Neues Oticon Modell More

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Carla
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Neues Oticon Modell More

#1

Beitrag von Carla »

Hallo ihr Lieben,

Ich lese, dass Oticon ein neues Modell auf den Markt bringt. More heißt es. Es soll alle Klänge erkennen. Und damit das Gehirn trainieren.

Nun dachte ich, dass ein HG immer alle Klänge erkennt, nur eben lauter, oder sich auf die Umgebung einstellt. Ich trage Oticon OPN S 2 MiniRITE. Habe auch OPN S 1 ausprobiert, der Klang war anders, wattiger. Aber ich dachte, ich würde alles hören. Nur durch die unterschiedlichen Hersteller, die ich beim Ausprobieren testete, in anderer Klangfarbe. Mal halliger, mal wattiger etc. Was also kann More mehr? Hilft es wirklich, mehr vor Demenz zu schützen?
Akustik Alex
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Re: Neues Oticon Modell More

#2

Beitrag von Akustik Alex »

Hallo,

ich darf hier aus aktuelle Anlass mal zu antworten. Die Werbeaussagen von Demenzprävention und Hörgeräten wurde untersagt. Das liegt daran, dass die durchgeführten Studien zu Deutsch "Mukkefuck" sind, sprich: Sie genügen den Anforderungen nicht.

Besten Gruß,
Alex
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Carla
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Re: Neues Oticon Modell More

#3

Beitrag von Carla »

Danke, Alex. Aber damit macht ja nicht nur Oticon More Werbung. Das sagen viele Hörgerätehersteller. Ich habe von Frauen gehört, die sich an vergangene Zeiten erinnerten durch das Hören von Tönen.

Nebenbei was Witziges: Mein Hobby ist Duft, Parfum in allen Variationen. Und ein Bekannter geht mit seiner Parfümorgel (so nennt er das zärtlich selbst) mit den unreformulierten Düften ins Altenheim. Da kommen tatsächlich Erinnerungen hoch. Das habe ich selbst erlebt.
rabenschwinge
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Re: Neues Oticon Modell More

#4

Beitrag von rabenschwinge »

Mit Klängen ist es meiner Meinung nach ähnlich, Carla. Gewisse Melodien oder Klangabfolgen können durchaus Gefühle ansprechen oder auch Erinnerungen wecken.

Das wird gern bei Dementen genutzt. Auch und gerade weil es einen Zugang zu ihnen schafft.
Akustik Alex
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Re: Neues Oticon Modell More

#5

Beitrag von Akustik Alex »

Hallo Carla,
das war auch eine allgemeine Information, die einfach grad zu deiner Frage passte. Damit haben tatsächlich mehrere Hersteller geworben, das stimmt. Das mit Tönen, Düften und Bildern etc. ist bekannt. Auch alte Musik löst solche Erinnerungen aus. Das hat aber mit einem Hörgerät als Medizinprodukt nichts zutun und ist daher als irreführend eingestuft worden ;)

Besten Gruß,
Alex
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Carla
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Re: Neues Oticon Modell More

#6

Beitrag von Carla »

Ah, Danke :ily: Diese Bedeutung hatte ich bei meinen Überlegungen außen vor gelassen.
Johannes B.
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Re: Neues Oticon Modell More

#7

Beitrag von Johannes B. »

moin Alex,
würdest du denn der Grundannahme der Strategie von Oticon more zustimmen, die da lautet: "das Gehirn braucht alles was geht"?

Freundliche Grüße
Johannes B.
für bestmöglich hören und verstehen zahlt man in D mit seinen Kassenbeiträgen,
für Komfort und Design und schönen Schein zahlt man halt drauf ;-)
Akustik Alex
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Re: Neues Oticon Modell More

#8

Beitrag von Akustik Alex »

Hi Johannes,

ich bin kein Arzt, Hirnforscher o.ä. aber mir als denkender Mensch leuchtet es schon ein, dass ein Gehirn neuronale Verknüpfungen bildet, wenn es "gereizt" wird. Genauso wie Schach die Logik fördert und Musik die Kreativität, fördert Sehen, Hören, Kommunikation usw. sicherlich auch das generelle Denkvermögen.

