Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

Gänseblümchen
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Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#1

Beitrag von Gänseblümchen »

Hallo,

1.Ist das mit einer Abweichung von 10 bis 15dB beim Hörtest oft?
Bei jedem Termin mache ich neue Batterien in die Geräte damit das zumindestens immer gleich ist.
(Die gute Mitarbeit ist vorhanden)
2.Kann sich ein Knochenleiter Audigramm verschlechtern obwohl immer Knochenleitungs Geräte getragen werden?
3.Sind beidseitig Versorgung den noch von Vorteil wenn laut Arzt eine Seite so nicht zu versorgen geht.
Bei bestehender Mittelohr Plastik ?( die keinerlei Nutzen gebracht hatte und zu schwerhörig für Knochenleitungs Gerät)

Ich hoffe verständlich zu Fragen,

Freue mich über Antworten, schön dass ihr mit denkt dann übersehen wir eventuell nichts.

Lg
Akustik Alex
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#2

Beitrag von Akustik Alex »

Hallo,

1. Abweichungen beim Hörtest sind tagesformabhängig, können aber auch begründet sein durch den Blutdruck, Blutzuckerspiegel o.ä. Besonders bei der Knochenleitungsmessung ist auch die Positionierung des Hörers maßgeblich. Das kann also durchaus mal passieren. Ich würde es bei 5 -10 dB als "normal" deklarieren, aber natürlich kann das auch mal mehr sein.
2. Ja natürlich. Das Innenohr ist bspw. von Lärm- und Altersschwerhörigkeit zuerst betroffen. Dieses wird bei der Knochenleitung gemessen, also wird sich das leider im Laufe der Zeit immer weiter verschlechtern.
3. Wenn es anders versorgbar ist, dann macht es natürlich Sinn. Räumliches Hören hat man nur mit zwei Ohren, also auch selektieren und fokussieren geht optimal nur mit beiden Ohren. Wenn es nicht mehr versorgbar ist, dann wäre ggf ein CI eine Lösung oder eine CROS-Versorgung.

Besten Gruß
Alex
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Gänseblümchen
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#3

Beitrag von Gänseblümchen »

Hallo,
danke für die Ausführliche Antwort.

Wie wird die CROS-Versorgung gemacht ,reicht da eine Schraube?

LG
Akustik Alex
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#4

Beitrag von Akustik Alex »

Hallo,

schau mal hier:
CROS

Besten Gruß,
Alex
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Gänseblümchen
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#5

Beitrag von Gänseblümchen »

Danke, könnte ein Licht Blick werden

Lg
Gänseblümchen
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#6

Beitrag von Gänseblümchen »

Hallo,
Das sind die Kurven um die es geht
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Akustik Alex
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#7

Beitrag von Akustik Alex »

Hallo,

aktuell bist du aber rein indikativ noch regelversorgbar. Links schon in der WHO4-Indikation, rechts noch nicht. Sprich, mit Powergeräten ist es noch auf beiden Seiten möglich. Eine CROS-Versorgung solltest du erst in Erwähgung ziehen, wenn ein Ohr wirklich nicht mehr versorgbar ist und du vor der Wahl zwischen OP oder CROS stehst. Das ist aktuell aber nicht der Fall. Da muss ich dem Arzt widersprechen.

Besten Gruß,
Alex
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Gänseblümchen
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#8

Beitrag von Gänseblümchen »

Hallo,
Ich frag Morgen weiter ....

Vielen Dank

LG
Gänseblümchen
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#9

Beitrag von Gänseblümchen »

Hallo,

Die Baha Versorgung mittels Stirnband ,ist ja weniger laut und deutlich als mit der Implanttierten Schraube.
Gibt es dazu dB Werte?
Ich kenne Baha und Oticon in diesem System.
Die Schraube hat jetzt einen Aufsatz der Getauscht werden kann, je nachdem welches Gerät es ist, das finde ich schon mal für den Endkunden sehr vorteilhaft.( Früher ging das nicht)

Was für Möglichkeiten habe ich den nun
Beidseitig das Ponto 4?
Oder
Baha 6 Soundprozessor?
(Gefunden auf deiner Seite Alex)


Oder wohin sollte ich denken

Lg
muggel
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#10

Beitrag von muggel »

Es gibt auch von Cochlear ein System, wo keine Schraube durch die Kopfhaut verläuft.... das nennt sich Osia.
https://www.cochlear.com/de/de/home/pro ... sia-system
Gänseblümchen
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#11

Beitrag von Gänseblümchen »

Hallo

Danke für die Antwort.

Hatte ich gesehen und bin nicht schlau draus geworden, das geht dann mit Magnet ?

Laienhaft dachte ich die magnetischen Versorungen brauchen mehr Knochensubstanz als die Schrauben.


