Einseitige oder (selbstbezahlte) beidseitige Versorgung?

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Trisman
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Einseitige oder (selbstbezahlte) beidseitige Versorgung?

#1

Beitrag von Trisman »

Hallo liebe ForenteilnehmerInnen,

ich schreibe hier meinen ersten Beitrag und hoffe vielleicht etwas Feedback von euch zu bekommen.
Ich bin 34 Jahre und bin gerade in der Findungsphase für meine ersten Hörgeräte.

Dazu ein bisschen Hintergrundstory:

Schon bei meiner Musterung (vor 16 Jahren, mein Gott wie die Zeit vergeht...) hat mir der Musterungsarzt gesagt, dass ich auf der linken Seite nicht so gut höre und damit zum Ohrenarzt gehen sollte. Wie es so ist, man ist jung und fühlt sich unbesiegbar, ich habe es natürlich nicht gemacht... Insgesamt ist mir die Schwerhörigkeit links auch nie wirklich extrem aufgefallen. Auffällig war es in den letzten 10 Jahren immer nur dann, wenn ich noch im Bett auf dem rechten Ohr liegend nicht mehr mitbekommen habe, dass meine Frau im Badezimmer nebenan das Radio laufen hat, während ich auf dem linken Ohre liegend mit dem rechten Ohr noch gut mitsingen könnte... ;)
In meinem Referendariat zum Lehramt hatte ich dann (wohl Stress bedingt) einen kleinen Hörsturz, der aber sehr schnell wieder weg war. Ich war aber deswegen vor ca. 2 Jahren bei einem HNO Arzt, der dann auch nach dem Hörsturz auch einen Hörtest gemacht hat mit dem Ergebnis, dass er mir geraten hat für die linke Seite ein Hörgerät auszuprobieren. Die Hörfähigkeit ist wohl recht knapp unter den Anforderungen, die die Krankenkasse zahlen würde. Ich bin also mit meiner Verordnung zu einer großen Kette gegangen, bei der ich seit Jahren sehr zufriedener Kunde für meine Brille bin und habe dort einen Termin gemacht. Ich war sehr aufgeregt und froh das Thema anzugehen, denn in der Zeit zwischen Test beim HNO und Termin beim Akustiker lagen ca. 2 Wochen. In dieser Zeit habe ich viel mehr auf die Unterschiede zwischen den Ohren geachtet und mit wechselndem einseitigem Ohrenstöpsel ist mir aufgefallen, dass doch ein ordentlicher Unterschied zwischen den Seiten besteht was das Verständnis von Sprache oder TV-Ton angeht.
Ich bin also hoffnungsvoll zum ersten Termin gegangen, habe nach Erstgespräch, Einmessung usw. ein Hörgerät mitbekommen (Ich weiß nicht mehr welches Modell es war). Schon zwei Tage nach dem Termin bin ich wieder dort hin, weil ich es mit dem Gerät im Ohr kaum ausgehalten habe. Während ich auf der linken Seite besser gehört habe, war die rechte unversorgte Seite wie Taub mit einem enormen fast schmerzhaften Druck. SObald ich das HG aus dem Ohr raus genommen habe war der Druck und die "Taubheit" nach ca. 1 Minute komplett verschwunden. Nach dem einlegen des HGs war spätestens nach 10 Minuten der gleiche Zustand wieder erreicht. Ich habe es also 2 Tage porbiert, weil ich dachte das ist vielleicht nur eine Eingewöhnung, aber es war nicht auszuhalten. Zurück beim Akustiker wurde mir gesagt, dass wäre dann halt so und man könne dann bei einer Einseitigen Versorgung nichts machen, wenn ich das Gerät nicht vertrage dann wird keine Einstellung und kein anderes Gerät besser sein. Ich habe also im Glauben ein HG sei nichts für mich die weitere Suche aufgegeben.

