Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

Chromobotia
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#51

Beitrag von Chromobotia »

Ohrenklempner hat geschrieben: 21. Sep 2022, 18:54
wolf2else hat geschrieben: 21. Sep 2022, 18:12 Was ist ein KV? Sollte damit ein Kostenvoranschlag gemeint sein: Der Akustiker ist auf meine Nachfrage hin damit nicht einverstanden.
Also das ... ist sehr wenig glaubwürdig. 🤔
Ich verstehe schon, dass jemand keine Kopien seiner Kostenvoranschläge, Rechnungen o.ä. ins Netz gestellt haben möchte. Aber:
wolf2else hat geschrieben: 21. Sep 2022, 18:12Das ich hierbei die erforderliche Vertraulichkeit respektiere, ist meines Erachtens eine Frage des Anstandes.
Da bin ich bei Dir, es ist aber ja nun weder nötig eine Kopie einzustellen noch Namen zu nennen. Es handelt sich schließlich nicht um ein 10-Seiten Dokument sondern um wohl 1-3 Positionen. Die sind in 2 Minuten abgetippt. Damit ist die Vertraulichkeit doch gegeben.
Ohrenklempner
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#52

Beitrag von Ohrenklempner »

Ich kann auch nur spekulieren, wo das Problem sein soll. Ich vermute es woanders.
Ein Forum ist eigentlich als gegenseitige Hilfestellung, Unterstützung, Ratsuche usw. gedacht. Es funktioniert aber nicht, wenn eine Behauptung aufgestellt wird (Kostenvoranschlag unter 2000 Euro Eigenanteil für zwei High-End-Hörgeräte), und wenn man es gut meint und der Sache auf den Grund gehen will, dann ist es angeblich nicht möglich, mal einen KV abzufotografieren, sensible Stellen wegzuradieren und hier hochzuladen. Suspekt.
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wolf2else
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#53

Beitrag von wolf2else »

Ohrenklempner hat geschrieben: 22. Sep 2022, 11:02 ... Es funktioniert aber nicht, wenn eine Behauptung aufgestellt wird (Kostenvoranschlag unter 2000 Euro Eigenanteil für zwei High-End-Hörgeräte), und wenn man es gut meint und der Sache auf den Grund gehen will, dann ist es angeblich nicht möglich, mal einen KV abzufotografieren, sensible Stellen wegzuradieren und hier hochzuladen. Suspekt.
Dein Beitrag geht m.E. in die völlig falsche Richtung und lässt tief blicken.
Niemand muss hier irgendetwas beweisen und niemand muss hier irgendetwas glauben. Verdächtigungen schaden all denen, die sich eine eigene Meinung bilden wollen.
  • Hast du jemals darüber nachgedacht, wie ein in China zusammengebautes Hörgerät, das höchstens 100 Euro kostet, plötzlich zu einem Hörgerät von 2.500 Euro beim Endverbraucher wird?
  • Weißt du, wie diese zauberhafte Wertsteigerung zustande kommt? Kannst du mich aufklären?
  • Gibt es eine gesellschaftliche Diskussion (etwa auch in diesem Forum) darüber, wie hoch die Marge sein darf, wenn es um Gesundheitsprodukte für Menschen mit Hörverlust geht?
(Beim Apple iPhone und anderen Geräteklassen ist das im Prinzip ähnlich. Ich erinnere mich, dass das iPhone 8 Plus seinerzeit 250 Euro in der Herstellung kostete und für ca. 1000 Euro von Apple verkauft wurde. Das Verhältnis zwischen Herstellungskosten und Verkaufspreis, die Marge, ist bei Apple extrem hoch, aber im Verhältnis zu Hörgeräten wesentlich geringer und angemessener.)
  • Sind diese teilweise hohen Preisunterschiede bei exakt gleichen Geräten für den Verbraucher transparent?
  • Hat ein Akustiker ein Eigeninteresse an einer Auflösung der Undurchsichtigkeit der Marktpreise?
Hörgeräte (und auch Brillen) sind Produkte mit einer der höchsten Margen im gesamten Einzelhandel. Ich wundere mich daher überhaupt nicht, wenn behauptet wird, dass sich Akustiker und Hörgerätehersteller "dumm und dämlich" an ihren "Kunden" verdienen. Woran könnte diese Einstellung liegen?

