Erste Überlegungen bezüglich CI

Parmin
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Erste Überlegungen bezüglich CI

#1

Beitrag von Parmin »

Hallo ihr Lieben!

Ich trage ja seit über 40 Jahren beidseitig Hörgeräte nach einer
Mumpserkrankung. Komme damit aber nicht wirklich zurecht. Die
Verständigung ist für mich einfach nicht möglich. Wenn ich mich
nicht täusche, kann eine Schallempfindungsschwerhörigkeit wohl
auch nur bedingt durch Hörgeräte verbessert werden.

Jedenfalls ist es so das deswegen meine psychischen Erkrankungen
sich eher verschlimmern. Bin deswegen auch grad in einer psychosomatischen
Reha. Und gestern hatte meine Therapeutin kurz die Frage aufgeworfen
ob CIs nicht eine Möglichkeit wäre.

Meine Befürchtung ist, das mein restliches Hörvermögen dann für
immer weg ist weil durch die OP zerstört. Ist das so?

Lieben Gruß

Petra
KatjaR
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#2

Beitrag von KatjaR »

Hallo Petra,
dass es dir mit unzureichender Verständigung mit Hörgeräten nicht gut geht, ist nur allzu gut nachvollziehbar.

Ob eine Schallempfindungsstörung, also eine Schädigung im Bereich des Innenohres oder danach liegender Strukturen durch Hörgerät einigermaßen versorgt werden kann, hängt von der Stärke der Hörschädigung ab, sowie der Ausprägung der Störung in verschiedenen Tonlagen. Kennst du deine Werte, kann die Therapeutin das beurteilen, ob medizinisch gesehen ein CI in Frage kommt? Ist deine Hörgeräteversorgugn "ausgereizt"?
Deine Befürchtung bezüglich des Restgehöres kann ich leider nicht zerstreuen, damit sollte man immer rechnen, dass zumindest ein Teilverlust entsteht, oder auch das Restgehör ganz weg ist, auch wenn es bei restgehörerhaltenden OP´s häufiger als früher erhalten bleiben kann, gibt es darauf keine Gewähr. Diesem Risiko steht aber auch ein enormes Potential an Zugewinn durch ein CI gegenüber. Das will und soll gut überlegt sein, in einer Phase wo es dir sehr schlecht geht, würde ich das auch nicht entscheiden. Wenn es dir psychisch etwas besser geht, könntest du dich mal einer CI-Vorsorgeuntersuchung unterziehen. Da wird unverbindlich geprüft, ob ein CI in Frage kommt und Aussichten auf Erfolg hätte. Auch bieten die CI-Rehakliniken Entscheidungsfindungsseminare an, das würde ich auch empfehlen zu besuchen. Gut ist auch der Besuch von Selbsthilfegruppen von C-Trägern, da kann man sich austauschen und ein gutes Bild davon machen, wie Betroffene damit klar kommen. Ich wünsche dir als langjährige CI-Trägerin alles Gute sowohl für die Psyche, als auch für das Hören.
LG Katja
Langjährige CI-Trägerin (AB) Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe.
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Parmin
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#3

Beitrag von Parmin »

Hallo Katja!

Danke für deine Antwort!

Ob meine Therapeutin das beurteilen kann weiß ich nicht. Bin hier wegen
rez. Depression, Angststörung und sozialer Phobie. Reha vor Rente halt.
Sie sagte das mit den CIs nur beiläufig im Gespräch, aber das hatte für
mich gereicht um diesen Gedanken anzustoßen.

Ob meine Hörgeräteversorgung schon ausgereizt ist kann ich dir nicht mal
sagen. Die aktuellen Phonak Baseo Q15-M sind jetzt glaub ich 4 Jahre alt.
Ich hab schon mal nachstellen lassen letztes Jahr. Aber die Lautstärke allein
bringt mir ja nix. Ich verstehe es einfach nicht. Und sobald Hintergrundgeräusche
mit ins Spiel kommen ist es aus. Wie war das noch gleich mit dem
störenden Radio? Wenn man es auch lauter stellt, so versteht man es
trotzdem nicht.

Warten bis es mir psychisch besser geht? Schlecht möglich weil das „nicht-Hören-können“
da extrem mit reinspielt.

Hab gestern mal ne Anfrage an die HNO-Klinik in Münster gestellt. Mit der
Bitte um ein grobe Einschätzung meiner Indikation. Und die letzten Hörtests
die ich aufn Pad finden konnte, angehängt. Es kam heut Morgen direkt
eine Einladung für einen Termin. Das Datum ist zwar nicht machbar weil
ich am Tag zuvor erst aus der Reha komme und deshalb zum Doc muss.
Aber ich hab mal einige Terminvorschläge gemacht. Mal schauen ob da was
passt.

