Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

Pinchrunner
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Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#1

Beitrag von Pinchrunner »

Hallo zusammen,

ich bin seit vier Wochen am Testen für meine ersten HGs (ausführlicher siehe Neuling-Thread). Heute bekomme ich ein weiteres Testgerät, mittlerweile das dritte. Die ersten beiden waren von unterschiedlichen Herstellern, ab heute soll es wohl darum gehen, welche Preis-/Technikstufe bei dem für mich besseren Hersteller es sein soll.

Eigentlich habe ich das Gefühl und hier auch schon oft als Tipp gelesen, dass ich vor der endgültigen Entscheidung mal einen zweiten Akustiker getestet haben sollte. Keine Ahnung, ob der irgendwas anders oder besser machen kann, woher soll ich es auch wissen?

Meine Probleme damit: Erstens scheint der ganze Ablauf mit den Tests darauf nicht ausgerichtet zu sein - ich kann ja nicht zwei HG-Paare gleichzeitig testen, also muss ich irgendwann wohl die Tests bei Akustiker 1 abbrechen und ihm sagen: "Jetzt gehe ich erstmal zu Akustiker 2, vielleicht sehen wir uns in zwei Monaten wieder." Und je länger ich den einen Akustiker beschäftige, bevor ich zu einem anderen gehe, umso relevanter wird die zweite Frage: Ist es moralisch vertretbar, dass ich am Ende mindestens einen der beiden netten und bemühten Menschen einige Stunden gekostet habe, ohne dass er daran etwas verdient? Hätte ich da zurecht ein schlechtes Gewissen oder ist das ein ganz normaler Vorgang, der bei den Akustikern eingepreist ist, weil es sowieso nur mit X% der Testkunden zum Abschluss kommt?
svenyeng
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#2

Beitrag von svenyeng »

Hallo!
Meine Probleme damit: Erstens scheint der ganze Ablauf mit den Tests darauf nicht ausgerichtet zu sein - ich kann ja nicht zwei HG-Paare gleichzeitig testen, also muss ich irgendwann wohl die Tests bei Akustiker 1 abbrechen und ihm sagen: "Jetzt gehe ich erstmal zu Akustiker 2, vielleicht sehen wir uns in zwei Monaten wieder." Und je länger ich den einen Akustiker beschäftige, bevor ich zu einem anderen gehe, umso relevanter wird die zweite Frage: Ist es moralisch vertretbar, dass ich am Ende mindestens einen der beiden netten und bemühten Menschen einige Stunden gekostet habe, ohne dass er daran etwas verdient? Hätte ich da zurecht ein schlechtes Gewissen oder ist das ein ganz normaler Vorgang, der bei den Akustikern eingepreist ist, weil es sowieso nur mit X% der Testkunden zum Abschluss kommt?
Wenn Du nicht 100%ig zufrieden bist, dann gehe noch zu einem anderen Akustiker.
Vor allem sind es Deine ersten HG und Dir fehlt die Erfahrung.
Mit dem 2. Akustiker hast Du einen Vergleich.
Nicht nur was die HGs und Preise betrifft, auch die Anpassung etc. macht ja jeder anders.

Ich würde gar nicht sagen, das ich zu einem anderen Akustiker gehe.
Einfach die Testgeräte zurück geben und sagen das Du Dir alles in Ruhe überlegst und Dich meldest wenn Du Dich für ihn und eines seiner HGs entscheiden solltest.

Moralisch ist das alles völlig ok.
Das es nicht immer zu einem Abschluss kommt weiß jeder Akustiker und das ist auch nun den Preisen mit einkalkuliert (Mischkalkulation).
Du musst zufrieden sein und Dich bei dem Akustiker auch wohlfühlen. Alles andere ist nicht Dein Problem.
Eher sollte der Akustiker sich Gedanken machen, wenn ein Kunde woanders hin geht.

