Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Diese Frage wird hier immer wieder gestellt.
Ich versuche dies mit ein paar Zeilen zu beantworten, ohne jetzt hier zu jeder meiner Aussagen den genauen Gesetztestext heraus zu suchen, denn da müsste ich eine Buch schreiben.
Die Krankenkassen dürfen per Gesetzt seit April 2007 Hilfsmittel ausschreiben.
Was bedeutet das. Hilfsmittellieferanten müssen Angebote an die Krankenkassen abgeben. Die Krankenkasse prüft die Angebote und schließt mit den günstigsten einen Liefervertrag. Der Lieferant ist dann der einzigste, der das Hilfsmittel leifern darf und kein anderer Mitbeweber.
Was passiert. Aktuell gibt es 109 Krankenkasse.
Jetzt begrenzen wir das ganze auf die Hörgeräte. 109 Krankenkassen schreiben Hörgeräte aus.
Bei Krankenkasse A gewinnt der Lieferant A die Ausschreibung. Dieser Lieferant gewinnt eventuell noch bei weiteren 5 Krankenkassen die Ausschreibung
Die Krankenkasse L schließt mit Lieferant RF einen Vertrag da er der Gewinner der Ausschreibung ist.
u.s.w
Der Schwerhörige ist bei Krankenkasse Z versichert und wohnt Pilsting. Keine zwei Häuser weiter ist ein sehr guter Akustiker, der von allen Freunden und Bekannten sehr gelobt wird. Er/Sie geht dort hin und möchte sich versorgen lassen. Leider ist er für die Krankenkasse Z nicht lieferberechtigt. Er/Sie ruft bei iherer Krankenkasse an und erfährt, dass sie zum Akustiker L muss dieser ist aber 80 km entfernt.
Damit dies nicht passiert, hat die Bundesinnung beim Gesetzgeber darum gekämpft, dass Ausschreibungen für Hilfsmittel mit hohem Dienstleistungsaufwand nicht ausgeschrieben werden dürfen. Der Gesetzgeber hat dies aufgenommen, aber im dazugehörigen Gesetz keinen Ausschluss der Ausschreibung festgeschrieben, sondern nur ein "sollte nicht ausgeschrieben werden" und nicht "darf nicht ausgeschrieben werden. D.h. die Krankenkasse dürfen Hörgeräte immer noch, wenn sie wollen, ausschreiben.
Des weiteren hat die Bundesinnung versucht einen möglichst guten Vertrag auszuhandeln. Jetzt darf man sich aber nicht vorstellen, das bei diesen Verhandlungen Partner auf Augenhöhe am Tisch sitzen, denn die Krankenkasse haben immer noch das Druckmittel der Ausschreibung in der Hand.
Inzwischen hat der Gesetzgeber die Ausschreibung entgültig gekippt. Das hat sich aber noch nicht in neuen, besseren Verträgen wieder gespiegelt. Wenn Krankenkassen Verträge kündigen, dann nur um den Festbetrag weiter herabzuschrauben.
Wenn es also zu Ausschreibungen gekommen wäre, hätten im größten Teil die großen Konzerne diese gewonnen. Allerdings sind die Geschäfte der großen Konzerne meist nicht in den kleinen und mittleren Städten vertreten.
Wenn der Schwerhörige mit einem Akustiker nicht zufrieden ist, kann er nicht einfach zum anderen Akustiker gehen, um dort zu testen, da der andere nicht lieferberechtigt für seine Krankenkasse ist.
Damit wäre der Wettbewerb zwischen den einzelnen Lieferanten nicht mehr vorhanden.
Der Gewinner: die Konzerne
Der Verlierer: der Schwerhörige
Vielen Dank fürs lesen.
Gruß
Dirk
PS: Inzwischen hat der Gesetzgeber die Ausschreibung entgültig gekippt. Das hat sich aber noch nicht in neuen, besseren Verträgen wieder gespiegelt. Wenn Krankenkassen Verträge kündigen, dann nur um den Festbetrag weiter herabzuschrauben.
Ich versuche dies mit ein paar Zeilen zu beantworten, ohne jetzt hier zu jeder meiner Aussagen den genauen Gesetztestext heraus zu suchen, denn da müsste ich eine Buch schreiben.