Ich meine, wenn es dann hinterher wirklich besser ist mit dem Hören, dann
wäre es das Risiko wert. Aber wie würde das denn dann laufen bei einen
evtl. Lärmarbeitsplatz, sprich Produktion?

Ich hab mal die letzten Audiogramme angehängt die ich finden konnte.
Vielleicht kannst du da ja was mit anfangen.

Lieben Gruß

Petra

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urlaubsreif
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#4

Beitrag von urlaubsreif »

Das sieht nicht danach aus, als würde es sich nicht versorgen lassen. In jedem Fall hörst du für ein CI viel zu gut.

Wie kommst du darauf, dass sich Schallempfindungs Schwerhörigkeit nur bedingt versorgen lässt?

Hast du denn mal bessere Hörgeräte getestet als deine Phonak?
Die sind ja nicht gerade der Hit von der Ausstattung her.

Was genau ist schwierig für dich bei der Verständigung? Gibt es Situationen, in denen du ausreichend verstehst?

Dass du nicht verstehst kann auch seelische Gründe haben. Ich kenne das von mir, dass unter extremer Belastung mein Gehirn abschaltet. Ich höre die Leute zwar reden, kann aber keinen Sinn mehr aus den Wörtern machen. Irgendeine Instanz in mir schaltet dann auf Offline ...
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Parmin
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#5

Beitrag von Parmin »

Das mit der nicht ausreichend versorgbaren Schallempfindungsschwerhörigkeit
habe ich im Schwerhörigen-Netz gelesen:

„...Anders verhält es sich bei der Schallempfindungsschwerhörigkeit. Innenohr, Hörnerv oder die Hörbahn zum Gehirn sind geschädigt. Gehörtes wird nicht nur leiser, sondern unvollständig und verzerrt wahrgenommen. Wie auf einer verkratzten Fensterscheibe fehlen einzelne Töne oder ganze Tonhöhenbereiche. Schreien hilft deshalb wenig, weil dadurch die Sprache noch weiter verzerrt wird. Auch Hörgeräte können die fehlenden Frequenz-
bereiche nicht ersetzen sondern allenfalls benachbarte Bereiche verstärkt stimulieren...“

Leider habe ich nicht die Mittel für Hörgeräte mit Zuzahlung. Aber auch solche
hatte ich schon. Von Bernafon. War aber leider auch nicht ausreichend.

Ausreichendes Verstehen ist gegeben wenn ich ein 1zu1-Gespräch habe ohne
Hintergrundgeräusche. Und der Gesprächspartner laut und deutlich spricht.
Wobei „laut“ dann ja individuell ist.
Meine HG stehen jedenfalls von der Lautstärke auf maximum. Also das, was ich
selber am Gerät einstellen kann. Und das ist dann trotzdem nicht ausreichend
sondern eher schmerzhaft. Z.B. im Speisesaal.

Natürlich, wenn ich ne ganze Weile einfach keine Chance habe was zu verstehen,
dann schalte ich irgendwann auch innerlich ab. Aber das entspringt eher der
Resignation.
urlaubsreif
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#6

Beitrag von urlaubsreif »

Das im Großen und Ganzen richtig, was da steht.
Allerdings sind moderne Hörgeräte dafür gebaut, genau das bestmöglichst auszugleichen. Und spätestens bei der Frage, wie gut sie das können, trennt sich die Spreu vom Weizen. Viel Lautstärke sorgt eher dafür, dass sich Klänge verzerren, das kann nicht die Lösung sein.

Gegen die unerträglichen Geräusche im Speisesaal hilft beispielsweise eine Impulsschallunterdrückung. Und das Verstehen im Störschall ist durch neueste Technik auch schon viel besser geworden.

Unabhängig davon, ist eine Uni HNO nicht unbedingt die schlechteste Idee. Die werden dich durchtesten und dann ein Gerät empfehlen oder sogar selbst anpassen. Deine Chancen, dass die Krankenkasse ggf. auch Mehrkosten übernimmt, stehen damit ganz gut. Gutes Hören kann und darf es nicht nur für Leute mit Geld geben!
Zuletzt geändert von urlaubsreif am 20. Feb 2020, 21:16, insgesamt 1-mal geändert.
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KatjaR
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#7

Beitrag von KatjaR »