Gruß
sven
Ohrenklempner
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#3

Beitrag von Ohrenklempner »

Hi auch,

es ist wie Sven schon sagt, ganz normal, dass man sich bei größeren oder längerfristigen Anschaffungen von mehreren Anbietern ein Angebot holt. Das ist in vielen Bereichen so. Wenn man eine Küche planen lässt, oder sich Angebote rund um die Immobilie (Hausbau, Solaranlage, Pflasterarbeiten, Sanitäreinrichtung...) einholt, oder sich ein Auto kaufen möchte, oder wenn's um den Vergleich von Versicherungen/Finanzierungen geht. Man beansprucht immer die Arbeitszeit von jemandem, der eventuell am Ende leer ausgeht. Moralisch bedenklich wäre es nur, wenn du bei einem Akustiker 100% zufrieden bist und dir das gewünschte Hörgerät dann billig online bestellst. ;)
cherusker
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#4

Beitrag von cherusker »

Hallo Pinchrunner!
Wenn du mit deinem Akustiker zufrieden bist, die Anpassung klappt und der Preis der Hörgeräte ist ebenfalls (für dich) akzeptabel, musst du nicht zwangsläufig einen anderen Akustiker ausprobieren. Fühlst du dich dort soweit wohl und gut beraten, dann mach erstmal weiter und probiere unterschiedliche Technikstufen. Die Erkenntnisse daraus kannst du nachher immer noch zu einem anderen Akustiker mitnehmen.
Das abwechselnde Tragen unterschiedlicher Hörgeräte ist m.E.n. ebenfalls nicht förderlich. Ich habe es versucht und es war nicht gut. Daher nicht zu 2 Akustikern gleichzeitig bzw. abwechselnd.

Wie @svenyeng geschrieben hat, braucht es bei den ersten Hörgeräten evtl. etwas mehr Zeit. Die sollte man sich dann auch nehmen, gerade weil man nach einer Woche Test je HG nicht gerade entscheiden kann, ob's passt.
Grüße vom cherusker :cheers:
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Pfadi_
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#5

Beitrag von Pfadi_ »

Hallo Pinchrunner,

ich war bisher immer nur bei einem Akustiker pro Anpassung. Dort war ich mit der Arbeit zufrieden und habe gekauft.

Mir persönlich käme es auch nicht gut vor, zwei Akustiker zu beschäftigen, ohne mich von einem abgewandt zu haben. Das ist aber meine eigene Haltung.

Viel Erfolg

Pfadi
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tabbycat
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#6

Beitrag von tabbycat »

Ich finde drei Hörgeräte innerhalb von vier Wochen ziemlich sportlich, erst recht als Neuling 8-)

Als ich mein erstes Hörgerät bekam, habe ich mich vorschnell zu einer zu teuren und zudem noch unbefriedigenden Lösung drängen lassen weil ich es nicht besser wußte.

Bei meiner letzten Neuversorgung habe ich den Akustiker gewechselt, weil man mich im Eiltempo durchschleusen wollte. Ich habe die HG's einfach zurückgegeben, mich für den Service bedankt und gesagt, daß ich es mir nochmal überlegen muß. Keiner hat mich dafür schief angeguckt.

Bitte bedenke, daß Du eine Entscheidung triffst, mit der Du Dich sowohl körperlich als auch finanziell für die nächsten sechs Jahre wohlfühlen solltest.
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Manche Menschen wollen immer glänzen,
obwohl sie keinen Schimmer haben. :69:
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Michael62
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#7

Beitrag von Michael62 »

Ich war bei vier. Aber nur , weil ich so gut wie es geht alle Geräte testen wollte und das einem einzigen AK nicht antun wollte. Ich war aber immer so fair und habe das auch so kommuniziert.
R: 125 kHz-30 db / 250 kHz-40 db / 500 kHz-50 db / 1 kHz-65 db / 2 kHz-65 db / 3 kHz-70 db / 4 kHz-70 db / 8 kHz-75 db
L: 125 kHz-35 db / 250 kHz-45 db / 500 kHz-50 db / 1 kHz-65 db / 2 kHz-55 db / 3 kHz-60 db / 4 kHz-60 db / 8 kHz-75 db
Pinchrunner
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#8