Die Krankenkassen dürfen per Gesetzt seit April 2007 Hilfsmittel ausschreiben.
Was bedeutet das. Hilfsmittellieferanten müssen Angebote an die Krankenkassen abgeben. Die Krankenkasse prüft die Angebote und schließt mit den günstigsten einen Liefervertrag. Der Lieferant ist dann der einzigste, der das Hilfsmittel leifern darf und kein anderer Mitbeweber.
Was passiert. Aktuell gibt es 109 Krankenkasse.
Jetzt begrenzen wir das ganze auf die Hörgeräte. 109 Krankenkassen schreiben Hörgeräte aus.
Bei Krankenkasse A gewinnt der Lieferant A die Ausschreibung. Dieser Lieferant gewinnt eventuell noch bei weiteren 5 Krankenkassen die Ausschreibung
Die Krankenkasse L schließt mit Lieferant RF einen Vertrag da er der Gewinner der Ausschreibung ist.
u.s.w
Der Schwerhörige ist bei Krankenkasse Z versichert und wohnt Pilsting. Keine zwei Häuser weiter ist ein sehr guter Akustiker, der von allen Freunden und Bekannten sehr gelobt wird. Er/Sie geht dort hin und möchte sich versorgen lassen. Leider ist er für die Krankenkasse Z nicht lieferberechtigt. Er/Sie ruft bei iherer Krankenkasse an und erfährt, dass sie zum Akustiker L muss dieser ist aber 80 km entfernt.
Damit dies nicht passiert, hat die Bundesinnung beim Gesetzgeber darum gekämpft, dass Ausschreibungen für Hilfsmittel mit hohem Dienstleistungsaufwand nicht ausgeschrieben werden dürfen. Der Gesetzgeber hat dies aufgenommen, aber im dazugehörigen Gesetz keinen Ausschluss der Ausschreibung festgeschrieben, sondern nur ein "sollte nicht ausgeschrieben werden" und nicht "darf nicht ausgeschrieben werden. D.h. die Krankenkasse dürfen Hörgeräte immer noch, wenn sie wollen, ausschreiben.
Des weiteren hat die Bundesinnung versucht einen möglichst guten Vertrag auszuhandeln. Jetzt darf man sich aber nicht vorstellen, das bei diesen Verhandlungen Partner auf Augenhöhe am Tisch sitzen, denn die Krankenkasse haben immer noch das Druckmittel der Ausschreibung in der Hand.
Inzwischen hat der Gesetzgeber die Ausschreibung entgültig gekippt. Das hat sich aber noch nicht in neuen, besseren Verträgen wieder gespiegelt. Wenn Krankenkassen Verträge kündigen, dann nur um den Festbetrag weiter herabzuschrauben.
Wenn es also zu Ausschreibungen gekommen wäre, hätten im größten Teil die großen Konzerne diese gewonnen. Allerdings sind die Geschäfte der großen Konzerne meist nicht in den kleinen und mittleren Städten vertreten.
Wenn der Schwerhörige mit einem Akustiker nicht zufrieden ist, kann er nicht einfach zum anderen Akustiker gehen, um dort zu testen, da der andere nicht lieferberechtigt für seine Krankenkasse ist.
Damit wäre der Wettbewerb zwischen den einzelnen Lieferanten nicht mehr vorhanden.
Der Gewinner: die Konzerne
Der Verlierer: der Schwerhörige
Vielen Dank fürs lesen.
Gruß
Dirk
PS: Inzwischen hat der Gesetzgeber die Ausschreibung entgültig gekippt. Das hat sich aber noch nicht in neuen, besseren Verträgen wieder gespiegelt. Wenn Krankenkassen Verträge kündigen, dann nur um den Festbetrag weiter herabzuschrauben.
Zuletzt geändert von akopti am 8. Feb 2020, 14:18, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
moin akopti,
das was du hier schreibst, mag ja interessant wirken, aaaber:
das alles rechtfertigt NICHT, dass nun seinerseits der Hörgerätevertrieb (früher mal ein Handwerker, heute ein computerbedienender Verkäufer) seinerseits seinen Informationsvorsprung gegenüber seinen Kunden zu Lasten der Kunden und zum Zwecke eigener Gewinnmaximierung dahingehend auslebt, dass er den zu Versorgenden mit irreführenden Formulierungen zu Leistungsbezahlungen (ver-)führt, welche bereits seitens dergKV abgedeckt sind.
