Könnt Ihr mir helfen ???Bin total am Ende!!

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wolschu
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Könnt Ihr mir helfen ???Bin total am Ende!!

#1

Beitrag von wolschu »

Hallo! Ich habe in Jan. 2009 einen Hörsturz erlitten,worauf ich auf den linken Ohr nichts mehr höre. Habe schon viele Therapien ausprobiert, nichts hilft. Das Problem ist ich höre auf den rechten Ohr überhaupt nichts mehr. Dadurch das ich den Gehörsturz hatte leide ich auch noch an einen Tinnitus,der mich bald verrückt macht. Ein Rauschen den ganzen Tag und es wird nicht besser. Mich macht es verrückt nichts mehr zu hören. Habe ein Hörgerät bekommen. Das Hören ist dadurch etwas besser. Höre aber nichts mehr im Normalton. Alles verschwommen. Kann nicht mehr telefonieren,weil ich nichts höre, höre keine Musik, kein Radio und auch kein Fernsehen mehr. Bin total am Ende. Wem geht es genauso und wer kann mir Ratschläge geben ob es jemals beser wird. :help: Ich möchte mich gern wieder am normalen Leben beteiligen, das fällt mir aber zur Zeit schwer, weil ich keine Kraft mehr habe. Ich weiß nicht mehr wie es weiter gehen soll.
fast-foot
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Re: Könnt Ihr mir helfen ???Bin total am Ende!!

#2

Beitrag von fast-foot »

Hallo wollschu,

das, was Du erlebst, ist sehr hart! Da möchte ich zuerst einmal mein Mitgefühl aussprechen!
Tut mir leid, dass ich nur noch kurz antworten kann, da es schon spät ist. Aber ich möchte fragen, ob Du schon etwas vom CI gehört hast. Das ist eine Prothese, mit der auch für Ertaubte in den meisten Fällen Hören wieder möglich wird.
Auch wenn es im Moment sehr trist aussehen mag: Es gibt Möglichkeiten auch in Deiner Situation, und viele hier waren vermutlich einmal am Boden zerstört und haben aus diesem Tief herausgefunden.
Kopf hoch, und frage einfach, was Du wissen willst!

Gruss fast-foot
Zuletzt geändert von fast-foot am 18. Nov 2009, 02:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Felicitia
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Re: Könnt Ihr mir helfen ???Bin total am Ende!!

#3

Beitrag von Felicitia »

In vielen Städten gibt es Gehörlosenseelsorge, die könne dir zumindest etwas helfen mit dem Kummer fertig zu werden.
Ansonsten solltest du dich wegen CI's in einer UNI-HNO-Klinik beraten lassen, die haben CI-Berater, die wohl de meiste Ahnung haben, denke ich.
Seit der Geburt schwerhörig. Mittlerweile bds. taub.
beidseits CI Cochlear Nucleus 5
cooper
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Re: Könnt Ihr mir helfen ???Bin total am Ende!!

#4

Beitrag von cooper »

Hallo,

es ist ziemlich schwierig, sich anhand deines Postings eine Vorstellung von deiner momentanen Situation zu machen. Einmal sprichst du von einem Hörsturz links mit anschließender Ertaubung, dann davon dass du auf dem rechten Ohr auch nichts hörst, hast aber ein Hörgerät das dir (wenn auch nicht viel) hilft -- was bei einer beidseitigen Ertaubung schlicht ein Dingen der Unmöglichkeit ist.

Vielleicht solltest du einfach nochmal genau beschreiben, bei welchem Ohr was los ist, was du noch hörst und evtl. uns die Werte deiner Hörkurve durchgeben.

@all: Ein CI ist nun wirklich kein Allheilmittel, sondern eher das so ziemlich letzte Mittel, wenn alles andere nicht mehr funktioniert, und noch dazu ein Mittel, was das Leben von Grundauf verändert. Es befremdet mich ziemlich, wie schnell man hier in Richtung CI gedrängt wird...

Viele Grüße, Mirko
Uli R.
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Re: Könnt Ihr mir helfen ???Bin total am Ende!!

#5

Beitrag von Uli R. »

Von Drängen kann doch keine Rede sein. Das CI wurde als Alternative ins Spiel gebracht, mehr nicht. Es wäre schrecklich wenn man ertaubt und vom CI michts weiß.
fast-foot
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Re: Könnt Ihr mir helfen ???Bin total am Ende!!

