Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

Lchtschwrhrg
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Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#1

Beitrag von Lchtschwrhrg »

Aktuell teste ich zwei Geräte und möchte Euch um Eure Erfahrungen/ Eindrücke/ Kenntnisse zu den jeweiligen Stärken und Schwächen der Geräte befragen.
(geht mir bei der Frage nicht um den Preis)

1) Bernafon Zerena mini Rite T (60-Hörer) (13.20.22.0337)
2) Starkey Livio AI 1000 RIC 312 (115/50) (13.20.22.1826)

Nutze Iphone 12 und hab sowohl die Bernafon App als auch die Thrive-App von Starkey geladen - tun sich im Prinzip nicht viel, außer dass man bei Starkey noch etwas Equilizer-spielen kann, die Wellness Verknüpfung mit Schrittzähler via HG finde ich witzig aber überflüssig.

Bernafon klingt für mich weicher, etwas runder, aber minimalste klangbedingte Silben-verständnis-Problemchen bei Zischlauten, die Dinger sind HdO nicht zu spüren, muss erst nachfühlen,
die Starkeys klingen mir etwas härter, aber ich habe noch nicht so lange im Ohr, dass ich Wort- bzw Klangprobleme hatte, und ich merke snft, dass da Geräte hinter den Ohrwatscheln stecken.

Wie sind Eure Erfahrungen / Empfehlungen??
Danke vorab!

LG Lchtschwrhrg 8-)
fras12
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#2

Beitrag von fras12 »

Ich habe mir in Thrive ein eigenes Hörprogramm fürs Fernsehen erstellt- Tiefen runter, die Höhen verstärkt. Es funktioniert gut. Nur manchmal benötige ich mehr Lautstärke, so dass ich an der Fernbedienung drehe, und schon hagelte von links Beschwerden ...

Damals habe ich neben Starkey auch Signia probiert. Auch dies klingen weicher, nicht so hart wie Starkey. Aber sie waren Anfang des Jahres nicht lieferbar. Und mit den Starkey kam ich gleich gut zurecht.
Starkey Livio EDGE AI 2400 ITC- R
Lchtschwrhrg
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#3

Beitrag von Lchtschwrhrg »

Danke fras12, - reicht die Verstärkung des Livio nicht aus? Du hast das Edge-Gerät, das sich mit KI eine Selbstanpassung an die aktuelle Hörsituation machen soll (per Doppeltipp aufs Ohr) - zumindest lt. Internet-Video - die darin vorgestellten Funktionen des Livio AI in den diversen Technikstufen hat mich schon beeindruckt. Aber hinsichtlich Textverständnis müsste meine Basisstufe des AI1009 doch angeblich fast identisch mit z.B. dem AI2000 sein ???
Wobei AI2000 mit- Übersetzungsfunktion hört sich schon toll an - ist es das auch?? (Ich hab mir mal auf Grund "eigentlich notwendig, damit eine Verständigung ohne Dolmetscher möglich wird" einen teuren aktiven Übersetzungscomputer (mit weltweit online) geleistet - den konnte ich schon bei einfachsten Sätzen türkisch den Hasen füttern, Übersetzung war völlig sinnlos und hätte tlw. sogar gefährlich werden können)
Michaela Ender
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#4

Beitrag von Michaela Ender »

Die Übersetzung funktioniert nur gut wenn dem entsprechend ein vernünftiges Internet vorhanden ist.
In meinem bisherigen Job hab ich es nie benutzt.
Ausschlaggebend für das höhere Modell war bei mir das ich ein besseres Sprachverständnis hatte ( konnte es zum Beispiel runter regeln) wenn man bedenkt das man die Geräte über 6 Jahre trägt sollte man das auch im Blick haben!
In den letzten 3 Monaten hat sich mein Gehör zwei mal verschlechtert ( Corona und aufgrund einer massiven Entzündung mit Antibiotikum behandelt) war ich doch froh diese Entscheidung getroffen zu haben.
Trage ebenfalls die itc 2400 edge
Würde dir aber raten den neueren chip auszuprobieren
Der soll lt meiner wirklich sehr guten Akkustikerin noch besser sein!
Viel Erfolg 🍀

Michaela

Ps der Chip heißt evolv ai
:clap: Leute ich bin so 8-) das ich rolls Royce in den Ohrentrage :sm(4):
fras12
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#5

Beitrag von fras12 »

Moin,

fürs Fernsehen benötige ich mehr Höhen und manchmal reicht die vom Akustiker eingestellte Verstärkung nicht aus.
Dabei meine ich den Verstellbereich der Lautstärke der HGs, welche man manuell einstellen kann.

