wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

Auch für Beiträge die zu keinem eingerichtetem Thema passen.
Jani
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#201

Beitrag von Jani »

svenyeng hat geschrieben:Hallo!

Oft setzen die Menschen, die ein HG bekommen, Ihre Hoffnung sehr hoch an.
HGs sind nun mal Hilfsmittel. Und sogar sehr gute.
Aber sie können eben niemals das natürliche, menschliche Gehör zu 100% wieder herstellen.

Gruß
sven
Hallo sven,

da sagst Du was Wahres! Man sollte sich mit seiner vorhandenen Hörschädigung auseinandersetzen. Denn sie ist dann einfach da und lässt sich leider nicht mehr rückgängig machen. Man wird immer schlecht hören, zumindest schlechter als ein Normalhörender. Auch HG kommen an ihre Grenzen wie etwa durch Dauerlärm etc. Da ist es vollkommen logisch, dass man dann irgendwann abschaltet, weil nicht mehr aufzunehmen ist. Selbst Normalhörende verstehen doch nicht immer alles, aber klar, sie bekommen wesentlich mehr mit als wir Hörgeschädigte.

LG Jani
Seit nach Geburt hörgeschädigt.

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"Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." (Antoine de Saint-Exupéry) :blume1:
Stefan aus München
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#202

Beitrag von Stefan aus München »

Schade, jetzt geht das schon wieder los! Zwischendurch war doch eine gewisse Entspannung und Konstruktivität in die Diskussion gekommen. Was ist passiert?

Eine Anmerkung:

"Genießen Sie Sprachverstehen wie Normalhörende" (Oticon)
"So klingt das Paradies" (Phonak)
"Die faszinierende Welt des guten Hörens" (Widex)
"Entspanntes unterhalten und Zuhören in brillienter Klangqualität" (Resound)

Die gesamte Industrie - Hersteller, Akustiker*innen, HNOs - erwecken mit ihren öffentlichen Äußerungen in Werbung, Websites und Broschüren den Eindruck als ließe sich mit HG ein weitgehend natürliches und unbeschwertes Hören wiederelangen. Es finden sich nirgendwo Hinweise darauf, dass das um so unwahrscheinlicher wird, je gravierender der Hörminderung ist.

Das muss bei den Betroffenen zu Enttäuschungen und Frustrationen führen und bei deren Umfeld zu Erstaunen, wenn diese trotz ausgereiftester Hörgerätetechnik doch im Kontakt je nach Situation mehr oder weniger massiv eingeschränkt bleiben.

Eine ehrliche und redliche Darstellung dessen was HG für die Betroffenen zu leisten vermögen wäre hier sehr hilfreich.
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rhae
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#203

Beitrag von rhae »

Hallo Stefan,

ich muss Dich mal loben. Du hast eine sehr gute Schreibweise die etwas Abstand vom Geschehen zeigt und doch das Ganze gut erfasst. Auch Deine Ruhe und Gelassenheit wünsche ich so manchem Hitzkopf hier im Forum.

VG Ralph
AlfredW
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#204

Beitrag von AlfredW »

Hallo,

@Johns: Du hast ja prinzipiell recht, dass die medizinische Versorgung der Hilfesuchenden nicht an der Wirtschaftlichkeit scheitern darf (eigentlich).
Nur: Wieso muß das der HGA ausbaden? Dieser kauft doch HG zu einem Preis ein; leistet seine Dienstleistung und verkauft Dir das Ganze als Hörgeräte-Versorgung. Ob die HG überteuert sind, wie von einem anderen User (ich glaube fast-foot) behauptet, kann ich nicht wirklich beurteilen.