Außerdem: Im Jahr 2021 waren bundesweit rund 15.000 Hörakustiker in etwa 7.000 Hörakustik-Betrieben beschäftigt. Im Jahr 2021 gab es allein in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre rund 3,02 Millionen Personen, die ein Hörgerät trugen. Nur von diesen Zahlen ausgehend kämen damit 430 Hörgeräteträger auf einen Akustikfachbetrieb bzw. 200 Hörgeräteträger auf einen Akustiker. Das gibt mir zu denken und erzeugt bei mir Fragen.

Macht es Sinn, wenn Hersteller und Händler (Akustiker sind Händler) nichts gegen Baugleichheiten in vielfachen Bezeichnungen einzuwenden haben?
Welcher Facharzt oder Akustiker empfiehlt seinem Kunden ein Einblick in die Datenbank „GKV-Hilfsmittelverzeichnis (REHADAT)“ bzw. nennt den Link https://www.rehadat-gkv.de/ unter Angabe der Produktgruppe 13, Anwendungsort 20?
Für wen könnte dies von Vorteil sein?

Und hier stellt sich vor allem die Frage, wie lange beispielsweise die GKV (Gesetzliche Krankenversicherung) bzw. Beihilfestellen dies zu Lasten ihrer Versicherten mitmachen wollen. Menschen mit einer Hörbehinderung brauchen oft Unterstützung in ihren verschiedenen Lebensbereichen. Diese Unterstützung sollen insbesondere die Leistungen der Eingliederungshilfe nach dem Bundesteilhabegesetz gewährleisten. Das Ziel ist eine möglichst selbstbestimmte Teilhabe am Leben. Sollte diese Zielsetzung nicht auch für Hörbehinderte gelten, die es schon schwer genug haben?
Interessant wäre es, wenn die GKV vorausschritt und in den Markt eingriffe, um Auswüchse zu beseitigen, sollte dies so von der GKV etc. erkannt werden.
  • Ist es in diesem Sinne hinnehmbar, wenn der Geldbeutel bestimmt, wieviel Hilfe für einen Hörbehinderten möglich ist und welche Hilfen er mangels finanzieller Leistungskraft nicht erhält?
  • Muss beispeilsweise die Höhe der monatliche Altersrente darüber bestimmen, welche Lebensqualität für den Bezieher einer kleinen Altersrente möglich ist oder auch eben nicht?
    (Die auch in dieser Reihe gemachte Empfehlung (#7, Beitrag von svenyeng) zur Aufnahme eines Kredites kann ich nur als zynisch empfinden.) :crazy:

    Wer oder was ist also wirklich suspekt, lieber Ohrenklempner?
Hanne
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#54

Beitrag von Hanne »

Hab jetzt noch nicht alles gelesen, aber den Preis für Hörgeräte an den Herstellungskosten festzumachen, ohne Entwicklung Forschung und sonstiges zu berücksichtigen, scheint mir doch etwas zu kurz gedacht.
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#55

Beitrag von wolf2else »

Hanne hat geschrieben: 27. Sep 2022, 12:56 ... aber den Preis für Hörgeräte an den Herstellungskosten festzumachen, ohne Entwicklung Forschung und sonstiges zu berücksichtigen, scheint mir doch etwas zu kurz gedacht.
Das wird so immer wieder behauptet, ist aber nur bedingt bzw. nicht mehr richtig.
Denn lange Zeit waren steigende Ausgaben für Forschung und Entwicklung durch die Entwicklung komplexer Signalverarbeitungssoftware begründet. Ich denke hier u.a. an die Spracherkennung und die effektive Rauschunterdrückung. Diese Technologie ist jedoch mittlerweile Standard geworden.

Außerdem: Die verwendeten Prozessoren bzw. die Größe des RAM sind Standard-Hardware und in keinester Weise mit der Vielfalt der angebotenen Geräte kompatibel. Es gibt halt nur sehr, sehr wenige Platinenhersteller mit sehr wenigen unterschiedlichen Architekturen. Was kommt wohl nicht aus China?
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#56

Beitrag von Crackliner »

Wenn die Hörgeräte zu teuer sind, bastel dir ein Gerät.
wolf2else
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#57

Beitrag von wolf2else »

Crackliner hat geschrieben: 27. Sep 2022, 13:32 Wenn die Hörgeräte zu teuer sind, bastel dir ein Gerät.
:clap:
"Die" Hörgeräte sind mir nicht zu teuer. Ich bin eben Kunde und muss nicht jeden Preis akzeptieren für ein und die gleiche Leistung.

