Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

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sassi000
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Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#1

Beitrag von sassi000 »

Guten Abend ihr Lieben = )

Ich bin etwas verzweifelt und weiß trotz langem Hin und Her überlegen nicht, was ich tun soll und hoffe daher um Rat.

Ich bin geprüfte Sozialassistentin und arbeite zurzeit für ein Jahr in eine Kinderkrippe und möchte danach die Erzieherausbildung beginnen.
Wegen meiner Hörbehinderung (vererbt, 50 GdB, beidseitig HG) habe ich es auf der Arbeit etwas schwerer. Trotz allem komme ich gut zurecht und meine Chefin ist sehr zufrieden mit mir. An der Lautstärke und die Nebengeräusche habe ich mich gewöhnt, manchmal bin ich aber trotzdem noch empfindlich darauf und empfindlich auf Stress. Ich habe oft nach der Arbeit Bauchschmerzen, bin kaputt und brauche etwas, um zu entspannen. Wenn ich zuhause bin, habe ich das Gefühl, dass ich noch bei der Arbeit bin und kann schlecht abschalten.

Ich hatte schon lange diese Gedanken, die Erzieherausbildung wirklich weiter zu machen oder doch lieber etwas anderes zu machen...
Vielleicht wäre ein Beruf als Bürotätigkeit besser für mich da dort der Stresspegel und die Lautstärke nicht so hoch sind, oder liege ich da falsch?
Ich wollte früher nach meinem Realschulabschluss schon eine Ausbildung als Bürokauffrau starten, hatte mich aber nicht getraut wegen dem Telefon. Vielleicht wäre dies aber mit Hilfsmitteln doch möglich und ich hatte gehört, dass man in manchen Berufen (Verwaltungsfachangestellte) nicht so viel telefonieren muss..?

Mir schwirren so viele Gedanken und Fragen im Kopf, dass ich nicht weiß, was ich tun soll... oder dass ich vielleicht doch die Erzieherausbildung starte und mir danach einen Job suche, wo es kleinere Gruppen gibt...

Vielleicht gibt es hier ja auch welche, die Erzieher/in sind oder eine Büroarbeit nachgehen, und mir hier ein paar Tipps geben können??? In welchem Bereich arbeitet ihr und wie kommt ihr damit zurecht?
Auf Erfahrungsberichte würde ich mich freuen.

Danke schonmal im Voraus :)
Zuletzt geändert von sassi000 am 1. Mär 2015, 20:20, insgesamt 3-mal geändert.
frieda
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#2

Beitrag von frieda »

Hi Sassi,

ich arbeite zwar nicht in dem Bereich, aber ich habe zwei Kinder und momentan noch meine Schwägerin mit ihren Zweien zu Besuch. Bei dem Geräuschpegel hier mußte ich mich schon öfters zurückziehen um nicht am Rad zu drehen, eine Anstellung als Erzieherin fände ich als das Grauen schlechthin.
Aber wie wäre es denn mit Familienhelferin? Ich weiß gerade nicht, ob man dazu ein Sozialpädagogikstudium braucht, glaub aber schon. Trotzdem hättest du da immernoch direkt Kontakt zu Leuten, allerdings in einem überschaubaren Rahmen.

Zwecks geschäftlich telefonieren: klar gibt es Hilfsmittel, aber meiner Ansicht nach ist ein Beruf, der viel Telefonieren beinhaltet eines der wenigen Dinge, die (hochgradig) Schwerhörige vllt eher meiden sollten (hier schließe ich wieder freimütig von mir auf andere)...
Nach steiler Karriere in die Schwerhörigkeit und einseitige Taubheit nun Borg :p
Musiker_72
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#3

Beitrag von Musiker_72 »

Hallo Sassi,

wie ist denn Deine Unbehaglichkeitsschwelle bei Lärm? Welcher Art ist Deine Schwerhörigkeit?

