Neu hier und neugierig

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Maraja
Beiträge: 1
Registriert: 01.01.2021
Wohnort: Berlin

Neu hier und neugierig

#1

Beitrag von Maraja »

Meine Schwerhörgeschichte beginnt grob in den 90ern mit mehreren Hörstürzen, die damals noch intravenös mit abenteuerlichen Medikamentenmixturen behandelt wurden. Übrig blieb davon ein zunächst extrem lästiger Tinnitus (Rauschen, Fiepen und und dazu so ein Geräusch wie "mit den Gabelspizen auf dem Teller kratzen") beidseitig und eine minimale Hörminderung.
Die Hörminderung habe ich nicht weiter beachtet, dem Tinnitus bin ich in der psychosomatischen Klinik Bad Bramstedt mit maßgeschneiderter Verhaltenstherapie zu Leibe gerückt, was ihn immerhin handhabbar gemacht hat, selbst heute noch....meistens. Das Gabelkratzen jedenfalls ist völlig verschwunden und ich kann "hören", wenn ich zuviel arbeite oder sonstwie belastet bin.

Seit ein paar Jahren zeichnete sich ab, dass die Mitmenschen immer undeutlicher sprachen, geradezu nuschelten. Ich bin nun eigentlich nicht sehr schüchtern, aber nach dem siebten/achten Mal nachfragen in Sitzungen oder Fortbildungen habe ich es dann immer mehr gelassen, nicht ohne mich mächtig darüber zu ärgern.
Zeitweilig half noch die "manuelle Ohrmuschelvergrößerung", sprich die Hand hinters Ohr halten, bei eBay hielt ich schon Ausschau nach einem Hörrohr, wie sie vor 100 Jahren benutzt wurden...ohne Erfolg.

Dann gab´s bei Lidl ein Hörgerät für 9,99 € (Sanitas SHA 15) und das war wie eine Offenbarung! Ja, lacht nur, aber dieses billige Ding hat mit tatsächlich die Augen, ähm Ohren geöffnet!

Auf dem Heimweg habe ich einen Zwischenstopp beim Hörgeräteakustiker eingelegt, freute mich über den angebotenen kostenlosen Hörtest, der erstmal gar nicht sooo schlecht ausfiel - der anschließende Wortverständnistest zeigt eher gruselige Ergebnisse.
Wenige Tage zuvor erzählte mir ein Kollege, er wolle gleich zum Anwalt, um einen Baum zu holen. Ich gab meiner Verwunderung Ausdruck, worauf mein Kollege meinte, was denn wohl so besonders daran sei, im Dezember im TANNENWALD einen Baum zu holen. Alles klar?
Nach dem üblichen Procedere (HNO/Verordie dnung/Krankenkasse) begann also das große Gerätetesten beim Akustiker. Was soll das Gerät können, wie sieht es mit den finanziellen Möglichkeiten aus usw.

Also wenn schon, denn schon. Das Lidl-Gerät war prima als Erkenntnisgewinn, aber natürlich ein ziemlicher Klotz, der kaum Nebengeräusche wegfiltert und in großen Menschengruppen (ja, damals vor einem Jahr gab es das noch) sehr schnell an seine Grenzen kommt.
Es sollte also angenehm klingen, die schwächelnden Frequenzbereiche angemessen kompensieren, unerwünschte Nebengeräusche als solche erkennen und eben nicht verstärken. Es sollte über das Android-Telefon steuerbar sein, Frequenzbereiche nach Bedarf modifizierbar sein und Telefonieren und Audiodateien hören sollte auch über die Geräte gehen.
Nach mehrmonatiger Testzeit mit verschiedenen Geräten (Oticon und Widex) bin ich dann bei Widex Enjoy 100 mit Bluetooth hängengeblieben.

Als alte Android-Nutzerin (und Iphone-Ächterin) war´s natürlich blöd mit der Kommunikation zwischen Hörgeräten und Telefon.
Die Widex Enjoy-APP musste mein Telefon recht schnell wieder verlassen, einmal, weil es elend lange dauert, bis sie sich überhaupt öffnet und dann hatte ich mir von den angekündigten Funktionen wirklich mehr versprochen.
Das erste Com-Dex-Gerät war eine riesige Enttäuschung, es waren nur ganz hohe Frequenzen zu hören und telefonieren war eine Qual für mich und die diversen Gegenüber. Also als defekt zurückschicken.
Dann auf dieses Forum (juhuu!) gestoßen, dass die Anpassung eine sehr komplexe Angelegenheit ist....inzwischen war das Ersatzgerät gekommen, also heute spontan zum Akustiker bzw Vertretung und andere Schirmchen bekommen (Domes mit Doppellamellen statt Tulip-Domes). Musik hören und telefonieren funktionieren jetzt traumhaft, aber was für eine scheußliche Akustik auf der Straße, im Laden, ach überall!!! Wenn ich die Domes ein wenig rausziehe, steht zwar das Kabel über, aber dann geht´s.....es bleibt also spannend.

Und sonst?
Hörgeräte und Brille ist irgendwie noch suboptimal, beides reibt immer irgendwie aneinander, besonders beim Essen und macht dann knirschende Geräusche. Hat da jemand eine Lösung gefunden?

Hörgeräte, Brille und FFP2-Maske, buaah, das geht nur mit der richtigen Reihenfolge und einer ausgefeilten Technik, aber so langsam hab ich´s drauf :D

Ach ja, auch wenn es sich an manchen Stellen meines Berichts nicht so anhört - ich bin sehr froh über meine Hörgeräte :thumbup:
Blümle
Beiträge: 172
Registriert: 03.09.2020
Wohnort: Umkreis Tübingen

Re: Neu hier und neugierig

#2

Beitrag von Blümle »

Schön, dass Du hergefunden hast, Maraja! Bin auch noch ziemlich neu, sowohl mit Hörgeräten als auch hier im Forum. Ist schon ne Anforderung, sich auf alles einzulassen. Du hast das sehr amüsant beschrieben! Ohja, und die scheussliche Geräuschkulisse überall.... - aber ich merke jetzt nach nem halben Jahr, dass es besser wird.... 😉 Bleiben wir dran, uns zu HG-Profi-Trägerinnen zu entwickeln! 👍🏼
Holunder60
Beiträge: 15
Registriert: 27.03.2019
1

Re: Neu hier und neugierig

#3

Beitrag von Holunder60 »

Hallo Maraja und Blüme,
würd mal sagen : Herzlich WILLKOMMEN im Club! Immer schön dranbleiben!
Alex68
Beiträge: 99
Registriert: 09.12.2020

Re: Neu hier und neugierig

#4

Beitrag von Alex68 »

Hallo Maraja,
Willkommen hier im Club.
Bin auch noch relativ neu hier und teste jetzt seit 2 Wochen meine ersten Geräte. HG Brille und Maske ist wirklich eine Herausforderung und ich denke als HG Neuling noch mehr. Habe immer Angst, die Geräte fallen auf den Boden beim abnehmen der Maske. Zusammen mit der Brille klappt es eigentlich ganz gut.
Viele Grüße Alex
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bms
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Re: Neu hier und neugierig

#5

Beitrag von bms »

Hallo!
Das Maske runternehmen ist echt eine Herausforderung.
Ich versuche immer von vorne oben nach hinten unten.
Funktioniert meist gut.
Ich habe auch immer Angst vorm Runterfallen. Irgendwie verheddern die dich gern. ;)
Grüße bms
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