Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

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Frank-D
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Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#1

Beitrag von Frank-D »

Hallo,

unser dreieinhalbjähriger Sohn ist schwerhörig, ca. 35 -50 db beidseitig.
Das wurde vor knapp 3 Monaten festgestellt. Nach 4 Stunden rumtelefonieren hätten wir dann einen Termin in einer Pädaudiologie gehabt (vor jetzt einem Monat) der wurde aber wegen Corona abgesagt. Der nächste Termin ist wieder Anfang Juni (einen ganzen Tag telefoniert). Das ist mir zu spät, und er könnte auch wieder abgesagt werden.

Kann auch jemand anderes ein Rezept ausstellen? Ich Vertrauen meinem Hörgeräteakustiker, dass er eine Anfangseinstellung auch ohne Pädaudiologie gut macht.

Ich will nicht zu viel Zeit verlieren.
Soll ich ach normale HNO Ärzte abklappern?
Können die so ein Rezept ausstellen? Andere Ideen? ich überlege schon selber ein Gerät im Ausland zu kaufen (ist dann noch bezahlbar für uns). Den Facharztterminservice der Krankenkasse habe ich schon ausprobiert, der funktioniert überhaupt nicht.

Viele Grüße Frank
akopti
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#2

Beitrag von akopti »

Hallo,
Ich kann mir vorstellen, das dir dein Anliegen unter den Nägeln brennt. Der Weg, HG's im Ausland zu kaufen ist aber nicht zielführend, da du gar nicht wissen kannst welches Gerät zu deinem Sohn passt. Zudem ist ein HG ohne Einstellung durch einen Pädakustiker, der auch eine Otoplastik fertigt, wertlos. Auch zu bedenken ist die Kostenübernahme der Krankenkasse, besonders für die Folgekosten, denn die HG' müssen regelmässig nachgestellt werden und wachstumsbedingt benötigt man häufig neue Ohrstücke.
Gruss
Dirk
Frank-D
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#3

Beitrag von Frank-D »

Hallo Dirk,

vielen Dank für Deine Antwort.
Ja, Ohrpassstücke werden wir wohl brauchen. Kann ich natürlich auch erstmal privat machen lassen und später dann z.B. noch ein Gerät auf Rezept nehmen, dann bekomme ich die Ohrpasstücke wieder.

Ich kann mir Geräte ja auch Audioprogramm programmieren lassen, oder alternativ, wenn das Audiogramm ziemlich standard ist, eine Standardprogrammierung nehmen. Wobei ich auch dagegen tendiere, weil mein Sohn nicht viel Feedback geben kann. Die Hörtests mit ihm sind natürlich auch sehr ungenau, weil er nicht so konzentriert mitmacht.

Egal was ich mache, ich werde auf jeden Fall später auch ein Kassengerät nehmen (mal schauen, welches und wie hoch die Zuzahlung wird), einfach weil mit die Betreuung durch eine Pädakustiker meines Vertrauens wichtig ist.
Das mit dem Vertrauen ist nicht ganz einfach, weil ich finde die finanziellen Anreize und die Transparenz üben einen starken Druck in die falsche Richtung aus. Die Beratung und Dienstleistung muss über den Gerätepreis erwirtschaftet werden, obwohl die Dienstleistung bei einem 800 € Gerät praktisch identisch wie bei einem 3000 € Gerät ist.
Ich kannte das von meinem Vater. Er war Orthopäde und hat immer ganz ehrlich abgerechnet. 80 Stunden die Woche gearbeitet und sehr wenig verdient.
Dann kamen mehr Pauschalen und er hat viel besser verdient, auch fast ohne IGEL Leistungen.

Manchmal schwierig eine Balance im Beruf zu finden. Uns als "Kunde" ist es natürlich nicht einfacher.

