Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

Für Ratsuchende, Erfahrungsaustausch, Hilfestellungen
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Eva HH
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Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#1

Beitrag von Eva HH »

Hallo zusammen,
ich selber trage seit 2 Jahren (sehr zufrieden) meine ersten Hörgeräte und mir haben die Infos und Beiträge hier im Forum sehr geholfen, bin aber nur stille Mitleserin bisher.
Mein Vater könnte jetzt nach 6 Jahren neue Geräte bekommen. Seine bisherigen (seine ersten) weigert er sich, bis auf eine Anfangszeit, zu tragen, aus den bekannten Gründen: alles zu laut, kann trotzdem nicht gut verstehen.
Vor 6 Jahren hatte ich selber keinerlei Ahnung von HGs und konnte ihm auch nicht viel helfen, da ich leider recht weit weg wohne. Mittlerweile hat sich sein Hörverlust natürlich weiter verschlechtert, meine Mutter leidet und der Fernseher läuft auf einer mittlerweile unzumutbaren Lautstärke, bei der er trotzdem nicht gut versteht. Das jetzt nur mal nüchtern vorangesetzt.
Da ich jetzt über mehr Wissen und eigene Erfahrung verfüge, möchte ich ihn unterstützen und gehe mit ihm am Do zu seinem Akustiker. Vor 2 Jahren habe ich ihm fürs Fernsehen noch gute Kopfhörer von Sennheiser geschenkt, die er aber auch nicht oft trägt, weil sie ihm anscheinend nicht so viel bringen.
Seine bisherigen HG sind die Audio Service XS 4 G2. Das sind m.E. keine RIC Geräte, sondern Schlauchgeräte. Ich habe jetzt die Hoffnung, dass neue RIC Geräte mit Bluetooth fürs Fernsehen ihm besser helfen können. Da er sich bestimmt weigern wird, sehr teure Geräte mit viel Zuzahlung zu nehmen (ich sag mal mehr als 1000,-), würde ich gerne die Profis hier fragen, ob ihr eine Idee habt, welche Geräte so in Frage kämen. Es geht bei ihm hauptsächlich um besseres Sprachverstehen, Fernsehton und vermutlich angenehmen Klang. Alles andere wie Smartphone, Gesellschaft etc. spielt keine Rolle. Sein Akustiker bietet m.W. alle Firmen an.
Ich hänge mal sein Audiogramm und die alten Geräte an (falls es klappt) um seinen Hörverlust besser erkennen zu können.
Ich mache mir natürlich auch Gedanken darüber, ob wir ihn überfordern und er das einfach jetzt nicht mehr will, aber er ist zumindest bereit für einen neuen Versuch und ich finde, er sollte es wenigstens nochmal testen. Nachdem ich so gute Erfahrungen gemacht habe und ich es als enorme Verbesserung empfinde, fände ich es einfach schade, es nicht mal zu versuchen und wenn es nur fürs Fernsehen ist. Ich hoffe einfach, dass er sich mit einer "soften" Anpassung doch daran gewöhnen kann.

Für Ratschläge, Meinungen oder Tipps wäre ich wirklich dankbar.

Eva
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Akustik Alex
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#2

Beitrag von Akustik Alex »

Hey Eva,

kurz eine Anmerkung vorweg: Du hast zwar seinen Namen geschwärzt, aber auf der Rückseite (Audio) ist die Versichertennummer zu lesen. Solltest du bei Gelegenheit leiber löschen bzw. abändern. ;)

