geräusche erst ab einer gewissen Lautstärke überhaupt wahr. Aber sobald diese Schwelle überschritten ist nimmt man lautere Geräusche (mindestens) genauso laut wahr wie Normalhörende. "Mindestens" deshalb, weil Normalhörende noch intakte äußere Hörzellen haben, die sehr laute Geräusche dämpfen, was bei zunehmender Schwerhörigkeit nicht mehr im selben Umfang passiert. Daher sind Schwerhörige oft auch lärmempfindlicher als andere.
Dominik
https://www.schwerhoerigenforum.de/phpbb/viewtopic.php?t=10370
R: 20.2.20: Med-el Sonnet2
L: 16.12.20: Med-el Sonnet2
Reinhard38
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#9

Beitrag von Reinhard38 »

Eine befreundete Hörakustikmeisterin (nicht in Jena) hat mir ReSound Linx UP oder Phonak Audeo Paradise P30 UP für mein an Taubheit grenzendes Ohr empfohlen.
Die sind zwar etwas teurer. Gibt es günstigere HG für mich?
Gruß
Reinhard38
Akustik Alex
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#10

Beitrag von Akustik Alex »

Hey Reinhard,

ich hatte dir oben schon eine Übersicht beigefügt. Manche davon gibt es auch als Ex-Hörer.

Besten Gruß,
Alex
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Reinhard38
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#11

Beitrag von Reinhard38 »

Hallo Alex,

mein Hörgeräteakustik-Meister in Jena hat mir Resound Enya 362 HP empfohlen. Ich würde eher das Nachfolgegerät Key 2 oder 3 UP nehmen.
Ich weiß bloß nicht, ob die für mein Ohr noch geeignet sind.
Gruß
Reinhard38
Akustik Alex
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#12

Beitrag von Akustik Alex »

Hey Reinhard,

es sind WHO4-Geräte. Ob das bei dir noch passt, kann ich dir ohne Audiogramm natürlich auch nicht sagen.

Besten Gruß,
Alex
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#13

Beitrag von Reinhard38 »

Ich habe versucht, dass Audiogramm zu senden.
Wahrscheinlich klappt es so nicht.
Ich weiß nicht, wie ich sonst das Bild URL finden soll.


Bild

Besten Gruß

Reinhard
Reinhard38
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#14

Beitrag von Reinhard38 »

Hat wohl doch geklappt!
Man kann es aber wohl nicht vergrößern.
Akustik Alex
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#15

Beitrag von Akustik Alex »

Nee, das ist wahrlich etwas klein ;)
Es gibt ettliche Bildupload-Seiten, wo du das hochladen kannst und dann den Link (URL) dazu bekommst. Ich kann deinen Hörverlust allerdings im Verlauf ansatzweise erkennen. Links passt es definitiv, rechts im Sprachbereich auch, aber in den hohen Tönen würde eine Frequenzkompression/-transposition Sinn machen. Diese Funktion haben heute eigentlich alle Geräte ca. ab der Mittelklasse. Also bist du in der Wahl dennoch sehr frei.

https://infohrmationen.blogspot.com/202 ... ition.html

Besten Gruß,
Alex
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Reinhard38
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#16

Beitrag von Reinhard38 »

Ich bin 83 Jahre alt und das mit ULR schaffe ich nicht.
Danke
Akustik Alex
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#17

Beitrag von Akustik Alex »

Ist ja gar nicht weiter dramatisch, für eine Einschätzung hat es ja gereicht ;)
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Reinhard38
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#18

Beitrag von Reinhard38 »

Danke, noch einmal.
Gruß und Guten Abend.

Reinhard
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#19

Beitrag von Ohrenklempner »

Gänseblümchen hat geschrieben: 26. Okt 2021, 18:56 Hallo,
muss dann bei fehlenden Stapediusreflex das Hörgerät deutlich mehr Impulsschalunterdrückung eingestellt bekommen?
Lg
Auf diese Frage wollte ich nochmal kurz zurückkommen.
Der Stapediusreflex ist viel zu träge, um wie eine "natürliche" Impulsschallunterdrückung zu arbeiten. Die Impulsschallunterdrückung reduziert impulshafte Geräusche sofort, so dass diese erst gar nicht ins Ohr gelangen. Der Stapediusreflex setzt erst ein, wenn es schon zu spät ist. Bei der Hörgeräteeinstellung mit Hilfe der Unbehaglichkeitsschwelle dürfte dem fehlenden Reflex aber ausreichend entgegengewirkt werden.
In meinen Beiträgen nutze ich zur besseren Lesbarkeit Personenbezeichnungen und personenbezogene Wörter stets in nur einer Geschlechterform. :)
Reinhard38
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#20

Beitrag von Reinhard38 »

Guten Tag,

ich habe mich bei meinem Hörakustiker für das Phonak Audeo P50 -RT UP mit Otoplasik und Akku entscheiden.
Entspricht das HG den Ansprüchen an Taubheit grenzenderm Hörverlust?

Mit freundlichen Grüßen

Reinhard Wollnik
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#21

Beitrag von Ohrenklempner »

Ja, das Gerät mit dem UP-Hörer hat eine Hilfsmittelnummer mit 13.20.10 und ist damit zugelassen für WHO4-Versorgungen.
In meinen Beiträgen nutze ich zur besseren Lesbarkeit Personenbezeichnungen und personenbezogene Wörter stets in nur einer Geschlechterform. :)
Reinhard38
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Re: Hörgerät für an Taubheit grenzend

#22

Beitrag von Reinhard38 »

Danke
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