Besten Gruß,
Alex
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Ohrenklempner
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Re: Neues Oticon Modell More

#9

Beitrag von Ohrenklempner »

Laut Oticon ist das natürlich die einzig wahre Methode der Signalverarbeitung. Aber jeder Hersteller lobt natürlich seine eigenen Produkte sonstwohin. Oticon ist ja auch nicht schlecht, aber andere Hersteller mit anderen Strategien sind genau so gut. Es kommt auf darauf an, was für den Hörgeräteträger am sympathischsten ist. Der eine findet das Oticon herausragend, beim nächsten gibt's Null Akzeptanz. Da steckt man nicht drin, deshalb sollte man mehrere Hersteller ausprobieren.
Allons-y!
Akustik Alex
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Re: Neues Oticon Modell More

#11

Beitrag von Akustik Alex »

Wie gesagt, ich glaube das ja auch. Allerdings sind die angegebenen Quellen dieser Artikel teilweise über 20 Jahre alt und stammen oft aus Japan, Bangladesh usw. Es scheinen zwar wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu sein, aber wie aktuell das ist, lasse ich mal offen ;)
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Blümle
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Re: Neues Oticon Modell More

#12

Beitrag von Blümle »

Das ist Internet ist voll von Infos zum Zusammenhang von Demenzprävention und Hörgeräten. 🦻🏻
(z.B. hier: https://hoerakustik.net/wissen/rund-ums ... -zu-demenz )

Könntest Du, lieber @Akustik-Alex, bitte noch die Quelle zu dieser Werbungsuntersagung angeben?

Würde mich sehr interessieren, da ich im -Bedarfsfall (wie z.B. bei den erst 3 Akustikern bei denen ich war und die mir diesen „Vorzug“ vom Hörgerätetragen reintröteten) gern kompetent aufklären würde, wenn das mal wieder jemand behauptet.
Besten Dank vorab! 🙏🏼


Dass besser hören/wieder mehr Signale ans Hirn zu bekommen nützlich und demenzpräventiv ist, zweifle ich nicht an, aber die dargestellte/suggerierte (Mono-)kausalität ist doch ein bissle platt….


Meints Blümle :blume1:
„..... ein Königreich für passende Otoplastiken!“
Und wenn sie nicht gestorben ist, dann fleht die Prinzessin auf der Erbse noch heute darum.....
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Akustik Alex
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Re: Neues Oticon Modell More

#13

Beitrag von Akustik Alex »

Hallo Blümle,
dass eine Hörbeeinträchtigung das Risiko an Demenz zu erkranken erhöht, steht ja gar nicht zur Debatte. Es geht einzig und allein darum, dass die herstellereigenen Studien (und im konkreten Fall eine aus Taiwan) kein Beleg dafür sind, dass Hörgeräte eben gegen Demenz helfen. Das sind zwei paar Schuhe. Es darf aufgrund dieser "Studien" nicht damit geworben werden, dass Hörgeräte dies tun (auch wenn dem so sein sollte).

Kann man direkt bei der Wettbewerbszentrale nachgucken:
Quelle

Besten Gruß,
Alex
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Akustik Alex
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Re: Neues Oticon Modell More

#14

Beitrag von Akustik Alex »

Falls du da vor dem Fachgeschäft weitere Belege brauchst, beruf dich einfach auf die Biha-Publikation von 07.2021. Da steht es auch drin ;)
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Blümle
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Re: Neues Oticon Modell More

#15

Beitrag von Blümle »

Sehr gut, 🧡lichen Dank! 🙏🏼👍🏼
„..... ein Königreich für passende Otoplastiken!“
Und wenn sie nicht gestorben ist, dann fleht die Prinzessin auf der Erbse noch heute darum.....
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KatjaR
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Re: Neues Oticon Modell More

#16

Beitrag von KatjaR »