Die bisherigen XS sind in der Tat Schlauchgeräte mit SlimTube, also einem sehr dünnen Schlauch. Ich möchte fast behaupten, dass die auch damals schon zu leise waren. Bei dem aktuellen Hörverlust sind sie es definitiv, wobei man auch hier einen Standardschlauch anbringen kann, der folgend wieder mehr ausgleichen könnte. In den hohen Tönen aber auch nur maximal 80dB HL, was leider auch nicht mehr passt. Ergo sind neue Geräte hier durchaus sinnvoll, wobei es nicht zweingend Ex-Hörer sein müssen. Diese Standardschlauchgeräte funktionieren technisch/akustisch auch. In ruhiger Umgebung kann er noch 100% verstehen, bei entsprechender Lautstärke. Das sollte also auch das Ziel der Versorgung sein. Wenn du eine Bluetooth-Anbindung mit TV-Streamer möchstest, bist du irgendwo in der Einstiegsklasse. Es gibt bei einzelnen Betrieben auch Kassensysteme die das können. Das kann dir natürlich nur der Akustiker vor Ort beantworten. Etwas konkretes empfehlen kann ich nicht, da es immer sehr subjektiv ist und man es eben probieren muss. Als Kassensystem fällt mir bspw. das Linx 3D 4 ein, welches das Streamen mit Zusatzgerät realisieren kann (komforttechnisch ggf. etwas umständlicher). Die Unitron Blu 1 können es ohne Zusatzgerät und liegen im Preisrahmen. Es gibt aber natürlich noch weitere, die man aber, besonders wegen des Klanges, einfach gegentesten muss. Ich kann dir noch ein paar Dokumente zur Vorbereitung und Begleitung empfehlen und nur immer wieder auf die Percentilmessung hinweisen :)

https://infohrmationen.blogspot.com/202 ... mente.html

Besten Gruß,
Alex
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Ohrenklempner
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#3

Beitrag von Ohrenklempner »

Hi

die Geräte sehen ja tatsächlich noch aus wie neu. Schade eigentlich!
Bei sehr betagten Menschen würde ich zunächst an der Bereitwilligkeit ansetzen, überhaupt Hörgeräte zu tragen. Direkt fragen, was er sich wünscht, unter welchen Umständen er Hörgeräte tragen würde. Da findet man meist eine Lösung -- lieber ein Im-Ohr-Hörgerät oder ohne Batterien, die man wechseln muss? Wenn es nur am Klang und an der Lautstärke liegt, sollte mit einer "Wohlfühleinstellung" gestartet werden. Auch wenn man keine optimale Hörverbesserung in Kauf nimmt, wäre damit doch wenigstens die Akzeptanz da und man kann die Verstärkung ja nach und nach optimieren, wenn die Ohren sich langsam daran gewöhnt haben.
Gute Nachricht noch, ich hab's mir mit dem Hörverlust schlimmer vorgestellt. Dein Vater kann noch 100% verstehen (optimale Hörgeräteeinstellung vorausgesetzt) und die hohen Töne sind auch noch alle da.
Wenn alles nichts hilft und er möchte partout keine Hörgeräte tragen (kommt leider auch mal vor...), dann wären ein paar Kopfhörer fürs Fernsehen wohl die beste Wahl.
Hörgerätetechnisch fände ich eine Anbindung an den Fernsher möglicherweise zu kompliziert. Auch wenn das heute sehr einfach geht -- aufs Sofa setzen und Knopf am Hörgerät drücken -- sind manche Menschen damit überfordert. Resound hat noch die günstigeren Key 2, 3 und 4, die auch mit dem TV-Streamer kompatibel sind. Bei Bernafon gibt's das Zerena 1, was das auch kann, oder Oticon Zircon 2. Signia in der 1er Technikstufe (1Nx, 1X) wäre auch eine Option, da ist aber der TV-Streamer momentan nicht bestell- und lieferbar.
Ich meine, dass bei dem Hörverlust das Fernseh-Verständnis aber zufriedenstellend sein sollte. Einiges kann man (mit Hörgeräten) noch am TV selbst verändern, damit es besser verständlich wird. Ich hab da ne PDF, leider gerade nicht hier, erinner mich mal dran!

Grüße und viel Erfolg!
Carreau!
svenyeng
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#4

Beitrag von svenyeng »

Hallo!
eine bisherigen (seine ersten) weigert er sich, bis auf eine Anfangszeit, zu tragen, aus den bekannten Gründen: alles zu laut, kann trotzdem nicht gut verstehen.
Wie auch schon gesagt wurde ist das das Hauptproblem. Die Akzeptanz.
Versuche mal ihm klar zu machen, das Deine Mutter, Du, ... eben auch so laut hören.
Das er eben mit Hörgeräte das hört, was er eben nicht mehr hört.
Das das erst mal komisch ist und man sich dran gewöhnen muss, ist logisch.