Beispiel:
Störgeräuschunterdrückung und Rückkopplungsunterdrückung aller Art dürfte "aktueller Stand der Technik sein".
Binauralität zur Versteherleichterung dürfte "aktueller Stand der Technik" sein.
"Kassengeräte" gibt es sowieso nicht.
Oldenburger Satztest ist vertraglich - als Alternative zum Freiburger Test - ausdrücklich vereinbart, wird aber schlicht verweigert.
der APHAB-Fragebogen wird tunlichst nicht aktiv zur Nutzung gefördert.
es wird stets so getan, als müsse der Krankenkassenbeitragszahler den völlig unkalkulierbaren, beschwerlichen juristischen Rechtsweg streitig gegen seine Krankenkasse beschreiten, wenn er vertragsgemäß versorgt werden will.
Tatsächlich reicht aber schon die Versorgungsvertragseinhaltung des Hörgerätevertriebs (früher Hörgeräteakustikhandwerk) nach Buchstaben und Geist, um den zu Versorgenden im Sinne der Vertragsvereinbarung zu versorgen.
Kurz:
Fairness reicht, mehr braucht´s nicht.
eigentlich ganz einfach
das was du hier schreibst, mag ja interessant wirken, aaaber:
das alles rechtfertigt NICHT, dass nun seinerseits der Hörgerätevertrieb (früher mal ein Handwerker, heute ein computerbedienender Verkäufer) seinerseits seinen Informationsvorsprung gegenüber seinen Kunden zu Lasten der Kunden und zum Zwecke eigener Gewinnmaximierung dahingehend auslebt, dass er den zu Versorgenden mit irreführenden Formulierungen zu Leistungsbezahlungen (ver-)führt, welche bereits seitens der
Beispiel:
Störgeräuschunterdrückung und Rückkopplungsunterdrückung aller Art dürfte "aktueller Stand der Technik sein".
Binauralität zur Versteherleichterung dürfte "aktueller Stand der Technik" sein.
"Kassengeräte" gibt es sowieso nicht.
Oldenburger Satztest ist vertraglich - als Alternative zum Freiburger Test - ausdrücklich vereinbart, wird aber schlicht verweigert.
der APHAB-Fragebogen wird tunlichst nicht aktiv zur Nutzung gefördert.
es wird stets so getan, als müsse der Krankenkassenbeitragszahler den völlig unkalkulierbaren, beschwerlichen juristischen Rechtsweg streitig gegen seine Krankenkasse beschreiten, wenn er vertragsgemäß versorgt werden will.
Tatsächlich reicht aber schon die Versorgungsvertragseinhaltung des Hörgerätevertriebs (früher Hörgeräteakustikhandwerk) nach Buchstaben und Geist, um den zu Versorgenden im Sinne der Vertragsvereinbarung zu versorgen.
Kurz:
Fairness reicht, mehr braucht´s nicht.
eigentlich ganz einfach

Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Bevor wir weiter diskutieren, bitte ich doch um Beachtung:
Hörakustiker/in ist ein anerkannter Beruf nach der Handwerksordnung mit 3-jähriger Ausbildung
Hörakustiker/in ist ein anerkannter Beruf nach der Handwerksordnung mit 3-jähriger Ausbildung
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
lieber akopti,
jetzt mal ganz im Ernst:
wie würdest du heutzutage z.B. Apotheker empfinden:
a) selbstständige Arzneimittelanmischer,
b) freie Pharmaindustrieproduktevertriebler?
ich mache ja gar keinen Vorwurf - ist stelle nur fest.
aber es gibt eben keine Verpflichtung zur Irreführung - mMn
LG
Johannes
jetzt mal ganz im Ernst:
wie würdest du heutzutage z.B. Apotheker empfinden:
a) selbstständige Arzneimittelanmischer,
b) freie Pharmaindustrieproduktevertriebler?
ich mache ja gar keinen Vorwurf - ist stelle nur fest.
