Fragen zu Otosklerose und Einschätzung der weiteren Entwicklung
Verfasst: 3. Nov 2021, 14:35
Hallo!
Ich habe mich hier angemeldet, da ich Fragen zu Otosklerose habe. Hier ein paar Informationen zu mir: Ich bin 35 und habe vor 6 Wochen mein erstes Kind bekommen. Vier Wochen nach der Geburt ist mir plötzlich aufgefallen, dass ich nun auf dem rechten Ohr deutlich schlechter höre. Ich wollte eines Abends ein Hörbuch anhören und habe überhaupt nichts verstanden, als mein gutes Ohr im Polster versunken ist. Da Anfang 2020 bereits das Thema Otosklerose im Raum stand, wusste ich bereits, was mich vermutlich erwartet. Damals, 2020, war das Audiogramm nach sieben Wochen aber besser und unauffälliger, der Unterschied zwischen Knochenleitung und Luftleitung auf dem rechten Ohr war fast verschwunden und der Hörverlust mit ca. 20db wieder geringer. Somit war ich vorerst beruhigt. Das Hörvermögen blieb dann erfreulicherweise auch etwa so bis Juni 2021 (SSW 24), als ich nur zum Durchspülen dort war. Doch nach meiner "Entdeckung" Ende Oktober hat der HNO nun leider bestätigt, dass sich mein Hörvermögen auf dem rechten Ohr seit Juni merklich verschlechtert hat.
Hier sind die Audiogramme:
https://ibb.co/pPv49B2
Die für Otosklerose typische Senke bei 2000Hz habe ich nicht, aber der zeitliche Zusammenhang mit der Schwangerschaft und die Familiengeschichte sprechen für Otosklerose. Interessanterweise war das Audiogramm im Jänner 2020 dem aktuellen recht ähnlich und es hat sich dann wieder gebessert. Im Jänner war ich damals dort, weil beide Ohren nach einem Thermenbesuch extrem verstopft waren.
Das aktuelle Audiogramm ist aber doch nochmal schlechter als das allererste und war jetzt eine deutliche Verschlechterung in sehr kurzer Zeit und macht mir Sorgen. Ich weiß, dass bei Otosklerose eine solche Verschlechterung während der Schwangerschaft aufgrund der großen Hormonumstellung typisch ist.
Meine Mutter hatte Otosklerose einseitig und hat sich nach der drastischen Verschlechterung in der zweiten Schwangerschaft operieren lassen. Sie hatte danach wieder 70% Hörvermögen und das blieb dann auch so. Das andere Ohr blieb heil.
Zu meinen Fragen/Sorgen:
Die Frage, die mich derzeit am meisten beschäftigt, lautet: Wie wahrscheinlich ist bei Otosklerose eine weitere Verschlechterung nach der Geburt und wie schnell würde diese passieren? Es heißt, dass die Krankheit langsam fortschreitet und sich nur durch eine OP stoppen lässt. „Muss“ es sich verschlimmern oder „kann“ das sein? 2020 hat sich mein Hörvermögen ja wieder verbessert. Ist eine solche Verbesserung oder Schwankung häufig?
Derzeit fällt mir stark auf, dass ich schlechter höre als vor zwei Wochen. Ich höre rechts wie unter Wasser, dumpf und ganz leise. Aber ich weiß nicht, ob sich das derzeit tatsächlich laufend verschlechtert oder ob es mir einfach nur so bewusst ist, weil mich das beschäftigt und ich ständig darauf achte. Das war nämlich auch so, als die Diagnose das erste Mal im Raum stand. Dieses Mal fällt es mir aber viel stärker auf.
Laut HNO soll ich zunächst abwarten und beobachten und es in einem Jahr kontrollieren lassen, da eine OP derzeit nicht nötig ist und mit Baby eh nicht gut machbar. Was sind eure Erfahrungen mit der weiteren Entwicklung? Geht es mit dem Hörvermögen ständig bergab, wenn die Verknöcherung einmal so einen „Boost“ bekommen hat, oder bleibt die Situation nach der Geburt eher stabil?
