Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

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Ohrigami
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Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#1

Beitrag von Ohrigami »

Hallo zusammen,

da vor etwa 2 Monaten beim Aku ein neues Audiogramm von mir erstellt wurde und dieser etwas über die Verschlechterung seit dem letzten Audiogramm von vor 3 Jahren leicht erstaunt war, stellt sich mir die Frage, warum dies so eingetreten ist.

Ich bin aktuell 55 Jahre alt und trage meine ersten HG's seit etwa 3,5 Jahren. Vorwiegend liegt bei mir eine Hochtonschwerhörigkeit vor, bis 750 Hz höre ich noch weitgehend normal für mein Alter, dann fällt die Hörkurve ab 1 kHz (30dB) bis 4 kHz auf 75dB ab. Bei 4 kHz habe ich mich die letzten gut 3 Jahre wohl um 15 bis 20 dB verschlechtert.
Nun frage ich mich, warum das so ist! Ich vermeide laute Geräusche, höre beim Autofahren nicht mal mehr Musik, achte auf eine gesunde Lebensweise, bin seit 10 Jahren Vegetarier mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährung, habe noch nie geraucht, habe im Alltag keinen Stress, habe ein erfülltes, glückliches Seelenleben.
Trotzdem scheint sich meine Hochtonschwerhörigkeit ungebremst fortzuentwickeln. Bis vor 15 Jahren hatte ich bis auf etwas Tinnitus keinerlei Hörschwierigkeiten und konnte auch noch das hochfrequente Schwingen eines defekten Bildschirms hören. Da fragt man sich schon, warum man in den relativ wenigen Jahren solch einen Hörverlust erlitten hat.
2013 hatte ich im rechten Ohr zahlreiche kleinere Hörstürze über einen Zeitraum von einem halben Jahr erlitten und anfangs war das rechte Ohr noch schlechter als das linke.
Mittlerweile ist die Hörkurve im Audiogramm zwischen links und rechts fast identisch.

Ich stelle mir gerade die Frage, was bei mir den Hörverlust ausmacht. Sind es die Blutdrucksenker, welche ich seit etwa 20 Jahren aufgrund einer Autoimmunerkrankung der Niere einnehmen muß? Oder können die 2 spätabendlichen Genußbierchen, welche ich gewiss die letzten 25 Jahre schon trinke, eine Auswirkung auf das Ohr haben?

Wer von euch kennt die Ursache seiner Schwerhörigkeit und konnte durch eine entsprechende Änderung seiner Lebensweise dieselbige beeinflussen?
Ich bin auf eure Beiträge gespannt!

Viele Grüße von Ohrigami
Birkbot
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#2

Beitrag von Birkbot »

Ich persönlich trage seit gut 40 Jahren Hörgeräte, meine Badewannenkurve hat sich in den letzten vom Bereich 30-50dB auf 50-70dB verschlechtert. Ich würde behaupten, dass das das Leben ist, ohne, dass ich meine Ohren groß schütze.
Was ich mir aber nicht vorstellen kann, dass die Blutdrucksenker daran schuld sein können, zumindest ist davon nichts bekannt. Als gefährlich für die Ohren sind vor allem einige Antibiotika und Chemotherapeutika bekannt. Da würde ich hohen Blutdruck als deutlich höheren Risikofaktor bewerten.
Deine Ohren sind natürlich vorgeschädigt, da kann eine Verschlechterung normal sein. Manchmal ists auch tagesformabhängig, auch ne z.B. ne Erkältung kann die Ohren zeitweise verschlechtern (hatte ich letzte Woche, merke, dass mein Gehör langsam wieder besser wird). Insofern würde ich mir da keine großen Gedanken machen, ansonsten würd ich genauso weiterleben wie bisher - abgesehen von der Musik im Auto. Die würd ich mir nicht verkneifen.
Ohrenklempner
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#3

Beitrag von Ohrenklempner »

Das Innenohr ist nun leider ein Verschleißorgan und bei dem einen tritt die natürliche Abnutzung früher ein, beim anderen später. Aufhalten kann man den Hörverlust nicht. Du machst schon alles richtig, indem du Stress vermeidest, dich gesund ernährst, dir öfter mal was Gutes tust (da sehe ich das Feierabendbierchen eher positiv als negativ).
rabenschwinge
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#4

Beitrag von rabenschwinge »

Als junge Frau hatte ich einen Unfall mit Pyrotechnik. Der sprengte nicht nur meine Trommelfell sondern schädigte auch mein Innenohr.