Beitrag von Pinchrunner »

tabbycat hat geschrieben: 1. Feb 2023, 12:17 Ich finde drei Hörgeräte innerhalb von vier Wochen ziemlich sportlich, erst recht als Neuling 8-)
Es waren ja nur zwei innerhalb von vier Wochen. Das erste hatte ich zweieinhalb Wochen, das zweite eineinhalb (da war mir aber schon nach drei Tagen klar, dass es mit dem nichts wird) und das dritte bekomme ich erst heute.
Kaesebrot
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#9

Beitrag von Kaesebrot »

Ich persönlich hätte keine moralischen Bedenken bei verschiedenen Akustikern zu testen. Wären Beratungsleistung und Gerätepreis verschiedene Komponenten, so wäre ich gerne bereit erstere zu zahlen. Daran, dass die Krankenkassen für eine Kostenübernahme das „all inclusive“ Paket verlangen und ein Akustiker ohne Abschluss komplett leer ausgeht, kann ich als Einzelperson nichts ändern. Entsprechend fühle ich mich auch nicht schlecht, wenn ich unter den Bedingungen, die das System vorgibt die (gefühlt) beste Lösung für mich suche. Egal ob nun bei einem oder mehreren Akustikern.
akopti
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#10

Beitrag von akopti »

Wer keine Moral kennt, der kann auch keine Bedenken haben.
Das ist das was ich auch den Beiträgen herauslese.

Es ist nicht so, dass ich nicht auch das Beste für mein Geld haben möchte. Dafür nutze ich auch Internetforen und lese viel, bevor ich mich für ein Produkt entscheide.
Was mir aber nicht verloren geht, ist der Respekt vor dem Menschen, der vor mir steht und mit seinem Können mir hilft.
Dies nur auf Verträge zu schieben, für die der einzelne nichts kann, ist allzu leicht.

Ich bin fast 60 Jahre alt und mir hat das Leben wesentlich besser gefallen, als es WIR gehießen hat und nicht nur ICH ICH ICH.
ArsMachina
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#11

Beitrag von ArsMachina »

Danke, akopti!

Wobei es mit der Moral vieler Akustiker aber anscheinend auch nicht weit her ist, da treffen dann die Richtigen aufeinander und das Hauen und Stechen um den größten Vorteil kenn beginnen.

Prinzipiell liegt das Übel aber in dem beknackten Abrechnungsmodell und den intransparenten Preisen mit Mischkalkulationen aus Hardware und Dienstleistung.
Ich würde lieber einen festen Preis für die Hardware zahlen und dort auch Wettbewerb sehen.
Wer dann viel Dienstleistung benötigt zahlt viel, wer wenig benötigt zahlt wenig.

Da dies aber von den konkreten Fällen und den Patienten abhängig ist sollten dafür die Kassen aufkommen, wovor sie sich aber drücken.

Grüße Jochen
Resound Custom 9 (Onlinekauf bei Hearly)
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cherusker
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#12

Beitrag von cherusker »

ArsMachina hat geschrieben: 2. Feb 2023, 23:41 Prinzipiell liegt das Übel aber in dem beknackten Abrechnungsmodell und den intransparenten Preisen mit Mischkalkulationen aus Hardware und Dienstleistung.
Ich würde lieber einen festen Preis für die Hardware zahlen und dort auch Wettbewerb sehen.
Wer dann viel Dienstleistung benötigt zahlt viel, wer wenig benötigt zahlt wenig.
Du zahlst doch auch jetzt schon einen festen Preis für die Hardware und Wettbewerb gibt es in begrenztem Maße auch. Du kannst beim Akustiker gleich im ersten Termin Preise abfragen und bekommst sie auch genannt, ohne dass der Akustiker anfangs weiß, wie lange deine Anpassung dauert.

