Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

stefan-e
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Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#1

Beitrag von stefan-e »

Hallo Leute,

ich muß eine Entscheidung treffen: Welches Hörgerät für die nächsten Jahre?
Besser gesagt: Welche Hörtechnik insgesamt - HG, Smartphone, PC ... ?

Und würde da gerne von Euren Erfahrungen profitieren!

Meine Hörsituation:

- ein Ohr seit Kindheit (chron. Mittelohrentzündung) taub - zu DDR-Zeiten gab es nie eine Hörversorgung, ich habe mit einem Ohr gelebt
- andere Ohr durch (nicht für vollgenommene) Erkältung vor knapp 30 Jahren hörgeschädigt, wurde mit HG versorgt.
So verrückt es klingt, es ist wahr: Vor ca. fünf Jahren hatte ich in dem Ohr eine akute Entzündung, bekam v. HNO irgendeine Medizin, fuhr am nächsten Tag auf eine Auslandsreise - und mein Hörvermögen BESSERTE sich deutlich!

Vor 10 Monaten streßbedingter Hörsturz - Hörvermögen verschlechterte sich drastisch!
Das bisherige ca. 10 Jahre alte HG, Phonak, ist seitdem nutzlos.


* bin Mitte 60, lebe seit einem Jahr in einem Dorf, lebe allein und arbeite im HomeOffice (selbstständig) , relativ wenig soziale LIVE-Kontakte (vor allem C19-bedingt)
Ich brauche das HG im Alltag scheinbar nicht.

Hinzu kommt, daß ich selbst nach 30 Jahren immernoch eine Abneigung gegen dieses technische Ding im Ohr habe. :-(
D.h., zu Hause/HO trage ich das HG kaum!
Allerdings ist mir sehr bewußt, daß dies keine Lösung ist; ich muß mein Gehirn daran gewöhnen!!


* sitze täglich 10 +x h am PC: ca. 50% Schreib-/Lesearbeit und 50% akustische Kommunikation mit meinen Zielgruppen per:

a) SIP-Telefonie
b) Video-Konferenzen

zu a)
Hardware: Windows-PC + Fritzbox + Logitech Wireless Headset, per USB verbunden
Software: Phonerlite www.phonerlite.de + Software zur Tonverstärkung: Equalizer APO (Ton bis zum Maximum verstärkt) Ich höre dadurch meine Gesprächspartner relativ gut; diese aber klage öfter über nicht-optimalen, techischen, verzerrten, zu lauten Ton.

zu b)
Hardware: Linux-Laptop + Fritzbox + Logitech Wireless Headset, per USB verbunden - es ist dasselbe Headset wie unter a)

Die Software phonerlite läuft nur unter Windoof, aber nicht unter Linux. Deshalb kann ich die Telefonie nicht per Laptop machen.
--> Kennt jemand eine Telefoniesoftware, die auch unter Linux gut funktioniert?

* Am Abend/Freizeit bzw. bei Nachrichtensendungen auch tagsüber: Ton des Fernseher per Sennheiser-Kopfhörer - also ohne HG


Morgens bei Arbeitsbeginn ist Variante a) aktiv.
Da ich jeden Tag für zwei h eine Videosprechstunde anbiete, muß ich ca. 15 Min davor die Technik von a) nach b) umstöpseln - bzw. ca. 2x in der Woche auch schon frühmorgens bei anderen Video-Konferenzen. Danach muß ich alles zurückstöpseln.

Wenn in der Zeit des Video-Call ein normales Telefonat reinkommt ... hab ich ein Problem. (müßte schnell zurückstöpseln bzw. den Anrufer Rückruf versprechen...)


Ich möchte sinnvollerweise eine Lösung, bei der möglichst viel/alles mit einem Gerät = Hörgerät empfangen wird.

Bzgl. Fernseh-Lösung: habe ich was vom "TV Connector" gelesen, der den Ton zum HG überträgt.
Und vorhin in einem Beitrag vom Ohrenklempner was vom "Bluetooth-Clip"

Bzgl. Telefonie-Lösung: Werde mir in Kürze ein Smartphone zulegen - ob ein Android-basiertes oder ein I-Phone würde ich von dieser Gesamtlösung abhängig machen wollen.
Habe gelesen, daß androidbasierte bzgl. Vernetzung mit HG nicht so optimal sein sollen. Sind das auch Eure Erfahrungen?


auch Facts:
Halte mich für recht technik-affin (1990 mit PC angefangen und mir seitdem alles selbst beigebracht), lege aber keinen Wert auf Schnickschnack. Brauche/will nicht alles, was möglich ist. Fernbedienung zB ist mir zuviel.

