Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

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Jominator
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Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#1

Beitrag von Jominator »

Hallo allerseits,

wegen meiner einseitig beginnenden Schwerhörigkeit (Meniere, bzw. Cochlea-Hydrops) war ich heute bei Geers. Das betroffen Ohr hört bei 0,5, 1 und 2 kHz etwa 20 dB schlechter als das "Gute".

Im Alltag stört mich das leicht dumpfe Gefühl auf der betroffenen Seite. Wenn ich bei Kopfhörerbenutzung die Balance entsprechend verstelle, klingt es für mich recht annehmbar. Allerdings ist das mit den Lautsprechern an meinem Arbeitsplatz recht schwer zu realisieren, da die Stereo-Ortung bei so einer starken Balance-Verschiebung gar nicht mehr passt. Im Grunde ist der rechte Lausprecher kaum zu hören, damit ich den Schall mittig verorte.

Die Dame bei Geers meinte allerdings, dass mir ein Hörgerät kaum weiter helfen würde, da meine Ansprüche zu hoch wären und meine Hörminderung noch nicht schlimm genug ist.

Könnt ihr das so bestätigen? Für mich ergibt das keinen Sinn. Ich arbeite als Medien- und Veranstaltungstechniker oft im Audiobereich und 20 dB sind für mich ein riesiger Pegelunterschied. Klar, schlimmer geht immer, aber sind meine "audiophilen" Ansprüche tatsächlich zu hoch?

Cheers
Der Akustiker
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#2

Beitrag von Der Akustiker »

Guten Morgen.
Kannst du bitte einmal dein Audiogramm (Messdaten deiner Schwerhörigkeit) hochladen. Dann können wir besser helfen und bessere Tipps geben. :)
Zu Geers selber sage ich lieber nichts :69: !
Hören kann man mit jeden System...Verstehen nur, wenn das Gehirn es akzeptiert und trainiert ist! Akustiker aus Leidenschaft...
Ohrenklempner
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#3

Beitrag von Ohrenklempner »

Hi,

die Dame bei Geers hat dahingehend Recht, dass Hörgeräte den Zweck haben, ein eingeschränktes Sprachverstehen so gut wie möglich wieder herzustellen. In deinem Fall geht es aber eher nicht darum, wofür ein Hörgerät gebaut wurde, sondern vielmehr darum, was es kann. Und das Hörvermögen deines rechten Ohres an dein linkes Ohr anzugleichen, wird wahrscheinlich gut möglich sein.

Fraglich wäre nur die Kostenübernahme. Wenn du eine beruflich bedingte Notwendigkeit nachweisen kannst, kann die Rentenversicherung möglicherweise einen Teil der Kosten erstatten. Die Krankenkassen sind leider raus aus der Geschichte, wenn das Sprachverstehen nicht wesentlich eingeschränkt ist. Privatkauf wäre auch eine Option. Hast du schon einmal Ohrhörer wie die AirPods Pro ausprobiert, oder ähnliche, deren Frequenzgang an deinen Hörverlust anpassbar ist?
...zufällig bin ich Experte auf diesem Gebiet... 🤓

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Jominator
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#4

Beitrag von Jominator »

Schon mal vielen Dank für eure ersten Einschätzungen.

Um Zusendung des Audiogramm habe soeben gebeten. Hatte vor Ort vergessen danach zu fragen. Mein selbst erstelltes Audiogramm habe ich aber schon mal hochgeladen. Die Kurve deckt sich ziemlich genau mit der bei Geers erstellten.
2026-02-21_125814.jpg
Natürlich habe ich selbst keine absoluten, sondern lediglich relative Werte gemessen, aber die Differenz in dB zwischen den beiden Ohren ist korrekt. In dem bei Geers gemessenen Bereich also etwa 20 dB.

Die Kostenübernahme ist erst mal nicht so wichtig. Wenn ich links so hören könnte wie rechts, wäre mich das schon viel wert. Ich hätte auch die Möglichkeit, kaum benutzte Hörgeräte (Signia Pure Charge&Go 5AX) des kürzlich verstorbenen Vaters eines Freundes zu erwerben. Die Software zum Programmieren habe ich bereits besorgt und angeschaut. Nach 40 Jahren in der Audiotechnik stellt die für mich keine große Herausforderung dar. Lediglich das Bluetoth-Modul um die Software mit dem Hörgerät zu verbinden müsste ich mir dann noch zulegen. Ist mit etwa 200 Euro aber auch überschaubar.

