Pegel Anpassung an hohe Lautstärken

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Gorilla77
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Registriert: 18. Aug 2023, 12:28

Pegel Anpassung an hohe Lautstärken

#1

Beitrag von Gorilla77 »

Mal eine ganz andere Frage. Wie verhalten sich HGs in hohen Lautstärken und wie regeln die da zurück?

Beispiel ich habe einen klassischen Hochtonabfall von 1khz - 30dB bis 6khz- 70dB, verstärkt das HG so weit das die Frequenzen so alle bei -10dB kommen. Soweit klar.

Halte ich mich in einem Raum auf mit 65dB Schall-Quelle packt das HG seine 20dB drauf, das ich -10dB habe. Was wenn in dem Raum jetzt 80dB herrschen, hebt das HG stur weiter seine 20dB an und ich habe 0 oder sogar +10dB ?

Normal müsste doch das HG erkennen, jetzt kommt Frequenz xyz "laut" genug im Original an, da muss ich nix extra anheben, der Träger hört das jetzt auch ohne mich, als HG.

Frage kam auf, war am WE bei einer Disko Veranstaltung und habe meine Geräte bewusst zu Hause gelassen, nur klassischen Gehör Schutz mit gehabt. Am Anfang, war ich noch ohne den Schutz und die hohen Töne kamen sehr sehr stark bei mir an. Das hat richtig "geschnitten" im Ohr. Bin zur Technik und sagte nehmt den Hochton Anteil mal raus, es muss ja den normal Hörenden, ja ein Brennen oder Wehtuen schon sein, wenn es für mich als Hochton Geschädigter bereits zu hell-tönig war.

Die Technik nahm tatsächlich dann die hohen Töne etwas raus und die Musik wurde deutlich besser, leider nur bis zum Wechsel des nächsten DJs. Da war wieder alles mit den zu viel Höhen. Habe dann mein Gehörschutz verwendet. Mit dem war es dann deutlich besser, wenn auch der Ton verfälscht. Mein Schutz ist ja kein so spezieller Stöpsel für Musik. Habe dann die Veranstaltung so weiter mit gemacht mit "Ohren abgedichtet".

Ich habe mir immer die normal Hörenden vorgestellt, wie das bei den geballert haben muss, wie laut und die hohen Töne. Habe selber mal gemessen, waren "nur" 85dBA, aber eben höhenlastige Wiedergabe der Musik. Das tut ja eh mehr weh, als 85dB Bässe.

Daher die Frage, wenn ich meine HGs mit gehabt hätte, wäre ich da jetzt taub gewesen? Weil Musik war ja schon hoch-tönig und meine Geräte packen nochmal 30dB Höhen drauf. Wie verhält sich das HG bei diesen hohen Pegeln ?

Selbst wenn die MPO bei 90dB dicht macht und die Disko wäre lauter als 90dB schädigt es mich ja trotzdem, soweit auch klar, auch wenn ich die 90dB "leiser" höre durch meine Hörgschädigung ohne Geräte.

Danke für Infos.
16.08.2023 [dB]:
R: 250Hz-20, 500Hz-25, 1kHz-35, 2kHz-45, 3kHz-50, 4kHz-70, 8kHz-70
L: 250Hz-20, 500Hz-30, 1kHz-35, 2kHz-45, 3kHz-60, 4kHz-75, 8kHz-70
Ohrenklempner
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Re: Pegel Anpassung an hohe Lautstärken

#2

Beitrag von Ohrenklempner »

Hallo

soweit richtig: die Hörgeräte regeln die Verstärkung abhängig vom Eingangspegel. Das nennt sich Dynamikkompression. Laute Eingangssignale werden schwächer verstärkt als leise Eingangssignale. Die Parameter der Kompression (Kniepunkte, Kompressionsverhältnisse etc.) können individuell pro Kanal eingestellt werden.

Mit deiner Rechnung komme ich aber nicht so ganz klar. Normalerweise wird mit dB HV bzw. dB HL (Hörverlust/Hearing level) gearbeitet. Du scheinst da ein paar Einheiten durcheinander zu würfeln und gibst auch viele negative Dezibel an. Bei einer Hörschädigung sind die Hörverlustzahlen aber alle positiv, z.B. 70 dB Hörverlust bei 4 kHz.
Man kann auch den Pegel in Bezug zur Hörschwelle angeben, dann spricht man von dB SL (Sensation level), dabei kommen dann häufiger negative Werte raus (für Pegel, die du nicht hörst). Bei deiner Hörschwelle und bei 4 kHz wäre ein Ton von 60 dB HL = -10 dB SL. Mit dB SL wird aber sehr selten gearbeitet. Man verwendet fast ausschließtlich dB HL, und kürzt es einfach auf dB ab, wenn man über Frequenzen, Pegel, Hörverlust und Hörgeräte spricht.
Dani!
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Re: Pegel Anpassung an hohe Lautstärken

#3

Beitrag von Dani! »

Ließ einfach die Antworten, die du schon erhalten hast. Es ist müßig, deine falschen Theorien immer wieder zu lesen und zu korrigieren, zumal du offenbar nicht versuchst, die Antworten zu verstehen. Es gibt keine konkrete Rückfragen zu Details, die du nicht verstanden hast
Nur mal als Tipp: Hörgeräte sind keine strunzdummen Kopfhörer. Sie verstärken nicht linear, sie komprimieren, sonst blasen sie dir dein Gehör schneller weg als du bis eins zählen kannst.
Dominik
R: 20.2.20: Med-el Sonnet2
L: 16.12.20: Med-el Sonnet2
Vorsicht bissig.
Ohrenklempner
Beiträge: 9194
Registriert: 20. Feb 2015, 13:08
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Re: Pegel Anpassung an hohe Lautstärken

#4

Beitrag von Ohrenklempner »

Stimmt, da war doch schon dieses Thema über linear/kompressiv. Dass Hörgeräte komprimieren, sollte dem TE bekannt sein. Da aber in dem anderen Thema auch schon unschlüssige Angaben mit negativen Dezibels gemacht wurden (z.B. "Hörbereich von 0 bis -10 dB" -- ergibt gar keinen Sinn), denke ich mal, es handelt sich um ein ganz grundlegendes Verständnisproblem. Zumindest in dem Linear/Kompressiv-Thema werden dB HL, dB SL, dB SPL usw. ganz mächtig durcheinander gebracht.
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