Das Problem ist doch, dass die GKV den Betrag (Zuschuß) willkürlich deckelt unabhängig davon, ob man damit im Einzelfall eine befriedigende Versorgung ereicht. Der HGA muß damit dann irgendwie klarkommen.
Ich sage ja nicht dass unser Gesundheitssystem grottenschlecht ist, aber man kann vieles besser machen.
Wenn meine KFZ-Vollkasko monatlich soviel kosten würde wie meine Krankenversicherung und ich im Schadensfall soviel Selbstbehalt leisten müßte wie für meine jetzigen HGe, hätte ich wahrscheinlich nur eine KFZ-Haftpflicht.
In manchen Teilbereichen der Leistungserbringung seitens der GKV klafft da Versprechen und Wirklichkeit weit auseinander. Das wird mit wohlklingenden Sätzen (Paragraphen) übertüncht.

Gruß

Alfred
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Stefan aus München
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#205

Beitrag von Stefan aus München »

Hallo Ralph,

vielen Dank für die Blumen!
Wertschätzung und Empathie tun auch meiner Seele gut.

Es macht mir viel Spaß zum Gelingen von Austausch und Auseinandersetzung beizutragen.
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Ohrenklempner
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#206

Beitrag von Ohrenklempner »

Mich würde interessieren, ob Johns' Hören und Verstehen überhaupt zu verbessern wäre, etwa mit schweineteuren Hörgeräten verschiedener Hersteller. Falls JA, ist das Thema wirklich diskussionswürdig. Falls NEIN, dann wissen wir es wenigstens und es könnte auch niemandem mehr ein Vorwurf gemacht werden. Lust auf einen Selbstversuch, Johns? Es geht ums Ganze! Ärgere mal einen Akustiker (oder mehrere) und teste mal ein paar High-End-Modelle. :)
Allons-y!
Johns
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#207

Beitrag von Johns »

moin @Ohrenklempner,
ich habe keinerlei Absicht Akustiker zu ärgern, weil ich nichts gegen einzelne Akustiker habe, sondern gegen das gesamte unredliche Konstrukt des so_tun_als_ob zu Lasten des Hörhilfebedürftigen.
Das fängt an damit, dass ich bei leichter Schwerhörigkeit vor nunmehr 20 Jahren (heute weiß ich, das nennt man "Diskriminationsproblem") nur bei Nebengeräuschen schlecht verstand und mir kein Hörgeräteakustiker verriet, dass genau DIESES Problem eigentlich die Königsdisziplin der Hörsystemversorgung darstellt. Folglich verbesserte man mir immer DIE Bereiche, welche gar nicht mein Hauptproblem waren.
Und mein Hauptproblem ist bis heute unverändert.
2013 las ich in der Hilfsmittelrichtlinie, dass es von nun an genau um mein Anliegen bei der zuzahlungsfreien Versorgung geht und ich begann einen Neuanlauf, mit letztlich genau dem gleichen frustrierenden Ergebnis.
Fazit:
Die Hörakustikerinnung hat mit den Krankenkassen eine Vereinbarung getroffen, welche nur mittels winkeladvokatischen Ausreden gegenüber kritischen zu Versorgenden durchzuhalten ist, weil sonst jeder Akustiker ruiniert würde.
Konkret:
gäb´s den § 19 der HilfsM-RL nicht, gäb´s keinerlei Grund zur Kage, weil der § 21 offenbar erschöpfend sagt, was Sache ist.
Fertig.
Kurz:
ehrlich wäre klar zu sagen:
"Diskriminationsdefizite kriegst du nicht zuzahlungsfrei ausgeglichen und es ist fraglich, ob du sie überhaupt zufriedenstellend ausgeglichen bekommen kannst, weil: "bestmöglich-soweit möglich".
DAS könnte viel Frust ersparen - auf allen Seiten.
Meiner Meinung nach.

um deine Frage also kurz und knapp zu beantworten:
ich glaube nicht, dass Horrorpreishörgeräte mich besser zufrieden stellen könnten, als meine jetzigen mit bestmöglicher Feinabstimmung auf Basis bestmöglicher Evaluatonsverfahren inkl. subjektiver Erfahrungseinbeziehung.
genauer:
mein Hörsystem und Erfahrung und Zeit und guter Wille und zeitgemäße Methoden = "besser geht nicht"