Ich bin Lehrer, und für mich ist die Lärmbelastung das Hauptproblem. Ich bin nur leicht (bis mittel bei den höheren Frequenzen) schwerhörig, teste jetzt verschiedene Hörgeräte in der Hoffnung, dass diese mich auch bzgl. der Lärmempfindlichkeit entlasten.

Wenn ich im Kindergarten meine Kinder abhole, dann ist das für mich teilweise nur schwer zu ertragen und ich bin froh, wenn ich da wieder raus bin.

Von daher: Wenn Du eine Alternative hast, bei der Du glaubst, auch glücklich werden zu können, dann würde ich das ernsthaft in Erwägung ziehen. Natürlich ist Bürokauffrau ein ganz anderes Feld als Erzieherin - die Arbeit mit kleinen Kindern kann schon sehr sehr schön (und nicht nur anstrengend sein), Bürokauffrau ist da sicher "trockener".

Das ist keine leichte Entscheidung! Vielleicht kannst Du noch etwas mehr zur Art Deiner Schwerhörigkeit schreiben, und vielleicht finden sich noch Erzieherinnen, die da etwas direkter etwas dazu sagen können.

Alles Gute!

Musiker_72
smallhexi79
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#4

Beitrag von smallhexi79 »

Hallo Sassi,

kannst du auch in einen Hörgeschädigten-Zentrum vorstellen zu arbeiten?

Ich habe Bürokauffrau gelernt und arbeite im Verkauf (Einzelhandel).

lg Smallhexi
LG smallhexi Hörgeschädigt seit 1980 durch Meningitis
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AlfredW
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#5

Beitrag von AlfredW »

Hallo sassi000,

hast Du ein Hobby, bei dem Du abschalten kannst;
ich betreibe Bogenschießen; da muß man mental voll dabei sein und
alles andere ausblenden.

Gruß

Alfred
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Sandra

Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#6

Beitrag von Sandra »

Hallo Sassi,

vielleicht kannst Du Dich unter folgendem Link erkundigen

http://seminare.ibaf.de/frame.aspx?act= ... 1020167305

Es wird in jedem Beruf ggf. das eine oder andere Probleme geben - letztendlich kommt es auf Kollegiale Verhältnis an und welche Anforderungen vom AG gestellt wird => ob dies und jenes aufgrund der Hörschädigung anders geregelt werden kann. Jede Hörgeschädigte ist individuell und inwiefern kann dies im jeweiligen Beruf kompensiert werden.

Dazu kannst Du zb. unter www.schwerhoerigen-netz.de/pinboard durchsuchen!
Dort gab schon Erfahrungsberichte über Büroarbeiten aber auch Erzieher!

Gruß
Sandra
Zuletzt geändert von Sandra am 1. Mär 2015, 23:28, insgesamt 1-mal geändert.
sassi000
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#7

Beitrag von sassi000 »

Vielen Dank erstmal für die Antworten.
Wenn bei mir auf der Arbeit alle Kinder durcheinander reden, muss ich meistens um Ruhe bitten, damit ich überhaupt etwas verstehen kann. Manchmal passiert es mir auch, dass wenn ich an einer Tätigkeit beschäftigt bin, ich mich so sehr darauf konzentriere, dass ich alles um mich herum nicht richtig wahrnehme (und ich deswegen überlegt habe, einen Beruf zu wählen, wo man selbstständig und konzentriert an einer Sache arbeiten kann). Bei diesem Beruf muss man überall den ganzen Überblick haben, manchmal gelingt es mir auch, aber es ist auch schwierig. Aber ich glaube, dass bei mir auch der eigentliche Grund der Stress ist. Ich habe keine Pausen auf der Arbeit und esse mein Frühstück etc. dann, wenn die Kinder essen, wo ich oft hastig und nie in Ruhe essen kann (wegen einer damaligen Esstörung ist mir Zeit und Ruhe beim Essen sehr wichtig). Manchmal bin ich oft überfordert, wenn mehrere Kinder gleichzeitig was von mir wollen und ich oft alleine mit ca. 4-6 Kindern in der Gruppe bin. Mir macht der Beruf zwar Spaß, aber ich frage mich, ob ich es wegen dem Stress mein ganzes Leben lang aushalten kann, da ich auch sehr empfindlich bin. (Ich kann nach der Arbeit schlecht abschalten)