aber es gibt eben keine Verpflichtung zur Irreführung - mMn

LG
Johannes
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Die Krankenkasse definiert:
Aufzahlungsfreie Hörgeräte sind hochwertige, moderne und dem aktuellen Stand der Technik entsprechende Hörgeräte, für die Ihnen, mit Ausnahme der gesetzlichen Zuzahlung, keine Kosten entstehen. Die Geräte verfügen über folgende Mindestausstattung:
-digitale Signalverarbeitung
-Mehrkanal-Verstärkertechnik, mindestens 4 Kanäle
-Rückkoppelungsunterdrückung
-Ströschallunterdrückung
-Mehrmikrofontechnik und/oder weitere Programme
-automatische Verstärkungsleistung
-T-Spule oder akustisches Telefonprogramm
-Audioeingang und/oder Nano-Beschichtung
-offene Bauweise
Das erfüllen die vom Akustiker angebotenen Hörsysteme die ohne privaten Eigenanteil angeboten werden.
Alle weiteren Features, die Hörgeräte heute anbieten können, können in einzelnen individuellen Fällen eine zusätzliche Hilfe sein, müssen es aber nicht.
Deshalb muss dieser zusätzliche individuelle Bedarf bei der Krankenkasse beantragt werden.
Da die gesetzliche Krankenkasse verpflichtet ist die Ausgaben aus den Beträgen der Solidargemeinschaft auch wirtschaftlich ein zusetzen, muss eine unabhängige Schiedsstelle, sprich Sozialgericht prüfen, ob der individuelle Anspruch gerechtfertigt ist. Dazu werden Gutachten angefordert, wobei dann auch APHAB und Satzteste verwendet werden, die vom Akustiker erstellt werden.
Da dies aber individuelle Einzelfälle sind, werden diese Test nicht bei jedem durchgeführt, da in den meisten Fällen der Freiburger Test ausreichend ist.
Ich habe so machen Kunden kennen gelernt, der schon mit der Durchführung ( wichtig: ich meine Ablauf, nicht das Verstehen) überfordert sind.
Aufzahlungsfreie Hörgeräte sind hochwertige, moderne und dem aktuellen Stand der Technik entsprechende Hörgeräte, für die Ihnen, mit Ausnahme der gesetzlichen Zuzahlung, keine Kosten entstehen. Die Geräte verfügen über folgende Mindestausstattung:
-digitale Signalverarbeitung
-Mehrkanal-Verstärkertechnik, mindestens 4 Kanäle
-Rückkoppelungsunterdrückung
-Ströschallunterdrückung
-Mehrmikrofontechnik und/oder weitere Programme
-automatische Verstärkungsleistung
-T-Spule oder akustisches Telefonprogramm
-Audioeingang und/oder Nano-Beschichtung
-offene Bauweise
Das erfüllen die vom Akustiker angebotenen Hörsysteme die ohne privaten Eigenanteil angeboten werden.
Alle weiteren Features, die Hörgeräte heute anbieten können, können in einzelnen individuellen Fällen eine zusätzliche Hilfe sein, müssen es aber nicht.
Deshalb muss dieser zusätzliche individuelle Bedarf bei der Krankenkasse beantragt werden.
Da die gesetzliche Krankenkasse verpflichtet ist die Ausgaben aus den Beträgen der Solidargemeinschaft auch wirtschaftlich ein zusetzen, muss eine unabhängige Schiedsstelle, sprich Sozialgericht prüfen, ob der individuelle Anspruch gerechtfertigt ist. Dazu werden Gutachten angefordert, wobei dann auch APHAB und Satzteste verwendet werden, die vom Akustiker erstellt werden.
Da dies aber individuelle Einzelfälle sind, werden diese Test nicht bei jedem durchgeführt, da in den meisten Fällen der Freiburger Test ausreichend ist.
Ich habe so machen Kunden kennen gelernt, der schon mit der Durchführung ( wichtig: ich meine Ablauf, nicht das Verstehen) überfordert sind.
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
lieber akopti,
dass du den § 21 der HilfsM-RL herunterbetest, das kann ich - zur Vertretung der Vertriebsinteressen - sehr gut verstehen, der definiert aber nur die absolute Mindestanforderung bei zu Versorgenden, bei denen es technisch sogar noch einfacher wäre.