Hu hu Blümchen,
ja, das Internet ist voll von solchen Beiträgen.
Der korrelative Zusammenhang ist wohl mittlerweile auch unumstritten.
 Menschen mit leichter, moderater und schwerer Schwerhörigkeit erkranken 2, 3 und 5 Mal öfter an Demenz, als Menschen mit normalem Gehör.
 Für jede 10 dB Hörverlust stieg das Risiko für Demenz mit dem Faktor 2,7.
 Quelle: "Hearing well to train your brain" von Prof. Frank R. Lin und Prof. E. Sophia Krame, 2011
Fraglich ist der (mono)kausale Zusammenhang.
Interessant dazu fand ich die
Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO-KHC)
Welttag des Hörens am 3. März 2019:
Schwerhörigkeit und Demenz: Können Hörgerät und Cochlea-Implantat vor geistigem Abbau im Alter schützen?
Bonn, Februar 2019 – Seit längerem beobachten Forscher, dass Menschen mit Hörstörungen im Alter überproportional häufig an einer Demenz erkranken. Noch ist unklar, welchen Anteil eine Hörstörung für sich allein an kognitiven Einbußen im Alter hat. Sollte dies der Fall sein, dann könnten ein Hörgerät oder ein Cochlea-Implantat einen wichtigen Beitrag zum „gesunden Altern“ leisten, so eine Expertin der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO KHC) anlässlich des Welttags des Hörens am 3. März.
Das Hörvermögen nimmt etwa ab Mitte 50 ab. Mit 65 Jahren ist jeder dritte Mensch auf beiden Ohren schwerhörig. Diese Hörstörung führt dazu, dass ältere Menschen im Radio und Fernsehen nicht mehr alles mitbekommen, im Gespräch weniger gut folgen können und daher die Gesellschaft anderer meiden.
Die soziale Isolierung und die fehlenden Anregungen durch die Umwelt könnten langfristig dazu führen, dass Menschen mit Hörstörungen sich geistig nicht mehr so gut entfalten können und deshalb schneller abbauen“, berichtet Privatdozentin Dr. med. Christiane Völter von der Ruhr-Universität Bochum. Dafür gebe es Hinweise aus Kohortenstudien, in denen schwerhörige Menschen über längere Zeit beobachtet wurden. In einer Studie zeigte sich, dass das Risiko, langfristig an einer Demenz zu erkranken, bei mittelgradigen Hörstörungen um das dreifache und bei einer hochgradigen Schwerhörigkeit sogar um das fünffache erhöht war. „Obwohl es hierzu in den letzten Jahren zahlreiche Veröffentlichungen gab, ist ein abschließendes Urteil derzeit noch nicht möglich, schränkt Dr. Völter ein.
Wenn sich die Vermutung allerdings bestätigen sollte, dann könnte die Behandlung von Hörstörungen einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung einer Demenz im Alter leisten. „Das Hörvermögen wäre dann einer der wenigen heute bekannten Risikofaktoren für das Auftreten einer Demenz, die sich auch behandeln ließe“, sagt Dr. Völter. Und weil Hörstörungen häufig sind, könnte dies auch gesellschaftspolitisch eine Relevanz haben.
Eine Hörrehabilitation ist durch Hörgeräte und seit einigen Jahren auch durch sogenannte Cochlea-Implantate möglich. Diese Geräte, die ursprünglich für taube Kinder entwickelt wurden, nehmen den Schall über ein Mikrofon auf und stimulieren dann direkt den Hörnerven. Dr. Völter sagt: „Auch Menschen, deren Schwerhörigkeit weit fortgeschritten ist, können mit einem Cochlea-Implantat wieder hören.“ Erste prospektive Studien deuten darauf hin, dass sich bei einem Teil der älteren Patienten einzelne neurokognitive Fähigkeiten bereits sechs Monate nach der Versorgung mit einem solchen Hörimplantat verbessern. „Für eine abschließende Beurteilung ist es jedoch noch zu früh“, sagt die Expertin: „Die bisherigen Untersuchungen wurden nur an wenigen Patienten durchgeführt. Auch fehlten bislang noch Langzeitergebnisse. Hier gelte es, die Auswertung der derzeit laufenden internationalen Studien abzuwarten.“
Unabhängig davon, ob eine Hörrehabilitation die Entwicklung von Demenzerkrankungen beeinflussen kann, wirken sich Hörgeräte und Cochlea-Implantate jedoch überaus positiv auf die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen aus. Dies belegen Studien, aber auch die Erfahrung im klinischen Alltag, so Dr. Völter: „Dies könnte ein Grund dafür sein, dass Menschen mit einem guten Hörvermögen auch länger geistig fit bleiben“.
Literatur:
Lin FR et al. Hearing Loss and Incident Dementia. Arch Neurol. 2011; 68(2): 214-220
https://jamanetwork.com/journals/jamane ... cle/802291
Loughrey DG et al. Association of Age-Related Hearing Loss With Cognitive Function, Cognitive Impairment, and Dementia. A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. 2018; 144(2): 115-126
https://jamanetwork.com/journals/jamaot ... ct/2665726
Livingston G et al. Dementia prevention, intervention, and care.
Lancet. 2017; 390: 2673-2734
https://www.thelancet.com/journals/lanc ... 6/fulltext
Hughes ME et al.Hearing Aid Use in Older Adults With Postlingual Sensorineural Hearing Loss: Protocol for a Prospective Cohort Study. JMIR Res Protoc. 2018; 7(10):e174
URL
https://www.researchprotocols.org/2018/10/e174/