Als Hobby treibe ich sehr gerne Sport, was ich zurzeit oft wegen Bauchschmerzen nicht machen kann.

Ich hatte mit meiner Chefin mal dadrüber gesprochen und sie meinte, dass sie mich als Erzieherin und als Therapeutin vorstellen kann und sie hatte mir auch angeboten, mich für ein paar Tage freizustellen, wenn ich mir irgendwo mal was anschauen möchte (Kennenlernpraktikum etc.)
Ich hatte diesen Gedanken, vielleicht eine Büroarbeit nachzugehen, aus diesem Grund da ich auch sehr gerne selbstständig Schreibtischarbeiten erledige und ich mich gut am PC auskenne
sassi000
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#8

Beitrag von sassi000 »

Ich könnte auch als Erzieherin in kleinere Gruppe arbeiten (Z.b in einem Sprachheilkindergarten, wo ich ca. 4-7 Kinder hatte,, wo ich auch super zurecht kam) aber die Frage ist auch, ob ich da einen Job finden werde, wenn meine Auswahl schon klein ausfällt :/
Zuletzt geändert von sassi000 am 2. Mär 2015, 22:48, insgesamt 3-mal geändert.
maryanne
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#9

Beitrag von maryanne »

Hallo Sassi000,
ich stelle es mir extrem schwierig vor, mit einer Hörschädigung verantwortlich eine Kindergruppe zu betreuen, d.h. trotz der belastenden Lautstärke den Überblick zu behalten und dabei sich nicht selbst fertigzumachen.
Für einen Sprachheilkindergarten müsstest du vermutlich eine Ausbildung zur Heilerzieherin o.ä. machen?
In Rendsburg besteht die Möglichkeit zur Ausbildung zur Erzieherin für hörgeschädigte Kinder (da brauchst du auch Gebärdenkenntnisse). Oder hast du die Möglichkeit zu studieren? Z.B. Pädagogik? Da müsstest du aber im Studium einiges an Hör-Arbeit aufwenden.

Maryanne
sassi000
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#10

Beitrag von sassi000 »

Ich hatte eigentlich vor, nach meiner Erzieherausbildung noch eine Weiterbildung zu machen, damit ich höhere Chancen habe auf dem Arbeitsmarkt wenn ich mich für die Erzieherausbildung entscheiden würde. Ich haette danach auch die Moeglichkeit, zu studieren.

Ich hatte mich vorher schon im Internet nach Infos und Erfahrungsberichte bei der Berufswahl fuer Hörgeschädigte erkundigt und lese leider nur noch Sätze wie 'Fuer den Beruf bist du nicht geeignet..', 'Das ist auch kein Beruf fuer dich weil...' und und und. Ich finde sowas ist echt unmotivierend und nicht wirklich hilfreich. Da fragt man sich ob es ueberhaupt noch passende Berufe fuer HG gibt
maryanne
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#11

Beitrag von maryanne »

Sassi,
niemand sollte und kann dir vorschreiben, für welchen Beruf du geeignet bist oder nicht. Wenn du im pädagogischen Bereich arbeiten möchtest, dann mach das - allerdings rate ich dir schon aus Selbstschutzgründen, nach weniger lärmintensiven Bereichen Ausschau zu halten. Dauerbeschallung wie im Kindergarten ist nicht nur für die eh schon schlappen Ohren stressig, sondern wirkt sich auch negativ auf das psychovegetative Nervensystem aus.