Viele Grüße Frank
Katja_S
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#4

Beitrag von Katja_S »

Hallo Frank,
vermutlich kann so ein Rezept auch ein HNO Arzt ausstellen. Frag doch einfach mal nach! Könntest du evtl in der Pädaudiologie nachfragen, ob sie dir nicht ein Rezept zuschicken könnten? Zum 1. Termin ward ihr ja schon dort und es liegen Ergebnisse vor (wenn ich dich richtig verstanden habe) oder wurde die Diagnose woanders gestellt?
Mit einer Hörschwelle von 35-50 dB müsste dein Sohn ja eigentlich Sprache wahrnehmen können, ob es dann so dringend ist, noch vor Juni mit der HG Einstellung anzufangen, kann ich nicht abschätzen (Mein Sohn ist an Taubheit grenzend schwerhörig (bzw. eigentlich gehörlos) und hat mit ca. 5 Monaten Power HG bekommen, später dann CIs, also ganz andere Situation).
Die Einstellung der HG hat bei uns übrigens immer ein Pädakkustiker gemacht, in der Pädaudiologie wurden nur ab und an Hörtest gemacht.
Viele Grüße
Katja
Katja mit Erik (geb. 2008), mehrfachbehindert, u.a. sehbehindert und gehörlos
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Frank-D
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#5

Beitrag von Frank-D »

Hallo Katja,

vielen Dank für Deine Antwort.
Katja_S hat geschrieben: ! Könntest du evtl in der Pädaudiologie nachfragen, ob sie dir nicht ein Rezept zuschicken könnten? Zum 1. Termin ward ihr ja schon dort und es liegen Ergebnisse vor (wenn ich dich richtig verstanden habe) oder wurde die Diagnose woanders gestellt?
wir waren beim Kinderarzt und dann beim Hörgeräteakustiker. Der Termin beim Hörgeräteakustiker war zwei Tage nach dem (abgesagten) Termin bei der Pädaudiologie.

HNO werde ich mal fragen. Wobei wir umgezogen sind und noch keinen festen haben, aber ich probiere es jetzt mal.

Du hast genau richtig getippt. Mein Junge kann Sprache verstehen und sprechen. Wir müssen nur ziemlich laut reden und manche Konsonanten sind schwierig.

Wie alt ist Dein Sohn jetzt? Funktioniert das ganz gut mit dem CI bei Euch?

Viele Grüße Frank

Viele Grüße

Frank
smallhexi79
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#6

Beitrag von smallhexi79 »

Hallo Frank,

beim Sprechen klar und deutlich sprechen. Auch eurer Kind soll euch anschauen, wenn ihr miteinander redet.
LG smallhexi Hörgeschädigt seit 1980 durch Meningitis
links: +/- 80 dB versorgt mit GN ReSound Enzo 3D 5
rechts: gehörlos
Katja_S
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#7

Beitrag von Katja_S »

Hallo Frank,
mein Sohn ist jetzt fast 12 Jahre alt. Das CI funktioniert bei meinem Sohn sehr gut, besser als alle (eingeschlossen der Ärzte und Therapeuten der CI Klinik) aufgrund seiner zusätzlichen körperlichen und kognitiven Einschränkungen erwartet hatten. Er hört damit so ab 20-30 dB, nimmt in seiner Umgebung ziemlich alles wahr, kann Sprache verstehen und spricht selbst geflüsterte Wörter korrekt nach ohne das Mundbild zu sehen. Perfekt sprechen kann er nicht (macht grammatikalische und aussprachetechnische Fehler und stottert (was angeblich untypsch ist für CI Kinder, ich habe außer ihm auch noch kein anderes stotterndes CI Kind (während den CI Rehas z.B.) getroffen), aber er kann sich lautsprachlich verständigen, stellt Fragen und erzählt. Ob diese Sprachprobleme aber jetzt mit dem künstlichen Hören mit dem CI oder mehr mit seinen Problemen bei der Mundmotorik (hatte auch lange Probleme beim Essen) oder "nur" mit seinen kognitiven Einschränkungen (in seiner Klasse (alle Kinder geistig behindert) ist er das einzige hörgeschädigte Kind, aber das, dass mit Abstand am besten spricht) oder an einer Mischung aus allem zusammenhängen, kann man nur schwer sagen. Der Erfolg eines CI ist aber bei jedem Kind sehr unterschiedlich, egal ob jetzt mehrfachbehindert oder außer der Hörschädigung "nirmal". Fast alle Kinder profitieren aber irgendwie davon.
Das Thema CI wird für euch aber ziemlich sicher nicht aktuell werden (außer seine Hörschädigung wäre fortschreitend), wenn dein Sohn selbst ohne HG Sprache verstehen kann!
Viele Grüße
Katja
Zuletzt geändert von Katja_S am 17. Apr 2020, 10:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Frank-D
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#8

Beitrag von Frank-D »

Hallo Katja,

freut mich, dass das mit dem Hörgerät bei Euch doch sehr gut zu funktionieren scheint. Es wird immer kompliziert, wenn mehrere Sachen zusammen kommen und die Symptome nicht ganz dem Standard entsprechen wollen.
Ja für uns reicht erstmal Hörgerät. Ich bin mir hier auch noch nicht ganz sicher, vielleicht wird ja noch eine Ursache gefunden, wie Paukenergüsse, an denen man was ändern kann.
Manche sagen auch, ein Hörgerät macht abhängig. Da unser Sohn so an der Grenze ist, will ich gut überlegen. Aber andererseits ist es auch wichtig für das Sprachverstehen, dass er alle Frequenzen bald gut zu den Nerven bekommt.