Ja neh! Is schon klar. Wenn man das nicht versteht ...
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#58

Beitrag von Ohrenklempner »

Weil das ja ein Forum ist, wo man gerne Dinge fragen darf und soll, antworte ich natürlich gerne!
wolf2else hat geschrieben: 27. Sep 2022, 12:44
Ohrenklempner hat geschrieben: 22. Sep 2022, 11:02 ... Es funktioniert aber nicht, wenn eine Behauptung aufgestellt wird (Kostenvoranschlag unter 2000 Euro Eigenanteil für zwei High-End-Hörgeräte), und wenn man es gut meint und der Sache auf den Grund gehen will, dann ist es angeblich nicht möglich, mal einen KV abzufotografieren, sensible Stellen wegzuradieren und hier hochzuladen. Suspekt.
Dein Beitrag geht m.E. in die völlig falsche Richtung und lässt tief blicken.
Niemand muss hier irgendetwas beweisen und niemand muss hier irgendetwas glauben. Verdächtigungen schaden all denen, die sich eine eigene Meinung bilden wollen.
Sorry, das hab ich vielleicht falsch aufgefasst. Ich fand einfach die Aussage "unter 2000 Euro für zwei High-End-Hörgeräte" nicht plausibel, vermutete einen Fehler in der Berechnung oder dass im Angebot/Kostenvoranschlag der Wurm drin ist. Daher auch die Bitte, das Angebot einfach mal zu zeigen. Wenn man Rat oder Hilfe sucht, sollte man auch genauere Auskünfte geben, sonst wird das nichts.
  • Hast du jemals darüber nachgedacht, wie ein in China zusammengebautes Hörgerät, das höchstens 100 Euro kostet, plötzlich zu einem Hörgerät von 2.500 Euro beim Endverbraucher wird?
  • Weißt du, wie diese zauberhafte Wertsteigerung zustande kommt? Kannst du mich aufklären?
Ja, weiß ich:
Es gibt Menschen, die diese Produkte designen, die die Hardwarearchitektur und die Software entwickeln und die Forschung betreiben.
Dann gibt es Menschen, die diese Produkte als Medizinprodukt prüfen und zulassen.
Es gibt jene, die die Produkte beim Lieferanten ordern, sie in Lagern oder Logistikzentren deponieren, die Lagerung verwalten, Bestellungen entgegennehmen und bearbeiten, verpacken, verschicken und abrechnen.
Dann sind da noch die Akustiker, die Läden gemietet haben, Personal für sich arbeiten lassen, die entsprechenden Produkte bestellen, kommissionieren, nach gewissen (vertraglich vereinbarten) Standards einstellen, Hörgeschädigte beraten und deren Hörgeräteversorgung betreuen, nebenbei im Schwerhörigenforum schreiben :D , kostenlose Ausprobe verschiedener Hörgeräte ermöglichen (inklusive Programmierung aller dieser Hörgeräte) und sich nebenbei noch mit Krankenkassen, Präqualifizierungen, Reparaturen und Serviceterminen herumschlagen dürfen.
Alle die genannten Leute sind aber nicht alleine, sie brauchen jeweils Räumlichkeiten mit Strom und Heizung, IT-Infrastruktur, Mitarbeiter für Rechts-, Personal-, Vertriebs-, Marketing-, Steuer-, Abrechnungs-, Verwaltungsangelegenheiten (u.v.m.), Versicherungen und so weiter.
Tja, und alle diese Menschen würden in ihrem Job gerne Geld verdienen. Ich auch, so wie jeder qualifizierte Handwerksmeister seine Kompetenz und Arbeitskraft gegen Geld eintauschen möchte.
  • Gibt es eine gesellschaftliche Diskussion (etwa auch in diesem Forum) darüber, wie hoch die Marge sein darf, wenn es um Gesundheitsprodukte für Menschen mit Hörverlust geht?
Wir leben ja nicht in einer sozialistischen Planwirtschaft, daher steht es jedem Unternehmen frei, welche Marge erwirtschaftet werden soll. Nur weil ich notwendige Produkte an Menschen mit einer Behinderung verkaufe, soll ich mir deshalb vorschreiben lassen, dass ich maximal Betrag X verdienen darf? Ich glaube nicht. Dann wäre ich doch lieber Arzt gewor... ach nee. Schlechtes Beispiel. :D
(Beim Apple iPhone und anderen Geräteklassen ist das im Prinzip ähnlich. Ich erinnere mich, dass das iPhone 8 Plus seinerzeit 250 Euro in der Herstellung kostete und für ca. 1000 Euro von Apple verkauft wurde. Das Verhältnis zwischen Herstellungskosten und Verkaufspreis, die Marge, ist bei Apple extrem hoch, aber im Verhältnis zu Hörgeräten wesentlich geringer und angemessener.)
Nein, ist sie nicht.
Wie verkauft man ein iPhone? So: "Guten Tag, ich hätte gerne das neuste iPhone." -- "Bitteschön, das macht 1000 Euro, Vielen Dank, auf Wiedersehen."
Wie werden Hörgeräte verkauft? (Rhetorische Frage, beantworte ich jetzt nicht)
  • Sind diese teilweise hohen Preisunterschiede bei exakt gleichen Geräten für den Verbraucher transparent?
Irgendwo kommen die Preise ja her, und jeder Akustiker muss schon selbst wissen, warum er wie viel Geld für ein Hörgerät verlangt. Als Verbraucher hat man ja die Wahl. Ist ein Hörgerät zu teuer, nimmt man ein günstigeres Gerät oder man kauft woanders.