Keinesfalls ersetzt dieser Paragraph den Paragraphen 19, welcher darstellt, was - im individuellen Interesse der zu Versorgenden - Phase zu sein hat.
Und der ständige Verweis auf den Rechtsweg gegen die Krankenkassen ist mMn ebenfalls eine bewusste Irreführung der zu Versorgenden, welche auch durch ständige Wiederholung nicht weniger irre (ver-)führt.
LG
Johannes
dass du den § 21 der HilfsM-RL herunterbetest, das kann ich - zur Vertretung der Vertriebsinteressen - sehr gut verstehen, der definiert aber nur die absolute Mindestanforderung bei zu Versorgenden, bei denen es technisch sogar noch einfacher wäre.
Keinesfalls ersetzt dieser Paragraph den Paragraphen 19, welcher darstellt, was - im individuellen Interesse der zu Versorgenden - Phase zu sein hat.
Und der ständige Verweis auf den Rechtsweg gegen die Krankenkassen ist mMn ebenfalls eine bewusste Irreführung der zu Versorgenden, welche auch durch ständige Wiederholung nicht weniger irre (ver-)führt.
LG
Johannes
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Hallo,
das Satzkonstrukt "aktueller Stand der Technik"
gibt es auch in vielen anderen Normen, wie zB der Din 18040.
Dies bedeutet nicht, dass das Neuste von Neusten mit allen Schnickschnack sein muss, sondern das, was "mindestens Standard" ist.
Im Bezug auf Hörgeräte gibt es keine klare Definition der Mindestanforderungen. Ein Hörgerät darf natürlich mehr bieten als diese, jedoch muss mehr dann "medizinisch notwendig" sein. Da Akustiker keine Ärzte sind, können Sie diese medizinische Notwendigkeit nicht bescheinigen, sondern nur die gemäß Vorsorgungsrichtlinie notwendigen Tests durchführen. Letztendlich liegt es am Patienten, die medizinische Notwendigkeit nachzuweisen, zumindest wenn die gewünschten Hörsysteme mehr als den Kassenzuschuss kosten.
Hier ist jedoch die Krankenkasse Ansprechpartner, wie bei allen anderen Hilfsmitteln auch.
Bitte Gewichtl, les bitte endlich einschlägige Gerichtsurteile und erkundige dich, wie die Hilfsmittelversorgung allgemein abläuft!
Gegenfragen, die nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun haben und Herabsetzen von Meinungen anderer gehen nicht!
das Satzkonstrukt "aktueller Stand der Technik"
gibt es auch in vielen anderen Normen, wie zB der Din 18040.
Dies bedeutet nicht, dass das Neuste von Neusten mit allen Schnickschnack sein muss, sondern das, was "mindestens Standard" ist.
Im Bezug auf Hörgeräte gibt es keine klare Definition der Mindestanforderungen. Ein Hörgerät darf natürlich mehr bieten als diese, jedoch muss mehr dann "medizinisch notwendig" sein. Da Akustiker keine Ärzte sind, können Sie diese medizinische Notwendigkeit nicht bescheinigen, sondern nur die gemäß Vorsorgungsrichtlinie notwendigen Tests durchführen. Letztendlich liegt es am Patienten, die medizinische Notwendigkeit nachzuweisen, zumindest wenn die gewünschten Hörsysteme mehr als den Kassenzuschuss kosten.
Hier ist jedoch die Krankenkasse Ansprechpartner, wie bei allen anderen Hilfsmitteln auch.
Bitte Gewichtl, les bitte endlich einschlägige Gerichtsurteile und erkundige dich, wie die Hilfsmittelversorgung allgemein abläuft!
Gegenfragen, die nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun haben und Herabsetzen von Meinungen anderer gehen nicht!
Auf mehrfachen Wunsch einer bestimmten Moderatorin hier die Warnung:
Achtung, auch gelegentlich bissig!
Achtung, auch gelegentlich bissig!
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
moin Muggel,
inwieweit definiert akopti hier - mittels Zitat des §21 HilfsM-RL - denn NICHT ausdrücklich die Mindestanforderungen?
ich frage, weil du gerade behauptest:
ich zitiere dich:
"in Bezug auf Hörgeräte gibt es keine klare Definition der Mindestanforderungen".