Zu den technischen Unterschieden der Technikstufen kann ich nicht viel beitragen.
Die Livio AI habe ich zuerst in der 2000er Stufe ausprobiert, und blieb dann bei der 2400er.

Die Evolv waren damals schon angekündigt, aber noch nicht am Markt.

Gruß, Frank
Starkey Livio EDGE AI 2400 ITC- R
Lchtschwrhrg
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#6

Beitrag von Lchtschwrhrg »

Danke für Eure Infos - Nach diesen Infos bin ich in Überlegung, ob ich vom Livio AI auf Evolv AI umsteige und wenn schon, ob es dann nicht sinnvoll sein könnte, gleich in die 2400 Technikstufe zu investieren? Könnten meine letzten HGs sein, warum dann nicht in "sinnvollem" Hör-Luxus? Aber nur um technik-Gimmicks zu haben wäre es mir einfach zu teuer.
fras12
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#7

Beitrag von fras12 »

Probiere es einfach aus, in verschiedenen Technikstufen.

Die Gimmicks wie Übersetzung habe ich noch nie ausprobiert.
Aber Streaming vom Handy auf die Hörgeräte (Telefonie und Musik) nutze ich regelmäßig.
Starkey Livio EDGE AI 2400 ITC- R
Hanne
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#8

Beitrag von Hanne »

Ich hab die ITC Evolv AI 2400 (meine heißen anders, sind aber die gleichen). Getestet hatte ich erst die 1600, aber bin dann auf die höhere Stufe gegangen, weil die Edge - Funktion bei den 1600 nur über die App gegangen wäre und nicht durch tippen aufs HG. Die Verbindung zum Samsung ist nicht immer gut und dann nützt die schönste Funktion nix, wenn man ewig bräuchte um sie einzuschalten. (iPhone funktioniert wohl besser, hab ich aber nicht). Auch aus diesem Grund hab ich meine ITC mit Knöpfchen genommen und bin sehr froh über diese Entscheidung, auch wenn die HG deshalb größer ausgefallen sind, als geplant. Streaming vom Phone ist gut und Musik klingt (für mich 😀) kräftig und voll. Streamen vom TV (mit dem Streamer, der wohl zur Zeit schwer zu kriegen ist - hatte das Glück, dass mein Mann schon einen hatte) klappt auch sehr gut. In der App kann man eigene Programme programmieren. Hab meine Entscheidung viel Geld auszugeben nicht bereut!
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#9

Beitrag von Ohrenklempner »

Bernafon hat den Vorteil, dass das Zubehör uneingeschränkt lieferbar ist. :D

Sonst nehmen sich die beiden Geräte nichts. Klanglich kann man natürlich noch nachjustieren, wenn dir das Zerena oder das Livio irgendwo nicht perfekt klingen.

Die Übersetzungsfunktion hab ich auch mal probiert (mit Evolv AI 2400), war aber mehr schlecht als recht. Da empfehle ich eher den Google-Übersetzer, der ist echt prima.

Ich bin ja ziemlicher Fan der Bernafon-Technik und würde, falls du den Sprung von Basis- ins High-End-Segment erwägst, auch mal die Alpha 9 probieren.
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#10

Beitrag von Lchtschwrhrg »

Hallo Ohrenklempner,

d ich Deine Kommentare und Hinweise sehr schätze (danke Dir dafür) habe ich das Alpha 9 mal mit auf die Testliste gesetzt.
Hanne
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#11

Beitrag von Hanne »

Und ich behalte Bernafon mal im Hinterkopf für meine nächsten 👍😀
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#12

Beitrag von Ohrenklempner »

Bernafon wie Oticon war auch auch von mir lange Zeit unterschätzt. Es lag daran, dass die Mittel- bis Oberklassegeräte (damals Bernafon Chronos, Acriva, Juna bzw. die Oticon Ria/Nera/Alta und Nachfolger auf identischer Hardware) nie so richtig gut am Kunden funktioniert haben und ich lieber andere Hörgeräte angepasst hab. Dieses Jahr habe ich dann schließlich mal Sonic (Eigenmarke der Hörex, baugleich mit Bernafon) getestet, einfach nur aus Neugier. Klar, ein paar Sachen gibt's die andere Hersteller besser machen, z.B. Fernbedienbarkeit bei CIC-Geräten, mehr Alternativen an Bauformen und Farben, aber rein aus technischer Sicht und wie die Geräte bei den Endkunden ankommen... super. :)
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#13

Beitrag von Lchtschwrhrg »

Hallo Ohrenklempner, könntest Du mir bitte weiterhelfen mit der Hilfsmittelnummer In der REHADAT-DB, Ich such mir den Wolf nach BERNAFON ALPHA 9 in der Akku Version - und finde falls überhaupt was nur alle anderen.
Danke!