Den Tipp mit den AirPods Pro hat mit ein befreundeter Apple Softwareentwickler auch gegeben. Die werde ich sicherlich demnächst ausprobieren. Falls das mit dem Hörgerät nicht so funktioniert wie ich mir das wünsche, wäre das eine gute Option für Events, bei denen ich am Mischpult stehe und die Mikrofone einrichte. Audiomischpulte haben, so weit ich das kenne, nämlich keinen Balance-Regler für den Kopfhörer Ausgang. Aber wenn ich diesen mit einem Bluetooth-Modul verbinde könnte ich das Signal mit den AirPods bestimmt gut abhören.
Ohrenklempner
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#5

Beitrag von Ohrenklempner »

Erstmal cool mit dem selbst erstellten "Audiogramm". Das ist zwar für sich nicht sehr aussagekräftig, aber man bekommt etwa eine Vorstellung.

Das mit den Pure C&G 5AX finde ich keine üble Idee. Als Tipp würde ich dir empfehlen: Hol dir Sleeve-Schirmchen. Die gibt's in verschiedenen Größen. "Sleeve closed" würde ich bevorzugen. Dann schau dir die Hörer an: S, M oder P? S hat weniger Dynamik und kommt im Tieftonbereich schnell an seine Grenzen. M wäre eine gute Wahl.

Bei der Selbstanpassung machst du nix verkehrt, wenn du die Schritte in der Voreinstellung durchgehst: Akustische Anbindung auswählen, Insitu-Audiogramm durchmessen, Rückkollungstest machen. Bei der Anpassformel nimmst du bitte DSLv5 (Vollausgleich der Lautheitsempfindung) und keine andere. Bei geringgradigen Hörverlusten liefert DSL tendenziell zu kleine Verstärkungswerte, da regelst du von Hand mit den vereinfachten Reglern für "lauter", "leiser", "heller", "dunkler" nach.

Hast du die Möglichkeit, dir Schmalbandrauschen auf die Ohren zu spielen, kannst du das Lautheitsempfinden zusätzlich abstimmen. Mit Rauschen von 50 dB stellst du die Gesamtverstärkung ein, dass es links und rechts etwa gleich laut klingt. Mit 65 dB Rauschen machst du weiter mit der mittleren Zeile der Verstärkungsmatrix, bei Bedarf noch die 80 dB. Mit 90 dB würde ich die MPO einstellen, damit es nicht zu laut wird am Ohr. Ganz wichtig: Bitte Störlärmreduzierung und alle adaptiven Features ganz ausschalten, bevor du mit Rauschsignalen misst -- das Hörgerät erkennt Rauschen als Störsignal und reduziert dessen Verstärkung.
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Jominator
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#6

Beitrag von Jominator »

Wow, das sind ja schon mal eine Menge Tipps auf einmal. Wenn es soweit ist werde ich die alle abarbeiten.

Morgen habe ich einen Termin bei KIND Hörgeräte. Hoffentlich ist das Resultat ergiebiger als bei Geers. Auf alle Fälle werde ich versuchen das Audiogramm zu bekommen und es hier hoch laden.

Es gibt (für Interessierte) noch ein Detail, das mir bei meinen Messungen aufgefallen ist:

Das obige Diagramm stellt ja den Unterschied der Hörschwellen dar. Bei einer anderen Messung habe ich sämtliche Frequenzen als Sinustöne der Terz-Bänder bei mittlerer Lautstärke in einen ordentlichen Kopfhörer (beyerdynamic DT-770 Pro) geschickt und mithilfe eines entsprechenden Equalizers die einzelnen Frequenzen auf der betroffenen Seite so verstärkt, bis ich die Schallquelle im Kopf mittig, bzw. zentriert verortet habe.