Ich denke, ich bevorzuge ein HdO-HG - wohl aus Gewohnheit, kenne nix anderes.

Bzgl. finanzieller Rahmen: Bekomme von meiner privaten KV volle fette 600,- als Zuschuß - das ist weniger als ich jeden Monat an die zahlen muß!
Ich habe zwar am Freitag die richtige Zahlen im Eurojackpot getippt - war aber zu faul gewesen, in die Stadt zu fahren, um den Lottoschein abzugeben... ;-)
Will sagen: die teuerste HG-Lösung kann ich mir nicht leisten - die billigste will ich aber auch nicht haben. Gutes Hören ist mir wichtig!


Welche Gedanken, Hinweise, Vorschläge kommen Euch in den Sinn, die mir möglicherweise nutzen können???

---
Bin bei Fielmann und hatte zuerst ein Starkey-HG zum Test (wohl die eigenanteilsfreie Variante, 800,-), wo der Klang nicht zufriedenstellend war.
Seit ein paar Tagen habe ich ein: Stride 700 HdO (unitron) zum Testen. Der Klang ist schon mal deutlich besser.

Die Aukustikerin schlägt mir von Unitron vor:
- DX Stride P R 3 (1.300,00)
- Charger DX Stride PR (125,00)
- TV Connector DX (175,00)

Hat jemand damit Erfahrungen - sone oder solche?
Akustik Alex
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#2

Beitrag von Akustik Alex »

Hallo Stefan,
also was das Smartphone angeht, so ist das eigentlich mit ASHA und MFI beides gut lösbar. Also auch Android funktioniert mittlerweile gut, wenn das Protokoll eben unterstützt wird. Du kannst dazu einfach nach kompatiblen Handys beim Hersteller schauen und dir dann entsprechend eins davon zulegen. Bei Apple funktionieren alle neuen Geräte und man hat generell noch ein paar kleine Zusätze

Das Stride hat einen durchschnittlichen Verkaufspreis von rund 1600€. Da ist Fielmann also deutlich drunter. Wieso du von einer PKV allerdings nur 600€ bekommst, ist mir gänzlich schleierhaft. Das habe ich noch nie gehört und liegt unter dem, was ein GKV-Versicherter bekommen würde. Hast du eine Beihilfe?

Die Konnektivität lässt sich am Fernseher nur mit Streamer lösen, damit aber idR sehr gut. Am PC geht es auch ohne, aber nur mit Phonak, Unitron und Hansaton, da hier Bluetooth und nicht Bluetooth LE verbaut ist. Wie man das koppeln kann, wurde hier schon ausführlich dokumentiert ;)

Wenn dein Hörverlust wirklich so drastisch ist, dann würde ich auch zu HdOs raten. Zum einen haben die eh mehr Technik als IdOs und kosten das gleiche, zum anderen sind sie reparaturanfälliger und neigen eher zu Rückkopplungen. Kleine IdOs (IIC, CIC) kommen bei stärkeren Hörverlust ohnehin nichtm ehr in Frage.

Ob das Stride zu deinem Hörverlust passt, kann ich natürlich nicht sagen. Ansonsten scheint es erstmal zu passen. Eine Fernbedienung brauchst du ohnehin nicht, da du das einfach per App steuern kannst. Übrigens kann man das iPhone auch als externes Mikrofon nutzen. Das ist manchmal auch ganz nützlich, wenn es um Vorträge geht, Arztbesuche o.ä.
An den Streamer kann man by the way auch alle möglichen Audioquellen anschließen. Ist also nicht nur auf den Fernseher beschränkt.