Leider gibts auch Menschen, die Sturköpfe sind. Da kann man an sich nichts machen.
Ein Bekannter hat mal 2 HGs getestet und dann sofort hingeworfen weil alles zu laut und er ja keine HGs braucht.
Er hört ja nicht schlecht. Nur die Mitmenschen leiden.

Vielleicht hilft bei Deinem Vater nur noch die Holzhammermethode.
Man muss ihm klar machen, das er sich immer mehr isoliert ohne Hörgeräte.
Vielleicht könnte man ihm vorschwindeln, das Deine Mutter irgendeine Krankheit oder so hat, so das der TV eben nicht mehr so laut sein darf.
Ggf. den Nachbarn mit einbeziehen. Der könnte sich ja über den lauten TV beschweren.
Bei Unterhaltungen halt nicht mehr laut reden, sondern mehr normal.
Fragt er ständig nach, einfach auf die HGs hinweisen. Dabei kannst Du immer erwähnen das Dir die HGs helfen und Du mit den HGs endlich wieder am normalen Leben teilnehmen kannst. Biete ihm dann immer wieder an, mit ihm zum Akustiker zu fahren um dann verschiedene HGs zu testen.
Sag ihm das sich die Technik weiter entwickelt hat und die HGs immer besser werden.
Ich würde auf jeden Fall empfehlen, das er auch HGs der höheren Technikstufe wenigstens testet.
Ich bin jemand der mit den günstigen HGs nie richtig klar kam. Sowas gibts wohl.

Ich wünsche Euch viel Glück!

Gruß
sven
Brittany
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#5

Beitrag von Brittany »

@sven:
>Vielleicht könnte man ihm vorschwindeln, das Deine Mutter irgendeine Krankheit oder so hat,

Sag mal... Was ist das für ein unglaublicher Vorschlag?!? Gehst Du so manipulativ mit Menschen um? Das ist ethisch überhaupt nicht akzeptabel. Evas Vater soll fortan mit dem Glauben und der Sorge leben, dass seine Frau krank ist??? Und die Familie muss ihn weiterhin jedesmal, wenn er darauf zu sprechen kommt, anlügen?
Das war hoffentlich nicht ganz ernst gemeint, oder?

@Eva:
Du hast ja schon ganz viele wichtige professionelle Hinweise bekommen. Ich glaube, Geduld wäre jetzt wichtig, und sicher auch das genaue Hingucken, wieviel Dein Vater "abkann" und ob er ggf. irgendwann überfordert ist. Dein Plus ist, dass Du selbst inzwischen viel weißt und gute Erfahrungen gemacht hast. Mit sowas kann man andere "anstecken". ;-) Du kannst jetzt wirklich gut argumentieren und erklären und bist selbst ein Beispiel für ihn, das gibt Dir eine gute Ausgangsposition für Deine Überzeugungsarbeit.
Meine Erfahrung mit älteren und nicht so technikgewohnten Menschen ist, dass man nicht zu schnell zu viel auf einmal erklären, also nicht mit so einem Technikoverkill kommen darf. Dann kommt schnell so eine "ach, ich verstehe das doch alles nicht, ich bin zu alt dafür"-Resignation, und dann wird auch oft geblockt.
Ich finde es toll, dass Du Dich darum kümmern willst. Das könnte so viel an Lebensqualität für Deinen Vater bedeuten!

Viel Erfolg,

Brittany
svenyeng
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#6

Beitrag von svenyeng »

Hallo!
Sag mal... Was ist das für ein unglaublicher Vorschlag?!? Gehst Du so manipulativ mit Menschen um? Das ist ethisch überhaupt nicht akzeptabel. Evas Vater soll fortan mit dem Glauben und der Sorge leben, dass seine Frau krank ist??? Und die Familie muss ihn weiterhin jedesmal, wenn er darauf zu sprechen kommt, anlügen?
Das war hoffentlich nicht ganz ernst gemeint, oder?
Nun dreht das man nicht gleich ins sonst wie dramatische.
Das war schon ernst gemeint. Reicht ja wenn das vorübergehend ist. Sowas nennt man Placebo.
Kann ja sein das grad was mit den Ohren ist oder eben Überlastung weil der TV ständig so laut ist.
Wenn er dann TV schauen will muss er irgendein Hilfsmittel sein und so testet er vielleicht wieder HGs.
Und siehe da, die sind dann gut und er kommt auch mit geringer Lautstärke klar.
Manchmal hilft nur die Holzhammer.