Erstaunlicher Weise waren die Unterschiede etwas geringer als bei der Hörschwellen-Messung. Im Mittel so etwa 5 dB. Vielleicht ist das aber auch normal. Aber der Klang der Musik war danach einfach phänomenal. Hatte schon ganz vergessen wir Musik klingen kann.

Das soll's erst einmal gewesen sein. Morgen berichte ich weiter.

Cheers
Der Akustiker
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#7

Beitrag von Der Akustiker »

Ich würde noch einmal einen Termin bei einer NICHT Kette empfehlen.
Geers verkauft nur aus eigenem Haus, weil Geers einem Hörgerätehersteller (Sonova Gruppe) gehört. Kind gehört mittlerweile Oticon.
Also beide bieten nur einen einzigen Hersteller (Klangbild) an! Macht selten Sinn, weil man nicht vergleichen und testen kann!
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beate_r
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#8

Beitrag von beate_r »

Ein paar Gedanken von mir, weil ich ja als betroffene Musikerin ebenfalls nah am Thema bin und das gerade für mich selbst lösen muss:

Hörgeräte sind wie schon erwähnt nicht für Deine Bedürfnisse ausgelegt. Sie sollen Sprache verstärken, und wenn mit "Musikgenuss" geworben wird, bedeutet das, dass man bei Musik über die HG nicht sofort weinend davonläuft. Bässe funktionieren gar nicht; das tiefste für die Akustiker erreichbare Frequenzband ist meistens 250Hz.
Und die latenz ist bei HGs schlechter als bei z.B. Digitalpulten.

Auf Events würde ich mir einen eigenen Monitoring-Kanal anlegen, in dem du mit gut abschließenden und wirklich hochwertigen IEM-Hörern abhörst. Da dann eine Entzerrung draufgepackt. Alternativ ein kleines Digitalpult wie das Soundcraft UI12 oder was ähnliches als entzerrte KH-Verstärker zweckentfremden. Einen parametrischen EQ wirst Du vermutlich benötigen. Und beachte bitte, dass die die Kurven gleicher Lautstärker bei moderater Lautstärke ausgeglichener sind als unmittelbar an der Hörschwelle. Entzerrung nach Hörschwelle dürfte also übertreiben.

Und vor allem: runter mit dem Abhörpegel! Sonst verliert Dein Gehör weiterhin.

Die Apple-Teile kenne ich nicht; sie könnten eine Option für Dich sein, wenn sie a) geschlossen sind und b) der Equalizer auf beiden Kanälen unabhängig einstellbar ist.

Unter hochwertigen IEM-Höreren verstehe ich übrigens sowas wie die Top-Modelle einschlägiger Hersteller wie InEar, Hörluchs oder Fischer-Amps. Also mit mindestens 4 Wandlern, besser mehr (8-fach...]. Diese Hörer haben im Prinzip die gleichen Wandler wie HGe; man benötigt so viele Systeme, um deren Unzulänglichkeiten auszugleichen.
svenyeng
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#9

Beitrag von svenyeng »

Hallo

IEM ist für Musiker die schwerhörig sind das beste.
Mache ich selber auch.

Nur in diesem Fall hier geht das nicht.
Jominator ist Veranstaltungstechniker und bedient das Mischpult.
Er muss hören was aus den Boxen kommt.

Gruß
sven
Jominator
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#10

Beitrag von Jominator »

Vielen Dank für euren Input. Toll, dass man sich hier so gut informieren kann.

Kurz eins vorweg: Anscheinend hatte ich den KIND-Termin falsch eingetragen. Er wäre heute vor eine Woche gewesen. Jetzt dauert es wieder eine Woche.

Wegen des Tipps bzgl. der Ketten: Dann kann ich Amplifon auch vergessen, korrekt? Allerdings muss ich sagen, dass ich mit Fielmann, ist ja auch eine Kette, recht gute Erfahrungen gemacht habe. Allerdings (Tipp von mir) mache ich Termine nur mit Meistern. Was die Augenoptik angeht habe ich mich auch recht intensiv informiert. Als Techniker tue ich mich da allerdings auch nicht schwer.

Und die latenz ist bei HGs schlechter als bei z.B. Digitalpulten.