LG
Johns
Ansichten sind eine Sicht der Dinge, aber:
Richtiges wird nicht allein dadurch falsch, dass es die Falschen sagen,
so wie Falsches nicht schon dadurch richtig wird, dass es die Richtigen sagen 😉
svenyeng
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#208

Beitrag von svenyeng »

Hallo!
ich glaube nicht, dass Horrorpreishörgeräte mich besser zufrieden stellen könnten, als meine jetzigen mit bestmöglicher Feinabstimmung auf Basis bestmöglicher Evaluatonsverfahren inkl. subjektiver Erfahrungseinbeziehung.
Das weißt Du nicht, so lange Du es nicht ausprobiert hast.
Einfach mal testen und schauen was dabei rauskommt.
Dann weißt Du mehr.
Es kostet nichts und Du hast nichts zu verlieren.

Gruß
sven
Johns
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#209

Beitrag von Johns »

Hallo Svenyeng,
überleg´ doch mal:
würde das Zuzahlungsgerät wirklich bessere Verstehergebnisse bei Störgeräuschen und in größeren Menschengruppen bewirken, dann wäre die zuzahlungsFREIe Versorgung ja genau NICHT - wie vorgeschrieben - "bestmöglich-soweit möglich" gewesen, wie ja gerade dadurch bewiesen wäre.
Und nun???
Ansichten sind eine Sicht der Dinge, aber:
Richtiges wird nicht allein dadurch falsch, dass es die Falschen sagen,
so wie Falsches nicht schon dadurch richtig wird, dass es die Richtigen sagen 😉
rabenschwinge
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#210

Beitrag von rabenschwinge »

Tja, der Sack ist zu @johns und egal wie du jetzt argumentierst:

Ohne Gesichtsverlust kommst Du da nicht wieder raus.
Johns
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#211

Beitrag von Johns »

erklär´ mal, weil:
ich versteh´ nicht
Rabenschwinge
Ansichten sind eine Sicht der Dinge, aber:
Richtiges wird nicht allein dadurch falsch, dass es die Falschen sagen,
so wie Falsches nicht schon dadurch richtig wird, dass es die Richtigen sagen 😉
Ohrenklempner
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#212

Beitrag von Ohrenklempner »

Ich komme auch nicht mehr hinterher. 🤔
Allons-y!
AlfredW
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#213

Beitrag von AlfredW »

Hallo Johns,

bestmöglich heißt doch nur, dass mit einem Hörgerät X das bestmögliche Sprachverstehen (im Störgeräusch) ermöglichen soll. Der HGA hat dazu die bestmögliche Einstellung gefunden.
Was offenbleibt ist, was Stand der Technik genau ist. Das sieht jeder anders.

Das bedeutet aber nicht, dass es kein Hörgerät Y gibt, mit dem Du mehr verstehen könntest.
Dir wurde ja schon angeraten dies mal auszuprobieren.

Noch was: Juristendeutsch ist etwas anderes als Umgangssprache. Meiner Meinung nach bewußt unscharf formuliert.

Gruß

Alfred
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ossi67
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#214

Beitrag von ossi67 »

Dann würde mir der AKU das auch Schriftlich geben für die Krankenkasse, dass ich mit einem Hochpreisigen Hörgerät besser Verstehen kann als mit den Kassengeräten.

Nur leider gibt es keine standardisierten Testmöglichkeiten die das belegen könnten oder belegen sollen.

Und laut meiner KV bekomme ich mit dem Kassengerät eben die Bestmögliche Versorgung, alles andere wäre teurer Komfort.
Stefan aus München
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#215

Beitrag von Stefan aus München »

Herr im Himmel

Schenke mir die Kraft
Zu ändern was ich ändern kann und
Anzunehmen was ich nicht ändern kann
Und die Weisheit
Das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.

Ist nicht von mir, passt hier aber verdammt gut!
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andreas7-2
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#216

Beitrag von andreas7-2 »

Bitte um Schließung von diesen " Metadingsbums" Threads
Ich habe mal zwei Zitate aus einem anderen Thema kopiert, und stimme der Einschätzung von Mukketoaster zu !