Hoffe es hilft erstmal ;)

Besten Gruß,
Alex
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stefan-e
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#3

Beitrag von stefan-e »

Danke, Alex!!
Ich habe eben mal meine neuesten Werte in den GdB-Rechner eingegeben... und bin leicht geschockt - daß rechts so viel % sind, war mir nicht bewußt (
Der Hörverlust rechts ist: 87 % An Taubheit grenzende Schwerhörigkeit
Der Hörverlust links ist : 98 % An Taubheit grenzende SH / Taubheit
Das entspricht einem GdB von 70/80 Merkzeichen: (GL*), RF
Das mit dem iphone als ext. Mikro klingt sehr interessant! Hast Du es selber mal genutzt? Ich nehme an, daß sich in dem MOment das Mikro des HG automatisch ausschaltet.
Ich lese mir die Seite mal durch.

EDIT: In der Liste der kompatiblen HG ist das Stride nicht.
Aber inzwischen hab ich die Frage: Was wäre tatsächlich der Vorteil dieser Funktion im Vergleich zu "nur HG im Ohr"??

EDIT2 (nach Lesen og Links): Es wäre also ähnlich wie bei einer PK (Pressekonferenz): Ich stelle das Mikro=Apple-SM (Smartphone) auf den Tisch vor den Sprecher u. höre ihn deutlich besser = ohne die Nebengeräusche der and. im Raum Befindlichen. Könnte also bei Vorträgen, Seminaren, Predigten anwendbar sein - dieich aber alle nicht mehr besuche. ( Könnte aber bei Live-Teamsitzungen nützlich sein - 1x im Monat.
Zuletzt geändert von stefan-e am 24. Okt 2021, 13:02, insgesamt 2-mal geändert.
svenyeng
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#4

Beitrag von svenyeng »

Hallo!

Ich würde immer ein iPhone nehmen, auch wenn ASHA mittlerweile gut funktionieren soll.
Apple ist bei diesen Dingen einfach der Pionier und die bieten viel mehr im IOS für die HGs als Android es jemals bieten wird.

Ansonsten, teste möglichst viele HGs, damit Du ein für Dich gutes HG findest.
Würde immer zu hdO HGs raten, weil die Immer besser sind und mehr bieten als idO HGs.

Gruß
sven
stefan-e
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#5

Beitrag von stefan-e »

svenyeng hat geschrieben: 24. Okt 2021, 12:39 Ich würde immer ein iPhone nehmen, auch wenn ASHA mittlerweile gut funktionieren soll.
Apple ist bei diesen Dingen einfach der Pionier und die bieten viel mehr im IOS für die HGs als Android es jemals bieten wird.

Ansonsten, teste möglichst viele HGs, damit Du ein für Dich gutes HG findest.
Danke, Sven, für Deine Priorisierung von apple! Klingt sehr überzeugend.

Das mit dem `viele HG testen` ist leider nicht ganz einfach: mein Fielmann ist 200 km entfernt.
svenyeng
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#6

Beitrag von svenyeng »

Hallo!

Gibts bei Dir in der Nähe keine Akustiker?
Fielmann = Kette = NoGo!

Gruß
sven
Akustik Alex
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#7

Beitrag von Akustik Alex »

stefan-e hat geschrieben: 24. Okt 2021, 12:38 Danke, Alex!!
Ich habe eben mal meine neuesten Werte in den GdB-Rechner eingegeben... und bin leicht geschockt - daß rechts so viel % sind, war mir nicht bewußt (
Der Hörverlust rechts ist: 87 % An Taubheit grenzende Schwerhörigkeit
Der Hörverlust links ist : 98 % An Taubheit grenzende SH / Taubheit
Das entspricht einem GdB von 70/80 Merkzeichen: (GL*), RF
Das mit dem iphone als ext. Mikro klingt sehr interessant! Hast Du es selber mal genutzt? Ich nehme an, daß sich in dem MOment das Mikro des HG automatisch ausschaltet.
Ich lese mir die Seite mal durch.

EDIT: In der Liste der kompatiblen HG ist das Stride nicht.
Aber inzwischen hab ich die Frage: Was wäre tatsächlich der Vorteil dieser Funktion im Vergleich zu "nur HG im Ohr"??