Interessanter Aspekt. Das dürfte auch die AirPods betreffen, da diese ja, wenn ich sie mit dem Mischpult verbinde, über Bluetooth angesteuert werden. Das dürfte aber kein Problem sein, da der Klang der Mikrofone prioritär hat. Lippensynchonität spielt beim Soundcheck praktisch keine Rolle, da man ja auf das Mischpult schaut.

Alternativ ein kleines Digitalpult wie das Soundcraft UI12 oder was ähnliches als entzerrte KH-Verstärker zweckentfremden.

Puh, das würde zwar funktionieren, wäre für meine kompakten Setups allerdings etwas grobschlächtig. Gestern war ich übrigens auf einer Messe für Veranstaltungstechnik. Kein Hersteller vor Ort hat einen Mixer mit einer Balance-Funktion für den Kopfhörer, geschweige denn eine (einseitige!) Kophörerentzerrung.

Vielleicht baue ich mir für den Anfang erst mal einen einfachen, passiven Zwischenadapter, der den Pegel des rechten Kanals mit einem Widerstand senkt damit beide Seiten für mich etwas gleich laut sind.

Und beachte bitte, dass die die Kurven gleicher Lautstärker bei moderater Lautstärke ausgeglichener sind als unmittelbar an der Hörschwelle. Entzerrung nach Hörschwelle dürfte also übertreiben.

Danke. Gut zu wissen. Die Frau bei Geers wusste das offensichtlich nicht.

Die Apple-Teile kenne ich nicht; sie könnten eine Option für Dich sein, wenn sie a) geschlossen sind und b) der Equalizer auf beiden Kanälen unabhängig einstellbar ist.


Geschlossen sind sie und von getrennten EQs gehe ich definitiv aus. Sonst ergäbe die Show ja keinen Sinn

Also mit mindestens 4 Wandlern, besser mehr (8-fach...].


Das halte ich für übertrieben. Ich habe Shure In-Ears mit nur einem Wandler. Und die Korrektur der Balance bringt für mich schon eine deutliche Verbesserung.

Jominator ist Veranstaltungstechniker und bedient das Mischpult. Er muss hören was aus den Boxen kommt.

Korrekt! Vor allem bei mir zu hause am Schnittplatz. Man kann keine Videos mit Kopfhörer schneiden. Das ist auf Dauer zu anstrengend.
gereon
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#11

Beitrag von gereon »

Jominator hat geschrieben: 5. Mär 2026, 12:46
Wegen des Tipps bzgl. der Ketten: Dann kann ich Amplifon auch vergessen, korrekt? Allerdings muss ich sagen, dass ich mit Fielmann, ist ja auch eine Kette, recht gute Erfahrungen gemacht habe. Allerdings (Tipp von mir) mache ich Termine nur mit Meistern. Was die Augenoptik angeht habe ich mich auch recht intensiv informiert. Als Techniker tue ich mich da allerdings auch nicht schwer.
[
Naja vieles steht und fällt auch mit dem jeweiligen Personal vor Ort. Bei A.muss man bedenken, dass sie von den Ketten mit am teuersten sind. Sie kaufen im großen Stil andere Akustiker auf. Der Service bleibt dabei aber oft auf der Strecke. Oder es werden einem für Reperaturen, Wartungen und Reinigung dann teurere Servicepakete aufgebrummt. Des Weiteren muss man bedenken, dass A. keine eigenen Geräte hat, sondern Geräte rebrandet.
Auch bei Fielmann hängt vieles von der jeweiligen Ausrichtung und dem jeweiligen Personal vor Ort ab. So gibt es Fielmann Filialen, bei denen man nicht mehr als drei Geräten testen kann und diese Filialen eher daran interessiert sind schnelle und viele Abschlüsse zu erzielen als sich Deinem Problem errnsthaft anzunehmen. Die meisten Berichte über Fielmann hier im Forum sind aber insgesamt sehr positiv.
Hochgradig schwerhörig (rechts), links an Taubheit grenzend schwerhörig, Schwerhörig seit Geburt, aber Hörschädigung erst mit fünf festgestellt. Zeit Mai 2021 mit Phonak Naida Marvel 30 SP versorgt
Jominator
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#12

Beitrag von Jominator »

Ich war mal aus Neugier bei einem "normalen" Optiker. Der hatte mir eine interssantes Brillengestell angeboten. Eines, bei dem die zusätzlichen Sonnengläser magnetisch haften. Mit Gleitsichtgläsern sollte die Brille 1.200 Euro kosten. Und obwohl Fielmann keine Armani Gestelle anbietet, haben sie mir die Brille mit Gläsern in gleicher Qualitätfür für 800 Euro besorgt.