Maryanne
pascal2
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#12

Beitrag von pascal2 »

Wenn du sowieso nach einem anderen Beruf Ausschau hältst, dann würde ich einen wählen, der ohrengeeignet ist.
Büro oder so.
Zudem sind doch gerade diese Berufe die du benennst bekannt dafür, daß man viel zu wenig verdient.
Heute muß es nicht nur fürs Leben, sondern auch noch für das Alter reichen !
In erster Linie arbeitet man um Geld zu vedienen und nicht aus Spass an der Freud.
Zum Glück hat der weise Trittin die Entwicklung des Deutschen Rentensystems früh erkannt und das Flaschenpfand eingeführt !
Musiker_72
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#13

Beitrag von Musiker_72 »

Hallo Sassi,

wenn Du gerne eigenständig am Schreibtisch arbeitest, dann klingt das doch nach einer guten Alternative mit der Bürokauffrau.

@pascal: Ich halte das für einen unschätzbaren Vorteil, wenn einem die Arbeit wenigstens teilweise Spaß macht. Bedenke: 8 Stunden Arbeit am Tag, evtl. mehr, 8 Stunden Schlaf, es bleiben 8 Stunden für den Rest - die Chancen, dass es irgend etwas in Deinem Leben gibt, was Du noch mehr tust als Arbeiten, stehen sehr schlecht. Wenn Dir dann die Arbeit gar keinen Spaß macht, Du sie evtl. sogar durchweg als ätzend empfindest, dann riskierst Du, ein sehr unglücklicher Mensch zu werden.
pascal2
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#14

Beitrag von pascal2 »

Ich habe die Erkenntnis gewonnen, daß jede Arbeit, auch wenn sie am Anfang noch so spannend war, irgendwann zur Routine wird und der Spass verfliegt.
Der Effekt nimmt auch mit zunehmendem Alter zu.
Da ist dann immer noch die beste Entschädigung, am Ende des Monats wenigstens genügend auf dem Konto zu haben.
Zudem kostet eine Familie Geld oder soll man wegen Geldmangel darauf verzichten oder die Familie in Armut leben lassen ?
Zudem hast du bei einem guten Einkommen auch die Möglichkeit, früher aufzuhören.
Wer will schon 45 Jahre arbeiten müssen, nur weil er einen schlechtbezahlten Beruf gewählt hat ?
Zum Glück hat der weise Trittin die Entwicklung des Deutschen Rentensystems früh erkannt und das Flaschenpfand eingeführt !
monif

Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#15

Beitrag von monif »

Hallo Sassi,

überleg dir gut, welchen Beruf du ausüben willst auch vorausschauend.
Auch so, dass es dir Freude macht und auch erleichtert, eben so nicht gerade etwas was unbedingt was mit gutem Hören bedingt ist.. Ist dir frei überlassen.
Was wäre für dich denn so Kriterien?
@ Ich finde es interessant, dass Männer nun jetzt kommen und meinen, Freude und Spass ist nicht wichtig, sondern das Geld "anschaffen"...:-) Ich habe geschmunzelt, wenn eine Frau mal beabsichtigt Familie zu haben, ist nicht wichtig, dass sie doch eben einen Beruf wählt , wo sie eben Teilzeit arbeiten kann?
Muss Frau wirklich einen JOb als CEO oder anderswertig haben , nur damit sie Kohle verdient?
Ups....Wer guckt nachher auf die Kinder????
Sind das wirklich Männer, die es wollen und verzichten auf IHre Karriere?
Alles gut, wenn du für die Altersrente gucken willst, aber auch einen normalen Job ermöglicht dies....
Ist immer die Frage, will man überhaupt so Leben wie du Pascal im Alter viel haben?
Wollen das die Leute?
Pascal was ist einen schlechtbezahlten Beruf????