EDIT2 (nach Lesen og Links): Es wäre also ähnlich wie bei einer PK (Pressekonferenz): Ich stelle das Mikro=Apple-SM (Smartphone) auf den Tisch vor den Sprecher u. höre ihn deutlich besser = ohne die Nebengeräusche der and. im Raum Befindlichen. Könnte also bei Vorträgen, Seminaren, Predigten anwendbar sein - dieich aber alle nicht mehr besuche. ( Könnte aber bei Live-Teamsitzungen nützlich sein - 1x im Monat.
Sehr gern.

Die Kompaiblität bei Unitron kannst du hier nachschauen:

https://www.unitron.com/at/de_at/help-a ... ility.html

Das Stride DX ist die "Discover Next" Plattform. Das iPhone Mikrofon hat keine besondere Stögeräuschreduktion o.ä. aber ja, die Mikrofone des HGs werden dabei quasi gemuted und du hörst direkt über das Mikrofon des iPhones. Das hat den Vorteil, dass der Direktschall dem Diffusschall deutlich überwiegt und Sprecher so besser zu verstehen sind. Das Stride hat übirgens keine WHO4-Zulassung, ist also nicht für "an-Taubheit-grenzende" Hörminderungen geeignet. Mit dieser Indikation hat man (zumindest bei GKVs) einen höheren Zuschuss seitens der KK. Das Stride kann aber prinzipiell dennoch ausreichend sein, wenn du grad an der Grenze bist.

Hier noch was zu den Versorgungsformen:
https://infohrmationen.blogspot.com/202 ... ormen.html

Und eine Liste mit passenden Geräten (nur von den "Big-Playern". Unitron gehört zu Sonova, also zu Phonak. Zu den aufgeführten Phonak-Geräten gibt es also auch Uitron-Pendants. WHO4 ist die zweite Liste):
https://infohrmationen.blogspot.com/202 ... assen.html
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Blümle
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#8

Beitrag von Blümle »

Bin zwar nicht Alex (#3) 🙃😂, aber kann zu Erfahrungen, das iPhone als ext. Mikro zu benutzen, was sagen. Das mache ich ziemlich oft und bin sehr zufrieden damit. Auf noch ein Gerät mehr dauernd mit mir rum zu schleifen hatte ich keinen Bock, deshalb habe ich auch kein Remote mic+ oder wie das eben je nach Hersteller heißt, mit dazu gekauft. Wird gern von den Akustikläden als „Rabatt“ dazu gegegeben, - aber den Betrag würde ich lieber in ein besseres Handy/iPhone stecken. Die Steuerung der HG beim IPhone ist einfach sensationell unkompliziert. Dreifachklick und schon ist man an der abgebildeten Ansicht. Dann noch ein Fingertipp und das Live-Mithören geht los….
Da kann jede HG-App mit ihrem ganzen Schnick-Schnack dagegen einpacken… 😉 Bei Phonak und Starkey jedenfalls dauert es gefühlte Ewigkeiten, bis man dort ist, wonach man zum Einstellen sucht. (andere kenne ich nicht, vermute aber ähnliches)
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cn3boj00
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#9

Beitrag von cn3boj00 »