Viele Grüße, Alles Gute für Euch Frank
Frank-D
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#9

Beitrag von Frank-D »

Ich habe jetzt nen Termin bei einem normalen HNO. Mal sehen, ob die vielleicht ein Rezept ausstellen können. Sie wissen worum es geht.
Katja_S
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#10

Beitrag von Katja_S »

Hallo Frank
Frank-D hat geschrieben:Hallo Katja,

freut mich, dass das mit dem Hörgerät bei Euch doch sehr gut zu funktionieren scheint.
Na ja, die Hörgeräte haben bei meinem Sohn nur wenig gebracht (hat damit so ab 60-80 dB etwas wahrgenommen), erst mit dem 1. CI kam der Durchbruch und er hat ein paar Monate nach der Erstanpassung die ersten Wörter gesprochen.

Gut, dass ihr jetzt einen Termin beim HNO habt :D .

Viele Grüße
Katja
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Frank-D
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#11

Beitrag von Frank-D »

Katja_S hat geschrieben:, erst mit dem 1. CI kam der Durchbruch
das meinte ich. Ich dachte "CI" ist eine Unterform des Hörgeräts. Da lag ich falsch. Ich lerne gerade noch :D

Liebe Grüße Frank
Ohrenklempner
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#12

Beitrag von Ohrenklempner »

Die Verordnung (Rezept) ist doch erst einmal nicht so wichtig. Die wird erst zur Abrechnung mit der Krankenkasse benötigt. Man kann auch die Anpassung schon vorher beginnen. Nur keinen Stress :D

Hörgeräte im Ausland kaufen, okay, aber spätestens dann brauchst du einen Pädakustiker, der die Geräte einstellt. Du hättest also nichts gewonnen. Im Gegenteil.
Allons-y!
Frank-D
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#13

Beitrag von Frank-D »

Ohrenklempner hat geschrieben:Die Verordnung (Rezept) ist doch erst einmal nicht so wichtig. Die wird erst zur Abrechnung mit der Krankenkasse benötigt. Man kann auch die Anpassung schon vorher beginnen. Nur keinen Stress :D

Hörgeräte im Ausland kaufen, okay, aber spätestens dann brauchst du einen Pädakustiker, der die Geräte einstellt. Du hättest also nichts gewonnen. Im Gegenteil.
Mein Sohn liegt laut Testergebnis des Hörgeräteakustikers in dem Hörgerätebereich. Auf dem einen Ohr aber nicht so deutlich. Wahrscheinlich besteht er deswegen auf dem Rezept. Ich war ja schon beim Hörgeräteakustiker, aber ich überlege auch, ob ich mir ein Gerät ausleihen kann und eine Vereinbarung treffe die Einstellkosten etc. privat zu tragen, falls es dann doch kein Rezept geben sollte.
Frank-D
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#14

Beitrag von Frank-D »

Ohrenklempner hat geschrieben:
Hörgeräte im Ausland kaufen, okay, aber spätestens dann brauchst du einen Pädakustiker, der die Geräte einstellt. Du hättest also nichts gewonnen. Im Gegenteil.
Danke für die Antwort.
Ich würde die Audiogramme, die ich aktuell habe schon reinprogrammieren lassen. Otoplastiken kann man ja auch so machen lassen.