Hallo Petra,
da sehe ich auch keine Indikation für ein CI. Es ist auch leider eine Illusion zu glauben, dass mit einem CI ein Hören in sehr anspruchsvollen Situationen gegeben wäre. In geräuschvoller Kulisse wie in der Produktion, wären auch die meisten CI-Träger aufgeschmisssen ohne zusätzliche kompensatorische Fähigkeiten. Diese wären, vom Mundbild ergänzende Informationen absehen, erhöhte Konzentration, innerliches Ergänzen von unvollständig verstandenen Sätzen, Kommunikationsstrategien anwenden oder Zusatztechnik. Grade beim Faktor Konzentration hapert es natürlich wenn man psychische Probleme hat, weil das Energieressourcen kostet. Mundabsehen und innerliches Ergänzen sind Sachen die man mit der Zeit lernt. Für das Erlernen von Kommunikationsstrategien kann auch Selbsthilfe gut sein. CI halte ich für dich zum jetzigen Zeitpunkt einmal nicht als mediznisch indiziert, aber auch nicht geeignet dein Hören/Verstehen zu verbessern. Wichtiger fände ich eine Überprüfung, ob die Hörgeräte geeignet sind.
Leider muss man sich als Hörgeschädigter von der Illusion verabschieden, dass man wieder in allen Situationen problemlos verstehen wird, wenn man nur die richtige technische Unterstützung hat. Mit der Zeit wird es aber einfacher, weil man lernt damit besser umzugehen. Ich hoffe es frustriert dich nicht zusätzlich, dass CI wahrscheinlich keine Lösung ist, aber wenn es dir wieder psychisch besser geht, du Akustikermäßig gut versorgt bist und etwas gelernt hast die Hörschädigugn auszugleichen, wirst du auch besser damit klar kommen. Einschrämnkungne bleiben, aber mit diesen lernt man zu leben. Ich wünsche dir viel Kraft dafür. LG Katja
Langjährige CI-Trägerin (AB) Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe.
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Parmin
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#8

Beitrag von Parmin »

Hey Katja,

die Aussichten sehen ja echt schlecht aus. Ich lebe schon seit über 40 Jahren
mit der Hörschädigung. Und ich kann nicht sagen das ich damit lerne zu leben.
Im Gegenteil, ich fühle mich mehr und mehr ausgeschlossen. Wenn man nichts versteht,
gehört man nirgends dazu. Wie war noch der Spruch „Nichts sehen können trennt
von den Dingen, nichts hören können trennt von den Menschen...“ Das ist leider wirklich so.
Wenn ich also niemals besser hören kann als jetzt, dann frag ich mich wozu noch weitermachen?
Wie soll ich noch einen passenden Job für mich finden? Wie soll ich da noch Lebenswillen
regenerieren? Wie psychisch je stabil werden? Das muss ich erstmal verdauen...
urlaubsreif
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#9

Beitrag von urlaubsreif »

die Aussichten sehen ja echt schlecht aus
Nein, keineswegs.
Probiere bessere Hörgeräte, da ist noch viel Luft nach oben.

Nimm auf jeden Fall den Termin innder Uniklinik wahr.
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KatjaR
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#10

Beitrag von KatjaR »

Liebe Petra, das war meine Befürchtung, dass dich das noch weiter runter zieht, aber Illusionen zu wecken halte ich nicht für sinnvoll.
Deine derzeitigen Schwierigkeiten liegen glaube ich einerseits in deiner psychischen Erkrankung, die auch eine Folge von Überforderung und Frustation geschuldet sein wird. Ich kenne das aus eigener Erfahrung sehr gut, in meinem Fall half CI sehr gut, aber ich war auch so gut wie taub.
Das bist du nicht und was ich sehe hast du auch keine besonders komplizierte Hörkurve (Akustiker mögen mich bei Irrtum verbessern), so dass ich noch eine Menge Luft nach oben sehe bei der Hörgeräteversorgung. Daher wäre der 2. Aspekt eine unzureichende Hörgeräteversorgung. Diese sollte auch bei deiner Hörkurve ein besseres und natürlicheres Hören und auch Verstehen ermöglichen können, als es ein CI könnte. Man neigt bei Depressionen dazu fatale Ansichten zu entwickeln, von außen gesehen sieht das anders aus. Beruflich bist du natürlich in der Produktion nicht gut aufgehoben, gäbe es bei deinem Arbeitgeber alternative Beschäftigungsmöglichkeiten? Bitte werfe nicht die Flinte ins Korn und suche dir einen guten Akustiker. Auch möchte ich noch mal darauf hinweisen dass Selbsthilfe wirklich helfen kann, man hilft sich da nicht selbst, sondern gegenseitig ;-) und das kann aus Isolation etwas raushelfen und auch Frustration mindern helfen. Den Termin inder Uniklinik würde ich auch auf jeden Fall wahrnehmen, vielleicht fällt denen ja noch was Anderes ein. Viel Erfolg dabei wünscht Katja
Langjährige CI-Trägerin (AB) Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe.
(Rainer Maria Rilke)
Wallaby
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#11

Beitrag von Wallaby »

Hallo Petra,

befindest du dich in einer Rehaklinik indem Hörgeschädigte Abteilung gibt?