Mit Anfang 30 kamen die ersten Hörgeräte. Normale HDO Geräte.

Jetzt bin ich 56 und aus den normalen HDO Geräten sind mittlerweile Ultra Power Geräte geworden da selbst Powergeräte an ihre Grenzen kommen bei meinem Hörverlust.

Und der ist begründet in zwei Ursachen:
1. Mein Unfall und die daraus resultierende Verletzung des Innenohrs.

2. Mein Alter. Sie Lebenserwartung der Flimmerhärchen in der Hörschnecke ist nämlich begrenzt und dadurch verschlechtert sich im Alter das Hörvermögen.

Ist einfach so.

Das heißt auch: Ich hör Musik, geh in Konzerte, trink auch mal Alkohol, mach mal.ne Nacht durch mit lieben Menschen, treib Sport weil ich es mag und lebe mein Leben mit Genuss.
Ohrigami
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#5

Beitrag von Ohrigami »

Ohrenklempner hat geschrieben: 6. Jun 2024, 09:27 Das Innenohr ist nun leider ein Verschleißorgan und bei dem einen tritt die natürliche Abnutzung früher ein, beim anderen später. Aufhalten kann man den Hörverlust nicht.
Aber ist es denn "normal", dass man ohne eine ursächliche Situation wie der von @Rabenschwinge als 55-jähriger ein Hörvermögen eines 90-jährigen hat?
Vielleicht gibt es in unserem Alltag ja doch Dinge, welche ototoxisch sind, ohne, dass wir es wissen, und welche schleichend unser Hörvermögen mindern?!
Ich nehme beispielsweise seit etwa 18 Jahren den Wirkstoff Valsartan zu mir, vor ein paar Jahren kam dann ans Licht, dass der chinesische Hersteller den Stoff seit vielen Jahren mit Nitrosaminen verunreinigt hergestellt hat und niemand hat etwas gemerkt.
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#6

Beitrag von Treehugger »

Das ist schon fast ein Philosophische Fragestellung.

Jeder Mensch ist ein bisschen anders und reagiert nicht gleich auf Umwelteinflüsse.
Von daher, ja es ist normal das es Menschen gibt die mit 55 so hören wie ein 90ig jähriger.
Wobei sich da immer die Frage gestellt werden muss, wie hört ein 55ig jährige und wie der 90ig jähriger.

Und da gibt es meiner Ansicht nach keine Antwort die richtig ist.

Zu deiner Frage nach Vartasan der Auszug aus Wikipedia:
Wikipedia hat geschrieben:Im Juli 2018 wurde die Verunreinigung bestimmter Chargen eines chinesischen Wirkstoffherstellers mit einer als krebserregend geltenden Substanz aufgedeckt. Betroffene Fertigarzneimittel wurden in Europa und Nordamerika vom Markt genommen. In der Folge wurden sowohl Verunreinigungen in Valsartan weiterer Wirkstoffhersteller festgestellt als auch in anderen Arzneistoffen aus der Gruppe der Sartane
Ohrigami
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#7

Beitrag von Ohrigami »

Treehugger hat geschrieben: 6. Jun 2024, 10:43 Zu deiner Frage nach Vartasan der Auszug aus Wikipedia:
Danke, der Valsartan-Skandal ist mir schon ein Begriff und ich hatte damals schon gegoogelt, inwiefern ich davon betroffen bin und welches Risiko sich für mich ergab. Nitrosamine scheinen aber eher kanzerogen als ototoxisch zu sein.
Birkbot
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#8

Beitrag von Birkbot »

Was man auch nicht vergessen darf: Biologisch ist der Mensch auf ca. 35, 40 Jahre ausgelegt. Dann hat das Tier Mensch drei, vier Nachkommen in die Welt gesetzt, die dann alt genug sind, um selbst klar zu kommen und kein Elterntier mehr brauchen. Da sind dann die Organe incl. Ohren auch "durch". Alles, was älter ist, ist unserem Lebensstandard, der Medizin, der Ernährung geschuldet. Trotzdem lassen dann die Organe nach - genauso wie ein Auto halt nach 12, 15 Jahren in die Dauerreparaturphase kommt. Insofern ist mir außer Lärm, den o.g. Medis und den üblichen Verdächtigen Rauchen, Saufen und fett Leben nichts bekannt, was Organe allgemein und die Ohren im Speziellen gefährden würde. Insofern machst du schon alles richtig, Ohrigami. Manchmal ist es halt auch Pech.
Ohrenklempner
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#9