Gruß
sven
Ohrenklempner
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#7

Beitrag von Ohrenklempner »

Da kann ja durchaus was dran sein. Mich persönlich würde ein zu lauter Fernseher so sehr nerven, dass ich nicht mehr in das Zimmer gehen würde. Man muss es irgendwie begreiflich machen, dass so etwas arg an den Nerven zehren kann.
Carreau!
Brittany
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#8

Beitrag von Brittany »

>Man muss es irgendwie begreiflich machen, dass so etwas arg an den Nerven zehren kann.

Absolut. Der Meinung bin ich allerdings auch.
Es hört aber da auf, wo man ihm ins Gesicht lügt.

Brittany
Carla
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#9

Beitrag von Carla »

Ist das eine Lüge? Eva schrieb, dass die Mutter leidet. Und ständig zu lauter Fernsehton macht krank. Hier muss man, so meine ich, abwägen. Man muss nicht sagen, dass die Mutter krank ist. Wohl aber könnte sie vom ständig lauten Ton krank werden. Und das muss man in aller Deutlichkeit sagen.
Brittany
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#10

Beitrag von Brittany »

Hi Carla,

ich hatte mich ja auf Sven bezogen. Er hatte geschrieben:
>Vielleicht könnte man ihm vorschwindeln, das Deine Mutter irgendeine Krankheit oder so hat ...

Brittany
Eva HH
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#11

Beitrag von Eva HH »

Ah, ich hatte gerade eine längere Antwort geschrieben, die ist aber anscheinend verschwunden, muss ich später nochmal nachholen, leider jetzt keine Zeit mehr.
Nur so viel jetzt zu dem kleinen Dissens hier: bitte nicht, das ist nicht notwendig. Alle Beteiligten sind sich über die Situation klar und wollen versuchen zu einer Lösung zu kommen. Meinem Vater ist seine Schwerhörigkeit durchaus bewusst, ist schließlich Familienerbe, nur der Umgang damit ist nicht ganz einfach für ihn.
Später mehr
Gruß

Eva
svenyeng
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#12

Beitrag von svenyeng »

Hallo!
Da kann ja durchaus was dran sein. Mich persönlich würde ein zu lauter Fernseher so sehr nerven, dass ich nicht mehr in das Zimmer gehen würde. Man muss es irgendwie begreiflich machen, dass so etwas arg an den Nerven zehren kann.
Richtig, darum ging's mir. Das ist ja der Punkt.
Nicht mehr ins Zimmer gehen kann auch schon eine Möglichkeit sein. Dann sitzt er alleine und ist isoliert.
Die Mutter kann durch den ständigen lauten TV ja auch eine Hörschädigung bekommen. Wenn man ihm das klar macht, könnte das vielleicht auch helfen.
Ist das eine Lüge? Eva schrieb, dass die Mutter leidet. Und ständig zu lauter Fernsehton macht krank. Hier muss man, so meine ich, abwägen. Man muss nicht sagen, dass die Mutter krank ist. Wohl aber könnte sie vom ständig lauten Ton krank werden. Und das muss man in aller Deutlichkeit sagen.
Das wäre eine Möglichkeit. Wie auch immer, das mit der Krankheit war ja nur mal so eine Idee.
War absolut nicht böse gemeint. Eine Notlüge eben.
Meinem Vater ist seine Schwerhörigkeit durchaus bewusst, ist schließlich Familienerbe, nur der Umgang damit ist nicht ganz einfach für ihn.
Das ist doch schon sehr gut, das ihm das bewusst ist.