Zitat Ende.
und was einschlägige Gerichtsurteile anbelangt, da dürften die wohl zumeist eher meine Sichtweise bzgl. "individuell hören und verstehen" bestätigen, falls ich mich recht erinnere
Der einzige Knackpunkt ist, dass der zu Versorgende NICHT der Vertragspartner des Hörgerätevertreibers ist, und somit keinen direkten Anspruch diesem gegenüber hat.
DAS ist aber eben ein reines "de jure-Problem" und zwingt natürlich NICHT zu Unredlichkeit und mangelnder Fairness gegenüber dem zu Versorgenden, was aber eben branchenüblich - und branchenübergreifend - zunehmend Wirklichkeit ist.
Oder sehe ich da etwas anders als du es wahr nimmst?
LG
Johannes
inwieweit definiert akopti hier - mittels Zitat des §21 HilfsM-RL - denn NICHT ausdrücklich die Mindestanforderungen?
ich frage, weil du gerade behauptest:
ich zitiere dich:
"in Bezug auf Hörgeräte gibt es keine klare Definition der Mindestanforderungen".
Zitat Ende.
und was einschlägige Gerichtsurteile anbelangt, da dürften die wohl zumeist eher meine Sichtweise bzgl. "individuell hören und verstehen" bestätigen, falls ich mich recht erinnere

Der einzige Knackpunkt ist, dass der zu Versorgende NICHT der Vertragspartner des Hörgerätevertreibers ist, und somit keinen direkten Anspruch diesem gegenüber hat.
DAS ist aber eben ein reines "de jure-Problem" und zwingt natürlich NICHT zu Unredlichkeit und mangelnder Fairness gegenüber dem zu Versorgenden, was aber eben branchenüblich - und branchenübergreifend - zunehmend Wirklichkeit ist.
Oder sehe ich da etwas anders als du es wahr nimmst?
LG
Johannes
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Ich meinte: es gibt eine klare Definition der Mindestanforderungen. Sorry, für den kleinen Vertipper.
Unredlich sehe ich nur dich hier. Alle Akustiker sind böse, stellen Hörgeräte falsch ein, verweigern Tests etc pp. Darauf gehe ich nicht ein.
Unredlich sehe ich nur dich hier. Alle Akustiker sind böse, stellen Hörgeräte falsch ein, verweigern Tests etc pp. Darauf gehe ich nicht ein.
Auf mehrfachen Wunsch einer bestimmten Moderatorin hier die Warnung:
Achtung, auch gelegentlich bissig!
Achtung, auch gelegentlich bissig!
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
übrigens akopti:
in deinem Startbeitrag schreibst du im ersten Drittel, dass die Krankenkassen Hilfsmittel ausschreiben dürfen und erklärst dann das damit zusammenhängende Erpressungspotenzial (ohne es so deftig als solches zu benennen).
Im letzten Absatz beschreibst du, dass das aktuell aber NICHT der Fall sei.
zwei Fragen dazu:
erste Frage:
was ist dann dein ganzer Aufsatz Anderes als Irreführungsabsicht?
zweite Frage:
WARUM führt dieser Wegfall des Erpressungspotenzials NICHT zu angepassteren Verträgen???
in deinem Startbeitrag schreibst du im ersten Drittel, dass die Krankenkassen Hilfsmittel ausschreiben dürfen und erklärst dann das damit zusammenhängende Erpressungspotenzial (ohne es so deftig als solches zu benennen).
Im letzten Absatz beschreibst du, dass das aktuell aber NICHT der Fall sei.
zwei Fragen dazu:
erste Frage:
was ist dann dein ganzer Aufsatz Anderes als Irreführungsabsicht?
zweite Frage:
WARUM führt dieser Wegfall des Erpressungspotenzials NICHT zu angepassteren Verträgen???
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Weil die Änderung recht neu ist. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass Verhandlungspartner nicht auf Augenhöhe am Tisch sitzen. Ich kenne nicht alle Details der Verhandlungen, wie du sie auch nicht kennst, denn ich glaube kaum, dass du dabei warst oder bist.
Trotzdem bin ich so fair, diesen Punkt nicht unter den Tisch gekehrt zu haben.