  • Hat ein Akustiker ein Eigeninteresse an einer Auflösung der Undurchsichtigkeit der Marktpreise?
EIN Akustiker kann sicherlich nicht die Preise der Mitbewerber rechtfertigen, höchstens seine eigenen. Fragt mich jemand, was bei mir Hörgeräte von Hersteller XY kosten, geb ich ihm ne Preisliste und fertig. Ich weiß, dass es in der Konkurrenz die meisten anders halten: Das kann/darf ich nicht sagen, kommen Sie erstmal vorbei zur Beratung, blabla...
Hörgeräte (und auch Brillen) sind Produkte mit einer der höchsten Margen im gesamten Einzelhandel. Ich wundere mich daher überhaupt nicht, wenn behauptet wird, dass sich Akustiker und Hörgerätehersteller "dumm und dämlich" an ihren "Kunden" verdienen.
Hörgeräte und Brillen sind kein reines Handelsgeschäft, sondern ein Handwerksgeschäft. Wir verkaufen keine Brillen und Hörgeräte über den Ladentisch. Willst du deine Räume tapezieren und streichen lassen, kannst du ja auch nicht die reinen Materialkosten von Tapete und Farbe heranholen und die mit der Handwerkerrechnung vergleichen. Gegenfrage: Wie sieht denn die Marge da aus?
Woran könnte diese Einstellung liegen?
Ich würde jetzt unterstellen, dass du glaubst, ich würde ein Hörgerät für 100 Euro einkaufen und 3000 Euro verkaufen, und zwar innerhalb weniger Minuten. Ja, das wäre wirklich eine unheimlich gute Marge und nach dem Verkauf von vier Hörgeräten mach ich den Rest des Monats Urlaub. Ganz so ist es aber nicht.
Außerdem: Im Jahr 2021 waren bundesweit rund 15.000 Hörakustiker in etwa 7.000 Hörakustik-Betrieben beschäftigt. Im Jahr 2021 gab es allein in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre rund 3,02 Millionen Personen, die ein Hörgerät trugen. Nur von diesen Zahlen ausgehend kämen damit 430 Hörgeräteträger auf einen Akustikfachbetrieb bzw. 200 Hörgeräteträger auf einen Akustiker. Das gibt mir zu denken und erzeugt bei mir Fragen.
Was denn für Fragen und was für Bedenken?
Macht es Sinn, wenn Hersteller und Händler (Akustiker sind Händler) nichts gegen Baugleichheiten in vielfachen Bezeichnungen einzuwenden haben?
Was sollte man auch dagegen haben können... okay, man kann es schon verwirrend finden. Aber auf welcher Grundlage will man denn einem Hersteller verbieten, seine Produkte in verschiedene Packungen zu stecken? Wenn ich Kugelschreiberhersteller bin, kommen auch die Händler auf mich zu und wollen ihr persönliches Kugelschreibermodell in ihrer Farbe und mit ihrem Namen drauf. Eine Molkerei verkauft ihre Produkte auch nicht unter ihrem Namen sondern verpackt die Käsescheiben schön in den Farben des Händlers (Aldi, Lidl, Edeka usw.). Waschmaschinen von Bosch und Siemens sind auch SEHR ähnlich. Mein Ikea-Geschirrspüler ist ein Modell von AEG Electrolux. Na und?
Welcher Facharzt oder Akustiker empfiehlt seinem Kunden ein Einblick in die Datenbank „GKV-Hilfsmittelverzeichnis (REHADAT)“ bzw. nennt den Link https://www.rehadat-gkv.de/ unter Angabe der Produktgruppe 13, Anwendungsort 20?
Für wen könnte dies von Vorteil sein?
Das weiß ich auch nicht. Der Kunde freut sich, dass er plötzlich eine Auswahl von über 10.000 Hörgeräten auf dem Bildschirm hat. Toll, und jetzt?
Und hier stellt sich vor allem die Frage, wie lange beispielsweise die GKV (Gesetzliche Krankenversicherung) bzw. Beihilfestellen dies zu Lasten ihrer Versicherten mitmachen wollen. Menschen mit einer Hörbehinderung brauchen oft Unterstützung in ihren verschiedenen Lebensbereichen. Diese Unterstützung sollen insbesondere die Leistungen der Eingliederungshilfe nach dem Bundesteilhabegesetz gewährleisten. Das Ziel ist eine möglichst selbstbestimmte Teilhabe am Leben. Sollte diese Zielsetzung nicht auch für Hörbehinderte gelten, die es schon schwer genug haben?
Die GKVs zahlen eine komplette Hörgeräteversorgung ohne Mehrkosten für die Versicherten. Wälze doch mal aus Spaß die Versorgungsverträge und schau nach, was eine Hörgeräteversorgung alles beinhaltet.
  • Ist es in diesem Sinne hinnehmbar, wenn der Geldbeutel bestimmt, wieviel Hilfe für einen Hörbehinderten möglich ist und welche Hilfen er mangels finanzieller Leistungskraft nicht erhält?
  • Muss beispeilsweise die Höhe der monatliche Altersrente darüber bestimmen, welche Lebensqualität für den Bezieher einer kleinen Altersrente möglich ist oder auch eben nicht?
Gleiche Antwort wie eben. ;)
Wer oder was ist also wirklich suspekt, lieber Ohrenklempner?
Ich verstehe, dass dir einiges suspekt vorkam, nachdem ich deine Fragen, Vermutungen und Annahmen gelesen habe. Ich hoffe, dass ich dir ein bisschen weiterhelfen konnte.
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#59