Gruß
sven
svenyeng
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#13

Beitrag von svenyeng »

Hallo!
Da kann ja durchaus was dran sein. Mich persönlich würde ein zu lauter Fernseher so sehr nerven, dass ich nicht mehr in das Zimmer gehen würde. Man muss es irgendwie begreiflich machen, dass so etwas arg an den Nerven zehren kann.
Richtig, darum ging's mir. Das ist ja der Punkt.
Nicht mehr ins Zimmer gehen kann auch schon eine Möglichkeit sein. Dann sitzt er alleine und ist isoliert.
Die Mutter kann durch den ständigen lauten TV ja auch eine Hörschädigung bekommen. Wenn man ihm das klar macht, könnte das vielleicht auch helfen.
Ist das eine Lüge? Eva schrieb, dass die Mutter leidet. Und ständig zu lauter Fernsehton macht krank. Hier muss man, so meine ich, abwägen. Man muss nicht sagen, dass die Mutter krank ist. Wohl aber könnte sie vom ständig lauten Ton krank werden. Und das muss man in aller Deutlichkeit sagen.
Das wäre eine Möglichkeit. Wie auch immer, das mit der Krankheit war ja nur mal so eine Idee.
War absolut nicht böse gemeint. Eine Notlüge eben.
Meinem Vater ist seine Schwerhörigkeit durchaus bewusst, ist schließlich Familienerbe, nur der Umgang damit ist nicht ganz einfach für ihn.
Das ist doch schon sehr gut, das ihm das bewusst ist.

Gruß
sven
Dani!
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#14

Beitrag von Dani! »

Eva HH hat geschrieben: 12. Jul 2022, 11:39 Ah, ich hatte gerade eine längere Antwort geschrieben, die ist aber anscheinend verschwunden,
Dann hat in der Zeit zwischen dem letzten Post und deiner Antwort nochmal jemand anders geantwortet. Somit wurde dein Beitrag nicht gespeichert, sondern du hattest die Möglichkeit die neuen Beiträge auch noch zu lesen, um dann erst endgültig deinen Beitrag absenden können.
Ich kanns nicht ändern, aber das ist bei der Forensoftware phpBB so.
Dominik
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L: 16.12.20: Med-el Sonnet2
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#15

Beitrag von SumSum71 »

Hallo Eva,

Ich (51 Jahre jung) und seit 8 Jahren selbst Hörgeräte-Trägerin habe Anfang diesen Jahres mit meiner Mutter (82 Jahre jung) die Folgeversorgung bei hochgradiger Schwerhörigkeit gemeistert. Das Verstehen mit den etwa 6 Jahre alten Vorgänger-Geräten war sehr schlecht geworden.

Zunächst hatte ich das Thema insgesamt verworfen, da ich mir aufgrund der Demenz meiner Mutter nicht vorstellen konnte, dass dabei etwas Sinnvolles herauskommt.

Nach intensiver Rücksprache mit meiner jungen und sehr engagierten Hörakustikerin (betreut mich gerade ebenfalls in einer Folgeversorgung) haben wir das Thema trotzdem angepackt. Wir hatten ja nichts zu verlieren, sondern nur zu gewinnen.

Mit Einfühlungsvermögen, Ruhe und Geduld und vor allem ohne Zwang sind wir überraschend recht zügig zu einem positiven Ergebnis gekommen (bei mir dauert das deutlich länger und läuft aktuell noch). Sicherlich ist die Einstellung vermutlich nicht so optimal wie sie sein könnte, aber vermutlich das Beste was in diesem Fall noch herauszuholen war.

Es bereitet mir immer wieder viel Freude, wenn ich erlebe, wie meine Mutter sich nun viel besser mit dem Pflegepersonal in Ihrer Hausgruppe unterhalten kann oder sehr aktiv auch in der Ergotherapie mitmacht. Das Verstehen ist in vielen Situationen deutlich verbessert. Es ist deutlich festzustellen, das hier wieder etwas mehr Lebensqualität erreicht worden ist. Das war die Zeit und den Aufwand allemal wert und gibt auch mir ein gutes Gefühl.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner „Mission“! :wave:

LG
Sabine
Eva HH
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#16

Beitrag von Eva HH »

Menno, ich hatte heute morgen eine längere Antwort geschrieben, die leider im Orkus verschwunden ist. Dani hat's erklärt, das wird's gewesen sein. Danke, werde ich mir merken.
Jetzt wegen Zeitdruck noch mal kurz:

Großes Dankeschön für die Hinweise und Infos. Genau so etwas hatte ich mir erhofft, ich hab hier zwar schon viel gelernt, kann aber die Audios noch nicht wirklich deuten.
Danke an Ohrenklempner (wie immer), sehr gute Infos und genau "Wohlfühleinstellung", das möchte ich mit dem Akustiker besprechen. Hier liegt, glaube ich, sein größtes Problem.
Danke an Alex: Dein Blog ist großartig, leider gab es den noch nicht bei meiner Erstversorgung, hätte mir sehr geholfen.