Beitrag von Ohrenklempner »

Ohrigami hat geschrieben: 6. Jun 2024, 10:27 Aber ist es denn "normal", dass man ohne eine ursächliche Situation wie der von @Rabenschwinge als 55-jähriger ein Hörvermögen eines 90-jährigen hat?
Ja, das ist normal.
Während du mit 55 das Hörvermögen eines durchschnittlichen 90jährigen hast, gibt es genau so 90jährige, die noch so gut hören, dass sie kein Hörgerät benötigen. Ein ganz großer Faktor ist auch die genetische Veranlagung. Hast du viele Schwerhörige in der Familie, erwischt's dich wahrscheinlich auch eher.
Dani!
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#10

Beitrag von Dani! »

Ich höre von Kindheit an schlecht und mein Tonaudiogramm ist von Test zu Test immer schlechter geworden. Bis 2006, seitdem ist es gleichgeblieben.
Geändert habe ich da nichts, nur konnte sich das Audiogramm nicht mehr verändern: Wo nichts zu hören ist, kann es auch nicht mehr schlechter werden ...

Im Ernst: Als Teil unserer Gesellschaft können wir zwar viel aktiv für unsere Gesundheit tun. Aber nicht alles beeinflussen. Wir werden außer Haus fast überall mit Lärm belästigt, teilweise auch ziemlich heftig. Nur nehmen wir das aus Gewohnheit schon längst hin. Z.B. das Warten als Fußgänger an der Ampel, währenddessen Pkw um Lkw und Traktoren an einem vorbeifahren. Selbst der Supermarkt bietet ein Sammelsurium an Grundlautstärke, vom Wochenmarkt ganz zu SCHWEIGEN :D.

Wenn man derartige Umwelteinflüsse dauerhaft aus dem Weg gehen möchte, bleibt einem nichts anderes übrig als frühzeitig zu Naturvölkern zu gehen. Mit allen Vorteilen (die hören auch im hohen Alter vergleichsweise sehr gut; kein Stress mit dem Cheff) und auch Nachteilen (Lebenserwartung ist signifikant niedriger, weil kaum einer alt wird; keine spontanen Wochenendausflüge zu den lieben Verwandten in 100km Entfernung).
Dominik
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#11

Beitrag von Birkbot »

Dani! hat geschrieben: 6. Jun 2024, 12:11 keine spontanen Wochenendausflüge zu den lieben Verwandten in 100km Entfernung
Ob das jetzt ein NACHTEIL ist, ist ja auch Definitionssache :mrgreen:
Ohrigami
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#12

Beitrag von Ohrigami »

Danke für eure bisherigen Antworten, einerseits kann es befreiend sein, sich vor Augen zu führen, dass der eigene Hörverlust ein absolut normaler und natürlicher Vorgang ist. Ich habe mich auch schon wie selbstverständlich mit meinen HG arrangiert, trage sie von Frühstück bis zum Bettgehen und möchte sie nicht mehr missen.
Andererseits kommen in mir dennoch Zweifel auf, ob es ein normaler Alterungsvorgang ist, wenn man mit 40 noch absolut "normalhörig" ist und mit 55 die Vögel ohne HG nicht mehr singen hört, obwohl sie ein regelrechtes Abendkonzert veranstalten. Wenn dann noch merklich ältere Menschen im persönlichen Umfeld ohne HG besser hören als ich mit HG, schleichen sich dennoch Gedanken in den Kopf, ob nicht doch äußerliche Umstände wie langjähriger Medikamentenkonsum das Innenohr ganz langsam geschädigt haben. Wenn schon eine Sinusitis, die sich auf das Mittelohr ausgebreitet hat, das Hörvermögen auf einen Schlag lebenslang mindern kann, dann ist es doch nachvollziehbar, dass auch andere chronische Störfaktoren dieses sensible Organ ganz langsam dauerhaft in Mitleidenschaft ziehen.
HenryH
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#13

Beitrag von HenryH »

Valsartan kann theoretisch aufgrund der vasokonstriktorischen Wirkung durchaus zu solchen Beeinträchtigungen führen. Betr. des Vestibularsyndroms ist es auch als mitverursachendes Medikament zu beachten. Und da kann es durchaus Zusammenhänge geben

Ototoxisch ist beispielsweise auch ASS (Aspirin) und manch anderes regelmäßig genommenes 'harmloses' Medikament, das häufig gerne von den Betroffenen vergessen zu erwähnen wird.