Beitrag von Brittany »

Nicht zum ersten Mal bewundere ich Deine Geduld und Gelassenheit, Ohrenklempner.
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#60

Beitrag von Ohrenklempner »

Wenn man den Unterton ignoriert, sich das Vier-Seiten-Modell von Schulz v. Thun ins Gedächtnis ruft und sich nur auf die nüchternen Fragen konzentriert, geht das schon. :D
Manchmal glaube ich, an mir ist ein Vulkanier verloren gegangen. 😂
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Hanne
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#61

Beitrag von Hanne »

Danke Ohrenklempner. Das ist die lange und fachmännische Fassung, zu der ich niemals die Geduld gehebt hätte.! 👍😀
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#63

Beitrag von Hups »

Wie, nur 430 Kunden pro Geschäft? Das sind 860 Öhrchen, die alle 6 Jahre neu bestückt werden - wenn überhaupt. Macht etwa 140 Örchen pro Jahr. Pro Öhrchen sicher nicht mehr als 2.000,- €. Ist ein Jahresumsatz von 280.000,- €. Davon gehen ab:
- Einkauf Hörgeräte (sind sicher 30 - 50.000,- €)
- Einkauf Verschleißteile (Schirmchen und Co.)
- Gehälter 2 Akustiker + 1 administrative Kraft (Obacht: inklusive Arbeitgeberanteil an Sozialversicherungen etc.)
- Ladenmiete
- technische Ausstattung
- Werbeausgaben (Insertion in Zeitung, Broschüren etc.)
- ...

Das ist jetzt extrem laienhaft gedacht, liegt aber vielleicht keine Lichtjahre von der Realität entfernt. Also ich sehe da nichts, wovon man reich wird und sich eine Südseeinsel kaufen kann...