#6

Beitrag von fast-foot »

Hallo cooper,

wenn jemand bspsw. mittelgradige Hörprobleme hat, hat wohl niemand etwas dagegen, wenn man ihm rät, es mit HGs zu versuchen. Was soll daran falsch sein, jemandem zu erklären, dass es ein CI gibt oder ihm zu empfehlen, sich diesbezüglich beraten zu lassen. Du bist Journalist und wahrscheinlich eher dafür, dass Informationen nicht vorenthalten werden. Und jemandem gegenüber das CI erwähnen bzw. ihm zu raten, sich darüber zu informieren, hat für mich gar nichts damit zu tun, ihm zu einem CI zu drängen.

@wolschu:

Es gibt auch Gebärdensprache, und man kann bis zu einem gewissen Grad von den Lippen absehen. Zudem gibt es Schwerhörigenvereine. Die Möglichkeit einer Reha. Hast Du Dich shon einmal bei der Tinnitusklinik grosse Allee informiert?

Gruss fast-foot
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Robert2

Re: Könnt Ihr mir helfen ???Bin total am Ende!!

#7

Beitrag von Robert2 »

Hallo wollschu :)

Ich hatte zwar keinen Gehörsturz, bin aber hochgradig Schwerhörig und bin dann auch fast Taub wenn ich dann kein HG trage.
Kann Dir also ungefähr nachfühlen wie das ist plötzlich nichts mehr zu hören.
Man fühlt sich sicher erstmal total ratlos, weil man nicht weiß was nun kommt.

Erstmal würde ich Dir dazu raten deine Frage noch mal anders ins Forum zu stellen, denn es gibt hier sicher einige die einen Gehörsturz hatten und dann mit HGs (Hörgeräte) versorgt wurden.

Beispiel: Habe gerade einen Gehörsturz wer kann mir helfen?

Dann trifft die Frage auch die richtige Sparte, und Du erhältst sicher von einigen Betroffenen Antworten, die Dir dann weiterhelfen deinen Tiefpunkt zu verarbeiten.

Sollte nun zufällig ein Betroffener mit Gehörsturz das hier lesen, bitte schreibe wollschu mal eine PN.

Das Forum ist echt klasse, da helfen sich alle gegenseitig.

Ich weiß nicht ob man nach einen Gehörsturz eine Kur machen kann.
Vielleicht weiß das ja jemand hier?

Gruß Robert 2
dariadonati
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Re: Könnt Ihr mir helfen ???Bin total am Ende!!

#8

Beitrag von dariadonati »

Hallo
warst du denn im Krankenhaus ,Cortison bekommen ??
Was sagt der HNo dazu ??
Ich hatte auch schon 3 Hörstürze und bei zweien davon war ich im Krankenhaus ...
Evtl mal zu einem anderen HNo gehen ??
Vileicht kann man noch was verbessern??
Alles gute für dich !!
Seit 5.12.2012 Vibrant Soundbridge rechts
franzi
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Re: Könnt Ihr mir helfen ???Bin total am Ende!!

#9

Beitrag von franzi »

sorry dariadonati schau mal auf das datum bevor du postest. danke
seit geburt schwerhörig. erste Hörgeräte mit 11jahren, mittlerweile Hochgradig sh bis an taubheitgrenzende schwerhörig
Links seit 12.2010 CI , re-implantation Mai.2011 und recht oktober.2014 CI.
Musihu
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Re: Könnt Ihr mir helfen ???Bin total am Ende!!

#10

Beitrag von Musihu »