Regelmäßiger Alkoholgenuss trägt dazu bei.

Substituierst du als Vegetarier z. B. Vitamin B12?
Wie sieht dein Vitamin D3 Spiegel aus?

Was sagt dein Doc zum Allgemeinzustand und insbesondere zum Vitalitätsstatus?

Ansonsten: immer schlechter Hören ist wohl leider mit fortschreitendem Alter oft nicht vermeidbar. Auch wenn es sonst keine offensichtlichen Gründe dafür gibt. Leider.
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Ohrigami
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#14

Beitrag von Ohrigami »

HenryH hat geschrieben: 9. Jun 2024, 19:51
Substituierst du als Vegetarier z. B. Vitamin B12?
Wie sieht dein Vitamin D3 Spiegel aus?
Ich nehme keine künstlichen Nahrungsergänzungsmittel zu mir.
Meinen Vitamin D3 Spiegel habe ich noch nie kontrollieren lassen. (bin aber viel draußen, Stichwort Sonnenlicht)

Mein gesundheitlicher Allgemeinzustand ist einwandfrei, ich bin schlank, aktiv, stehe voll im Leben, habe keinerlei körperliche Einschränkungen und kann heute im Prinzip alles noch genauso gut machen wie vor 20 Jahren. Eine Mangelernährung schließe ich bei mir aus, da ich mich wie gesagt, sehr ausgewogen ernähre - nur eben ohne Fleisch!
HenryH
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#15

Beitrag von HenryH »

Ich will dir nicht zu nahe treten, aber du hast gefragt...

Lies mal.
https://www.mikronaehrstoffcoach.com/de ... ren%20kann.

Als Vegetarier besteht durchaus das Risiko eines B12 Mangels, wie du vielleicht weißt.

Auch wenn du viel draußen bist - als Mitteleuropäer kommst du eher selten auf den Zielwert von 60ng/ml D3.

Alles Dinge, die dir helfen können.
Signia Silk Charge&Go 7IX
KatjaR
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#16

Beitrag von KatjaR »

Mir hat ein HNO-Prof erklärt, dass die häufigste Ursache von genetisch bedingten Hörschädigungen in einer erhöhten Lärmintoleranz begründet ist.
Also dass Lautstärken, die bei genetisch nicht disponierten Personen noch tolerabel sind, bei disponierten schon hörschädigend wirken können.
Leider verstärkt sich das mit zunehmender Hörschädigung noch, obschon man meinen sollte, dass wenn man alles leiser hört, man Lärm besser verkraften könnte.
Dem ist aber nicht so, da mit steigender Schädigung der äußeren Haarzellen, auch deren Dämpfungswirkung gegen Lärm nachlässt.
Daher muss man sich noch stärker gegen Lärm schützen und längerer Ruhephasen nach Lärmeinfluss einhalten, um einer Verschlechterung bestmöglich vorzubeugen.
Daher sind gut eingestellte Hörgeräte sehr wichtig und nicht das unbedachte Nutzen von Kopfhörern, die man dann dr Bequemlichkeit halber stark aufdreht, um möglichst anstrengungsarm TV oder Musik hören zu können.
Langjährige CI-Trägerin (AB) Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe.
(Rainer Maria Rilke)
Brittany
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#17

Beitrag von Brittany »

Danke, Katja.-
Diesen Beitrag müsste man eigentlich irgendwo oben anpinnen. Ich hätte am liebsten zwei bis drei Mal "Daumen hoch" geklickt. ;)
KatjaR
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#18

Beitrag von KatjaR »

Danke Brittany :sm(89):
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Ohrigami
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#19

Beitrag von Ohrigami »

Ich weiß nicht, inwiefern hohe Lautstärken in der späten Jugendzeit sich im Alter durch Schwerhörigkeit "rächen". Am Ende meiner Teenagerzeit hörte ich in meinem Zimmer gerne laute Musik, war oft in Diskos und lauten Musikkneipen unterwegs. Ein Ereignis ist mir im Gedächtnis hängen geblieben. Ich war mit etwa 20 auf einem Joe Cocker Konzert in Nürnberg. Ich war etwa im vorderen Drittel der Halle, aber die drehten so laut auf, dass ich mindestens noch drei Tage lang einen lauten Tinnituston in den Ohren hatte.