Was mir an Bernafon gefällt ist die Hoffnung, dass im Premium-Segment die Sprachverständlichkeit mit dem Starkey gleichziehen kann und Musik (klassisch, jazz, Blues) wie Musik klingen könnte - (obwohl inzwischen mittelgradig / Innenohr)
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#14

Beitrag von Ohrenklempner »

https://www.rehadat-gkv.de/produkt/inde ... B9&s3f=s3f

Die Akku-Bauformen heißen BTE T R und miniRITE T R
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Yak
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#15

Beitrag von Yak »

Hallo Ohrenklempner

aus Interesse hier mitgelesen und mal bei Bernafon "rumgeschnüffelt".
Dabei habe ich gesehen, dass sie ( als einizige, bei denen ich es bisher gesehen habe)
ein Programm für "Kino" enthalten haben, kannst Du da etwas zu sagen? Ist ja etwas, dass ich explizit gesucht habe.
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#16

Beitrag von Ohrenklempner »

Dazu kann ich leider nichts sagen, hab ich noch nie benutzt.
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Yak
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#17

Beitrag von Yak »

Hallo Ohrenklempner
danke für die Antwort, ich frage mal meine Akustikerin, ob man sie mal nachsehen kann, welche Parameter Bernafon da für den Kinomodus nutzt, vielleicht kann man da etwas für ein individuelles Programm abgucken :)
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#18

Beitrag von Dani! »

Also ich könnte mir vorstellen, dass im Kino Modus die Sprache von vorne und hinten reduziert wird, dafür aber die Geräusche von links und rechts viel intensiver wahrgenommen werden können. Zudem die Samples auf 24 Bit reduziert werden und alles viel dunkler klingt. Kino Modus eben.

(Okay, war nicht ganz ernst gemeint. Ich hab mir aber einen Spaß draus gemacht)
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#19

Beitrag von Yak »

du meinst den Kino Modus für schlechte Filme ;), oder den Retro Modus in 8 Bit und 320 x 200 pixel :)
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#20

Beitrag von Lchtschwrhrg »

Zwischenbericht zum Tragetest - Vergleich Bernafon Zerena und Starkey Livio AI 1000.

( Bernafon Zerena mini Rite T (60-Hörer) (13.20.22.0337))

Als ich das Gerät bekam, hatte ich zunächst das Problem, dass die direkten Alltagsgeräusche wie das Rascheln der Anzugsjacke, Regen, Straßenlärm zu stark waren – was sich aber nach wenigen Tragestunden gab. Ich hatte das Gefühl „einfach“ zu hören und zu verstehen, habe einige Male die Lautstärke zum Verstehen via Easy-control-App hochregeln müssen, um mich wohlhörend zu fühlen. Die Lautstärke wird beim Schnelleinsprung (3xSeitentaste m Handy) pro Seite geregelt, beim App-Aufruf kann das gemeinsam oder getrennt erfolgen. Viele Einstellmöglichkeiten gibt es in der App nicht, ist also wirklich sehr „easy“, was den Vorteil hat, nicht in Versuchung zu kommen. Beim Einschalten im Ohr spielt das Teil eine wachmachende „Zirkusnummer“ ab – gut zu wissen, die HHs sind an. Die Koppelung zum Iphone klappte perfekt, Telefonate waren wunderbar zu hören. Dass eine T-Spule eingebaut ist, brachte mir bei einer Kirchenführung klare Hörvorteile.

Sprachverständlichkeit/Verstehen: Das Zerena hat mir den Eindruck gegeben, wieder leicht hören und verstehen zu können. Es gibt einige Laute, die mir Problemchen machen, bei Auswahl der Programme konnte die Einstellung mit Hintergrundlärm nicht so sehr überzeugen, aber ich denke 90% hören ist auch schon nur 10% von „früher“ weg. Hinsichtlich der Richtcharakteristik der Mikrofone ließ sich bei Hintergrundlärm nur minimale Verbesserung erzielen, ansonsten fielen mir keine Schwächen auf, ich hatte keine Probleme mit der Richtungsidentifikation.