Lg
Akustik Alex
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#12

Beitrag von Akustik Alex »

Hallo,

ich weiß nicht, ob es Prognosen zum Fortschreiten deiner Hörminderung gibt, aber aktuell würde ich noch, wie gesagt, zu Powerversorgung raten. Du bist definitiv noch ohne CI versorgbar. In Frage kommen hier z.B.:

Oticon: Xceed 1 Xceed 2 Xceed 3 Geno 1 Geno 2
Phonak: Naida P 90 Naida P 70 Naida P 50 Naida P 30 Vitus + Vitus
Widex: Evoke Fashion 440 Evoke Fashion 330 Evoke Fashion 220 Evoke Fashion 110 Enjoy Fashion 50 Enjoy Fashion 30
Resound: Enzo Q9 Enzo Q7 Enzo Q5 Enya 4 Enya 3
Signia: Motion 7X Motion 5X Motion 3X Motion 2X Motion 1X Intuis 3
Starkey: Muse iQ i2400 Muse iQ i2000 Muse iQ i1600 Muse iQ i1200 Muse iQ i1000

Es gibt aber auch Geräte mit externem Lautsprecher (HP/SP) die ggf. noch machbar sind mit eingegeossenem Hörer im Ohrstück. Warst du mal in einem Fachgeschäft?

Besten Gruß,
Alex
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Ohrenklempner
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#13

Beitrag von Ohrenklempner »

Ist denn an dem Schallleitungsanteil nichts zu retten?
Das Ohr mit dem ganz flachen Tympanogramm (links oder rechts?) hat möglicherweise einen Paukenerguss, das andere Ohr hat nen ziemlichen Unterdruck, aber die Compliance ist normal. Wenn man also die Luftleitungshörschwelle perspektivisch noch ein paar dB hochbekommt, müssten es nicht einmal Powerhörgeräte sein.
Allons-y!
Gänseblümchen
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#14

Beitrag von Gänseblümchen »

Hallo,

Recht : ist das flache Typanogramm

Links: ist eine Titan Mittelohrplastik drin vor und nachher nichts verändert

Was schreibe ich denn jetzt: nach bisherigen Erfahrungen
Eine Prognose gibt es nicht.
Die Knochenleiter ist doch besser als die Luftleiter.

Schalleitungsanteil ? Ist doch über die Luftleitung, es wird aber ein Knochenleiter Gerät getragen.
Wie meinst du das mit retten?

1. also schauen was hinter dem Trommelfell im rechten Ohr los ist
2. warum ist der Unterdruck da,
3. Und dann mit geschlossenen Ohrpasstücken versuchen die Schalleitung zu benutzen

Viele Hausaufgaben für das kommende Fachgeschäft

Ich schick das jetzt mal so ab

Lg
Akustik Alex
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#15

Beitrag von Akustik Alex »

Hallo,

ich erkläre mal grob: Im Tonaudiogramm von oben herab bis zur Knochenleitungmessung, das ist der Schallempfindungsanteil. Von der Knochenleitungmessung bis zur Luftleitungsmessung, das ist der Schallleitungsanteil. Wenn sich ein Unterdruck im Mittelohr befindet, dann liegt das meist an einem Tubenverschluss. Dabei wird der restliche Sauerstoff im Mittelohr von den Schleimhäuten verbraucht und es strömt, durch den Verschluss zum Hals-Rachen-Raum, kein Sauerstoff nach. Somit kommt es zum Unterdruck und das Trommelfell zieht sich rein. Alles klingt dadurch ungewohnt und ist oft eine Begleiterscheinung einer Erkältung.
Ein Überdurck hingegen hat meist einen Mittelohrerguss als Auslöser. Es befindet sich also Eiter im Mittelohr, welcher von innen gegen das Trommelfell drückt. Die Schwingungsfähigkeit des Trommelfells ist hier eingeschränkt.

Soviel erstmal dazu ;)

Besten Gruß,
Alex
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Gänseblümchen
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#16

Beitrag von Gänseblümchen »

Hallo,
So geduldig so viel Antworten
Kompliment

Ich habe alles verstanden

LG
Ohrenklempner
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#17

Beitrag von Ohrenklempner »

Schallleitungsanteil und Luftleitung sind zwei unterschiedliche Dinge. Wie Alex schon geschrieben hat, ist der Schallleitungsanteil der Bereich im Audiogramm zwischen der oberen (Knochenleitungs-) Kurve und der mittleren (Luftleitungs-) Kurve. Dieser Anteil der Schwerhörigkeit wird durch eine unvollkommene Weiterleitung des Schalls durch das Mittelohr verursacht. Angenommen, deine Mittelohrfunktion wäre normal, dann lägen beide Kurven aufeinander, das Gehör wäre besser und normale Hörgeräte würden ausreichen.
Aber nehmen wir an, die Mittelohrproblematik bleibt bestehen und du hast rechts und links ein Knochenleitungs-Hörgerät. Schwierig ist, dass die Knochenleitungs-Hörschwellen so voneinander abweichen, dass du das Knochenleitungs-Hörgerät in einigen Frequenzbereichen auf dem Gegenohr eher hören wirst. Die Dämpfung der Knochenleitung liegt bei ca. 10dB, das heißt, das KL-Hörgerät erzeugt z.B. einen Ton von 60dB, der kommt auf der Gegenseite mit 50dB an. Einen richtig tollen Vorschlag habe ich für diese Konstellation allerdings nicht, leider.
Allons-y!
Gänseblümchen
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#18