Hallo, ich hatte Ende Januar diesen Jahres den zweiten Hörsturz mitten in der Nacht. Der erste 2019 auf Arbeit. Plötzlich dumpfes Gefühl und alles leiser. Bin paar Tage später erst in die HNO. Stationären Aufnahme und 6 Tage Infusion, dazwischen Hörtests. Ich dachte die Regel sei 10 Infusiontherapie. Mir wurde damals schon angeraten ein Hörgerät zu tragen, kam aber noch ohne ganz gut klar. Nun in diesem Jahr die Nacht eine brutale Kreissäge im Kopf mit Kreislaufentgleisung und früh zum Arzt. Ich kann bis heute nicht beurteilen wie stark der Hörverlust an diesem Morgen war und eine Überweisung zur HNO fand nicht statt, sondern mir ein 24 Stunden EKG umgehangen und ich wieder auf Arbeit, bin selbständig. Da sich nun im Ohr was tat, ich immer weniger hörte bin ich von mir aus drei Tage später zu einem HNO Dok. Dieser verpasste mir 250 mg Prednisolon i.v. , den nächsten Tag nochmal, das dritte Mal konnte ich nicht wahrnehmen wegen Nebenwirkungen. Erst zum darauffolgenden Wochenende bin ich dann zur Notaufnahme und landete auf Station zur Infusion, auch nur sechs Tage. Jetzt machte ich das erste mal Bekanntschaft mit dem Tinnitus, es war schlimm und schlimmer. Ein dritter Hörsturz kam noch dazu und ich Dussel habe nicht mal die Nachtschwester gerufen. Es fühlte sich an wie ein Motorradrennen, irre. Wieder Hörteste, es tat sich keine Verbesserung und damit hat man mich, natürlich mit all anderen Untersuchungen wieder entlassen. Seit dem quält mich der Tinnitus Tag und Nacht beidseitig. Hab mich nicht krank schreiben lassen, trage nun Hörgeräte die mich nerven, aber notwendig sind und ich allerdings das Gefühl habe diese würden den Tinnitus oftmals verstärken. Eine Hyperakusis ist noch dazu gekommen. Das ist ein Bündel voll Einschränkungen der Lebensqualität mit der man ganz schön zu kämpfen hat. Seit dem kenne ich keine Ruhe mehr. Das Paradoxe ist, es ist für Außenstehende nicht nachvollziehbar und man erscheint in der Öffentlichkeit als unversehrt. Ich war in einem Tinnituszentrum vorstellig, sehr oberflächliche Hörtests und ein Gespräch mit der Chefin dort . Die machte mich zum Psycho und hatte auch keinen Plan ausser mir zu Antidepressiva zu raten um wieder glücklicher zu werden und besser schlafen zu können. Bin dann raus aus der eintägigen Veranstaltung und nach Hause gefahren. Natürlich gibt es sicher kompetente Tinnituskurkliniken, dann über mehrere Wochen die dir beibringen damit besser umgehen zu können. Sicherlich klappt’s bei vielen auch. Bei mir gibt nun solche und solche Tage, bin oft am verzweifeln und hoffe auf eine gewisse Akzeptanz gegenüber meiner, ich nenn es mal Qualen. Sind’s ja auch im gewissen Sinne wenn man an die sorglosen Zeiten seiner Vergangenheit zurück denkt.
Wie es nun weitergehen wird, keine Ahnung. Ich sage mir, das kann doch nicht alles gewesen sein, vielleicht wird alles doch mal etwas erträglicher und man kann auch damit leben und du willst doch nicht zu den zwei Prozent Betroffenen gehören die dran zerbrechen. Dazu ist das Leben zu schön und wertvoll es einfach so hinzuschmeißen. Vielen Menschen geht’s schlechter . Es wird eine Frage der Zeit sein wie man damit klar kommt.
Heute geht es mir auch nicht besonders und im Kopf ist Jahrmarkt und ich frage mich, wie hältst du das aus, wie wird die kommende Nacht. Greif ich wieder zur Schlaftablette usw. Lass uns durchhalten und nicht verzweifeln, es kann nur besser werden. Beste Grüße an alle. Musihu
Jackie1
Beiträge: 27
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Re: Könnt Ihr mir helfen ???Bin total am Ende!!