Ich dachte "Lautsprecher im Ohr Geräte" wären generell besser für das Verständnis. Und Ton vom Fernseher direkt in die Geräte stelle ich mir auch verständlicher vor. Ich schätze das sehr beim i-phone und Computer, fürs Fernsehen brauche ich es nicht. Technisch dürfte es kein Problem sein, mit den Kopfhören von Sennheiser kann er auch umgehen, ist nur nicht zufrieden mit dem Ergebnis. Mein Vater war früher sehr Technik-affin und er benutzt immer noch gerne sein i-pad zum Spielen. Aber das kognitive Vermögen und das Gedächtnis ist natürlich nicht mehr so vorhanden, aber durchaus "altersgemäß".

Bei ihm liegt es an der Akzeptanz der Gewöhnung, denke ich. Ich hatte ja noch keine Ahnung davon bei seiner Erstversorgung und wir kennen das alle als Neueinsteiger, wie extrem laut einem die banalen Alltagsgeräusche erscheinen.
Jedenfalls versuche ich sehr geduldig Überzeugungsarbeit zu leisten, da es für alle Beteiligten eine erhebliche Verbesserung bringen könnte. Aber man kann und will so einen alten Menschen auch nicht zwingen. Eigentlich will er nur noch seine Ruhe haben ;-)

Danke SumSum, das ist eine schöne Erfolgsgeschichte. Da möchte ich auch hin und hoffe sehr, dass das Treffen mit dem Akustiker auch so erfolgreich wird. Ich bin sehr gespannt und erwartungsvoll.

Diese Forum ist großartig und so enorm hilfreich, danke euch allen.

Eva
Eva HH
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#17

Beitrag von Eva HH »

Hi,

ich wollte mal eine kleine Rückmeldung geben, etwas verspätet leider. Der Termin mit dem Akustiker meines Vaters war aus meiner Sicht sehr o.k. Er hat gut verstanden worum es mir (und meinem Vater natürlich) geht: soft, erste "Wohlfühleinstellung" zur besseren Akzeptanz und Gewöhnung. Auch sein Vorschlag erst mal in ruhigen Phasen für 2-3 Stunden am Tag zu tragen ist auf offene Ohren ;) gestoßen. Mein Vater fragte natürlich gleich nach Geräten mit Laut-Leiser Tasten :D. und einer Verbindung zum Fernseher. Da sollte er aber erst testen, ob die HGs schon ausreichend sein könnten. Der Akustiker schlug die Widex Magnify 100 vor (keine Ahnung, ob er beeinflusst war, da er nach meinen HGS fragte), aber da ich mit meinen Geräten ja so zufrieden bin, hat mich das insgeheim erfreut. Da die Otoplastiken noch angefertigt werden müssen und wegen Urlaubszeit bekommt er seine Geräte erst am 9.8. zum testen. Also bleibt es noch spannend und abzuwarten. Leider werde ich dann aus terminlichen und persönlichen Gründen nicht dabei sein können. Aber die Testphase wird ja etwas andauern.
Ich hatte leider in der Nacht nach der Rückkehr von meinen Eltern einen sehr überraschenden Hörsturz mit heftigem Tinnitus auf dem bisher besseren Ohr ohne bisherigen Hörsturz. Deshalb erst jetzt eine Rückmeldung von mir, da mich das etwas aus der Bahn geworfen hat. Wir hatten gleichzeitig nämlich in der Woche noch unseren ersten Kurztrip (nach Edinburgh) nach 3 Jahren gebucht und ich wollte erst mal abklären, ob das alles so geht. Eigentlich sollte nämlich jetzt eine Phase der Entspannung für uns beginnen. Eine "Spontanheilung" hat leider nicht stattgefunden und ich bin noch in der Akutbehandlung beim HNO mit Spritzen, da nach der Rückkehr beim Hörtest es sich etwas verschlechtert hatte. Meine anfängliche große Angst, dass ich jetzt noch schlechter hören werde, weicht langsam einer unausweichlichen Akzeptanz. Ich hoffe nur, dass man das Hörgerät auf den neuen Hörverlust einstellen kann, im Moment klingt das natürlich komplett schräg, bzw. höre ich da außer Schall nicht viel. Zum Akustiker gehe ich erst wenn die Spritzenbehandlung abgeschlossen ist, da ich noch auf eine Verbesserung hoffe. Ich hab noch nicht viel Info gefunden für erneuten Hörsturz bei Hörgeräteträgern, daher weiß ich noch nicht, was mich da erwartet.