Mir sind andere Wege auch lieber, aber ich bin etwas ungeduldig, weil wir schon 3 Monate nur Warten. Uns sprachlich merken wir schon, dass er sich schwertut. Auch sehr beim Spielen. Das fällt ja nun eh weitgehend flach.
Ohrenklempner
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#15

Beitrag von Ohrenklempner »

Frank-D hat geschrieben: Ich würde die Audiogramme, die ich aktuell habe schon reinprogrammieren lassen. Otoplastiken kann man ja auch so machen lassen.
Mach das bitte keinesfalls! Die Hörgeräte-Software raten lassen, wie das Ohr akustisch "aussieht", klappt schon bei Erwachsenen mehr schlecht als recht. Bei Kindern funktioniert das nicht. Da pusten mal 20dB mehr oder weniger als sinnvoll ins Ohr und du riskierst ernsthafte weitere Schädigungen. Ein paar Wochen mehr oder weniger warten richtet keinen Schaden an. Dann lieber in Vorkasse gehen, damit kommst du allemal günstiger bei weg.
Zuletzt geändert von Ohrenklempner am 17. Apr 2020, 16:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Frank-D
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#16

Beitrag von Frank-D »

Ohrenklempner hat geschrieben:
Frank-D hat geschrieben: Mach das bitte keinesfalls! Die Hörgeräte-Software raten lassen, wie das Ohr akustisch "aussieht", klappt schon bei Erwachsenen mehr schlecht als recht. Bei Kindern funktioniert das nicht. Da pusten mal 20dB mehr oder weniger als sinnvoll ins Ohr und du riskierst ernsthafte weitere Schädigungen.
Danke. Ich verstehe, dass es Dir hier wichtig ist. Hatte schonmal so etwas ähnliches gehört. Verstehe es aber nicht.
Ich habe ein Audiogramm. Das wird doch dann eingestellt.
Was heißt "akustisch aussieht" über das Audiogramm hinaus?.
Das man mit einem Zusatz.Messgerät-mikro im Ohr oder einer Messung des fertig eingestellten Hörgerätes nochmal kontrolliert was passiert?

Peak-Gain bzw. maximale Schallleistung würde ich sonst sehr konservativ setzten lassen.

Mal schauen. Heute morgen habe ich noch eine Beratung und dann einen HNO Termin.

Ich bin besonders dankbar, wenn ich auf die Gefahren in meinen Überlegungen hingewiesen werde.

Viele Grüße

Frank
Ohrenklempner
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Re: Rezept für Hörgerät ohne Pädaudiologie

#17

Beitrag von Ohrenklempner »

Frank-D hat geschrieben: Was heißt "akustisch aussieht" über das Audiogramm hinaus?
Ja, genau. Bei einer Audiometrie wird ein Kopfhörer auf den Gehörgangseingang gesetzt. Was tatsächlich für ein Pegel am Trommelfell ankommt, wenn der Audiometrist (schönes Wort :D ) meinetwegen 1000 Hz und 65 dB einstellt, ist nicht bekannt. Man erhält aber eine Kurve, die einen ausreichend brauchbaren Rückschluss auf das Hörvermögen gibt.

Bei einer Hörgeräteanpassung stecken wir eine Otoplastik ins Ohr. Die Otoplastik kann unterschiedlich lang sein (Zapfenlänge), das Gehörgangsvolumen wird durch den Verschluss geändert und wir haben eine Belüftungsbohrung. Zusätzlich haben wir noch die Ohrmuschel, die den Schall von vorne bündelt und (trotz Otoplastik) in Richtung Gehörgang und Trommelfell lenkt. Es sind einfach zu viele Unbekannte, als dass man nur aufgrund des Audiogramms die Hörgeräte halbwegs vernünftig einstellen könnte.

Ich habe hier mal ein Extrembeispiel aus meiner realen Praxis hochgeladen. Es handelt sich um eine über-70-Jährige mit sehr engen Gehörgängen. Auf dem Bild sieht man als graue Linie das hinterlegte Audiogramm. Die blaue Linie ist eine Insitu-Audiometrie, wo direkt über das Hörgerät noch einmal audiometriert wurde. Man sieht ganz deutlich, dass die Insitu-Audiometrie deutlich besser ausgefallen ist als die Kopfhörer-Messung. Ohne die Insitu-Messung, also einfach nur nach dem Audiogramm eingestellt, hätte die Dame im Hochtonbereich 4 kHz 30dB mehr Pegel im Hochtonbereich ertragen müssen als notwendig. Wobei ich in Erwägung ziehen muss, dass bei der Kopfhörer-Audiometrie der Gehörgang "zugedrückt" wurde und daher die Messergebnisse auch schlechter wurden. Muss aber nicht sein.
Dateianhänge
Insitu-Aud_li.jpg
Zuletzt geändert von Ohrenklempner am 21. Apr 2020, 17:43, insgesamt 1-mal geändert.
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