Bei den Werten gehe ich davon aus, dass man zu andere HG ggf. auch Höherwertigen HG testen empfehlen wird.
Zwischen Hören und verstehen liegen manchmal Welten. Bei CI ist für div CI Trägern in Gruppengespräche, Restaurant o.ä. ebenso Grenzen vorhanden. Wie klappt es in ruhigere Umgebung zu zweit oder dritt. Geht TV hören noch?

Gruß
Wallaby
Nanni
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#12

Beitrag von Nanni »

Hallo, wenn Deine jetzigen Geräte nicht mehr ausreichen, hast Du auch vor Ablauf von 6 Jahren Anspruch auf neue Geräte. Lass dich dazu von deinem HNO beraten. Wie schon gesagt, die Technik verbessert sich ständig, da macht es schon Sinn, neuere Geräte zu testen. Ich habe letztes Jahr neue bekommen und seitdem hat sich mein Radius wesentlich erweitert.
Konzentriere Dich jetzt erst mal auf Deine Reha, wenn Du Dich darauf einlässt, kannst Du viel Positives für Dich daraus mitnehmen.
Und: Genieße einfach mal, dass Du dort auch einfach mal verwöhnt wirst: kein Haushalt, kein Kochen, Putzen, Einkaufen etc., neben dem Reha-Programm hast Du sicherlich auch viel Zeit für Dich, in der Du einfach mal tun und lassen kannst, was Du willst. Nutze das aus.
Du sagst, dass Du zumindest in ruhiger Umgebung noch gut mit anderen kommunizieren kannst, dann sag das auch so den anderen, dass du zwar gerne mit den anderen was zusammen machen würdest, aber an der Stelle auf deren Mithilfe angewiesen bist, z. B. der Spaziergang im Wald anstatt das Kartenspiel in der lauten Cafeteria.
Viele Grüße Nanni
smallhexi79
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#13

Beitrag von smallhexi79 »

Hallo Petra,

falls du neue Hörgeräte verschrieben bekommst, kannst du die nächststärke HG testen. Bitte achte darauf, dass du beim neuen HG testen, auch die Reserven bei allen Frequenzen hast.

Bei mir war vor 6 1/2 Jahren so gewesen, dass ich beim HG-Testen die 13er Batterie bei einigen Frequenzen keine Reserve mehr hatte und für mich etwas zu leise waren. Trage die HG mit der Batteriegröße 675, die sind stärker, haben für mich noch Reserve in allen Frequenzen. Superpower-HG sind für mich etwas zu schwach, daher trage ich die Ultrapower HG.

LG Smallhexi
LG smallhexi Hörgeschädigt seit 1980 durch Meningitis
links: +/- 80 dB versorgt mit GN ReSound Enzo 3D 5
rechts: gehörlos
Nanni
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#14

Beitrag von Nanni »

Guten Morgen,
ich würde auch - wie Wallaby schon vorgeschlagen hat - gucken, ob Du von der Klinik aus andere Geräte testen kannst. Falls nicht würde ich einfach mal in Ort bei einem Akustiker fragen, ob er ggf. Deine Geräte anpassen kann - eine zweite Meinung schadet nicht. Oder Du kannst direkt andere Geräte testen, kannst ihm ja sagen, dass du aktuell in Reha bist und du die Therapiestunden nicht wirklich mitbekommst.
Es gibt noch genug Möglichkeiten für Dich, lass den Kopf nicht hängen.
Gruß Nanni
Randolf
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#15

Beitrag von Randolf »

Liebe Petra,

du hast viele Probleme: Hörbehinderung, Arbeitsplatz und die daraus resultierende seelische Belastung.

Hast du einen Schwerbehindertenausweis?

Nimm den Termin für eine CI - VU wahr und probiere neue HG im aktuellen technischen Stand. Die HNO - Chef´s der Uni-Kliniken haben i. d. Regel einen Ruf wie Donnerhall und sind sehr hilfreich, wenn es darum geht, Kostenträger für aufpreisige Geräte zu finden. Das selbst und allein zu beantragen, kann sehr nervig sein und vor Gericht enden.

Bist du mit deinem Beruf zufrieden, ist das Einkommen angemessen oder kann ein Wechsel, eine Umsetzung an einen weniger geräuschvollen Arbeitsplatz hilfreich sein? Schalte das Integrationsamt ein!

Wenn die beiden Probleme gelöst sind, wird sich auch deine seelische Verfassung ändern!

LG Randolf
Parmin
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#16

Beitrag von Parmin »

Ich danke euch allen erstmal für eure Antworten! Da kann ich schon mal was mit anfangen.

Also, ich bin hier in einer psychosomatischen Reha. Die berühmte „Reha vor Rente“. Denn meine
psychischen Probleme rühren von anderen Baustellen. Kein Selbstwert, ängstlich vermeidende
Persönlichkeitsstörung, soziale Phobie, rez. Depression. Nur macht das fehlende Verstehen die
ganze Sache halt noch nen Tick schlimmer. Und zwar so dermaßen das ich mich weder zur Arbeit
noch aus dem Haus traue.