#11

Beitrag von Jackie1 »

Hallo Musihu,
also erst einmal: Es ist ein wahnsinnig großer Einschnitt in deinem Leben, den du da gerade erlebst. Das darf dich schon ein wenig aus der Bahn schmeißen.
Wurden bei dir Untersuchungen gemacht, ob die Hörstürze evtl. auch eine organische Ursache haben? Bei mir wurde in diesem Zusammenhang mal ein CT oder so mit Kontrastmittel vom Kopf gemacht.
Es gibt Hörgeräte mit einem Tinitusmasker, d.h. das dadurch der Tinitus evtl. ein wenig erträglicher gemacht werden kann.
Nicht immer, aber manchmal, ist ein Hörsturz stressbedingt. Als Selbstständiger hast du davon evtl. ein wenig mehr als Angestellte. Vielleicht kannst du mittelfristig an dieser Front für Entlastung sorgen.
Ansonsten einfach mal im Forum stöbern: Da gibt es bestimmt noch einige Leidensgenossen, die gute Tipps haben.
Ich wünsche dir einfühlsame Menschen an deine Seite und wünsche dir gutes Durchhalten und möglichst bald ein wenig Licht am Ende des Tunnels.
Hg und alles Gute
Jackie1
PierreDole
Beiträge: 5
Registriert: 04.04.2015
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Re: Könnt Ihr mir helfen ???Bin total am Ende!!

#12

Beitrag von PierreDole »

Musihu hat geschrieben:Hallo, ich hatte Ende Januar diesen Jahres den zweiten Hörsturz mitten in der Nacht. Der erste 2019 auf Arbeit. Plötzlich dumpfes Gefühl und alles leiser. Bin paar Tage später erst in die HNO. Stationären Aufnahme und 6 Tage Infusion, dazwischen Hörtests. Ich dachte die Regel sei 10 Infusiontherapie. Mir wurde damals schon angeraten ein Hörgerät zu tragen, kam aber noch ohne ganz gut klar. Nun in diesem Jahr die Nacht eine brutale Kreissäge im Kopf mit Kreislaufentgleisung und früh zum Arzt. Ich kann bis heute nicht beurteilen wie stark der Hörverlust an diesem Morgen war und eine Überweisung zur HNO fand nicht statt, sondern mir ein 24 Stunden EKG umgehangen und ich wieder auf Arbeit, bin selbständig. Da sich nun im Ohr was tat, ich immer weniger hörte bin ich von mir aus drei Tage später zu einem HNO Dok. Dieser verpasste mir 250 mg Prednisolon i.v. , den nächsten Tag nochmal, das dritte Mal konnte ich nicht wahrnehmen wegen Nebenwirkungen. Erst zum darauffolgenden Wochenende bin ich dann zur Notaufnahme und landete auf Station zur Infusion, auch nur sechs Tage. Jetzt machte ich das erste mal Bekanntschaft mit dem Tinnitus, es war schlimm und schlimmer. Ein dritter Hörsturz kam noch dazu und ich Dussel habe nicht mal die Nachtschwester gerufen. Es fühlte sich an wie ein Motorradrennen, irre. Wieder Hörteste, es tat sich keine Verbesserung und damit hat man mich, natürlich mit all anderen Untersuchungen wieder entlassen. Seit dem quält mich der Tinnitus Tag und Nacht beidseitig. Hab mich nicht krank schreiben lassen, trage nun Hörgeräte die mich nerven, aber notwendig sind und ich allerdings das Gefühl habe diese würden den Tinnitus oftmals verstärken. Eine Hyperakusis ist noch dazu gekommen. Das ist ein Bündel voll Einschränkungen der Lebensqualität mit der man ganz schön zu kämpfen hat. Seit dem kenne ich keine Ruhe mehr. Das Paradoxe ist, es ist für Außenstehende nicht nachvollziehbar und man erscheint in der Öffentlichkeit als unversehrt. Ich war in einem Tinnituszentrum vorstellig, sehr oberflächliche Hörtests und ein Gespräch mit der Chefin dort . Die machte mich zum Psycho und hatte auch keinen Plan ausser mir zu Antidepressiva zu raten um wieder glücklicher zu werden und besser schlafen zu können. Bin dann raus aus der eintägigen Veranstaltung und nach Hause gefahren. Natürlich gibt es sicher kompetente Tinnituskurkliniken, dann über mehrere Wochen die dir beibringen damit besser umgehen zu können. Sicherlich klappt’s bei vielen auch. Bei mir gibt nun solche und solche Tage, bin oft am verzweifeln und hoffe auf eine gewisse Akzeptanz gegenüber meiner, ich nenn es mal Qualen. Sind’s ja auch im gewissen Sinne wenn man an die sorglosen Zeiten seiner Vergangenheit zurück denkt.
Wie es nun weitergehen wird, keine Ahnung. Ich sage mir, das kann doch nicht alles gewesen sein, vielleicht wird alles doch mal etwas erträglicher und man kann auch damit leben und du willst doch nicht zu den zwei Prozent Betroffenen gehören die dran zerbrechen. Dazu ist das Leben zu schön und wertvoll es einfach so hinzuschmeißen. Vielen Menschen geht’s schlechter . Es wird eine Frage der Zeit sein wie man damit klar kommt.
Heute geht es mir auch nicht besonders und im Kopf ist Jahrmarkt und ich frage mich, wie hältst du das aus, wie wird die kommende Nacht. Greif ich wieder zur Schlaftablette usw. Lass uns durchhalten und nicht verzweifeln, es kann nur besser werden. Beste Grüße an alle. Musihu
Moin,
das mit dem Tinnitus kenne ich ganz gut. Ich bin hochgradig schwerhörig und vor bald genau fünf Jahren, am Silvester, ist ein Böller neben meinem rechten Ohr explodiert. Seitdem habe ich einen Tinnitus, der mich in den Wahnsinn treiben kann. Ich habe damals mehr als ein halbes Jahr gebraucht, damit er abklingt, nur um zu erfahren, daß er wiederkommt, wenn ich normal weiter mache, wie bisher. Stress ist Gift, Lautstärke ebenso.
Mittlerweile dauert es bei mir paar Wochen, bis ich ihn wieder loswerde. Ist nach wie vor übel, aber ja, man kann es sich nicht aussuchen.