Aber ich suche sicherheitshalber auch mal nach "freien" Hörgeräte-Laden.
gereon
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#13

Beitrag von gereon »

Wenn Du mi Fielmann als Optiker zufrieden bist und diese auch Akustik machen, dann würde ich es dort mal versuchen. Du kannst ja jederzeit immer noch wechseln, wenn es zwischen Dir und dem Akustiker nicht passt
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beate_r
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#14

Beitrag von beate_r »

Zur Frage der Ketten: es gibt flächendeckend eigentlich ziemlich viele selbständige niedergelassene Akustiker. Das sind vergleichsweise kleine Betriebe mit nur wenigen Angestellten, und die müssen gut sein, um am Markt bestehen zu können.

Allerdings bin ich mir wirklich nicht sicher, ob Hörgeräte für Dich tatsächlich eine Lösung sind. Gerade bei noch schwacher Schwerhörigkeit können die Hörgeräte auslegungsbedingt das Hörvermögen stärker beeinträchtigen als sie es bei der Sprachverständlickkeit verbessern. Es fehlen halt die Bässe nahezu komplett, und auch die Höhen werden beschnitten (auf dem besseren Ohr höre ich noch gut genug als das sehr deutlich was ausmacht).Was die In-Ear-Stösel aangeht: Du erwähntest das Einweg-System von Shure. Weil Du auch den Beyerdynamik DT-770 erwähntest, habe ich den als Referenz genommen. Um dessen Niveau zu erreichen, benötigst Du tatschlich ein System mit vielen Kanälen. Allein wegen der Einschränkungen, die die Wandler mit sich bringen (das ist mehr oder weniger die Technik aus den Hörgeräten). Ich komme gerade aus Dieburg und habe bei InEar zwei Paar IEMs abgeholt, ein 2-Wege-system für mich und tatsächlich ein 8-Wandler-System für unsere Sängerin. Das 8-Wandler-System ist tatsächlich deutlich besser als gute Hörer der 200-€-Klasse. M.E. so gut oder schlecht zum Abmischen wie z.B. ein Sennheiser HD650.
Das 2-Wege-System von denen hat eine Hochmitten/Präsenzanhebung, die meinem Hörverlust entgegenkommt, sodaß ich sogar mit einem analogen Kleinmixer IEM für mich machen kann.
Jominator hat geschrieben:Gestern war ich übrigens auf einer Messe für Veranstaltungstechnik. Kein Hersteller vor Ort hat einen Mixer mit einer Balance-Funktion für den Kopfhörer, geschweige denn eine (einseitige!) Kophörerentzerrung.
Man muss auf jeden Fall zwei AUX-Kanäle opfern. Dann geht das mit Behringer XR12 (vermutlich!), lt Aussagen dritter X18, XR18 und natürlich X32 aufwärts (das kann Stereo In-Ear). Bei Allen & Heath sollte es mit sämtlichen Digitalpulten gehen, auch mit dem kleinen CQ-12. Beim Soundcraft UI12 ist es mir nicht gelungen, einen funktionierenden EQ in einen AUX-Kanal zu legen; man wird das wohl auf dem Main-Bus machen müssen. Was nichts über die beiden größeren UIs sagen soll. Im Musiker-Board gibt es einen ausführlichen Faden zum Thema (von mir gestartet).