Vor einigen Wochen (ca. 2 1/2 Jahre später) bin ich durch Zufall darauf gestoßen, dass ein alter Bekannter aus meiner Kindheit und Jugend mittlerweile Akustikermeister mit eigenem Geschäft ist. Da ich als Kunstlehrer in großen Kunsträumen in teilweiser rüseligen Atmosphäre mittlerweile immer mehr mitbekomme, dass ich öfter bei den Kindern nachfragen muss, ist der "Leidensdruck" mittlerweile etwas größer geworden als noch vor zwei Jahren. Nach meiner ersten Erfahrung mit Akustikern dachte ich, wäre es vielleicht einen Versuch wert meinen alten Bekannten anzurufen und seine Meinung zum Thema zu hören, vielleicht hat sich ja in den zwei Jahren etwas getan. Nach einem kurzen Telefonat, bei dem er mir gesagt hat sehr sicher zu sein mir helfen zu können, habe ich einen Termin gemacht. Bei der ersten Sitzung hat er mir sehr genau und geduldig erklärt woran diese "Abschattung" des nicht versorgten Ohres kommen könnte und hat mit einem anderen Verfahren (es heißt wohl natural fitting) gearbeitet und mir ein erstes Gerät angepasst. Er hat von Anfang an klar gemacht, dass es nicht bei diesem Gerät bleiben würde, sondern wir mindestens drei sehr verschiedene Modell testen würden um zu sehen was am besten für mich passt, da ich ja als Erstversorgung keine Ahnung habe, was möglich ist und was meine Vorlieben sind. Ich bin also mit einem Starkey Livio AI für eine Woche nach Hause geschickt worden und es war eine unglaubliche neue Erfahrung. Zwar war noch ab und zu ein minimaler Druck auf dem rechten Ohr, aber absolut nicht vergleichbar mit dem Erlebnis von vor zwei Jahren vergleichbar. Beim Musikhören hat sich bei gut bekannten Stücken eine komplett neue Räumlichkeit aufgebaut. Beim wechselnden muten/unmuten durch die App im laufenden Betrieb war es als wenn ich die Musik von Mono auf Stereo stellen würde, obwohl ich links ja durchaus noch in den unteren Frequenzen höre und auch in den höhreren nicht extrem schwergradige Minderungen habe. Insgesamt war mir der Sound vom HG im Alltag etwas zu "harsch" und auch eine andere Einstellung nach der ersten Woche konnte den Eindruck nicht komplett wegnehmen.
Ich habe dann ein Resound Linx Quattro 5 mitbekommen und siehe da, der Druck auf dem rechten Ohr war komplett verschwunden und nach der ersten Woche und einer Nacheinstellung auf die negativ aufgefallenen Dinge (meckern auf sehr hohem Niveau) habe ich an zwei Tagen so sehr vergessen, dass ich überhaupt ein HG trage, dass ich es mit ins Bett genommen habe und erst am Rascheln beim ablegen des Kopfes wieder darauf aufmerksam geworden bin. Ich hatte neben dem 5er in der zweiten Woche parallel auch noch ein 7er mit den selben Einstelungen mitbekommen um zu sehen, ob mir eine höhrere Stufe bei dem Gerät überhaupt etwas bringt: Nein außer etwas besserer Windgeräuschdämmung war für mich kein Vorteil erkennbar.
Trotzdem sollte und wollte ich natürlich noch den letzten Kandidaten testen um zu sehen, ob es insgesamt noch angenehmer und besser werden könnte. Ich habe also Anfang dieser Woche ein Widex Moment 220 mitbekommen und musste nach 2 Tagen feststellen, dass es mir aus mehreren Gründen nicht gefällt:
1. Der Sound ist für mich irgedendwie nicht so natürlich wie beim Resound, ich kann es aber nicht wirklich erklären. Es ist nicht harsch wie beim Starkey und auch nicht zu weich oder verwaschen, einfach irgednwie nicht so unauffällig wie beim Resound. Von der Sprachverständlichkeit ist es aber ähnlich wie beim Resound.
2. Da ich noch eine Brille trage und jetzt im Moment mit den Mundschutzmasken fasse ich öfter mal an das Ohr und sehr sehr häufig kommt es dann zu Rückkoppelungen, die echt nervig sind. Das war beim Resound überhaupt nicht der Fall. Auch in einigen Alltagssituation hatte ich selten sehr kurze Rückkoppelungen.
Insgesamt schade, denn der Streamsound (beim Telefonieren über Bluetooth oder beim Hörbuchhören) ist beim Widex meiner Meinung nach voller und schöner, aber die Nachteile überwiegen für mich.

Wie ihr schon herauslesen könnt, habe ich momentan schon einen Favoriten und fühle mich beim meinem Akustiker sehr gut aufgehoben!