Aber hier geht es ja um meinen Vater und seine Versorgung, daher drückt mal die Daumen, dass es für ihn besser wird. (Und mir könnt ihr natürlich auch die Daumen drücken, dass es für mich besser wird :(

Viele Grüße Eva
Brittany
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#18

Beitrag von Brittany »

Liebe Eva,

der Ablauf bei Deinem Vater klingt doch sehr gut; toll, dass sich jetzt was tut!

Und natürlich geht es immer auch um Dich! Das mit dem Hörsturz tut mir sehr leid, das war bestimmt ein großer Schock. Ich drücke Dir die Daumen, dass es alles möglichst glimpflich abläuft. Eine Edinburgh-Reise ist natürlich was Tolles, aber alles zusammen war natürlich auch sehr stressig für Dich. Man ist durch Corona auch irgendwie entwöhnt und von eigentlich ganz normalen Dingen leichter gestresst, zumindest kann ich das an mir teilweise beobachten.

Also: alles Gute und gute Besserung! :-)

Brittany
Eva HH
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#19

Beitrag von Eva HH »

Danke, Brittany!
Genau, dafür war die Reise eigentlich gedacht: langsame, entspannte Wiedereingewöhnung und ich wollte auch ganz stolz mal unter diesen ganzen Reise-Bedingungen, wie Flughafen, Hallen, Restaurants, Menschen mit fremder Sprache, meine Hörgeräte testen. Das war bisher noch nicht möglich und hat jetzt natürlich gar nichts genutzt.

O.K. Mal sehen, wie es weitergeht.

Gruß Eva
Kolja
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#20

Beitrag von Kolja »

Liebe Eva,
ich wollte Dir nur mitteilen, dass auch ich das Thema Hörstürze gut kenne und dass auch ich schon oft mit Spritzen und allem drum und dran in Akutbehandlung war. Habe seit 5 Jahren rezidive Tiefton-Hörstürze mit dann auftretendem Tinnitus aufgrund einer Innenohrerkrankung. Auch wenn bei mir 3 oder 4 Spritzen zunächst wirkungslos zu bleiben schienen, so kam es meistens vor, dass sich doch noch nach 3-4 Wochen sich-weiter-verschlechtern oder sich-gar-nix-tun in der Hörkurve eine laaangsame Verbesserung auftat.
Normalerweise wirken die Spritzen sofort, aber manchmal kommt doch noch eine Verbesserung des Hörens erst in den darauffolgenden 3 Monaten sehr langsam schleppend zurück. Zumindest zu einem Anteil...
Von daher ist in den ersten 3 Monaten nach dem Hörsturz noch eine reelle Chance da, dass sich doch noch was tut; auch wenn sich jetzt spontan nicht der erhoffte Erfolg eingestellt hat...
Ich würde es sehr für Dich hoffen.

Liebe Grüße Kolja
"Musik drückt das aus, worüber nicht gesprochen werden kann, und worüber zu schweigen unmöglich ist." Victor Hugo
"Das Gefühl von Gesundheit erwirbt man sich nur durch Krankheit" Georg Christoph Lichtenberg
Eva HH
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Re: Suche Rat für die Versorgung meines fast 90j. Vaters

#21

Beitrag von Eva HH »

Danke Kolja für Deine Hinweise. Darauf hoffe ich und meine HNO meinte auch, dass es sich noch längerfristig verbessern könnte.

Liebe Grüße

Eva
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