Beitrag von Gänseblümchen »

Hallo,
Lieben Dank ich schreibe heute Abend

Lg
Gänseblümchen
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#19

Beitrag von Gänseblümchen »

Hallo,
Ich hoffe ich schreib jetzt keinen Unsinn.
Wenn ich von dieser Kurve ausgehe und das was ihr geschrieben habt macht eine beidseitige Schraube ja gar keinen Sinn für eine gute Versorgung.
Das könnte eine CROS-Versorgung mit Hdo genauso gut oder besser?
Wenn links ein power Hdo hinkommt und rechts das KL-Hörgerät bleibt ginge das Technisch?

Einfach eine durch dachte Tragfähige Lösung. Nichts verschlimmern keine unnötige Op.
Dann noch MFI dazu und der Mehrwert ist sicher zu jetzt.

LG
Akustik Alex
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#20

Beitrag von Akustik Alex »

Hallo,

also eine Seite Knochenleitung und die andere Luftleitung (also HdO) würde ich nicht empfehlen. Die Geräte könnten untereinander nicht kommunizieren, müssten dafür also baugleich sein. Ich würde dir nach wie vor auf beiden Seiten HdOs anraten. Das mag aber auch daran liegen, dass ich bei Knochenleitungsgeräten nicht so informiert bin bzw. früher (bei Hörbrillen) auch keine guten Erfahrungen gemacht habe.
Der Ohrenklempner hat da vielleicht noch andere Ideen/Infos ;)

Besten Gruß,
Alex
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Ohrenklempner
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#21

Beitrag von Ohrenklempner »

Nein, hab ich leider nicht. :D
In den letzten Jahren hatte ich einen oder zwei Kunden in der Beratung, bei denen ein KL-Gerät angezeigt gewesen wäre, von denen habe ich aber nie wieder gehört.
Allons-y!
Gänseblümchen
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#22

Beitrag von Gänseblümchen »

Hallo,
Ich kann jetzt sowiel von den Puzzel Teilen verstehen, das ist sehr gut.
Dann ist noch eine Frage offen.
Ich dachte die Mittelohrplastik funktioniert nicht da geht kein Hdo, wie kommt den Sprache dadurch ?

Bin jetzt schon sehr zufrieden und froh hier lesen und schreiben zu können und über eure Antworten, Jetzt bin ich sicherer mit all dem umgehen zu können.

LG
muggel
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#23

Beitrag von muggel »

Huhu,

ich antworte mal etwas anders auf die Frage... wenn da "tatsächlich nichts" durchkommen sollte: wie hörst du denn jetzt? Denn du hörst (und verstehst) ja definitiv was auf dem Ohr -- das zeigen ja deine Hörtests. :)
Ohrenklempner
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#24

Beitrag von Ohrenklempner »

Eine Mittelohrplastik ist ein künstlich hergestelltes Mittelohr, beispielsweise ein durch Eigengewebe rekonstruiertes Trommelfell oder ein Gehörknöchelchen-Ersatz aus Titan. Bestenfalls funktioniert die Mittelohrplastik wie ein normales Mittelohr. Bei dir funktioniert die Mittelohrplastik blöderweise nicht ganz so, wie sie soll.

Mich würde interessieren, woher bei deinem einen Ohr dieser flache Kurvenverlauf des Tympanogramms kommt, bzw. ob sich das wieder bessert. Kann ja sein, wenn es sich "nur" um ein flüssigkeitsgefülltes Mittelohr handelt und der Schnodder fließt irgendwann auf natürlichem Wege ab oder wird per Operation abgesaugt.

Jetzt über Hörgeräte zu philosophieren, wenn da noch Baustellen im Mittelohr sind, hat nicht so viel Sinn.
Allons-y!
Akustik Alex
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Re: Verständnisfrage Knochenleitungs Versorgung

#25

Beitrag von Akustik Alex »

Hier zur Visualisierung:

3 Ist das Trommelfell
4, 5 und 6 die Gehörknöchelchenkette

3 Wird ersetzt, wenn bspw. ein irreparables größeres Loch oder eine großflächige Narbe vorliegt.
4, 5 und 6 (in Teilen oder komplett) wird durch Titanplastiken ersetzt, wenn hier bspw. eine Unterbrechung vorliegt oder sich dieser Bewegungsapparat verknöchert.

Es wird also nur das biologisch Gegebene durch eine künstliche Nachbildung ersetzt, die, wie Ohrenklmpner schon schrieb, der natürlichen Funktion möglichst nahe kommen soll.

Bild

Besten Gruß,
Alex
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