Hallo Hoffi!
Hoffi hat geschrieben:
Ich wiederhole mich, wenn ich feststelle, dass die Einstellung der HG sich im wesentlichen auf Veränderung der Verstärkung in den Kanälen / Frequenzen (Chili SP 7 hat 8 Kanäle) in den 3 Lautheitsstufen der Eingangssignale beschränkt (Kompressionsverhältnis ist damit vorgegeben).
Hoffi
Das sehe ich anders.
Persönlich spreche ich nicht von Hörgeräten, sondern von Hörsystemen. Aus dem Begriff kann man ableiten, dass deine Hörsystemversorgung nie nur aus der elektrotechnischen Komponente hinter deinem Ohr besteht. Bei einem Chili hast du wahrscheinlich auch eine
Otoplastik, die wiederum maßgeblichen Einfluss auf den wahrgenommenen Klang des Systems hat. Es sind also immer mehrere Komponenten, die durch eine individuelle Einstellung, das bestmögliche Sprachverstehen in verschiedenen Situationen erreichen sollen.
Man könnte auch aus deiner Antwort herauslesen, dass man als Akustiker ja nichts oder nicht viel machen kann und vieles von den Herstellern übernehmen muss. Das ist nur teilweise richtig. Natürlich können wir uns nur in dem Rahmen bewegen, den die Hersteller uns vorgeben. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage, dass der Prozess der Einstellung des Hörsystems schon viel früher beginnt - nämlich bei dessen Auswahl.
Auch hier eine Behauptung: Jeder Akustiker kennt sein Produktportfolio und weiß, was mit bestimmen Herstellern gut funktionieren kann, wo der Kunde welche Einstell- oder Anbindungsmöglichkeiten brauchen kann, und welcher Hersteller im Einzellfall vielleicht ungeeignet ist.
Den Begriff Hörgeräteeinstellung sehe ich also weiter gefasst: er beinhaltet die richtige Auswahl, anfertigen und bearbeiten der
Otoplastik, Wahl der richtigen Programmstruktur und Parametern.
Zurück zu dir:
Krächzende, quiekende oder quietschende Stimmen können mehrere Ursachen haben. Es kann ein akustisches Problem sein, was bei einer Insitu Messung oder besser Perzentilanalyse sichtbar würde. Es kann aber, und das muss gesagt werden, auch am Hörverlust bzw. der Sprachverarbeitung des Kopfes liegen. Natürlich sollten alle Möglichkeiten die Erstes betreffen unbedingt ausgeschöpft werden - und da sollte mehr drin sein, als Verstärkungs- und Kompressionsänderungen verschiedener Kanäle.
Nicht den Kopf in den Sand stecken!
Bin auf weitere Ideen gespannt.
Grüße!