Was den Beruf angeht, ich hab die letzten 22,5 Jahre in der Produktion gearbeitet. Und das ist als
HG-Träger natürlich nicht das Wahre. Immer der Maschinenlärm und schlechte Kommunikation. Allerdings
bin ich seit Juli 19 arbeitslos, da ich seit 02.19 arbeitsunfähig bin und der befristete Vertrag natürlich nicht
verlängert wurde. Also über kurz oder lang werde ich mich „neu erfinden“ müssen. Entweder in Ruhe weil
erst befristete EM-Rente. Oder hopplahopp weil diese dann abgelehnt wurde.

Einen Schwerbehindertenausweis habe ich. GdB 70 RF unbefristet. Auf die Hörschädigung und die psychischen
Erkrankungen.

Neue Geräte testen werde ich wohl erst wieder zuhause. Da hätte ich bei dem vollgepackten Behandlungsplan
gar keine Zeit für. Momentan bin ich bei Amplifon mit den HGs. Überlege aber für neue Geräte zu Schweers
zu wechseln. Gibt es da Meinungen zu? Meine vorletzte Akustikerin, keine
Kette, hatte sich zum Schluss
unmöglich benommen. Da gehe ich nicht mehr hin.

Ich denke, ich werde mir einen Termin in der der HNO Uniklinik Essen holen und mich mal beraten
lassen. Von Münster wurde mir wegen der nicht optimalen Nachsorge abgeraten. Wäre zwar 30km näher,
aber wenn es besser ist...
urlaubsreif
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#17

Beitrag von urlaubsreif »

Können die dich in der Reha nicht konsiliarisch einem HNO vorstellen und einen Test mit vernünftigen Geräten vorab in die Wege leiten? Wie wollen die dort eine Besserung erzielen, wenn ein vernünftiges HG dafür Voraussetzung ist? Bzw. psychische Verfassung und Schwerhörigkeit Hand in Hand gehen und völlig unklar bleibt, wieviel Anteil deine Biographie mit Hörbehinderung an deiner seelischen Verfassung hat? Deine Diagnosen sind sattsam bekannte Folgen einer nicht- bzw. unzureichend versorgten Schwerhörigkeit.

Du hättest eher in eine HNO Reha gehört!
Auch dort berücksichtigt man psychische Erkrankungen und arbeitet daran.

Dass so etwas aber auch von Hausärzten und Psychiatern nicht berücksichtigt wird, regt mich schon wieder auf.
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Parmin
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#18

Beitrag von Parmin »

Also das daß mit der Hörschädigung und den psychischen Erkrankungen so sehr Hand in Hand geht,
hatte ich auch nicht auf dem Schirm. Zumal meine Vorgeschichte auch ohne die Schwerhörigkeit genug
Potential liefert. Aber mangelndes Selbstwertgefühl und eine unsichere, vermeidende Persönlichkeitsstörung
in Kombi mit mangelnden Sprachverständnis ist natürlich richtig heftig.

Diese Reha ist von der DRV verordnet worden. Hab nen Antrag auf EM-Rente gestellt. Einfach weil ich so
große Schwierigkeiten an den verschiedensten Arbeitsstellen habe. Und mittlerweile auch kaum noch
raus und unter Menschen mag/kann. Nur ist da halt der Hauptaugenmerk auf das Psychische gelegt, die
Hörschädigung läuft eher „nebenbei“.
Hätte es denn eine Klinik gegeben die Beides abgedeckt hätte? War 2015 ja in Rendsburg, nur da wurden
psychische Diagnosen eher weniger behandelt. Und ich hab mich auch erst nach dieser Reha in psychiatrische
Behandlung begeben weil eben nichts mehr ging.

Ob die mich hier zum HNO schicken könnten, weiß ich garnicht. Aber ob da wirklich was bringt in dieser kurzen
Zeit? Außerdem bin ich über 600km vom Heimatort entfernt und auch der Dialekt hier macht es nicht einfacher.
Besser wenn sie hier in der Reha sehen das es so nicht geht und das dementsprechend auch in ihr
Gutachten schreiben. Vielleicht hilft mir das langfristig gesehen mehr.