Bei mir soll es übrigens ein Behringer X32 Rack mit drei Stereo-Mixen fürs IEM werden; ich kämpfe mich gerade durch dessen Bedienung.
Jominator hat geschrieben: Lippensynchonität spielt beim Soundcheck praktisch keine Rolle, da man ja auf das Mischpult schaut.
Um die geht es auch gar nicht. Wichtig sind da die zeitlichen Differenzen zwischen dem ja i.d.R immer hörbaren Originalsignal und dem Signal vom Hörgerät. Dadurch entstehen je nach Latenz der Hörhilfe Chorus- oder sogar Flanger-Effekte. Von dem grottigen Sound der HGe mit ihren resonanzen mitten im Hörbereich mal abgesehen.

Soundcheck mit Hörgeräten stelle ich mir daher extrem schwierig vor. Zur Zeit bin ich wohl darauf angewiesen, meinen Bass-Sound nach dem Feedback Dritter einstellen zu müssen. Dann schon eher ein Stereo-Mikro (ORTF?) am eh unvermeidlichen Steuerrechner und mit guten geschlossenen Hörern. Also sowas wie selbst gebasteltes HiFi-Groß-Hörgerät... so doof das jetzt klingen mag.

Aber letztlich zeigt das nur, wie gravierend die Beeinträchtigung durch einen Hörverlust tatsächlich ist, und wie wenig ernst diese Behinderung sogar in der Versorgung wahrgenommen wird, sofern das über die Wiederherstellung der sprachlichen Kommunikationsfähigkeit hinausgeht.
Jominator
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#15

Beitrag von Jominator »

@ gereon:

Wenn Fielmanm Hörgeräte anböte, würde ich durchaus einen Versuch wagen. Aber das tun sie m. W. nicht.

@ Beate:

Habe ich möglicherweise eine viel zu hohe Erwartung an Hörgeräte? Einen Wandler mit einem halbwegs ausgeglichenen Frequenzgang ist doch kein Hexenwerk. Und eine frequenzabhängige Verstärkung von 20 dB auch nicht.

Wenn es bei HG bei der Zielvorgabe allerdings lediglich um Sprachverständlichkeit bei hohem Hörverlust geht, kann ich die Bedenken schon nachvollziehen. Dann müsste ich mich (vorerst) von dieser Option veranschieden. EINEN Versuch werde ich aber wagen, damit ich einen "HG-Sound" mal grundsätzlich einordnen kann.

Diese Aux-Geschichte werde ich mal bei meinen Standard-Mixer versuchen (QSC TouchMix-16) versuchen. Ich kann ja fast froh sein, dass ich i. d. R. nur Vorträge betreue. Von richtigen live Gigs müsste ich mich mittlerweile wohl verabschieden. Bei mir kommt nämlich auch noch hinzu, dass höhere Lautstärken für mich, vor allem auf dem schwerhörigen Ohr, schnell unangenehm werden. Wenn ich keine Stöpsel drin habe und sich jemand in lauter Umgebung mit mit unterhalten möchte, halte ich mir dann normalerweise einfach mit einem Finger das entsprechende Ohr zu. Aber auf der "defekten" Seite verstehe ich dann einfach nichts mehr.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es ist wenn es noch viel schlimmer ist.

Wichtig sind da die zeitlichen Differenzen zwischen dem ja i.d.R immer hörbaren Originalsignal und dem Signal vom Hörgerät. Dadurch entstehen je nach Latenz der Hörhilfe Chorus- oder sogar Flanger-Effekte. Von dem grottigen Sound der HGe mit ihren resonanzen mitten im Hörbereich mal abgesehen.

Au weia, das hört sich ja schlimm an. ich bin echt mal gespannt, wie viele Sekunden ich den Sound eines HGs ertragen kann.

Übrigens noch ein kleiner Fun-Fact am Rande. Vor einer Woche hatte ich auch mal bei ear.direct angerufen. Die bieten ja quasi ein kostenloses Probehören auf Grund eines zugesandten Audiogramms an. Aufgrund eines Kommunikationsfehlers kam das Angebot erst gerade an.

Achtung, wir erinnern uns: Die Geers-Frau meinte, sie kann nichts für mich tun. Nach Schilderung meines "Gebrechens" und meiner Wünsche, bzw. Vorstellungen, meinte die Frau bei ear.direc, sie würde mir auf alle Fälle zwei Hörgeräte empfehlen. Crazy, oder?