Da mein Akustiker nach unserem Termin über Ostern in den wohlverdienten Urlaub gegangen ist, konnte ich leider das Widex nicht direkt wieder gegen das Resound oder noch einen anderen Kandidaten tauschen und habe die letzten Tage einfach damit verbracht ein bisschen im Netz zu suchen und insgesamt ein bisschen zu Grübeln. Und da der nächste Mögliche Termin mit meinem Akustiker Urlaubsbedingt noch etwas hin ist, möchte ich eine Frage hier schon mal stellen um einige Brocken aus meinem Hirn zu bekommen:

Ich habe beim testen der Geräte teilweise auch schon mitbekommen, dass noch einige hohe Frequenzen verstärkt wurden, die ich auf dem rechten Ohr auch nicht mehr gut hören kann. Mein Akustiker hat das linke Ohr an das rechte Ohr angepasst, was seiner Aussage nach die "Abschattung" auf dem nicht versorgten Ohr mit verhindern soll, und der Erfolg gibt ihm scheinbar recht! Allerdings habe ich wie auf der Verordnung ersichtlich auch auf dem rechten Ohr ja bei ab 6kHz schon einen Verlust. Ich hatte einmal kurz angesprochen, dass ich bei einer weiteren insgesamten Verbesserung sofort bereit wäre das zweite Gerät für die rechte Seite komplett selbst zu zahlen. Mein Akustiker sagte darauf, dass er der Meinung ist, eine Versorgung der rechten Seite zusätzlich macht keinen Sinn und eventuell das Eigenrauschen der HGs einen kleinen Nutzen wieder zunichte machen würde. Da er sich ja so selbst um zusätzliches Geld bringt, dass er nicht mit mir verdient war für mich klar, dass die Idee erst mal raus ist.
Als ich heute aber noch mal das Audiogramm angesehen habe und auch bei meiner Recherche gefunden habe, dass die höchste Stufe von Signia Geräten bis 12kHz verstärken können, bin ich doch noch einmal ins Grübeln geraten. Ich habe dann gesehen, dass es am iPhone die Möglichkeit gibt über eine App ein Audiogramm für beide Ohren mit Kopfhörern zu erstellen und die Filter im System für die Kopfhörer zu hinterlegen und auf alle Musik rüber legen zu lassen. Nun ist mir bewusst, dass so eine App eher ein Schätzeisen ist, aber das Ergebnis zeigt mir, dass mir auch auf dem rechten Ohr einiges entgeht. Die Musik klingt so noch einmal deutlich klarer und ich bekomme einige leise Details mit, die ich in mir sehr gut bekannten Liedern noch gar nicht so richtig mitbekommen habe.

Wäre es den Einschätzung von euch Experten in meinem Fall eventuell doch sinnvoll eine beidseitige Versorgung doch noch einmal auszuprobieren? Eventuell sogar mit den teuersten Signia Geräten, die ja scheinbar noch einmal höhere Frequenzen verstärken als andere Geräte? Das es eventuell keine komplett neue Welt mehr aufmacht ist mir bewusst, aber das Beste ist nun einmal der Tod des Guten...
Eine beidseitige Versorgung hätte auch den Vorteil, dass ich auch auf beide Seiten streamen könnte. mit einem HG ist es nervig das HG jedes Mal für die InEars herausnehmen zu müssen um Musik oder Hörbücher auf beiden Ohren hören zu können. Allerdings wäre das nur ein Nebeneffekt, vor allem geht es mir um ein bestmögliches Höhren, und da ich schon viel Geld für viel größeren Unsinn ausgegeben habe, wären die Kosten erst einmal kein Argument für mich ab einer gewissen qualitätiven Hörsteigerung.


Vielen Dank an Alle, die bis hier durchgehalten haben. Ich bin gespannt auf eure Meinungen und ich wünsche euch noch Gute Ostertage!


Stephan
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akopti
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Re: Einseitige oder (selbstbezahlte) beidseitige Versorgung?

#2

Beitrag von akopti »

Hallo,

in Fällen wie bei dir, habe ich einfach auch mal die zweite Seite mitversorgt und dem Kunden testen lassen, ob es beidseitig wirklich besser wird.
Schwierig war dann die Verhandlung mit dem HNO. Er sagte nämlich, dass er das zweite Gerät nicht nachträglich verordnen könne, da er die ersten Daten an die KK übertragen müsse und jetzt nicht auf einmal die Daten ändern könnte.
Die meisten haben es dann bei dem einen belassen.
Eventuell wäre der Wechsel des HNO eine Lösung. Messungen sind ja auch immer der Tagesform unterlegen. Hast du auch die Messung von deinem Akustiker.