Liebe Grüße
Hubert
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#64

Beitrag von Dani! »

wolf2else hat geschrieben: 27. Sep 2022, 12:44 (Beim Apple iPhone und anderen Geräteklassen ist das im Prinzip ähnlich. Ich erinnere mich, dass das iPhone 8 Plus seinerzeit 250 Euro in der Herstellung kostete und für ca. 1000 Euro von Apple verkauft wurde. Das Verhältnis zwischen Herstellungskosten und Verkaufspreis, die Marge, ist bei Apple extrem hoch, aber im Verhältnis zu Hörgeräten wesentlich geringer und angemessener.)
Apple verkauft pro Jahr 2,23 Mio iPhones in Deutschland.
Nach deiner Rechnung werden 3.02 Millionen HG-Paare in 6 Jahren verkauft, also ca. 1 Million HGs pro Jahr in Deutschland.
Vom iPhone gibt es 4 Modelle.
Von den HGs gibt es unzählige Modelle (IdO, HdO, RIC, Batterie, Akku; von 6 verschiedene Herstellern nebst je 4-5 Leistungsstufen, letzteres entspricht den 4 iPhone-Modellen).
Die Fixkosten für die (weiter-)Entwicklung dieser Vielzahl an Modellen schlägt sich in einem deutlich höheren Einkaufspreis für den Akustiker nieder als es das beim iPhone für den Händler tut.
Dass ein iPhone-Verkäufer ein iPhone verkauft oder es eben nicht tut, spielt beim Nicht-Verkauf praktisch keine Rolle, da hier kaum Zeit investiert werden muss, die umsonst für den Händler war. Beim Akustiker ist das anders. Dieser muss handwerkliche Arbeit in üblicherweise mehrere Geräte während der Testphase des Kunden reinstecken, die nicht selten überhaupt nicht vergütet wird, weil der Kunde doch nicht kauft.

Die Marge ist beim HG übrigens nicht die höchste im deutschen Einzelhandel. Die ist beim Auto mit 10% (Audi) zwar relativ gesehen geringer, in absoluten Zahlen mit 5000€ aber deutlich höher. Mit 2 Millionen Stück werden hier pro Jahr etwa genauso viele verkauft wie iPhones. Aber Händler haben beim Auto durchaus mehr zu tun als beim iPhone, aber dennoch weit weniger als beim HG.

Also wenn du schnell reich werden möchtest, dann bis du als Pkw-Verkäufer schneller am Ziel als mit einem Akustiker-Laden. Wenn du trotzdem glaubst, dass sich ein Akustiker dumm und dämlich verdient, stelle ich dir ernsthaft die Frage, warum du es nicht selbst tust.
Dominik
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L: 16.12.20: Med-el Sonnet2
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#65

Beitrag von Ohrenklempner »

@Hups, die Rechnung sieht nicht ganz verkehrt aus! Wenn du den Posten "Einkauf Hörgeräte" noch verdoppelst (da wären dann auch die ganzen Materialien mit drin), sind wir da in ganz realistischen Größenordnungen!
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Crackliner
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#66

Beitrag von Crackliner »

wolf2else hat geschrieben: 27. Sep 2022, 13:35
Crackliner hat geschrieben: 27. Sep 2022, 13:32 Wenn die Hörgeräte zu teuer sind, bastel dir ein Gerät.
:clap:
"Die" Hörgeräte sind mir nicht zu teuer. Ich bin eben Kunde und muss nicht jeden Preis akzeptieren für ein und die gleiche Leistung.

Ja neh! Is schon klar. Wenn man das nicht versteht ...
Du musst keine Hörgeräte kaufen. Es ist rein freiwillig.
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#67

Beitrag von Ohrenklempner »

Wie ich schon ausführlich und ausgewalzt dargestellt habe, ist es auch ein Unterschied, ob man sich ein Hörgerät aus China direkt nach Hause bestellt oder es sich entsprechend der Hilfsmittelrichtlinien und Krankenkassenvorgaben von einem Handwerksmeisterbetrieb individuell einstellen lässt, ausprobieren darf und für mindestens sechs Jahre nach dem Kauf Service/Wartung/Nacheinstellung kostenlos angeboten bekommt. Nebenbei wird auch noch regelmäßig in die Ohren geschaut, man wird in die Handhabung und Pflege eingewiesen, auf Wunsch gibt's noch einen Audiologie-Crashkurs, ab und zu eine Audiometrie, einen Kaffee, Geburtstagspost und ein nettes Lächeln. :D
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Hörgräte
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#68