Tragegefühl und -komfort: Das Zerena war von Beginn an irgendwie „vertraut“ – da es klein ist und die Ex-hörerleitungen dünn, habe ich in der Probewoche oft vergessen, dass ich die Dinger trage und das erst gemerkt, wenn ich sie mir schon fast aus den Ohren gerissen hatte. Das Batteriefach ist einfach und leicht zu öffnen und die erste Rastung eignet sich perfekt zum Einschalten hinter dem Ohr. Die Tastenbedienung selbst fand ich nicht so prickelnd wie erwartet, da die beiden Schalter zu dicht beieinander liegen und ohne die Sprachansage völlig unklarer Zustand ist, die Regulierung per App war eindeutig. Batterieverbrauch und Wechsel wunderbar. Da die Ex-Hörerleitungen sehr dünn sind, ist es beim Einsetzen (links) der Schirmchen für mich etwas schwieriger, deren richtigen Sitz hinzubekommen.

Starkey Livio AI 1000 RIC 312 (115/50) (13.20.22.1826)
Als zweites Testgerät war ich natürlich schon wieder HG-gewohnter und damit evtl. teilweise „strenger“ in der Beurteilung. Der klare, etwas harte Klang machte Verstehen gefühlt leichter, es gab keine Hörprobleme mit den Lauten wie beim Zerena. Das Gerät regelt alles ganz gut, und gefühlt auch richtig, aber die Lautstärkepegelziffern liegen niedriger als beim Bernafon. Die Thrive-App scheint deutlich mehr regeln zu können als bei der „easy“, aber am Ende sind das die gute Mikroausrichtung und geringe Equilizerjustierungen – die ich beim „easy“ nicht vermisst habe. Thrive verlockt dazu, mehr regeln zu wollen – als zu können. Dennoch habe ich bei Livio erstmals das Problem der Zuordnung der Richtung bekommen. Wenn der Verkehr (hinter mir) mit der Blickrichtung relativ parallel läuft, hatte ich Problem woher und ob das Auto kommt oder nicht – Querverkehr ist eindeutig zu identifizieren. Beim Einschalten gibt es drei kurze Töne wie im Einkaufscenter – wegen meiner Problemchen mit dem Batteriefach-schließen, hab ich die zumeist verpasst.

Sprachverständlichkeit/Verstehen: Eigentlich habe ich alles gehört, was ich hören wollte, oder?. Bei Hintergrundlärm scheint mir allein die Möglichkeit, die Richtcharakteristik der Mikrofone per App wählen zu können, einen zusätzlichen psychologischen Effekt zu haben. Die vier Hörprogramme liegen leistungsmäßig weit weniger klar auseinander als beim Zerena. Obwohl mir die Lautstärke manchmal zu leise war, habe ich nicht so oft wie beim Zerena nachgeregelt. Allerdings hat dies Gerät bei mir den „Hunger nach mehr“ geweckt – „da geht doch noch was“, was mich beim Bernafon nicht interessierte – jetzt will ich, nein, ich muss einfach mal Premium-Klasse-Geräte probieren.

Tragegefühl und -komfort: Schon beim Einsetzen spürte ich, dass ich Geräte hinter dem Ohr haben muss, die sind fühlbar. Da das Ex-Hörer etwas stärker und damit-steifer als beim Zerena ist, ist das Einsetzen der Schirmchen für mich einfacher. Da man sich an das Teil hinter dem Ohr schnell gewöhnt, ist hier ein Griff ans Ex-Hörer-Kabel eine einfache Möglichkeit zu merken, „ja ich hab die HGs drin“, daher hab ich sie mir nicht versehentlich aus den Ohren gerupft. Mit dem Batteriefach liege ich im Clinch. Hinter dem Ohr einzuschalten ist zumindest links kein Selbstgänger, ich habe mir mehrfach die dabei rausfallende Batterie wieder suchen müssen und zumindest bei dieser einen Seite habe ich Probleme nach dem Tragen das Gerät durch Öffnen auszuschalten. Der Batterieverbrauch des Geräts erscheint zumindest gefühlt höher zu liegen als beim Zerena. Die Batterie zu wechseln ist für mich nicht so angenehm leicht wie’s eigentlich sein sollte..
Ohrenklempner
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#21

Beitrag von Ohrenklempner »

Ein schöner Erfahrungsbericht, Danke!
Noch ein Tipp zur Lautstärkeeinstellung mit dem iPhone: in den Einstellungen der Hörhilfen kann man "getrennt einstellen" ein- oder ausschalten. So kannst du auch mit dem Bedienungshilfen-Menü (3x Klick) mit einem Regler beide Seiten gleichzeitig einstellen.
Carreau!
svenyeng
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#22

Beitrag von svenyeng »

Hallo!