Gruß

Dirk
Trisman
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Re: Einseitige oder (selbstbezahlte) beidseitige Versorgung?

#3

Beitrag von Trisman »

Hallo Dirk,

danke für deine Antwort. Mit dem HNO verhandeln würde ich in dem Fall wohl gar nicht. Die Messung ist ja eindeutig und gibt keinen von der KK übernehmbaren Bedarf für die rechte Seite (und auch die beim Akustiker war jetzt 2 Jahre später ziemlich gleich). Im Grunde denke ich dann darüber nach die rechte Seite bei einer (für mich subjektiv vertretbaren) Verbesserung selbst zu bezahlen. Aber zum HNO muss ich eh noch einmal für eine neue Verordnung, da diese ja schon 2 1/2 Jahre alt ist und ich sogar zwischenzeitlich von der gesetzlichen in die private Krankenkasse gewechselt bin. Absprache mit meinem Akustiker war aber, dass ich zum HNO gehe, wenn klar ist, dass er mir auch etwas passendes anbieten kann, denn ansonsten könnte ich mir den Gang zum Arzt ja auch sparen weil ich dann keine Verordnung brauche.

Wenn ich es richtig sehe ist das rechte Ohr ja wirklich weit von einer KK übernommenen Versorgung entfernt?! Oder ist es doch so wenig, dass da die Tagesform eine Rolle spielen könnte? Der HNO sagte mir damals, dass selbst die linke Seite ja nur knapp "schlecht genug" sei, da ist die rechte ja noch ein Stück von entfernt.

Grüße

Stephan
Ohrigami
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Registriert: 23.08.2020

Re: Einseitige oder (selbstbezahlte) beidseitige Versorgung?

#4

Beitrag von Ohrigami »

Hallo Stephan,

ein Audiogramm hast du nicht zufällig noch vom HNO oder deinem Akustiker, so dass man hier ungefähr sehen kann, wie stark dein Hörverlust auf beiden Ohren ist?! Eventuell ist in den letzten 2,5 Jahren der Hörverlust auch schon wieder etwas ausgeprägter vorhanden, gerade, wenn man einen Hörsturz hatte, ist das für mich ein Zeichen, dass da eine Veränderung stattfindet.
Wenn du auf dem einen Ohr bis 6 kHZ noch annähernd normalhörend bist, finde ich persönlich ein zweites HG übertrieben. Wenn aber Geld keine Rolle spielt, kannst du dir fürs Streamen ja dennoch ein zweiter Gerät leisten, welches du privat erstehst. Ich bin aber kein Akustiker, sondern nur normaler HG-Träger.

lg Ohrigami
Trisman
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Re: Einseitige oder (selbstbezahlte) beidseitige Versorgung?

#5

Beitrag von Trisman »

Hallo Ohrigami,

danke für deine Antwort!
Das Audiogramm vom HNO von vor 2,5 Jahren hatte ich an den Ursprungspost angehangen. Das ich kann es auch sehen, falls es für euch nicht sichtbar ist, muss ich noch mal schauen woran es liegen könnte.
Auf dem rechten Ohr sind es bei 4kHz minus 20db, bei 6 und 8kHz sind es jeweils -50db, da geht es theoretisch ja auch schon leicht in den Sprachbereich. Wobei es mir wie gesagt beim Eigenkauf gar nicht primär um das streamen auf beiden Ohren gehen würde sondern vor allem um ein insgesamt besseres Hören.

Viele Grüße

Stephan
Treehugger
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Re: Einseitige oder (selbstbezahlte) beidseitige Versorgung?

#6

Beitrag von Treehugger »

Ich würde auf alle Fälle den Test mit beiden HG machen.
Nur um sicher zu sein, ob es überhaupt gefällt oder nicht.

Die HG als Kopfhörer Ersatz zu nehmen ist aber meistens nicht von erfolg gekrönt,
es werden ja primär nur die Frequenzen verstärkt, die dir Fehlen.
Das führt meist zu einem nicht befriedigendem Ergebnis.

Beim Hören über Lautsprecher schon.
Bei einem Hochton Verlust fehlt dann der Bass.

HG sind halt primär zum besseren Sprachverstehen optimiert.