Mein Psychiater weiß um meine Hörschädigung. Aber da wir ja immer ein 2-Personen-Gespräch ohne Störschall
haben, bekommt er das natürlich nicht aus erster Hand mit. Obwohl ich auch da hin und wieder nachfragen
muss. Aber er hat schon öfters gesagt: „...ich merke garnichts von Ihrer Hörschädigung...“. Leider resigniere
ich oft sehr schnell und nicke oder lächle auch wenn ich nix verstanden habe. Ich weiß, das ist falsch. Aber ich
habe einfach keine Kraft mehr für so viel „Diskussion“ und auf mich gerichtet Aufmerksamkeit.
KatjaR
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#19

Beitrag von KatjaR »

Reha gibt es speziell für Hörgeschädigte auch anderswo, schade, dass du in Rendsburg so schlechte Erfahrungen gemacht hast. Eigentlich haben die einen guten Ruf , wenn es um Hörschädigung geht.
Alternativ kämen nach meinem Wissensstand noch Bad Arolsen als gute Anlaufstelle in Frage, das ist allerdings mittlerweile eine Akutklinik, die haben Tinnitus als Schwerpunkt aber kennen sich auch mit Hörschädigung aus. Mein Favorit wäre aber ST Wendel, die haben psychologische Betreuung dabei, eine der Psychologinnen ist selbst frühschwerhörig und trägt jetzt ein CI. Eine tolle empatische Person.
Ich denke auch dass man die "Baustellen" nicht getrennt voneinander ebhandeln und betrachten sollte, sondern in Zusammenhang mit dem gegenseitigen Einfluss aufeinander. Den zu verstehen ist für Betroffene wichtig um Akzeptanz der Einschränkungen zu lernen, die immer bleiben werden, aber auch einen guten Umgang damit, um die Möglichkeiten die verbleiben (das sind viele) auch nutzen zu können. Klar fehlt einem bei Depression oft die Kraft, deswegen denke ich, sollte der Tiefpunkt erstmal überschritten sein. Hörgeräteversorgung und gute Einstellung ist ein Prozess (ebenso bei CI, der dauert länger). Ich denke in deiner jetztigen Verfassung wird die EU erstmal weiter bewilligt, was dir hoffentlich etwas Luft verschafft um nach der Reha in Ruhe eine Hörgeräteneuversorgung anzugehen, vielleicht kann dir die Klinik, die du aufsuchen wirst ja auch einen Tip geben. Ambulante psycholologische Unterstützung halte ich auch für enorm wichtig. Du brauchst jemanden, der diesen Prozess unterstützen hilft, Psychiater ahben meist nicht genug Zeit für ausführliche Gespräche. Viel Erfolg!
Langjährige CI-Trägerin (AB) Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe.
(Rainer Maria Rilke)
urlaubsreif
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#20

Beitrag von urlaubsreif »

Ja, das ist meistens das Problem .. die Schwerhörigkeit läuft so nebenbei und wird deshalb unterschätzt. Sogar von den Betroffenen selbst.

Es ist doch logisch. Eine jahrzehntelange Überanstrengung, um überhaupt Verstehen zu können, bedeutet Dauerstress. Dauerstress wiederum bedeutet abnehmende psychische Kapazität, mit dem Stressor umzugehen. Folge ist die Vermeidung der belastenden Situation, das ist eine Frage der seelisch energetischen Ökonomie. Insofern tickst du ausgesprochen "gesund", wenn du eine "soziale Phobie" entwickelst, um dich vor weiteren Überlastungen zu schützen.

Anhaltender Stress bedeutet aber auch, dass der Körper eine Resistenz gegen das Stresshormon Cortisol entwickelt, es wird nicht mehr ausreichend abgebaut und am Ende durch Erschöpfung der Nebennieren nicht mehr in ausreichender Menge produziert. Das führt zu einer ganzen Reihe von körperlich seelischen Erkrankungen, u.a. zu Depressionen und chronischer Erschöpfung.

Aber dagegen ist ein Kraut gewachsen: ein vernünftiges Hörgerät!

Du glaubst gar nicht, wie heilsam sich eine HNO Reha auf deine Selbstwahrnehmung auswirken würde, allein schon deshalb, weil du plötzlich nicht mehr allein da stehst mit all deinen Problemen im Alltag, sondern auf Leute mit exakt denselben Erfahrungen triffst. Du bist nicht mehr der Depp vom Dienst unter Normalhörenden und über die besten "Verhörer" des Tages darf sogar gemeinsam mit den Blechohren und den Schwindlern gemeinsam gelacht werden ;)

Bad Grönenbach wäre vermutlich für dich ideal gewesen, weil es dort neben der Klinik für Hörstörungen auch eine psychosomatische Rehaabteilung gibt. Das hätte Hand in Hand gehen können.
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Parmin
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#21

Beitrag von Parmin »

Schlecht war die Reha in Rendsburg bestimmt nicht. Ich bin nur mit falschen Vorstellungen/Erwartungen
da hin gefahren. Das hatte ja auch kein Fachmann angeleiert, sondern ich selber. Mir war einfach klar das ich da
alleine mit meinen psychischen Problemen nicht weiterkomme. Ich war nur der Meinung, das da auch mehr an
meinen Dämonen gearbeitet wird. Aber es gibt halt auch Probleme die nicht unbedingt was mit der Hörschädigung
zu tun haben. Sondern mit meiner Kindheit.

