Hallo

Hier kann man sich vorstellen oder eigene Erlebnisse berichten
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Aki
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Hallo

#1

Beitrag von Aki »

Hallo,
ich bin 38 Jahre alt und höre schon länger schlecht... Habe mich jetzt dazu durchgerungen, ein Hörgerät in Angriff zu nehmen.
Momentan teste ich das Silk in Ohr Gerät...
Meine Arbeitskollegin brachte mich auf die Idee einen GdB zu beantragen. Im GdB-Rechner hier kam beim meinen Werten ein GdB von 50 raus. Von meinem Kreis habe ich einen GdB von 40 bekommen. Wer kann mir sagen welchen GdB meine Werte ausmachen? Mein Ohrenarzt?
Habe Widerspruch eingelegt... Jetzt muss ich noch die Begründung liefern... Das fällt mir schwer, wenn ich nicht weiß, welcher GdB mir zustehen würde...
Liebe Grüße
Aki
mirochen
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Re: Hallo

#2

Beitrag von mirochen »

Moin Aki :)

beim Beantragen der GdB, hast du da vor allem betont, welche sozialen Einschränkungen du durch deine Behinderung erlebst? Das ist für die Ämter angeblich ein (vielleicht sogar "der") wichtiger Aspekt bei der Beurteilung. Also beispielsweise, dass du Familientreffen regelmäßig ausfallen lassen musst, weil die Belastung zu groß wird oder du an Meetings nicht mehr teilnehmen kannst etc.

Ansonsten kann ich dir leider nicht weiterhelfen, die Entscheidung der Ämter ist manchmal schwer zu verstehen, Einspruch ist erst mal gut.

Falls du in einer Firma arbeitest, in der es eine Schwerbehindertenvertretung gibt, versuch dort mal Hilfe zu bekommen. Die KollegInnen dort sind extra geschult und ausgebildet, die kennen sich gut damit aus.

Lg,
Mirochen
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Aki
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Re: Hallo

#3

Beitrag von Aki »

Hallo Mirochen,

Danke für deine Antwort. Bei der Antragstellung wurden keine Fragen zur Einschränkung gestellt, Dieses werde ich wohl jetzt bei der Begründung anfügen.

LG,
Aki
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mirochen
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Re: Hallo

#4

Beitrag von mirochen »

Ja genau. Auf dem Antrag selbst kann man das auch nicht ausfüllen, man muss "was dabei tun". Meist in Form eine Übersicht der Diagnosen und Therapien, dort kann (und sollte) man die Einschränkungen aufführen. Insbesondere halt die sozialen Einschränkungen.

Mein letzter Veränderungsantrag hatte über 60 Seiten. Drei (oder vier?) davon meine Kurzfassung und halt haufenweise Arztberichte und Co. Hab ich aber noch nicht zurück, das dauert. Er ist letzte Woche in die Post gegangen.

Der Erstantrag hatte aber einen ähnlichen Umfang vor einigen Jahren (hab bislang 30 %).

Deshalb wollte ich dir das unbedingt mitgeben, ich habe es gerade erst wieder frisch durchgemacht (mit Hilfe einer Schwerbehindertenvertretung, also einem "Profi") und da erinnert man sich noch gut an die Dinge, die es zu beachten gilt.
Zuletzt geändert von mirochen am 9. Okt 2020, 12:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Dani!
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Re: Hallo

#5

Beitrag von Dani! »

Ich fürchte, nach http://www.gesetze-im-internet.de/versmedv/anlage.html Kapitel 5.2.1, Tabelle A kommst du über GdB 40 nicht hinaus. Dein Sprachverstehen scheint mir zu gut, bzw. es passt zum Tonaudiogramm.
Dominik
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Aki
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Re: Hallo

#6

Beitrag von Aki »

Danke für die Antwort.
Verstehe ich das richtig, der Hörtest, bei dem man Zahlen und Wörter hört, wird in dem Sprachverstehen ausgedrückt? Bei dem Test hab ich oft geraten...
mirochen
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Re: Hallo

#7

Beitrag von mirochen »

Wenn du beim Test "tuhl" hörst (oder etwas ähnliches, oft hört man ja noch "Reste"), weißt du intuitiv, dass das wohl "Stuhl" heißen wird.

Der Test ist echt für... sagen wir mal, mit Fantasiewörtern wäre er aussagekräftiger. Aber et is nu ma wie et is - rate nicht, sage nur das, was du hörst oder sage eben "ich weiß, dass das Stuhl heißen wird - aber ich höre es nicht".

Tatsächlich finde ich persönlich das gar nicht so einfach. Also das "Abschalten vom Raten". Gerade dann, wenn man es seit Jahren so gewohnt ist. Das Gehirn macht das die ganze Zeit mit einem, wenn man Probleme mit dem Hören hat - es ergänzt und korrigiert. Deshalb ist das auch so anstrengend und stressig für Hörgeschädigte - oft zeitlich deutlich bevor es überhaupt mal getestet wird.

Angeblich seien Zahlen zuverlässiger. Aber auch da legt das Gehirn ordentlich vor: Es weiß einfach intuitiv, dass nach einer 52 wohl kaum noch mal eine 52 kommen wird - also sagt man "53" oder so, obwohl man es, genau genommen, NICHT so gehört hat.
Zuletzt geändert von mirochen am 9. Okt 2020, 15:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Aki
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Re: Hallo

#8

Beitrag von Aki »

Vielen Dank! Dann weiß ich für das nächste Mal Besxheid 😊🙋🏽
Dani!
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Re: Hallo

#9

Beitrag von Dani! »

Man kann natürlich bei so einem Test bescheissen, dann erweist man den tatsächlich schwerer Hörenden einen Bärendienst. Dann ist die Einteilung in GdB für die Tonne, weil es dann nur noch 0 oder 100 gibt.

Im übrigen ist der Einsilbentest so schlecht nicht. Laut Diagramm vom Foto liegt das Sprachverstehen bei 60dB gerade mal bei 20%, wenn da viel geraten wurde, wurde fast alles falsch geraten. Das ist weit entfernt von normal Verstehen. Der Test ist eben der Versuch, unter einheitlichen Bedingungen vergleichbare Ergebnisse zu bekommen.
Dominik
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Johns
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Re: Hallo

#10

Beitrag von Johns »

moin,
also ich habe das auch immer wieder erlebt, dass der Akustiker mir bei den Freifeldtests mit Hörgeräten sagte:
"Sie dürfen ruhig raten".
Inzwischen bestehe ich auf das wissenschaftlich erarbeitete APHAB-Formular, das ist deutlich präziser für den Alltagsnutzen und in § 30 der aktualisierten Hilfsmittelrichtlinie ausdrücklich als zusätzliches Kriterium anerkannt.

https://www.g-ba.de/downloads/62-492-22 ... -10-01.pdf
Ansichten sind eine Sicht der Dinge, aber:
Richtiges wird nicht allein dadurch falsch, dass es die Falschen sagen,
so wie Falsches nicht schon dadurch richtig wird, dass es die Richtigen sagen 😉
mirochen
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Re: Hallo

#11

Beitrag von mirochen »

Ich habe mir das APHAB-Formular mal angesehen, interessant/hilfreich, danke! Hab dazu noch mal nen eigenes Thema aufgeschlagen.
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