Eine feste Pauschale sorgt auch dafür, dass der Akustiker bemüht ist, eine anständige Anpassung zu machen. Oder kurz gesagt, die Versorgung zeitnah abzuschließen.
Oder wäre es besser, die KK (oder besser gesagt, wir Versicherten) zahlen jede Anpasssitzung extra, bei der der Akustiker einfach Murks einstellt, damit du alle 3 Tage in den Laden kommst?
Grüße vom cherusker :cheers:
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ArsMachina
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#13

Beitrag von ArsMachina »

Krankheitsverläufe und Patienten sind nunmal unterschiedlich und deren Versorgung individuell.

Das mögen die KK natürlich nicht und deshalb kostet für sie eine Versorgung von Schwerhörigkeit immer gleich.
Dass halt doch unterschiedliche Kosten entstehen fängt der Akustiker per Mischkalkulation auf, sprich einfach und schnell zu versorgende Patienten zahlen für die anderen mit.

Aus genau diese Denke sind ja auch die Abrechnungen nach Fallpauschalen entstanden, was aber hinten und vorne nicht funktioniert und für Krankenhäuser wie Patienten ein Drama ist.
Aber zumindest hier tut sich ja was und man denkt offen über deren Abschaffung nach.

Bei den Hörgeräten erwarte ich eher eine Entwicklung wie bei den Brillen, der Patient trägt alle kosten selbst.
Die Neuversorgung nach inzwischen 9 statt 6 Jahren geht ja schon die diese Richtung...

Grüße Jochen
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Ohrenklempner
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#14

Beitrag von Ohrenklempner »

ArsMachina hat geschrieben: 2. Feb 2023, 23:41 Prinzipiell liegt das Übel aber in dem beknackten Abrechnungsmodell und den intransparenten Preisen mit Mischkalkulationen aus Hardware und Dienstleistung.
Ich würde lieber einen festen Preis für die Hardware zahlen und dort auch Wettbewerb sehen.
Wer dann viel Dienstleistung benötigt zahlt viel, wer wenig benötigt zahlt wenig.
Das ist doch ohne Weiteres möglich, wenn du die Hörgeräte einfach privat kaufst. Lass die Krankenkasse außen vor, dann verkauf ich dir auch High-End-Hörgeräte für 1000 Euro weniger pro Stück. Anpassung, Exhörer, Schirmchen/Otoplastiken, Filter/Siebe, Schallschlauch, Nacheinstellung, Reinigung, Service, Reparaturen und so weiter muss ich dann natürlich extra berechnen.

Wir hatten das doch vor 2013 schon, wo bei vielen Krankenkassen noch Reparaturen extra abgerechnet werden konnten. Das Ende vom Lied war aber, dass die Akustiker vierteljährlich ihre Kundschaft zum Servicetermin bestellt haben und für jedes HG knapp 100 Euro Reparaturrechnung an die KK schickten. Wenn man das auf sechs Jahre Versorgungszeitraum hochrechnet, wird schnell klar, dass das so nicht geht und weit vom Wirtschaftlichkeitsgebot weg ist. Die Pauschalregelung für Material und Anpassleistung ist eine Motivation für die Akustiker, eine Versorgung so gut wie möglich durchzuführen, weil der Mehraufwand nicht vergütet wird. Außerdem sichert eine Pauschale, dass jeder, der Hörhilfen benötigt, auch versorgt werden kann ohne selbst Geld ausgeben zu müssen. Es gibt genug Leute, die jeden Cent umdrehen müssen und für ne kleine Reparatur und Nacheinstellung nicht mal einfach so 100 Euro beim Akustiker lassen können.
svenyeng
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#15

Beitrag von svenyeng »