Im Angebot stehen nun zwei Phonak Infinio Ultra 90 R für jeweils 2.450 Tacken und ich habe keine Idee was sie zu dieser Wahl bewogen hat. Höchstens, dass sie für dieses Gerät eine hohe Provision erhält. Ich wurde zu keinem Zeitpunkt gefragt welche Bauart ich möglicherweise bevorzugen würde.

Aber letztlich zeigt das nur, wie gravierend die Beeinträchtigung durch einen Hörverlust tatsächlich ist, und wie wenig ernst diese Behinderung sogar in der Versorgung wahrgenommen wird, sofern das über die Wiederherstellung der sprachlichen Kommunikationsfähigkeit hinausgeht.

Ja, das ist wirklich besorgniserregend.
svenyeng
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#16

Beitrag von svenyeng »

Hallo!

Ich bin kein Freund mehr von Behringer.
Hatte mal ein Behringer Digitalpult. Ist aber längst wieder verkauft.
Die Software finde ich ziemlich grottig.

Bin dann auf Presonus umgestiegen und hab das Studiolive 32R.
Da gab ich 16 Ausgänge + Main Out.
Für IEM hab ich die Sennheiser ew IEM G4 Funkstrecke.
InEars sind nach Abdruck gefertigte von Hörluchs in der basslastigen Version.

So hab ich halt auf den InEars meinen für mich passenden Mix.
Das klingt super.

Gruß
sven
Jominator
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#17

Beitrag von Jominator »

@ svenyeng:
Die Geschmäcker sind natürlich verschieden. Das Behringer X32 ist bei Thomann ziemlich beliebt.
Nimmst du denn auf dem IEM getrennte Anpassungen für links und rechts vor?
beate_r
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#18

Beitrag von beate_r »

Mir wurde malvon einem Deiner Kollegen folgendes Teil vorgeschlagen: https://www.thomann.de/de/the_t.racks_dsp_4x4_mini.htm
Leider nur über Windows programmierbar (ich nutze schon seit Jahrzehnten Linux), und die Latenz der Kiste kenne ich nicht.
Für den eigentlich beabsichtigten Einsatz dürfte sie keine Rolle spielen, aber im Monitorzweig schon. Dahinter dann ein kleiner KH-Verstärker, der mit der Impedanz des Zielkopfhörers klarkommt. Falls niederohmig, reicht ein billiger Millenium HA4 allemal, aber natürlich nur dann.
Jominator
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#19

Beitrag von Jominator »

Das ist ja krass. An genau dieses Teil hatte ich auch schon gedacht. Das Beste ist, ich habe das sogar. Hatte das mal für ein Projekt gekauft, was sich dann aber zerschlagen hat. Aber wo habe ich das nur? Allerdings sind das dann insgesamt wieder, incl. der Netzteile, vier zusätzliche Teile. Aber abgesehen davon ein super Tipp. Danke! Schön zu erleben, dass sich andere echte Gedanken um einen machen.

Es gibt übrigens noch einen Aspekt, den ich bisher gar nicht erwähnt habe. Dieses taube Gefühl auf der linken Seite. Es fühlt sich in etwas so an, wie vor einem Druckausgleich beim Fliegen. Aber halt nur auf der einen Seite. Die andere Seite hat quasi den Druckausgleich hinter sich. Und dieser Zustand ist halt permanent so.

Verschafft ein Hörgerät wenigstens bei so was Linderung?
Ohrenklempner
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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#20

Beitrag von Ohrenklempner »

Jominator hat geschrieben: 5. Mär 2026, 18:43 Verschafft ein Hörgerät wenigstens bei so was Linderung?
Ohne einen ordentlichen Befund mit einem kompletten Tonaudiogramm kann man da leider nichts zu sagen. Es kann ein Druckausgleichproblem sein, muss aber nicht. Ein Audiogramm mit Luft- und Knochenleitung und Unbehaglichkeitsgrenze wäre da um einiges aussagekräftiger.
...zufällig bin ich Experte auf diesem Gebiet... 🤓

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Re: Bin nach dem Besuch bei Geers ratlos

#21

Beitrag von Jominator »

@ Ohrenklempner:

OK, dann werde ich das mal veranlassen.
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