Das mit deiner Kasse verstehe ich nicht. Als gesetzlich versicherter bekommt man da ja schon mehr.
HdO ist bei schwerem Hörverlust besser, hat auch sonst eher Vorteile, das werden dir die Akustiker hier auch sagen.
Auf jeden Fall sollte dein Hörgerät eine gute Bluetotth-Lösung haben, dann kannst du dir quasi alle Audio-Quellen direkt "in das Ohr" streamen, von Handy oder Tablet direkt, ansonsten mit einem Stream Connector.
Persönlich finde ich die Konnektivität beim IPhone deutlich besser, schon ohne eine App kannst du da viel machen, ich nutze ein iPhone 7 (es muss also nicht das neueste sein).
Wichtig scheint mir ja ein gutes Sprachverstehen zu sein, da hat dein Gehirn wohl durch deine Abneigung schon einiges verlernt. Deshalb solltest du auf jeden Fall genau das Gerät auch Testen was du kaufen würdest, wenn dir eine Stride 3 angeboten wird dann teste das auch.
Viele Hersteller haben eine vergleichbare Nomenklatur was die Qualitätsstufen betrifft, durch die Ziffern 3, 5, 7, 9 im Produktnamen. 3 sind die einfachen, 9 die hochwertigsten. Dummerweise ist es so, dass automatisch ein Gerät mit besserer Hörqualität auch mehr Schnickschnack mitbringt. Allgemein kann man sagen dass die Qualität gerade der Sprachübertragung von der Kanalzahl abhängt, weil sich dann genauer auf die für Sprache wichtigen Frequenzen fokussiert werden kann. Natürlich ist das nur ne Grundregel, es gibt noch andere Faktoren, aber 3D-Hören und so ist ja bei dir nicht wichtig. Bei Starkey haben die Geräte die kanalzahl im Namen, 1000, 1200, 1600, 2000, 2400 für 10 bis 24 Kanäle.
Nicht verstehe ich die Teststrategie deiner Akustikerin, wenn sie dir ein billiges Starkey mit nem teuren Unitron vergleichen lässt und dir dann was ganz anderes anbietet. Das einfache Starkey hat 10 Kanäle, das Stride 700 aber 16, das Stride 3 wiederum nur 12. Was soll das?
Du solltest m.E. also durchaus mal in der gleichen Klasse vergleichen, z.B. ein Starkey livio 1600 mit einem Stride 5. Und du solltest dir überlegen ob du nicht 300 Euro drauflegst wenn das Hören (Verstehen) dadurch besser wird, denn aus eigener Erfahrung (leider) kann ich sagen, je weniger gut man versteht, desto eher ist man geneigt das Gerät liegen zu lassen, und dann ist die Investition erst recht ein Fehlgriff.
Viele Grüße Jochen
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#10

Beitrag von stefan-e »

Leute, Ihr seid KLASSE! Danke!! :prayer: :prayer: :prayer:

Ich nutze ja seit vielen Jahren die `Weisheit des Schwarms` mittels Foren, aber so schnelle und umfangreiche Antworten habe ich nicht oft erhalten. (Und dies, obwohl der sonnige Sonntag eher zum Rausgehen lockt.)
So manches, was Ihr antwortet, ist mir völlig neu. Bis hin zu den wahnsinnig vielen Abkürzungen, die ich dann erst goggeln muß - oder gibt es hier im Portal eine Seite für Neue, auf denen die Geheim-Codes übersetzt werden? ;-) "WHO4-Zulassung": hat wohl eher nix mit der Weltgesundheitsorganisation zu tun...

Aber auf jeden Fall lese ich jede Antwort aufmerksam und manchmal sind es scheinbar kleine Dinge, die einen guten Anstoß geben ((`keinen Bock.. noch ein Gerät rumzuschleppen..` Blümle oder: `iPhone7 - muß nichtneueste sein`)). Aber, uaaah, oft entstehen auch ganz neue Fragen...

Dank Euch habe ich schon einige Entscheidungen gefällt:

- HdO
- Smartphone = Iphone
- kein remote mic-dings
- gutes Bluetoth
- werde mal mit meiner PKV verhandeln :-x

Aber jetzt mach ich erstmal ne Pause, damit es mir nicht wieder wie gestern geht: Als ich endlich den Ausgang aus diesem Forum fand und raus in die Natur ging - war die Sonne weg und es fing an zu regnen. (:

Genießt den Sonntag! Ooh, in zwei Monaten ist auch der 24. ...
Gruß, Stefan
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#11

Beitrag von Akustik Alex »

stefan-e hat geschrieben: 24. Okt 2021, 15:32 "WHO4-Zulassung": hat wohl eher nix mit der Weltgesundheitsorganisation zu tun...
Doch, hat es :mrgreen:
Ich bemühe mich aber, wenn ich mit solchen "Fremdbezeichnungen" um mich werfe, auch einen Link oder eine Erklärung beizufügen ;)
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#12

Beitrag von Blümle »

zu Deinen gefällten Entscheidungen: - dann probiere auch auf jeden Fall etwas anderes als Phonak (und deren Töchter wie unitron oder baugleiche oder so). Phonak/unitron ist nicht !!! MfI (Made for Iphone) und hat ein anderes Bluetooth-System.
Phonak scheint, - warum auch immer-, Akustikers Liebling zu sein.
Da gibts aber elegantere Lösungen. Bin z.B. mit Starkey und iPhone von den Geräten her sehr zufrieden.
(Dass ich die Teile dennoch lieber heute als morgen wegwerfen will, weil sie mich quälen, hängt an den besch… Otoplastiken und den Lautsprecherdrähten, - aber da müssen alle, die schon länger hier mitlesen, wieder gähnen, … meine alte Leidensleier… 🤣 )
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#13