Wie gesagt, "Versuch macht kluch"
Ich würde aber wahrscheinlich so lange wie möglich versuchen bei einem HG zu bleiben.
Ohrigami
Beiträge: 106
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Re: Einseitige oder (selbstbezahlte) beidseitige Versorgung?

#7

Beitrag von Ohrigami »

Hallo Stephan,
sorry für das Missverständnis mit dem Audiogramm, hab es schlicht übersehen. Okay, 50dB bei 6kHz sind schon ausgeprägt, darunter sieht es noch relativ gut aus. Das würde sich mit HG auf jeden Fall bei den Zischlauten positiv bemerkbar machen. Und gerade in deinem Beruf als Lehrer ist man besonders auf gutes Hören angewiesen. Ich würde dir raten, es auf jeden Fall mal mit zwei Geräten auszuprobieren.

Beim Streamen werden selbstverständlich nicht nur die Frequenzen wiedergegeben, die dem Hörverlust entsprechen, sondern die gesamte Bandbreite. Bei meinen Phonak Paradise kann der Aku die 3 Laustärkekurven speziell fürs Streamen einstellen.
Trisman
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Re: Einseitige oder (selbstbezahlte) beidseitige Versorgung?

#8

Beitrag von Trisman »

Vielen Dank für eure Rückmeldungen!
Ich werde bei meinen nächsten Termin noch einmal nachfragen und bitten es versuchen zu lassen. Ich bin ein Mensch, der sich sonst immer fragen wird ob es jetzt optimal ist, wenn ich es nicht selbst probiert habe.

Gibt es denn außer den Signa in Technologiestufe 7x noch andere Geräte, die eine besonders hohe Bandbreite nach oben haben? Da es auf dem rechten Ohr ja noch relativ hoch ohne Verstärkung geht würde es ja Sinn machen, wenn der genutzte verstärkbare Bereich möglichst groß wäre um einen Vorteil vom zusätzlichen HG zu bekommen.
Akustik Alex
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Re: Einseitige oder (selbstbezahlte) beidseitige Versorgung?

#9

Beitrag von Akustik Alex »

Hallo Trisman,

eigentlich haben so gut wie alle Herseller eine Bandbreite bis ca. 10khz in dieser Preisklasse angegeben. Die ist aber errechnet, weil ja auch der Hörtest gar nicht bis 10 kHz geht. Beim Streaming ist das aber ja gar nicht so wild und in der Software auch justierbar bis ca. 9,5 kHz. In den Datenblättern sieht man aber leider, dass die Geräte ab ca. 8 kHz grade noch 20-25dB Verstärkung erzielen und das mit einer hohen Flankensteilheit abwärts. Bei 10 kHz passiert faktisch gar nichts mehr.

Hier kannst du in der 1. Tabelle die Pendants anderer Hersteller in der Preisklasse sehen:

https://infohrmationen.blogspot.com/202 ... assen.html

Meist ist die erhöhte Bandbreite schon ab der Preisklasse 1700 - 2400€ enthalten. (Bspw. Starkey Livio 1600)

Besten Gruß,
Alex
https://infohrmationen.blogspot.com/
Trisman
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Re: Einseitige oder (selbstbezahlte) beidseitige Versorgung?

#10

Beitrag von Trisman »

Hallo Alex,

vielen Dank für die Information, dann macht wohl auch das Signia 7x keinen Sinn (zumindest nicht aufgrund der erhöhten Bandbreite). Eventuell würde ich dann gerne noch die Resound ohne mit dem M&RIE höhere probieren wollen, da mir die Linx Quattro ja sehr gut gefallen haben und dann auch mit dem zweiten Gerät rechts probieren.

Falls dann wirklich das Grundrauschen bei den Resounds stören sollte, wie mein Akustiker vermutet, welche Geräte haben wohl das wenigste Eigenrauschen? Oder eventuell ein sehr hochfrequentes Eigenrauschen, dass ich dann auch auf dem rechten Ohr ab 6kHz mit -50db nicht mehr mitbekommen würde?

Viele Grüße

Stephan
Trisman
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Re: Einseitige oder (selbstbezahlte) beidseitige Versorgung?