Joe Cocker, wenn du das hier im Jenseits mitlesen solltest, das war kein feiner Zug von dir !!!
Ohrigami
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#20

Beitrag von Ohrigami »

KatjaR hat geschrieben: 10. Jun 2024, 17:52 Mir hat ein HNO-Prof erklärt, dass die häufigste Ursache von genetisch bedingten Hörschädigungen in einer erhöhten Lärmintoleranz begründet ist.
Also dass Lautstärken, die bei genetisch nicht disponierten Personen noch tolerabel sind, bei disponierten schon hörschädigend wirken können.
Leider verstärkt sich das mit zunehmender Hörschädigung noch, obschon man meinen sollte, dass wenn man alles leiser hört, man Lärm besser verkraften könnte.
Hallo Katja, ich will diese These nicht anzweifeln, dann würde aber mein damals ursprünglicher Einwand gegen das Tragen eines HG greifen, dass durch das laute Beschallen geschädigter Hörnerven dieselbigen noch schneller degeneriert würden. Denn ich verstärke ja gezielt den Frequenzbereich, in welchem die Hörnerven schon vorgeschädigt sind. Ich gebe also 20 bis 30 dB noch obendrauf.
Klar sollte man unnötigem Lärm aus dem Weg gehen, aber im Arbeitsalltag bei mir gibt es so manches Geräusch von Geräten und arbeitenden Kollegen was unvermeidlich ist. Oder man ist als Fußgänger im Straßenverkehr unterwegs, hier werden auch viele hohe Frequenzen verstärkt. Ist hier das Tragen von HG kontraproduktiv?
KatjaR
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#21

Beitrag von KatjaR »

Hallo Ohrigami,
höchstwahrscheinlich sind nicht die Hörnerven geschädigt, sondern die Haarzellen.
Diese wandeln Schall in elektrische Impulse um (innere Haarzellen) und verstärken oder dämpfen auch zu laute
Geräusche (äußere Haarzellen). Da gestörte äußere Haarzellen das oft nicht mehr können, kann eine Lautheitsbegrenzung im Hörgerät
diese zumindest teilweise ersetzen. Klar muss man auch verstärken, aber ohne wirst du wahrscheinlich Verstehprobleme
haben. Es ist ein Gratwandel, zwischen Verstehen und Progression. Wichtig sind auch Ruhephasen, in denen man auch mal oben ohne ist.
Nicht nonstop Musik und TV in Freizeit.
Auch ist es bei den meisten Formen der Hörschädigung so, dass sie fortschreitend verlaufen, ob mit oder ohne Hörgeräte.
Schwiegervater ist so gut wie taub, obschon er sich standhaft geweigert hat ein Hörgerät zu nutzen.
Selektives Hörgerätetragen ist meist aber auch keine gute Idee, da sich so das Gehirn nicht daran gewöhnt, wie sich die Welt wieder anhört.
Schlecht hören und verstehen erzeugt auch Stress, welcher wieder ototoxisch wirken kann.
Letztendlich kann man für eine einzelne Person nie 100% sagen wie sie worauf reagiert. Daher gibt es auf die Ursprungsfrage keine Antwort,
die auf alle zutrifft.
Langjährige CI-Trägerin (AB) Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe.
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Dani!
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#22

Beitrag von Dani! »

Hallo Ohrigami,
Ich hätte da noch einen alten Beitrag, den ich treffend finde:
Gast hat geschrieben: 14. Jun 2013, 17:57 ....

Aber... man kann das ganze auch etwas philisophisch sehen. Welchen Grund hättest du, dein Gehör zu schonen? Den, dass du etwas Hören und am Leben teilhaben kannst, vermute ich.