Beitrag von Hörgräte »

wolf2else hat geschrieben: 27. Sep 2022, 12:44 (Beim Apple iPhone und anderen Geräteklassen ist das im Prinzip ähnlich. Ich erinnere mich, dass das iPhone 8 Plus seinerzeit 250 Euro in der Herstellung kostete und für ca. 1000 Euro von Apple verkauft wurde. Das Verhältnis zwischen Herstellungskosten und Verkaufspreis, die Marge, ist bei Apple extrem hoch, aber im Verhältnis zu Hörgeräten wesentlich geringer und angemessener.)
Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass ich das überteuerte iPhone absolut nicht brauche, das gut funtionierende Hörgerät allerdings schon. Und hier kann ich mich auch mit einem von der Kasse bezahlten Gerät begnügen, wenn es denn meinen Ansprüchen gerecht wird.
Schlecht hören tu ich gut
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#69

Beitrag von Ohrenklempner »

Meine Branchensoftware hat über 5000 Euro gekostet und wurde damals noch auf CD/DVD geliefert. Wie kann das denn sein, 100 CD-Rohlinge bekomme ich schon für 20 Euro! Was ist das für eine Marge! ;)
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wolf2else
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#70

Beitrag von wolf2else »

Crackliner hat geschrieben: 27. Sep 2022, 13:32 Du musst keine Hörgeräte kaufen. Es ist rein freiwillig.
Nicht ganz richtig. Richtig ist, dass nicht der teuerste Verkäufer auch der Beste ist, Anders als du - der du möglicherweise ein gekauftes Hörgerät trägst - will ich nicht für die gleiche Leistung viel mehr bezahlen.

Warum kaufst du bei Aldi und Lidl ein? Ist das freiwillig?
Hanne
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#71

Beitrag von Hanne »

Ohrenklempner hat geschrieben: 27. Sep 2022, 17:08 Nebenbei wird auch noch regelmäßig in die Ohren geschaut, man wird in die Handhabung und Pflege eingewiesen, auf Wunsch gibt's noch einen Audiologie-Crashkurs, ab und zu eine Audiometrie, einen Kaffee, Geburtstagspost und ein nettes Lächeln. :D
Bei meinem übrigens sehr guten Kaffee 😀.. Und nach meinem letzten HG Kauf gab's noch n Fläschchen Sekt zum anstoßen mit meinem Mann.
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#72

Beitrag von Crackliner »

Sorry, ich kaufe weder bei Lidl oder Aldi ein. Ich bevorzuge kleine regionale Biohändler. Ich will keine Produkte aus Qualzucht.
wolf2else
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#73

Beitrag von wolf2else »

Ohrenklempner hat geschrieben: 27. Sep 2022, 17:08 Wie ich schon ausführlich und ausgewalzt dargestellt habe, ist es auch ein Unterschied, ob man sich ein Hörgerät aus China direkt nach Hause bestellt oder es sich entsprechend der Hilfsmittelrichtlinien und Krankenkassenvorgaben von einem Handwerksmeisterbetrieb individuell einstellen lässt, ausprobieren darf und für mindestens sechs Jahre nach dem Kauf Service/Wartung/Nacheinstellung kostenlos angeboten bekommt. Nebenbei wird auch noch regelmäßig in die Ohren geschaut, man wird in die Handhabung und Pflege eingewiesen, auf Wunsch gibt's noch einen Audiologie-Crashkurs, ab und zu eine Audiometrie, einen Kaffee, Geburtstagspost und ein nettes Lächeln. :D
Das ist jetzt aber ein Verdrehen der Tatsachen. Wo habe ich geschrieben, dass ich oder irgend ein Endverbraucher sich sein Hörgerät aus China bestellt/bestellen soll?
Aber wenn man keine Argumente hat ...
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#74

Beitrag von akopti »

Ich bitte doch darum, den Ton etwas zu mäßigen.
Ohrenklempner hat sehr gut aufgezeigt, wie die Wertschöpfungskette (in #58) aussieht ohne eine Wertung ab zu geben.

Gruß
Dirk
Ohrenklempner
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Re: Online oder Kette oder Wie finde ich kompetente und bezahlbare Akustiker?

#75

Beitrag von Ohrenklempner »

Ich glaube, mangelnde Sachlichkeit oder fehlende Argumente kann man mir nicht vorwerfen. Vielleicht hat wolf2else meinen Beitrag #58 übersehen.
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