Trotzdem bin ich so fair, diesen Punkt nicht unter den Tisch gekehrt zu haben.
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Hallo,
als an Taubheit grenzend Schwerhöriger (WHO4) bin ich auf Powergeräte wie z. B. Phonak Naida oder Oticon Xceed angewiesen. Diese gibt es aber nirgendwo ohne Zuzahlung. Kann ich somit nicht in den Genuss einer zuzahlungsfreien Versorgung kommen? Bin Rentner.
Grüße
Norbert
als an Taubheit grenzend Schwerhöriger (WHO4) bin ich auf Powergeräte wie z. B. Phonak Naida oder Oticon Xceed angewiesen. Diese gibt es aber nirgendwo ohne Zuzahlung. Kann ich somit nicht in den Genuss einer zuzahlungsfreien Versorgung kommen? Bin Rentner.
Grüße
Norbert
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Hallo NRE,
du verknüpfst 2 Themen unzulässig miteinander.
Thema 1:
selbstverständlich hast du Anspruch auf zuzahlungsfreie Powergeräte, wenn diese für dich individuell erforderlich sind und du Beitragszahler einer gesetzlichen Krankenversicherung bist.
Thema 2:
du hast KEINEN Anspruch auf ein konkret benanntes Hörsystem.
LG
Johannes
du verknüpfst 2 Themen unzulässig miteinander.
Thema 1:
selbstverständlich hast du Anspruch auf zuzahlungsfreie Powergeräte, wenn diese für dich individuell erforderlich sind und du Beitragszahler einer gesetzlichen Krankenversicherung bist.
Thema 2:
du hast KEINEN Anspruch auf ein konkret benanntes Hörsystem.
LG
Johannes
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Ok, aber wie muss ich das dann sehen? Haben Akustiker zuzahlungsfreie Powergeräte, welche auf den Herstellerseiten nicht vorgestellt werden?
-
- Beiträge: 10462
- Registriert: 20. Feb 2015, 13:08
- 10
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Auf den Herstellerseiten wird am erster Stelle immer der neueste Shit vorgestellt, der normalerweise nicht ohne Zuzahlung zu haben ist. Einige (nicht alle) Hersteller haben aber auch günstige Geräte im Sortiment, die auch als WHO4-Variante erhältlich sind.
...zufällig bin ich Experte auf diesem Gebiet... 
Zu audiologischen Ratschlägen, Anpassberatungen oder Hörgeräte-Offerten – Grüßli an die Schwiz!
– fragen Sie Ihren Hörakustiker (m/w/d)!

Zu audiologischen Ratschlägen, Anpassberatungen oder Hörgeräte-Offerten – Grüßli an die Schwiz!

Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Ist es dann einem Akustiker überlassen, ob er zuzahlungsfreie Geräte anbietet?
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
es gibt keine zuzahlungsfreie Geräte
es gibt für kassenzugelassene Hörgeräteakustiker die Verpflichtung zu zuzahlungsfreier Versorgung.
LG
Johannes
es gibt für kassenzugelassene Hörgeräteakustiker die Verpflichtung zu zuzahlungsfreier Versorgung.
LG
Johannes
Zuletzt geändert von Perzeptionist am 8. Feb 2020, 20:06, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Hallo!
HGs die er ohne eine Zuzahlung durch den Kunden verkauft.
WelcheHGs der Akustiker dem Kunden als zuzahlungsfrei anbietet ist alleine dem Akustiker überlassen.
Und da sind eben auch Grenzen, denn kein Akustiker verkauft einHG unter seinem EK, sonst könnte er ja gleich Insolvenz anmelden.
DieKK zahlt einen festgelegten Betrag pro Ohr. Damit muss der Akustiker eben klar kommen und schauen was er dafür für HGs an den Kunden geben kann.
Zuzahlungsfrei gibt es dann eben oftHGs die nicht brandaktuell sind.
WennHGs 2 Jahre alt sind und die Anforderungen erfüllen, die die KK an zuzahlungsfreien HGs stellt, kann so ein HG eben als zuzahlungsfrei rausgegeben werden.
Gruß
sven
Lange nicht mehr so gelacht. Wenn ein Akustiker zuzahlungsfrei versorgt, tut er das mites gibt keine zuzahlungsfreie Geräte
es gibt für kassenzugelassene Hörgeräteakustiker die Verpflichtung zu zuzahlungsfreier Versorgung.