Ein korrelativer Zusammenhang zwischen Alter, geistigem Abbau und Demenz, lässt mehrere
Hypothesen zu, beispielsweise:
Hörverlust führt bei einigen Betroffenen zu geistigem Abbau.
Demenz und Schwerhörigkeit liegen gemeinsame hirnorganische Veränderungen zu Grunde, wie beispielsweise schlechtere Durchblutung.
Die Hörschädigung führt durch Frustration und soziale Isolation zu einer depressiven Pseudodemenz.
Alle diese Faktoren können vielleicht eine Teilerklärung liefern.
Der hauptsächlich postulierte Zusammenhang führt über die sensorische Deprivation, die häufig soziale Deprivation nach sich zieht und in weiterem zeitlichem Ablauf zu kognitiver Deprivation führen kann. Dass das nicht zwingend so sein muss sieht man an vielen Hörgeschädigten, die weiter gute soziale Kontakte führen und an historischen Vorbildern wie Beethoven oder Helen Keller, die sogar taubblind war.
Hauptargument für eine Versorgung von Hörschädigung bleibt daher für mich der Faktor Lebensqualität. Nicht nur die erschwerte Kommunikation kann nämlich zu einer zunehmenden sozialen Isolation führen, sondern auch in Interaktion mit frustrierenden zwischenmenschlichen Erlebnissen, ein Rückzug der psychischer Natur ist. Zusammenhänge mit Verbitterung, Ängsten, Misstrauen etc. können solche Entwicklungen begünstigen. Daher immer mein Rat, sich dem großen Spektrum der Hörgeschädigtenselbsthilfe in irgendeiner Weise anzuschließen und mit ebenfalls Betroffenen in Austausch zu kommen, nach Corona auch wieder in natura.
LG
Katja
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(Rainer Maria Rilke)
Johannes B.
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Re: Neues Oticon Modell More

#17

Beitrag von Johannes B. »

Also ICH lernte in der REHA, dass ich mich daran gewöhnt habe, aus Verstehensfragmenten mir selbst ein Bild in meinem Kopf zu vervollständigen. Motto: "ah, ich weiß schon was mein Gegenüber sagen will (Antizipation)".
Ich hege den leisen Verdacht, dass es anderen Schwerhörigen ebenfalls so geht. ;-)
Ich bemühe mich um "Gegensteuern" und intensiviertes Nachfragen.

Freundliche Grüße
Johannes B.
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Blümle
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Re: Neues Oticon Modell More

#18

Beitrag von Blümle »

Boah, ey Katja, da hast Du Dich ganz schön reingehängt! 👍🏼Danke! 🙏🏼
(Jetzt ein wenig kürzer, als meine ursprünglich schon geschriebene Fassung, die hat‘s beim Absenden „zerschossen“ )
Die Differenziertheit gefällt mir sehr gut.