Wenn Du nun auf die HG verzichtest, kannst du das nicht (oder nur sehr eingeschränkt). Das heißt, im Versuch den Gehör zu schonen, nimmst du den befürchteten Zustand, nämlich nichts zu verstehen, bereits vorweg. Wenn sich nun Dein Gehör trotzdem weiter verschlechtert, hast du "freiwillig" auf das Hören zu einer Zeit verzichtet, als es noch irgendwie möglich gewesen wäre.

Bei aller Zukunft darf man auch die Gegenwart nicht vergessen...

Liebe Grüße
Leider ist mir der Autor nicht bekannt 😔
Dominik
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Ohrigami
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#23

Beitrag von Ohrigami »

KatjaR hat geschrieben: 10. Jun 2024, 22:30 Es ist ein Gratwandel, zwischen Verstehen und Progression. Wichtig sind auch Ruhephasen, in denen man auch mal oben ohne ist.
Nicht nonstop Musik und TV in Freizeit.
Auch ist es bei den meisten Formen der Hörschädigung so, dass sie fortschreitend verlaufen, ob mit oder ohne Hörgeräte.
Schwiegervater ist so gut wie taub, obschon er sich standhaft geweigert hat ein Hörgerät zu nutzen.
Selektives Hörgerätetragen ist meist aber auch keine gute Idee, da sich so das Gehirn nicht daran gewöhnt, wie sich die Welt wieder anhört.
Schlecht hören und verstehen erzeugt auch Stress, welcher wieder ototoxisch wirken kann.
Hallo Katja,

guter Beitrag, vor allem das Beispiel mit dem Schwiegervater!
Ich trage meine HG von früh bis spät und bin sehr dankbar für sie. Gleichzeitig versuche ich, größeren Schallpegeln aus dem Weg zu gehen. Jüngst schalte ich beim Autofahren die HG komplett auf stumm, das Navi kann ich auch ohne noch verstehen. Wenn ich die Kaffeemühle einschalte, wird auch stumm geschaltet, ebenso, wenn der Thermomix etwas zerkleinert. Eventuell sollte ich die maximale Verstärkung noch etwas reduzieren, ist aktuell auf 98dB begrenzt. Die Soft Noise Unterdrückung ist beim mir schon immer auf AUS, da ich auch sehr leise Geräusche hören möchte, eventuell sollte ich da doch einen Filter einschalten, denn wenn ich draußen im Garten bin, werden natürlich alle Natur- und Umweltgeräusche permanent verstärkt, das ist quasi wie ein Dauer-Grundrauschen.
Dani!
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#24

Beitrag von Dani! »

Liebe Ohrigami,
Du tust schon mehr als genug für die Gesundheit deiner Ohren. Mach dir aus diesen Grund bitte nicht noch mehr Kopf, wie du dein Leben einschränken kannst, um deine Ohren zu schonen. Das Leben ist zu kurz, genieße es jetzt! Auch mit Hörgeräten.

MPO zu reduzieren wirkt sich negativ auf die Klarheit der Sprache aus. Der sollte tatsächlich so eingestellt sein, dass der Test Ton so gerade eben erträglich ist. Deswegen wird dieser Regel im Alltag nur selten erreicht. Und er darf ja auch bei geschädigten Ohren erreicht werden.
Dominik
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L: 16.12.20: Med-el Sonnet2
Vorsicht bissig.
HG007
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Re: Ursache für fortschreitenden Hörverlust bzw. kann man diesen selbst beeinflussen??

#25

Beitrag von HG007 »

Dani! hat geschrieben: 6. Jun 2024, 12:11
Wenn man derartige Umwelteinflüsse dauerhaft aus dem Weg gehen möchte, bleibt einem nichts anderes übrig als frühzeitig zu Naturvölkern zu gehen. Mit allen Vorteilen (die hören auch im hohen Alter vergleichsweise sehr gut; kein Stress mit dem Cheff) und auch Nachteilen (Lebenserwartung ist signifikant niedriger, weil kaum einer alt wird; keine spontanen Wochenendausflüge zu den lieben Verwandten in 100km Entfernung).
Ja das hohe Alter ist dann eben nicht 90-100 Jahre alt sondern 40-50 Jahre ;) Kein Stress mit Cheff bin ich mir nicht so sicher ob dem so ist .
l 35 - 40 - 55 - 70 - 65 - 65 - 70 - 75
r 30 - 30 - 50 - 55 - 65 - 65 - 60 - 70
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