Den EM-Antrag habe ich erst im Juli 2019 gestellt. Ist also keine Weiter- sondern Erstbewilligung. Ich hatte „geplant“
wenn die Rente genehmigt dann in Ruhe meine Baustellen anzugehen und dann nach und nach mittels Mini-Job
meine Grenzen auszutesten und dann irgendwann einen passenden Vollzeitjob für mich zu finden. Ich will ganz
klar wieder arbeiten gehen. Aber wenn der Rentenantrag jetzt abgelehnt würde, und ich hopplahopp einen Job finden
müsste, dann bräuchte es wohl kaum mehr ein Kalenderblatt bis ich wieder zusammenbreche.

Zuhause bin ich in ambulanter Psychotherapie. Aber da geht es eben um meinen nicht vorhandenen Selbstwert. Und
da ich ja durchs schlechte Hören so gehandicapt bin, nutzt diese Verhaltenstherapie auch nicht viel. Vor lauter
Angst kann ich einfach nichts umsetzen.

Am Mittwoch habe ich ein Einzelgespräch mit meiner Bezugstherapeutin hier. Vielleicht kann ich mir ihr zusammen
eine Möglichkeit finden wie es weitergeht. Ohne Angst vor einer direkten Ablehnung des Rentenantrags haben zu müssen.

Ob wohl die Möglichkeit bestände diese Reha hier abzubrechen und dann z.B. in Bad Grönenbach fortzuführen? Oder
tötet mich die DRV dann? Die haben mich ja nach dem Gutachten in die psychosomatische Reha geschickt. Und wenn
es nach denen gegangen wäre, hätte es mich nach Bad Driburg verschlagen. In die Klinik Roseneck. Da ich
aber noch der Meinung war das psychisch und psychosomatisch die bessere Kombination wäre, hab ich vom
Wunsch-und Wahlrecht Gebrauch gemacht und die Kohlwald Klinik in St. Blasien vorgeschlagen. Wo ich dann aber, auch
wegen dem Dialekt, gemerkt habe, das die Hörschädigung da viel mehr reinspielt als bisher von mir angenommen.

Ich will hier nicht umsonst jemand Anderen den Platz wegnehmen wenn man mir hier schlussendlich doch nicht nachhaltig
helfen kann. Will mir aber auch nicht mangelnde Mitwirkung von der DRV nachsagen lassen. Oder mir vorwerfen lassen
das ich die falsche Klinik ausgesucht habe. Nach der „Pleite“ in Rendsburg hätte ich nicht mal ansatzweise daran gedacht
das es Kliniken gibt mit der Kombi Hörschädigung und Psychotherapie.

Ach Mensch, verzwickte Lage...
KatjaR
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#22

Beitrag von KatjaR »

Einen Wechsel kann man versuchen, aber wenn er nicht klappt bitte auch nicht verzweifeln, sondern aus den Angeboten die da sind, das Beste machen.
Erstmal schwerpunktmäßig an den zu Grunde liegenden psychischen Problemen arbeiten, die ja anscheinend auch unabhängig vn der Hörbehinderung vorhanden sind. Mit dem was du jetzt auch gelesen hast, würde ich die Schwierigkeiten bei der Aufarbeitung durch die Hörbehinderung zwar auch zum Thema machen, aber nicht zu sehr darauf fixieren, da sich diese wohl als verstärkend und aufrechterhaltend auswirken, aber nicht (vor allem) ursächlich sind.
Gut finde ich, dass du perspektivisch denkst und nicht aufgeben willst. Die Verbesserung der Hörschädigung ist ein wichtiger Baustein bei der Bewältigung deiner Probleme, aber nicht der einzige. Nochmal mein Rat dich mit ggleichfalls Betroffenen zu treffen. Grade die Unsicherheiten im Selbstwert, und soziale Phobie, lassen sich dort in geschütztem Rahmen besonders gut angehen. Nach Ertaubung fiel mir das soziale Miteinander auch sehr schwer, das geht vielen anderen auch so, der Austausch darüber kann schon sehr gut tun. Dazu technisches Zubehör testen, was oft auch in Schwerhörigenvereinen vorhanden ist. Da bieten sich auch die Möglichkeiten therapeutische aufgaben aus einer Verhaltenstherapie zu erproben. LG Katja
Langjährige CI-Trägerin (AB) Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe.
(Rainer Maria Rilke)
Dani!
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#23

Beitrag von Dani! »