Liebe Grüsse aus der Ferne, Moni:-)
maryanne
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#16

Beitrag von maryanne »

Huch Pascal - du hast eine sehr deutliche Sicht der Dinge, deines Weltbildes!

Hier geht es um die Entscheidung einer jungen Frau, die ziemlich gut weiß, was sie möchte, aber überlegt, ob ihr Wunschberuf mit der Schwerhörigkeit kompatibel ist.
Du hast mit deiner Antwort - muss ich leider sagen - das Thema verfehlt. Es geht hier nicht um Kohle, nicht um Vereinbarkeit von Beruf und Familie und nicht ums Alter.

Und m.E. ist es das Wichtigste überhaupt, dass der Beruf und die Tätigkeit Spaß machen, schließlich verbringt man dort viel Lebenszeit.

Maryanne
AlfredW
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#17

Beitrag von AlfredW »

Hallo,

als bei mir die Berufswahl anstand, hieß es auch ich muß dabei auch meine Behinderungen (Gehbehinderung + SH) berücksichtigen. Sprachen interessieren mich schon; ich habe aber in der Schule gemerkt, dass es schwierig wird; dann noch in Konkurrenz mit anderen stehen und nicht wissen wie sich alles entwickelt; also habe ich mich entschieden Informatik zu studieren; mein Vater war der Ansicht: da bekommst Du deine Aufträge und kannst dann programmieren;
was keiner wissen konnte: die ganze Arbeitswelt hat sich gewandelt; Kommunikation ist wichtiger denn je.

Der Beruf muss keinen Spass macher ABER es muss zumindest soviel Inresse vorhanden sein, dass man sich zumindest vorstellen kann 8h täglich damit zu verbringen (meinethalben nennt dies Spaß).

@ Sassi: Du mußt ja nicht unbedingt Sport machen, aber Du brauchst eine Aktivität, bei der Du abschalten kannst; die Bauchschmerzen sind evtl. schon erste Anzeichen/Reaktionen auf den Hörstress, den Du dich tagtäglich aussetzt.

Gruß

Alfred
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pascal2
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#18

Beitrag von pascal2 »

@Maryanne,
es spielt doch heute in Zeiten der Gleichberechtigung gar keine Rolle mehr, ob es eine junge Frau oder ein junger Mann ist.
Beide haben die Verantwortung, genügend Geld für die Familie heim zu bringen.
Oder wenn später die Kinder studieren und Auslandssemester machen wollen, sollen die Eltern dann sagen: "Ja Kinder, Papa und Mama haben einen klasse Beruf gewählt, nur leider verdient man da nichts, so müßt ihr Zuhause bleiben."
Das geht doch heute schon im Gymnasium los.
Bei einem Verwandten macht die Tochter gerade ein Auslandsjahr an der Oxford University in England.
Das kostet die Familie schon mal vorneweg 15.000 €
Andere der Klasse gehen nach Neuseeland, sollen da die Eltern etwa sagen, wir können uns das nicht leisten, weil wir glücklich im Job sind ?
Wie würde das Mädchen da vor den Mitschülern da stehen ?

Ich war auch mal vor der Frage wie die TO gestanden.
Konnte wegen meiner progredienten Hörbehinderung nicht mehr meinen Beruf ausüben.
Habe dann mein Hobby zum Beruf gemacht.
Das war ja Paar Jahre ganz toll, aber wie Alfred schon sagt, auch in der IT muß viel gehört werden.
Heute ist das für mich ein Job, mehr nicht mehr, nur eben gut bezahlt.
Zuletzt geändert von pascal2 am 4. Mär 2015, 09:50, insgesamt 3-mal geändert.
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Syrinx
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#19

Beitrag von Syrinx »