Ich hatte ja mal leihweise ein Starkey.
Die Batterieklappe geht bei denen ja falsch herum auf. Ich denke das Du das meinst.
Warum schaltest Du die HGs erst an, wenn Du sie in den Ohren hast.
Erst einschalten, dann einsetzen. So mache ich das schon immer.
Die HGs sind ja nicht sofort eingeschaltet, wenn man die Batterieklappe zudrückt.
Somit ist zu mindest bei mir das HG schon eingesetzt, bis das kurze Ping (Einschaltton) kommt.
Das rumgefummelt wenn die HGs im Ohr sind, muss so nicht sein.
Alternativ setze ich die Otoplastik ins Ohr, greife das HG, drücke die Batterieklappe zu und schiebe das HG hinters Ohr.

Ich würde Otoplastiken empfehlen. Schirmchen sind für mich Murks, eine Otoplastik ist immer Besser.
Ein Schirmchen ist ein Universalteil was in alle Ohren passen soll. Eine Otoplastik eben ein nach Deinen Ohren gefertigtes Teil, was perfekt sitzt.

Bezüglich der Einschaltmelodie:
Dies kann eigentlich immer vom Akustiker eingestellt werden: komplett aus, kürzer
Jedenfalls geht das zu mindest bei manchen HGs.

Gruß
sven
Ohrenklempner
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#23

Beitrag von Ohrenklempner »

Otoplastiken würde ich auch empfehlen, dann hat man keine Probleme mehr mit Einsetzen usw.
Und richtig, den Einschaltton und die Verzögerung nach dem Einschalten kann man, je nach Hersteller, ändern.
Carreau!
Chromobotia
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#24

Beitrag von Chromobotia »

Lchtschwrhrg hat geschrieben: 25. Sep 2022, 03:35Da man sich an das Teil hinter dem Ohr schnell gewöhnt, ist hier ein Griff ans Ex-Hörer-Kabel eine einfache Möglichkeit zu merken, „ja ich hab die HGs drin“, daher hab ich sie mir nicht versehentlich aus den Ohren gerupft.
Diese Sorgen hatte ich auch und habe anfangs ebenfalls immer an die Hörer gefasst. Weil man beim HG selbst irgendwann ja gar nicht mehr merkt, dass man es trägt. :-)
Mittlerweile halte ich das für völlig unbegründet: Wenn ein HG aus einem Ohr weg ist, merke zumindest ich das sofort: Der gesamte Höreindruck ist von einem Moment auf den anderen völlig anders. Ich hätte keinerlei Bedenken mehr, man wird das nicht verlieren und erst später merken.
Lchtschwrhrg hat geschrieben: 25. Sep 2022, 03:35Hinter dem Ohr einzuschalten ist zumindest links kein Selbstgänger, ich habe mir mehrfach die dabei rausfallende Batterie wieder suchen müssen
Verstehe ich auch nicht, warum man das HG erst am Ohr einschalten sollte, wäre mir zu kompliziert. Einschalten, einsetzen, rausnehmen, ausschalten.
Lchtschwrhrg
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Re: Bitte um Pro und Kontra /technisch/Erfahrungen

#25

Beitrag von Lchtschwrhrg »

Das mit dem Einschalten bei eingesetztem Hörgerät ist halt meine bevorzugte Art - klar, kann man das auch vorher machen - es ist halt ein Unterschied bei den Systemen.

Korrektur zum Starkey -. Richtungshören.
Das Problem hat sich gelöst (hatte ich eigentlich auch erwartet, nur bei einem früheren Test mit der Einstellung "Direktional" war das wirkungslos gewesen, hatte nicht geklappt):
Meine Einstellung der Mikrofon-Ausrichtung in der APP stand auf "wechselnd" zwischen "direktional" und "360°" - damit kam ich nicht zurecht. Bei der Einstellung "Direktional" die ich nun wieder aktiviert habe, hatte ich heute KEINE Probleme mehr damit gehabt.

Hinsichtlich Schirmchen vs Otoplastik - ich hatte bisher mit Schirmchen keinerlei Probleme, (es kommt auch viel auf das Fabrikat des Schirmchens an - manche sind einfach furchtbar steif und andere viel zu labbrig - wenn ich die Richtigen bekomme, dann passt das ir A auf Eimer. Und weiter, da ich das seltsame Gefühl habe, dass bei den Schirmchen, die allzu gut abdichteten dann eher in Richtung Ohrentzündung driftete denke ich, dass das bei Otoplastik auch si sein würde. Da gerade mein linkes Ohr eine ziemli8che Schmalzlocke ist, die auf "Abschluss" mit starker Ausschüttung reagiert, finde ich das unangenehm.
Da ich aber bisher nie Otoplastiken hatte, habe ich da keine eigenen Erfahrungen. - Wie ist das?
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