Parmin hat geschrieben:Mein Psychiater weiß um meine Hörschädigung. Aber da wir ja immer ein 2-Personen-Gespräch ohne Störschall haben, bekommt er das natürlich nicht aus erster Hand mit. Obwohl ich auch da hin und wieder nachfragen muss. Aber er hat schon öfters gesagt: „...ich merke garnichts von Ihrer Hörschädigung...“.
So ein Depp. Wenn nicht mal eine geschulte Person die Problematik erkennt, wie soll das dann ein Normalo verstehen? Sowas ärgert mich maßlos. Ich hoffe, du versuchst es trotzdem wie hier zu erklären. Denn unter Normalbedingung kostet schlecht hören/verstehen viel Kraft, die für andere Dinge beim Verarbeiten ja gerade fehlen. Dir in deiner Bewältigunng der Psychischen Belastung, mir z.B. beim Argumentieren in Streitgesprächen. Da passiert mir dann das gleiche wie dir und resigniere :(
Ich hab jetzt zwar frisch ein CI erhalten, das sehe ich bei dir aber als noch nicht notwendig an. Dein Hörverlust ist zum Glück noch zu mild. Deinen aktuellen Plan würde ich auch weiterverfolgen, erst auf EM-Rente hoffen und nach Bewilligung voll auf die HGs konzentrieren. Lass aber auch nicht aus den Augen, dass es abgelehnt werden könnte. Jammere mehr auf der jetzigen Reha!
Dominik
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Jani
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#24

Beitrag von Jani »

Hallo Parmin,

meine Vorredner haben dir ja schon eine Menge Tipps gegeben.

Mir fiel noch ein, was eventuell helfen könnte, dass du in Bad Grönenbach die Schwerhörigenintensiv-Reha machst, welche dort angeboten wird. Ich war selbst 2013 dort und es hilft einem auch schon viel weiter. Dann wärst du auch in diesem geschützten Rahmen, was die Probleme mit deiner Hörschädigung betrifft.

Ich wünsche dir auf alle Fälle alles Gute und dass es dir bald wieder besser geht!

Liebe Grüße Jani
Seit nach Geburt hörgeschädigt.

rechts: Naída Q70 CI seit 2001
links: Naída Q90 CI seit 2018

"Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." (Antoine de Saint-Exupéry) :blume1:
urlaubsreif
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Re: Erste Überlegungen bezüglich CI

#25

Beitrag von urlaubsreif »

Grundsätzlich ist ein Abbruch und eine Weiterführung der Reha in einer anderen Einrichtung möglich. Der Reha Antrag muss dann aber wahrscheinlich neu gestellt werden. Es ist eine gute Idee, diese Möglichkeit mit deiner Bezugstherapeutin zu besprechen, v.a. kann sie es gutachterlich begründen. Sie möge sich bitte erforderlichenfalls schlau machen über den Zusammenhang von seelischen Erkrankungen und Schwerhörigkeit. Es gibt dazu eine unendliche Menge von wissenschaftlichen Studien. Auch ein Fachbuch, das sich ausschließlich mit der Psychosomatik der HNO-Heilkunde befasst. Erschienen im Thieme Verlag.

Ohne die Schwerhörigkeit und ihre seelischen Auswirkungen zu beachten, kann keine vernünftige Differentialdiagnose gestellt werden, aus der sich ein Behandlungsziel ableiten ließe. Kämst du zu mir, ich würde dich nicht auf Depressionen hin therapieren, ohne dass dieses dringende Problem mit den Hörgeräten gelöst wäre. Ebensowenig, wie ohne den Hormonstatus der Schilddrüse überprüft und auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten getestet zu haben. Denn all das kann - unabhängig von der Biographie- eine Depression auslösen.

Frage doch in Bad Grönenbach direkt an, ob sie eine Therapie der Hörstörung mit einer psychosomatischen Reha leisten, wie die Abläufe sind und wann der nächste freie Termin wäre. Dann hast du schon einmal etwas in der Hand.

Anders als KatjaR sehe ich wenig Sinn darin, darauf zu hoffen, dass sich tiefenpsychologisch begründete Problematiken während einer paarwöchigen Reha entscheidend verbessern lassen, wenn die Ursache oder zumindest der Verstärker doch ganz erheblich an den Ohren hängt. Ich glaube, dass es weitaus besser ist, beides gleichzeitig in Angriff zu nehmen. Fallen die Belastungen durch das schwer Hören weitestgehend weg, verbessern sich automatisch nicht nur das positive Lebensgefühl, sondern auch Konzentration, Aufmerksamkeit und Wachheit. Das diffuse Gefühl unausgesetzter Bedrohung und chronischer Überforderung verschwindet. Dann kann man immer noch schauen, wie und ob sich alles andere mitverändert und was dann noch tiefenpsychologisch zu bearbeiten bleibt.
_Hz 125 250 500 1000 2000 3000 4000 6000 8000
dbR 55__55__60__60__65___55__70___85__90
dbL 65__75__75__80__75___65__75___70__70
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