Hallo!
Ich persönlich hätte keine moralischen Bedenken bei verschiedenen Akustikern zu testen. Wären Beratungsleistung und Gerätepreis verschiedene Komponenten, so wäre ich gerne bereit erstere zu zahlen. Daran, dass die Krankenkassen für eine Kostenübernahme das „all inclusive“ Paket verlangen und ein Akustiker ohne Abschluss komplett leer ausgeht, kann ich als Einzelperson nichts ändern. Entsprechend fühle ich mich auch nicht schlecht, wenn ich unter den Bedingungen, die das System vorgibt die (gefühlt) beste Lösung für mich suche. Egal ob nun bei einem oder mehreren Akustikern.
Wie schon gesagt wurde nennt Dir jeder Akustiker für die HGs einen Preis. Dieser ist halt all incl. sozusagen.
Somit kannst Du vergleichen. Problem ist nur, das jeder Akustiker selber festlegt was er als Service verbucht und was er berechnet.
Ex-Hörer sind z.B. so ein Thema, die einen berechnen die grundsätzlich immer, bei meinem Akustiker ist es so das die Ex-Hörer die ersten 3 Jahre kostenlos sind. Danach werden sie berechnet. Bis Corona anfing hat er sie nie berechnet.
So ist es teils mit anderen Dingen ja auch. Die eine Kette verkauft dem Kunden gleich ein Servicepaket für Dinge die ein anderer als Service verbucht. Bei diesen Dingen wäre es cool, wenn das mal gesetzlich oder so festgelegt werden würde.
Das ist doch ohne Weiteres möglich, wenn du die Hörgeräte einfach privat kaufst. Lass die Krankenkasse außen vor, dann verkauf ich dir auch High-End-Hörgeräte für 1000 Euro weniger pro Stück. Anpassung, Exhörer, Schirmchen/Otoplastiken, Filter/Siebe, Schallschlauch, Nacheinstellung, Reinigung, Service, Reparaturen und so weiter muss ich dann natürlich extra berechnen.
Dann sind die gesparten 1000 Euro sehr schnell weg und am Ende hat man drauf gelegt.
Wir hatten das doch vor 2013 schon, wo bei vielen Krankenkassen noch Reparaturen extra abgerechnet werden konnten. Das Ende vom Lied war aber, dass die Akustiker vierteljährlich ihre Kundschaft zum Servicetermin bestellt haben und für jedes HG knapp 100 Euro Reparaturrechnung an die KK schickten. Wenn man das auf sechs Jahre Versorgungszeitraum hochrechnet, wird schnell klar, dass das so nicht geht und weit vom Wirtschaftlichkeitsgebot weg ist. Die Pauschalregelung für Material und Anpassleistung ist eine Motivation für die Akustiker, eine Versorgung so gut wie möglich durchzuführen, weil der Mehraufwand nicht vergütet wird. Außerdem sichert eine Pauschale, dass jeder, der Hörhilfen benötigt, auch versorgt werden kann ohne selbst Geld ausgeben zu müssen. Es gibt genug Leute, die jeden Cent umdrehen müssen und für ne kleine Reparatur und Nacheinstellung nicht mal einfach so 100 Euro beim Akustiker lassen können.
Da stimme ich voll und ganz zu, denn alles einzeln mit der KK abrechnen, da profitieren die schwarzen Schafe unter den Akustikern.
Das ist schon gut so, wie es derzeit läuft. Ich hoffe nicht das wir dort hin kommen, wie es bei Brillen ist.
Das ist viel Geld was dann von der KK fehlt. Viele Leute werden dann nicht mehr gut mit HGs versorgt sein.

Gruß
sven
Ohrenklempner
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#16

Beitrag von Ohrenklempner »

Also wenn die Krankenkassen irgendwann nicht mehr für Hörgeräte aufkommen aber Akupunktur und Homöopathie bezahlen, geh ich auf die Barrikaden. :D
Samos
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#17

Beitrag von Samos »

Ohrenklempner hat geschrieben: 3. Feb 2023, 12:56 Also wenn die Krankenkassen irgendwann nicht mehr für Hörgeräte aufkommen aber Akupunktur und Homöopathie bezahlen, geh ich auf die Barrikaden. :D
Hi,

ich glaube Du meinst die Balearen 😉

Gruß
Günter
Ohrenklempner
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#18