Beitrag von Akustik Alex »

Japp, Sonova nutzt Bluetooth und nicht Bluetooth LE (Hansaton zählt da auch noch zu). Hat den Nachteil, dass es nicht MFI ist, aber dafür kompatibler mit anderen Endgeräten. Verbraucht aber auch mehr Strom. Sofern das "Gegengerät" auch BT LE hat, ist aber dennoch eine Verbindung möglich. Reichweite und Geschwindigkeit sind hier auch geringer, was prinzipiell aber kein Nachteil sein muss. Laptops/PCs haben idR beides.
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#14

Beitrag von Blümle »

Hallo Alex, kannst Du bitte erklären, was Du damit meinst? Mit welchen Endgeräten kann Phonak ohne Zusatzgeräte (Dongle und so) besser verbunden werden als z.B. Starkey? Meiner Erfahrung nach war Phonaks Versprechen hinsichtlich der Kopperbarkeit (8 Geräte, 2 gleichzeitig nutzbar) zu hoch: ich konnte damit zwar schon einge Geräte vebinden, - aber stabil und störungsfrei waren die Verbindungen selten. Dauernd musste ich neu koppeln. Das fand ich sehr nervig. Mit der Dienst-PC-Anlage und mit dem Diensttelefon hätte ich nicht, bzw. beim Telefon nur mit zusätzlich kostendem Dongle verbunden werden können. Außer Reichweite/ Geschwindigkeit kommt noch hinzu, dass bei Phonak der Akku wesentlich schneller entleert ist, wenn man (viel) streamt. Bei Phonak war bei mir an manchen Tagen um 20 Uhr schon ziemlich Schicht im Schacht….
Ist vielleicht auch noch ne Überlegung wert, was man mit dem HG alles machen will… (wobei wir aus dem Forum ja wissen, dass vieles ohnehin nicht geht, was nett und cool wäre, - es ist und bleibt halt einfach nur ein Hör- bzw. Etwas-besser-Versteh-Gerät…. 😂. )
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#15

Beitrag von Akustik Alex »

Hey Blümle,
ja, das mit dem Stromverbrauch habe ich ja auch aufgelistet, das ist eben dem fehlenden "LE" (Low Energy) geschuldet. Jeder aktuelle Laptop/PC/Tablet etc. hat Bluetooth 5.0 integriert. Somit ist Sonova damit koppelbar. MEISTENS ist auch BT LE integriert, aber eben nicht immer. Wenn ja, ist es auch mit anderen Geräten möglich, aber eben mit etwas mehr Latenz und geringerer Reichweite. Wenn ich mich nicht irre ist BT auch abwärtskompatibel, BT LE aber nur bedingt.
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#16

Beitrag von Blümle »

Danke, Alex, - aber ich glaube ich steh auf der Leitung…. 🙄
Mit welchen Endgeräten ist Sonsova/Phonak kompatibler als Starkey?
Oder bedeutet das nur, dass Phonak mit mehr älteren/veralteten Geräten kompatibler ist, als Starkey?
(Ja, dieses techn. Knowhow ist echt nicht meine Stärke… 😂🤣)
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#17

Beitrag von Akustik Alex »

Ja, mit älteren Geräten ggf. auch, aber Bluetooth ist Standard, Bluetooth LE nicht zwangsweise. Daher fallen manche Geräte bei anderen Herstellern technisch raus. Mehr nicht ;)
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Espresso
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#18

Beitrag von Espresso »

Phonak kann ich z. B. mit einem Cisco 8865 koppeln. Mit den Oticon More klappt das nicht ohne zusätzliche Geräte.
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#19

Beitrag von stefan-e »