Die Frage aller Fragen: Wie kriegt man den Tinnitus weg, bzw, etwas leiser, und wie erhält man noch Lebensfreude?

1. NICHT REINHÖREN! Ja, ist schwer. Wie nicht in den Tinnitus reinhören, wenn er so dermaßen präsent ist?

2. Stumpf ablenken. Hört sich jetzt sehr komisch an, aber: Mir hilft es am Computer Spiele zu spielen. Spiele, die mich fesseln und meine Konzentration erfordert und mein Hirn auf Hochtouren bringen und dann auch halten. Spielen, spielen, spielen, bis zum Kotzen. Aber es geht.
Das Blöde an der Sache ist, man kann nicht kurz nachprüfen, ob der Tinnitus noch da ist, denn dann hört man rein und er ist wieder komplett präsent. Also "einfach" versuchen ihn zu vergessen.

3. Wenn du Hörgeräte trägst, dann lass dir vom Akustiker die Frequenz, in der dein Tinnitus piept, leiser stellen.

4 Vermeidungstaktik. Wenn der Tinnitus einmal abklingt, Situationen vermeiden, die ihn auslösen. Ja, der Teilhabe am Leben kann man an dieser Stelle ade sagen. Ich bin heute erwerbsunfähig. Spiele mit Sound, ist nicht. Musikhören, ist nicht. Große Menschenansammlungen, ist nicht. Familientreffen, ist nicht, etc. Ich habe drei Instrumente gespielt und musste sie quasi über Nacht an den Nagel hängen. Ist scheiße, muss man aber durch.

5. Think positive! Ich habe das Glück, daß ich schon als Jugendlicher die richtigen Entscheidungen getroffen habe. Meine Schwerhörigkeit kam nach und nach, ich wurde damit nicht geboren. Irgendwann wurde mir bewusst, ich gehöre nicht mehr zu den Gesunden.
Ich habe mir geschworen, ich werde mich niemals selbst bemitleiden. Ich blickte in die Zukunft und stelle mir eine Frage: was werde ich über mein Leben sagen, wenn ich alt bin und nichts mehr ändern kann? Werde ich alt und verbittert sein und sagen, es war ein scheiß Leben, denn ich bin ständig irgendwas hinterher gelaufen, was ich gar nicht (wieder) bekommen konnte? Oder werde ich zurückblicken und sagen: es war trotzdem geil! Ich glaube, jeder kann sich vorstellen, was ich gewählt habe.

Es ist auch diese Einstellung, die mir mit dem Tinnitus hilft. Mein Ohr wird immer anfälliger für den Tinnitus. Mittlerweile reicht ein Staubsauger, und der Tinnitus ist wieder da. Aber naja, ich will ein geiles Leben haben und das habe ich auch, wenn der Tinnitus mal eine Zeit lang nicht so ganz laut ist.
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