Beitrag von Ohrenklempner »

Mir egal, solange man dort Pétanque spielen kann. :D
Samos
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#19

Beitrag von Samos »

Kann man ! Äh, was ist das überhaupt ?
Crackliner
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#20

Beitrag von Crackliner »

Samos hat geschrieben: 3. Feb 2023, 14:21 Kann man ! Äh, was ist das überhaupt ?
Kugelwerfen für alte Mitmenschen.
Nur fantasielose flüchten in die Realität.
Ohrenklempner
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#21

Beitrag von Ohrenklempner »

Sgladdschtglei! Das Durchschnittsalter in unserem Landesverband ist 42 Jahre. 😁
ritschy
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#22

Beitrag von ritschy »

Ohrenklempner hat geschrieben: 1. Feb 2023, 10:34 ...Man beansprucht immer die Arbeitszeit von jemandem, der eventuell am Ende leer ausgeht. Moralisch bedenklich wäre es nur, wenn du bei einem Akustiker 100% zufrieden bist und dir das gewünschte Hörgerät dann billig online bestellst. ;)
Ja, das sehe ich auch so, habe es dann aber doch gemacht.
Mein Akustiker vor Ort hat sich sehr viel Zeit für mich genommen, und ich hatte über mehrere Wochen vier verschiedene Hörgeräte länger getestet bis ich das für mich passende (Erste!) gefunden hatte.
Ich habe dann ein paar Recherchen gemacht was die wo anders kosten, und bin bei einer Preisdifferenz von 2000,- EUR gelandet! Ich habe das dann mit dem Akustiker besprochen und ihm auch gesagt, wenn er bei dem Preis in die Nähe kommt kaufe ich bei Ihm, da er mir wirklich sympathisch ist und sich viel Zeit genommen hat. Er meinte aber, dass er da absolut nicht hin kommt, auch nicht mit ein paar Hundert Euro und er das versteht. Das würde er dann genau so machen. Er hat einfach nicht die Einkaufskonditionen.

Bei solch einem hohen Betrag könnte ich mir schon fast nochmal ein zweites Set kaufen...

Mal schauen was nun wird. Ich warte noch auf die Zusage der KK und dann werden mir die neuen Geräte zugeschickt.
[URL=https://meettomy.site]Dangerous liaison for one night, confidential meetings[/URL]
Mukketoaster
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#23

Beitrag von Mukketoaster »

Das ist auch völlig in Ordnung. Die Frage ist dann die Qualität der Anpassung, im dümmsten Fall gehst wieder zu ihm, musste dann aber für die Daten zahlen.
Aber wie man es macht, macht man es falsch. Es gibt glaube nicht den einen richtigen Weg.
Wir Akustiker werden damit leben müssen, dass die billig Konkurrenz aus dem Internet kommt. Aber da wird sich dann die Spreu vom Weizen trennen. Wenn du gute Anpassungen machst, kommen die Leute von ganz alleine wieder.
Dienstleistung und Kompetenz werden die neuen Stichworte sein.
tabbycat
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#24

Beitrag von tabbycat »

Mukketoaster hat geschrieben: 6. Feb 2023, 13:46 Dienstleistung und Kompetenz werden die neuen Stichworte sein.
...so isses! :thumbup:
Und weil es sich so schön reimt, würde ich mir "Ehrlichkeit und Transparenz" dazu wünschen, denn auch da mangelt es bei so manchem "Fachgeschäft" 8-)
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Mukketoaster
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Re: Verschiedene Akustiker testen - ganz normal oder unmoralisch?

#25

Beitrag von Mukketoaster »

Naja in der Schweiz sagen sie, es menschlet überall.

Ehrliche Anpassung findest du online nicht, nicht was Qualität angeht. Aber ja sicherlich gibt es auch viele, womöglich sehr viele, schwarze Schafe im Fachgeschäft
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