Blümle hat geschrieben: 24. Okt 2021, 16:04 zu Deinen gefällten Entscheidungen: - dann probiere auch auf jeden Fall etwas anderes als Phonak (und deren Töchter wie unitron oder baugleiche oder so). Phonak/unitron ist nicht !!! MfI (Made for Iphone) und hat ein anderes Bluetooth-System.
Phonak scheint, - warum auch immer-, Akustikers Liebling zu sein.
Da gibts aber elegantere Lösungen. Bin z.B. mit Starkey und iPhone von den Geräten her sehr zufrieden.
Ich glaube, ich sollte hier noch alle entscheidenden Fragen stellen, Eure guten Antworten abwarten ... und dann meine Akustikerin einfach hierherschicken. ;-)

(Dass ich die Teile dennoch lieber heute als morgen wegwerfen will, weil sie mich quälen, hängt an den besch… Otoplastiken ... 🤣 )
Na dann wirst Du möglicherweise bald die HÖRKONTAKTLINSE testen!
Blümle
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#20

Beitrag von Blümle »

Du wirst lachen: - das wollte ich und hatte die Firma kontaktiert. Leider darf ich nicht daran teilnehmen.Die ist nur für Leichtschwerhörige. meine Ohren sind leider durch und durch eine Fehlkonstruktion, - ich höre besch… und die Branche kriegts leider nicht besser/richtig hin. 😢😭

Tja, und Deine Akustikerin hierher zu schicken, - warum nicht?
Wie in allen Berufen gibt es manche, die sich gerne fort- und weiterbilden, während andere meinen, mit Ausbildungsende sei alles gelernt, was nötig ist, um verkaufen zu können.
Habe leider schon ein paar Mal festgestellt, dass manche leicht überfordert sind, wenn es etwas spezieller wird. 🥺
Blümle
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#21

Beitrag von Blümle »

@ Espresso, - lustig, das ging bei mir lt. Phonak-Endkundenservice nur mit Dongle. 😀😂
Naja, und nachdem sich die Anfangseuphorie, was theoretisch so alles koppelbar wäre, sehr ernüchternd aufgelöst hatte, hab ich mich von dieser schicken Idee, jetzt alles mögliche damit koppeln zu wollen, eh verabschiedet. Mal schauen, ob das bis in 5-6 Jahren besser aussieht…

Aber ich könnte das ja spaßeshalber mit Starkey nochmal. hecken… - denn den Telefonhörer gegen ein ohnehin schon wegen der Otoplastik wehtuendes Ohr drücken zu müssen, nervt einfach. (Und ich gewöhne mich an diese Schmerzen einfach wirklich nicht)
Espresso
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#22

Beitrag von Espresso »

@Blümle Mit den p90 kann man handsfree telefonieren. Allerdings mit den günstigeren cisco 8851 war keine stabile Verbindung möglich. Laut unserer Telefon Experten haben die günstigeren cisco eine andere Bluetooth Hardware. Mit den Oticon kann man noch nicht mal den Ton auf die Hörgeräte bekommen.
Phonak Audeo Belong 70 10
Michaela Ender
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#23

Beitrag von Michaela Ender »

Solange phonak keinen besseren Akku hinbekommt und mfi fähig brauchen die mir gar nicht mehr kommen. :oops: ich hatte Testgeräte die je nach Laune :69: zum Telefon einen vierstelligen pin wollte ( und nein 0000 war es nicht) und auch der Akkustiker hat mir nicht weiter helfen wollen oder können. :prayer:
Meine starkey sind mit dem mic super kompatibel Streaming wird gestoppt und telefonieren geht mit Tastendruck super einfach :sm(4):
:clap: Leute ich bin so 8-) das ich rolls Royce in den Ohrentrage :sm(4):
cn3boj00
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#24

Beitrag von cn3boj00 »

Also mit Starkey und ReSound hat mein iPhone 7 wunderbar harmoniert. Das man da auch noch aufpassen muss macht es noch schwieriger.
Viele Grüße
HV rechts 77% links 41%
Übe dein Ohr im Überhören (Wertheimer)
Das, was wir hören wollen, hören wir am besten (Meneghin)
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Jochenvl
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Re: Entscheidungshilfe: Welches HG für die nächsten Jahre?