Die Wechselwirkung der Psyche in diesem Prozess bis hin in den Hirnstoffwechsel bietet ein weites Feld der Forschungen.
Da gibt es noch viel Optimierungsmöglichkeiten zur Lebensqualitätssteigerung im Bereich Hörsystem, nicht nur technisch, wo m.E. derzeit die Haupt- Aufmerksamkeit liegt. Wichtig ist dabei auch die geänderte Realität in der Mediennutzung besser wahrzunehmen und zu bedienen.
Es braucht auch weitere Optimierungen im Bereich Otoplastik (🤣) hinsichtlich Passen und Material. Die besten Teile nützen nix, wenn sie schlecht oder schmerzend im Ohr sitzen. Dass ich keine absolute Ausnahme bin, haben mehrere Diskussionen hier schon zeigen können. (Aber ich will jetzt hier nicht weiter OT gehen… 😂)
[/i]
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KatjaR
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Re: Neues Oticon Modell More

#19

Beitrag von KatjaR »

Mein Reden Blümchen, dass es sich bisher zu viel auf Technik bezieht und andere wichtige Aspekte außen vor bleiben. Aber ich bleibe zuversichtlich, weil sich in dne letzten Jahren die Beiträge auf Kongressen und Symposien auf andere Bereiche ausgedehnt haben. Diese sind medial noch unterrepräsentiert und für viele auch nicht so interessant, da nur indirekt wirkend, aus meiner Sicht aber ebenfalls sehr wichtig, da man auch durch die besten Systeme nicht wieder normalhörend wird und Einschränkungen bleiben.
Für die Otos sind die Daumen gedrückt, dass die Erbse mal gefunden und entfernt werden kann.
Mein 1. Beitrag wurde auch zerschossen, da ausführlich, fand ich das auch etwas ärgerlich. Besser wir kopieren in Zukunft den Beitrag vorsorglich, bis unsere liebsten Forenexperten Dani und Rhae die Ursache der Zensur gefunden haben, die hoffentlich nicht personenbezogen ist. ;).
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teak
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Re: Neues Oticon Modell More

#20

Beitrag von teak »

KatjaR hat geschrieben: 20. Jul 2021, 16:18 ...

Literatur:
Lin FR et al. Hearing Loss and Incident Dementia. Arch Neurol. 2011; 68(2): 214-220
https://jamanetwork.com/journals/jamane ... cle/802291
Loughrey DG et al. Association of Age-Related Hearing Loss With Cognitive Function, Cognitive Impairment, and Dementia. A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. 2018; 144(2): 115-126
https://jamanetwork.com/journals/jamaot ... ct/2665726

...
Ich habe mir lediglich die ersten beiden angeführten Studien genauer angeschaut: Beide betonen einen lediglich statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Hörminderung und kognitiver Einschränkung und die nicht gegebene Verallgemeinbarkeit der Studienergebnisse.

"Finally, caution must be applied when generalizing the results of our current study because the BLSA is a volunteer cohort of individuals of high socioceconomic status. Further confirmation of our results will need to be performed in larger studies using more representative, community-based samples." (Lin et al.)

Sowohl der Hörverlust wie auch die Demenz sind Sammelbegriffe für das äußere Erscheinungsbild eines ganzes Bündels sehr unterschiedlicher Erkrankungen. Daneben sind auch die diagnostischen Grenzen zwischen diesen Erkrankungen weitgehend unscharf. Das schränkt die Aussagekraft von Studien zu diesem Thema zusätzlich ein. Den Effekt einer Hörhilfe auf das Demenzrisiko festzustellen dürfte also nicht ganz einfach sein.

Lin sagt ganz lapidar: "In the present study, self-reported hearing aid use was not associated with a significant reduction in dementia risk, ..."

Das wirtschaftliche Ausmaß und damit verbundene Interesse erleben wir seit 60 Jahren am Thema Cholesterin und Herzinfarkt. Niemand will ja einen Herzinfarkt oder eine Demenzerkrankung erleiden.
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