#11

Beitrag von Trisman »

Ein kleines Update von mir:

Ich habe nun seit einer Woche in jedem Ohr ein Oticon OPN S3.
Ja, es ist in komplett leisen Momenten ein leichtes Eigenerauschen auf dem rechten Ohr zu hören, aber sobald nur ein bisschen Umgebungsgeräusche stattfinden ist das Rauschen nicht mehr wahrnehmbar.
Und man möchte es nicht meinen, aber für mich ist das zweite Gerät doch ein erheblicher Zugewinn. Das Zwitschern der Vögel im Park, durch den ich seit 10 Jahren jeden Tag mit meinen Hunden laufe ist auf einmal viel lebendiger. Viele der höheren Vogelstimmen habe ich auch mit dem einseitigen Hörgerät nicht wahrgenommen, da mein Akustiker ja das linke Ohr auf das rechte Ohr angepasst hatte. Auch beim Musikhören lerne ich bekannte Musik teils noch einmal ganz neu kennen.
Morgen bekomme ich noch das Resound One auf beide Ohren angepasst, da es auch in den niedrigeren Technikstufen eine Bandbreite bis 9,5kHz abbildet und nicht "nur" wie die Oticons bis 8kHz. Da ich mit meinem Empfinden am besten klar gekommen bin wenn bei allen Geräten die Automatiken so weit es eben geht ausgeschaltet sind, macht die deutlich teurere Stufe beim Oticon dann nur Sinn, falls das Klangempfinden bei den Resound One deutlich schlechter wäre und die zustäzlichen 1,5kHz die das Oticon in Technikstufe 1 mehr kann auch noch einmal einen Vorteil geben würden.

Ich werde weiter berichten wie meine Erfahrungen sind.

Viele Grüße

Stephan
Dani!
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Re: Einseitige oder (selbstbezahlte) beidseitige Versorgung?

#12

Beitrag von Dani! »

Hallo Stephan,
schön zu hören, dass du mit dem Zweiten gut Zurecht kommst.
Nur eine Anmerkung zu den 1,5kHz: klar, je mehr das Hörgerät durchreichen kann, umso besser. Aber miss der erhöhten Bandbreite nicht zuviel bei, es ist nur ein Goodie. Ðenn der Unterschied zwischen 8kHz (h5) und 9,5kHz (d6) beträgt gerade mal 3 Halbtöne bzw. Tasten (weiße und schwarze) auf dem Klavier (wenn das Klavier solch hohe Töne spielen könnte).
Oder allgemein gesagt: verlier dich nicht zu sehr in den Datenblätter sondern verlass dich vielmehr auf deine Ohren, was dir am besten zusagt.
Dominik
https://www.schwerhoerigenforum.de/phpbb/viewtopic.php?t=10370
R: 20.2.20: Med-el Sonnet2
L: 16.12.20: Med-el Sonnet2
Trisman
Beiträge: 8
Registriert: 23.10.2018
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Re: Einseitige oder (selbstbezahlte) beidseitige Versorgung?

#13

Beitrag von Trisman »

Hallo Dani! für deine Rückmeldung. Du hast recht, ich verlaufe mich gerne mal in den rohen Daten... Ich habe nun seit gestern die Resound One in beiden Ohren und binnoch nicht zufrieden. Die Geräte klingen deutlich harscher als das Resound Linx Quattro, das ich vorher getestet habe. Das ist für mich deutlich zu viel. Beim OPN S war das viel natürlicher und angenehmer. Allerdings habe ich das Gefühl, dass die Sprachverständlichkeit jetzt beim Resound doch noch mal deutlich gestiegen ist gegenüber dem OPN S.
Das Harsche am One gegenüber dem Quattro mag allerdings auch daran liegen, dass beim Quattro ja nur die eine Seite versorgt wurde dund die "ganz hohen" Frequenzen bei denen es Harsch werden kann daher gar nicht ans Ohr gegeben wurden. Ich versuche heute oder Anfang der nächsten noch einmal einen Termin beim Akustiker zu bekommen und vielleicht kann ja dagegen gesteuert werden.

Allerdings ist bei den Ones nun auch ein seltsames Knacken bei bestimmten Frequenzen zu hören. Vor allem im Auto scheint diese Frequenz ordentlich angeregt zu werden, da hört es sich an, als wenn ich eine Schallplatte höre, die komplett verstaubt ist. ca. 3-4 Knack-Knister Geräusche pro Sekunde. Wenn sich das nicht lösen lässt, dann ist das Gerät für mich auf jeden Fall raus.
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