#25

Beitrag von Jochenvl »

Hallo Stefan,

ich kann zwar nicht auf alle Deine Fragen eingehen, habe aber genau wie Du in den vergangenen Jahren lange Home-Office Tage mit viel Telekommunikation gehabt und kann dazu etwas sagen. Vorab zwei Sätze zu mir: 55J, leichte Hörschäden, seit Januar am testen verschiedener Modelle, 8-12h Videokonferenz pro Home-office Tag:

Nicht verstanden habe ich Deine beiden PCs, 1x Win, 1xLinux. Ist es beruflich nötig, zwischen den beiden Betriebssystemen zu wechseln? Ansonsten rege ich an, den Laptop auf WIN zu formatieren und als Video zoom, Skype oä zu nutzen.

Zum Thema Bluetooth und Phonak Paradise:
PRO:
- Phonak kann echtes freisprechen, ersetzt also ein Headset
- Phonak kann zwei Endgeräte GLEICHZEITIG per Bluetooth verbinden, zB PC und Cellphone, oder priv und Firmen Handy. Das kann mE kein anderes Gerät.
- Phonak kann freisprechen mit "normalen" Androids, auch ohne ASHA Protokoll

CON:
- Es ist als Dauernutzer inakzeptabel instabil. Für beruflichen Dauereinsatz wie bei Dir und mir in meinen Augen nicht zu gebrauchen.
- Die Akkulaufzeit ist einfach nur schlecht. Die Akkus halten bei nagelneuen Geräten bei starkem Streaming nicht von 8h bis 23h durch
- Die BT Reichweite ist grottenschlecht. Es reicht nicht mal vom Ohr bis in die Hosentasche (wo das Telefon steckt).
- Mein persönliches Gefühl: Die beiden BT-Verbindungen, die gleichzeitig gehen, haben unterschiedliche technische Eigenschaften. Die Verbindung, die als zweites eingegangen wird, ist schwächer und instabiler. Wenn Du zuerst mit dem Handy verbunden bist und dann den PC zuschaltest, hast Du für die beruflichen Verbindungen die schlechtere Technik aktiviert (das ist eine beobachtungsbasierte Vermutung, muß nicht stimmen)

Ein Weg, die Nachteile zu umgehen, ist der TV-Connector, den man auch am PC anschließen kann. Dieser liefert exzellente Sprachqualität und eine top-stabile Verbindung. Die Akkulaufzeit ist trotzdem schwach. Allerdings hat er den Nachteil, daß er, wenn Du lange sprichst, den Audiokanal Deines Gegenübers zumacht und erst 10 sek, nachdem Du aufgehört hast zu sprechen, wieder öffnet. Wenn Du also einen Vortrag per Video machst, hörst Du keine Fragen in Deinen Gesprächspausen – das ist im Berufsalltag inakzeptabel. Es gibt hier in einem Thread den Hinweis, daß dieses Problem nicht auftritt, wenn man den Connector per Lichtleiter statt per Klinke an den Audioausgang des PC anschließt, das probiere ich kommende Woche mal aus. Wenn das klappt, könnte das meine Lösung werden.

Der Vollständigkeit halber: Ich habe auch Signia getestet, die neuen Charge+Go AX. Die können Freisprechen nur mit einem Remote Micro, dafür aber seeehr stabil. Ein Remote Micro finde ich am PC absolut zumutbar. Und die Geräte mit T-Spule haben einen größeren Akku, der bei mir mit Dauerstreaming von 8h bis 23h AM FOLGETAG (39h !!!) gehalten hat. Ich dachte zunächst, ich hätte meine Lösung gefunden, aber leider komme ich mit dem Sprachbild nicht so gut klar und schiele wieder auf Phonak.

Noch ein Punkt: Private KV. Genau wie Du bin ich privat versichert und erhalte keinen allzu großen Zuschuß. Ich sehe das positiv: Dafür habe ich den vergangenen 28 Jahren (Eintrittsalter waren 27J) Unsummen an Beiträgen gespart. Ich habe einen preiswerten Tarif, der die dicken Einschläge (teure Operationen) abfängt. Aber alles, was mich nicht finanziell umbringt, und Hörgeräte gehören dazu, zahle ich lieber selten selbst und spare dafür monatlich durch den niedrigen PKV Beitrag. Das war damals eine bewußte Entscheidung.

Viel Spaß beim Rumprobieren!
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