Wenn Mann oder Frau Erzieher werden möchte, kann es doch im Praktikum gut ausprobiert werden. Wie bei vielen Berufen gibt es auch hier weitere Möglichkeiten durch Weiterbildung oder Studium eine Einrichtung zu leiten, in Beratungen zu arbeiten usw. und es gelingt durchaus auch, den Lebensunterhalt für eine Familie zu bestreiten.
Wer wirklich reich werden möchte, ist da sicher falsch aufgehoben. Aber gerade Kitas und Co. bieten Männern und Frauen oft sehr flexible Arbeitszeitmodelle, was auch reizvoll in verschiedenen Lebenssituationen sein kann, und es werden dringend gute und motivierte Kräfte gebraucht, die mit Herz und Verstand das Kostbarste Gut kreativ fördern, das eine Gesellschaft hat, drinnen und draußen aktiv sein. Offene Stellen sind vielerorts vorhanden.
Ob diese Zufriedenheit dann auch in einem Büro aufkommt, wo man anfangs oft mit mehreren Kollegen den Raum teilt, wo viel telefoniert wird usw. ist auch nicht sicher und ob sich letztendlich der Verdienst soweit unterscheidet ebenfalls nicht.


Off Topic
Entschuldige, Pascal, wie traurig ist das denn, dass du denkst, dass jeder mal eben ein Austauschjahr machen muss, nur weil Einige es sich leisten können und Eltern ihren Kindern alles ermöglichen sollen? Es ist doch klar, dass weder alle wollen noch können und es die verschiedensten Beweggründe dafür gibt. Mit dieser Anspruchshaltung könnte ja niemand mehr Kinder bekommen, der nicht schon vorher die 15.000 auf die Bank gebracht hat. Es kann doch nicht die Aufgabe der Eltern sein, Kindern alles ermöglichen zu müssen und wenn es ein Jahr im Ausland sein muss, geht das auch während Ausbildung oder als Studiensemester oft, das man übrigens auch mit Studienkrediten als Nicht-Reicher aufnehmen kann oder als Azubi über Handelskammern oder Organisationen wie z.B. die Rotarier durchführen kann.
Möglichkeiten gibt es viele, wenn man sich informiert, auch auf Eigeninitiative setzt und nicht nur auf Papas Geldbörse. Zum Glück
Warum sollen Eltern nicht sagen, dass sie glücklich im Job sind, nämlich geschätzte 40 Jahre oder mehr, wenn es dann ein Jahr weniger Neuseeland gibt und übrigens können auch nicht alle Menschen Eltern werden. Also von eventuellen Kinderkosten das zukünftige Berufsleben abhängig zu machen ist etwas verfrüht und von glücklichen Eltern profitiert wohl jedes Kind dauerhafter als von einem Jahr in der Fremde.
Entspannt euch, Eltern!
Grüssle
beidseitig mit Phonak Audeo V versorgt und
zum Hörjunkie mutiert :D
sassi000
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#20

Beitrag von sassi000 »

Da gebe ich allen anderen Recht (Y)

@pascal
Sorry, aber es geht hier um ein ganz anderes Thema. Ich weiß auch gar nicht, wie du jetzt darauf kommst, dass die benannten Berufe schlecht bezahlt werden und dass es wichtig ist, einen gutbezahlten Beruf auszuüben??? Ich habe gar nicht um Rat gefragt, ob diese Berufe gut bezahlt werden. Außerdem kenne ich welche, die in diesem Beruf gut verdienen.

Und Bei mir steht Freude und Spaß an dem Beruf an erster Stelle. Ich bin gerade mal erst 22 Jahre alt und denke da noch lange nicht über Familie und Kinder nach ;) Weiter muss ich darüber nicht diskutieren!!!

@Alfred
Sport ist bei mir das Einzigste, wo ich richtig abschalten kann. Ich mache es, weil es mir Spaß macht und man sich danach viel besser fühlt
frieda
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#21

Beitrag von frieda »

@pascal
das zauberwort heißt auslandsbafög ;-)
meine eltern hatten keine 15000 für mein auslandsjahr, brauchten sie auch nicht, mit auslandsbafög und nebenjobs während des auslandsjahres hab ich mir das gut selber finanzieren können.