Zitat von Blümle
Aus der interessanten Diskussion zur Metakommunikation habe ich mitgenommen, dass man die Ansprüche ziemlich runterschrauben muss.

und die Antwort von Mukketoaster
Leider passiert hier gerade was ganz schlimmes. Johns quatscht leider recht viel Müll und verbreitet in seinem Metadingsbums viele Unwahrheiten und somit Missmut bei Neulingen. Höre nicht auf den Kram, der sieht einfach nur nicht ein das Kassegeräte eben nicht das liefern was er will.
Gruß Andreas
Mukketoaster
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#217

Beitrag von Mukketoaster »

@Stefan
Es steht sehr wohl geschrieben, welche Hörgeräte für welche Verluste geeignet sind. Die Aussage ist leider nicht sehr treffend.

Ich sehe aber deinen Hörverlust und bin fest der Meinung, wenn etwas Substanz da ist, kann man dir gut helfen. Aber dieses Thema sollten wir per PN besprechen. Nicht das wir hier stören und weiterhin Neulingen Sorgen und Nöte suggerieren, das Hörgeräte ja doch was bringen könnten.
AlfredW
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#218

Beitrag von AlfredW »

Hallo ossi67,

seit wann ist gutes/besseres Hören Komfort?

Gruß

Alfred
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Johns
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#219

Beitrag von Johns »

nun, mal drei Anmerkungen zu diesem Thread:
1. @mucketoaster:
Ja, es ist möglich, dass Johns Unwahrheiten verbreitet, weil er "die Wahrheit" so wenig kennt wie jeder Mensch. Wir alle verbreiten nur unsere - interessenbasierte - Sicht der Dinge.
2. @andreas 7-2:
es gibt hier nicht "Metadingsbums Threads" in Mehrzahl, sondern nur EINEN und das ist gut so.
3. @andreas 7-2:
es gibt in Deutschland keine "Kassenhörgeräte", sondern nur Hörgeräte, welche zur bestmöglichen-soweit möglich Verstehversorgung bei Umgebungsgeräuschen und in größeren Menschengruppen ausreichend zweckmäßig individuell geeignet sind, um dieses Anpassziel seitens des Hörakustikers bewirken zu können.
eigentlich ganz einfach 😉

ich wünsche uns allen einen beSINNlichen Sonntag in der erforderlichen Gelassenheit auch das tapfer zu ertragen @stefan

LG
Johns
Zuletzt geändert von Johns am 25. Okt 2020, 12:33, insgesamt 1-mal geändert.
Ansichten sind eine Sicht der Dinge, aber:
Richtiges wird nicht allein dadurch falsch, dass es die Falschen sagen,
so wie Falsches nicht schon dadurch richtig wird, dass es die Richtigen sagen 😉
AlfredW
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#220

Beitrag von AlfredW »

Hallo Johns,

natürlich gibt es keine "Kassenhörgeräte", sondern nur Hörgeräte, die zuzahlungsfrei vom HGA abgegeben werden zzgl. einer Pauschale von 10EUR/Gerät glaube ich. Keine Ahnung, ob sich das Rezeptgebühr schimpft.
Diese sind nicht von einem bestimmten Hersteller oder ein bestimmtes Modell.

Genau dieser o.g. Umstand ist aber mit dem Begriff "Kassengerät" gemeint.

Könnten wir aber bitte aufhören die Haare genau mittig zu spalten?