Welche
Und da sind eben auch Grenzen, denn kein Akustiker verkauft ein
Die
Zuzahlungsfrei gibt es dann eben oft
Wenn
Gruß
sven
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
moin,
worin, Sven,
unterscheidet sich der sachliche Teil deiner Aussage von meiner Aussage?
LG
Johannes
worin, Sven,
unterscheidet sich der sachliche Teil deiner Aussage von meiner Aussage?
LG
Johannes
-
- Beiträge: 421
- Registriert: 12. Mär 2010, 14:17
- 15
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Stammt aus einem Urteil des Bundessozialgerichts in 2009, ist also im Kontext des Urteils zu lesen und zu verstehen; damit keineswegs geeigneter Gegenstand vergleichender linguistischer Betrachtungendas Satzkonstrukt "aktueller Stand der Technik

Es heißt dort: "unter Berücksichtigung des medizinischen und technologischen Fortschriits"
Fakt ist: die Festbeträge sind offenkundig zu niedrig, als dass der medizinische und technologische Fortschritt ausreichend durch die

Fakt ist: die KKn sind zu einem umfassenden Behinderungsausgleich verpflichtet. Sie sind deshalb verpflichtet, die Festbeträge entsprechend hoch auszulegen. Ebenfalls ein BSG Urteil aus 2014.
Wollte ein
Die KKn umgehen die Rechtsprechung vorsätzlich und wissentlich. Und die Innung macht sich zum Komplizen. Auch wenn's hart klingt.
_Hz 125 250 500 1000 2000 3000 4000 6000 8000
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- Beiträge: 2678
- Registriert: 22. Nov 2017, 19:47
- 7
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Dann urlaubsreife auf. Hier schimpfen ist das eine sich ernsthaft zu engagieren das andere. Der Bund der Schwerhörigen wie auch der Taubenschlag bspw. brauchen durchaus kompentente und streitbare Unterstützung.
https://www.youtube.com/watch?v=RsK_oLK-MS4&t=90s macht nachdenklich
-
- Beiträge: 421
- Registriert: 12. Mär 2010, 14:17
- 15
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Gib mal in einer Suchmaschine deiner Präferenz irgendwas mit Hörgerät, Schwerhörig, Rechtsprechung und Krankenkasse ein.
Schon bald landest du in diesem Forum.
Insofern nicht die schlechteste Plattform für Aufklärung.
Unabhängig davon: das Thema wird hier diskutiert! Jetzt, in diesem Augenblick.
Ich bin es leid, mir anzuhören, diese Klarstellungen würden nicht in ein Forum passen, das sich an Schwerhörige richtet. Siehe: Erfahrungen mit KKn, Akustikern und Behörden!
Schon bald landest du in diesem Forum.
Insofern nicht die schlechteste Plattform für Aufklärung.
Unabhängig davon: das Thema wird hier diskutiert! Jetzt, in diesem Augenblick.
Ich bin es leid, mir anzuhören, diese Klarstellungen würden nicht in ein Forum passen, das sich an Schwerhörige richtet. Siehe: Erfahrungen mit KKn, Akustikern und Behörden!
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- Registriert: 22. Nov 2017, 19:47
- 7
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Also lieber doch nur schimpfen aber nichts aktiv ändern wollen.
https://www.youtube.com/watch?v=RsK_oLK-MS4&t=90s macht nachdenklich
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- Beiträge: 421
- Registriert: 12. Mär 2010, 14:17
- 15
Re: Warum haben die Akustiker so einen Vertrag abgeschlossen?
Aufklärung für die, die's betrifft, ändert schon eine ganze Menge. Wie hier immer wieder deutlich wird, kennen sehr viele diese Rechtsprechung überhaupt nicht. Geschweige denn die Handreichung des DSB.
Mit dem DSB bin ich ansonsten in einigen Punkten nicht d'accord. Insofern nicht mein Verein!
Mit dem DSB bin ich ansonsten in einigen Punkten nicht d'accord. Insofern nicht mein Verein!
_Hz 125 250 500 1000 2000 3000 4000 6000 8000
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