@sassi
da meine schwerhörigkeit erst am ende des studiums einsetzte, also quasi NACH der berufswahl, war es für mich irgendwie einfacher. aber vllt ist genach DAS der richtige weg: geh zuallererst nach deinen interessen und dann schau, wie es vereinbar ist. bürojobs sind ja auch höchst verschieden.
ein vorteil haben für behinderte immer stellen im öffentlichen dienst. also wenn du ir was richtung verwaltung vorstellen kannst, schau doch mal in die richtung. und vllt nochmal beim arbeitsamt beraten lassen. viel erfolg!
Nach steiler Karriere in die Schwerhörigkeit und einseitige Taubheit nun Borg :p
pascal2
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#22

Beitrag von pascal2 »

@frieda, Bafög, egal in welcher Form, bekommt nicht jeder.
Da müssen die Eltern dann schon ganz schön arm sein.

@sassi, dann hast du noch 13 Jahre Zeit einkommensmäßig durchzustarten.
Statistisch erwiesen, wer das bis 35 nicht geschafft hat, wird restlebend immer ein Geringverdiener bleiben.
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#23

Beitrag von muggel »

Guten Morgen,

@pascal: ich finde deine Postings echt beschämend. Du raubst so jemanden Motiviertes einfach den Mut, den Beruf aufzugreifen, der einem zusagt.
Meine Erfahrung ist übrigens anders: wer Spaß an seinem Beruf hat, den Beruf als Berufung und nicht als reine Geldeinnahmequelle sieht, der fühlt sich wohler, hat mehr Lebensmut und ist ausgeglichener als jemand, der einen Beruf nur des Geldes wegen ausübt.
Nach deinen Postings kann ich nur vermuten, dass du zur zweiten Gruppe gehörst. Deine Postings hinterlassen bei mir den Eindruck, dass du mit deinem Berufsleben alles andere als zufrieden bist. Da stellt sich die Frage, warum dieses so ist... mit Sicherheit nicht (nur) wegen den Ohren!!!

Grüße,
Miriam
Zuletzt geändert von muggel am 5. Mär 2015, 09:10, insgesamt 1-mal geändert.
pascal2
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Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#24

Beitrag von pascal2 »

Wieso beschämend ?
TO hat alle hier nach Rat gefragt und den habe ich gegeben.
So wie ich das mit meiner Lebenserfahrung sehe.
Sie hat nicht geschrieben, daß man nur das schreiben darf, was sie lesen will.
Darf man hier nicht mehr seine Meinung schreiben ?
Oder soll man nur noch schöne heile Welt schreiben ?
Realitäten sind nun mal so wie sie sind.
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monif

Re: Berufswahl: Erzieherin oder doch etwas anderes?

#25

Beitrag von monif »

Guten Abend,

OFF TOPIC:

Ich finde es richtig, dass Pascal die Realität aufzeigen wollte. Er hat nicht unrecht, wer Geld hat, der regiert....
Ich habe auch Kindern, die einfach viel Nachhilfe brauchen, und auch Unterstützung bekommen...es kostet was....Es hat niemand gesagt, dass Kinder nix kosten....Kommt halt immer auf Bedürfnisse an....
Ich bin als Kind schon schwerhörig und bekam auch private Unterstützung...Mein Vater konnte das ermöglichen durch seinen Beruf....Ansonsten wär ich einfach nur mit der Förderunterricht zu recht gekommen. Alle Sommerferien durfte ich auf eine Sprachheilschule, die mich für 2 Wochen meine Ausprache verbesserten und auch Hörtraning machten...Das war alles Kosten für meinen Papi.

Liebe Grüsse, MOni
Zuletzt geändert von monif am 5. Mär 2015, 19:24, insgesamt 1-mal geändert.
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