Gruß

Alfred
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Johns
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#221

Beitrag von Johns »

moin Alfred,
ich halte diese Feststellung nicht für Haarspalterei, sondern für geradezu wegweisend wichtig, weil:
es ist NICHT so, dass das Hörystem vorgibt, was der "bestmögliche-soweit möglich" Anpassungserfolg "auf Rezept" ist, sondern der individuelle Hör- und Verstehverlust des zu Versorgenden unter Berücksichtigung seiner ganz individuellen (ER_)Lebenssituation. Da kann für Leute wie mich ggf. schon ein Gerät genügen, welches die Mindestanforderungen erreicht, es mag aber Hör- u. Verstehbehinderte geben, wo "ganz anderes Kaliber" aufgefahren werden muss. Und da ist eben NICHT eine betriebswirtschaftliche Grenze des Hörgeräteakustikers bei dieser Einzelfallversorgung zwischen den GKV und der Hörakustikerinnung vereinbart, weil "Mischkalkulationspauschale" vereinbart wurde, wo es dem HGA eben mal so - und mal anders - ergeht.
Fazit:
wer sich aber mit der Einrede abspeisen lässt: "mehr können die von der Kasse gezahlen Hörgeräte eben nicht", der ist einem Verwirrungsnarrativ zum Opfer gefallen.

LG
Johns
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ossi67
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#222

Beitrag von ossi67 »

Hallo Alfred,

Nur wenn ich es nachweißlich bei der KV einreiche kann, dass ich mit einem bestimmten HG besser verstehen kann als mit den zuzahlungsfreien HG Ist es bei der KV kein Komfort mehr und die KV bezahlt dann die HG komplett, kann ich das nicht nachweisen, sagt die KV Komfort oder Luxus und ich trage die Rest Kosten.

Gruß
Klaus
Johns
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#223

Beitrag von Johns »

DAS - ossi 67 - ist genau der Stein des Anstoßes:
die GKV-Darstellung, dass "bestmögliches-soweit möglich" Hören und Verstehen auf medizinisch-technisch aktuellem Stand auch bei Umgebungsgeräuschen und in größeren Menschengruppen das zuzahlungsfreie Versorgungsziel sein soll, wird gleichzeitig dadurch konterkarriert, dass nicht alle medizinisch-technisch aktuellen Methoden angewendet werden müssen, sondern der HGA entscheidet, dass er es bei der Methode von 1953 belässt, wenn es ihm so beliebt.
Fazit:
der zu Versorgende ist auf den guten Willen - und die wirtschaftliche Potenz - des HGA angewiesen und kann seinen eigentlichen Rechtsanspruch gar nicht durchsetzen.
Ausschließlich das - dieses zu verdeutlichen - ist Ziel meiner Bemühungen hier.
LG
Johns
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ossi67
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#224

Beitrag von ossi67 »

Hallo Johns,

die Akustiker und auch die HNO-Ärzte sind aber nicht die Buhmänner, da gibt es Verträge mit Verbänden und Krankenkassen, wo sie nie Mittspracherechte hatten, die sitzen im selben Boot wie wir und werden dafür aber angemacht.

Gruß
Klaus
rhae
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Re: wie wäre es mit einem Metakommunikationsstrang?

#225

Beitrag von rhae »

Mensch Johannes,

inzwischen hat wohl niemand mehr groß Lust Dir zu antworten, ich versuche es mal mit meinen bescheidenen Kenntnissen.

Wenn Deine GKV mehr verspricht als sie halten will, also Dein "bestmögliches" (ich kann das Wort bald nicht mehr sehen) Verstehen ist mit den ca. 700 Euro Zuzahlung beim Akustiker Deiner Wahl mit den ihm zur Verfügung stehenden Höergeräten in dieser Preisklasse nicht zu erreichen, dann musst Du deine GKV darauf ansprechen, einen höheren Zuschuß beantragen und notfalls gegen sie klagen.

Der Akustiker wird Dir sicher keine höherpreisigen Geräte verbilligt abgeben. Wie der Akustiker die Geräte anpasst, solltest Du auch ihm überlassen. Ihm vorschreiben zu wollen, welche Testverfahren er einsetzen soll (Freiburger, Oldenburger oder Göttinger Satztest, oder eine Spielaudiometrie?) solltest Du seinen Fachkenntnissen überlassen. Wenn Du an denen Zweifel hast, dann wechsle halt den Akustiker.

VG Ralph
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