Meine nächste Frage: Wie wirkt sich der Hormonhaushalt beim Stillen aus? Positiv, negativ oder gar nicht?
Weiters: Wenn die OP auf einem Ohr die Otosklerose stoppt, was passiert dann mit dem anderen Ohr? Bleibt das auch verschont? Bei meiner Mutter blieb es heil, aber das kann ja auch Zufall sein.
Ich habe große Angst vor einer Taubheit durch eine missglückte OP und würde mich das derzeit nicht trauen (besser schlecht hören als gar nicht...). Was sind eure Erfahrungen mit der OP?
Und zum Abschluss eine optimistische Frage: Deuten die Schwankungen mit zwischenzeitlicher Besserung vielleicht auf etwas Harmloses statt Otosklerose hin? Was könnte das denn sein?
Ich bin gespannt auf eure Antworten. Danke im Voraus!
Liebe Grüße,
Elisabeth
Ich habe mich hier angemeldet, da ich Fragen zu Otosklerose habe. Hier ein paar Informationen zu mir: Ich bin 35 und habe vor 6 Wochen mein erstes Kind bekommen. Vier Wochen nach der Geburt ist mir plötzlich aufgefallen, dass ich nun auf dem rechten Ohr deutlich schlechter höre. Ich wollte eines Abends ein Hörbuch anhören und habe überhaupt nichts verstanden, als mein gutes Ohr im Polster versunken ist. Da Anfang 2020 bereits das Thema Otosklerose im Raum stand, wusste ich bereits, was mich vermutlich erwartet. Damals, 2020, war das Audiogramm nach sieben Wochen aber besser und unauffälliger, der Unterschied zwischen Knochenleitung und Luftleitung auf dem rechten Ohr war fast verschwunden und der Hörverlust mit ca. 20db wieder geringer. Somit war ich vorerst beruhigt. Das Hörvermögen blieb dann erfreulicherweise auch etwa so bis Juni 2021 (SSW 24), als ich nur zum Durchspülen dort war. Doch nach meiner "Entdeckung" Ende Oktober hat der HNO nun leider bestätigt, dass sich mein Hörvermögen auf dem rechten Ohr seit Juni merklich verschlechtert hat.
Hier sind die Audiogramme:
https://ibb.co/pPv49B2
Die für Otosklerose typische Senke bei 2000Hz habe ich nicht, aber der zeitliche Zusammenhang mit der Schwangerschaft und die Familiengeschichte sprechen für Otosklerose. Interessanterweise war das Audiogramm im Jänner 2020 dem aktuellen recht ähnlich und es hat sich dann wieder gebessert. Im Jänner war ich damals dort, weil beide Ohren nach einem Thermenbesuch extrem verstopft waren.
Das aktuelle Audiogramm ist aber doch nochmal schlechter als das allererste und war jetzt eine deutliche Verschlechterung in sehr kurzer Zeit und macht mir Sorgen. Ich weiß, dass bei Otosklerose eine solche Verschlechterung während der Schwangerschaft aufgrund der großen Hormonumstellung typisch ist.
Meine Mutter hatte Otosklerose einseitig und hat sich nach der drastischen Verschlechterung in der zweiten Schwangerschaft operieren lassen. Sie hatte danach wieder 70% Hörvermögen und das blieb dann auch so. Das andere Ohr blieb heil.
Zu meinen Fragen/Sorgen:
Die Frage, die mich derzeit am meisten beschäftigt, lautet: Wie wahrscheinlich ist bei Otosklerose eine weitere Verschlechterung nach der Geburt und wie schnell würde diese passieren? Es heißt, dass die Krankheit langsam fortschreitet und sich nur durch eine OP stoppen lässt. „Muss“ es sich verschlimmern oder „kann“ das sein? 2020 hat sich mein Hörvermögen ja wieder verbessert. Ist eine solche Verbesserung oder Schwankung häufig?
Derzeit fällt mir stark auf, dass ich schlechter höre als vor zwei Wochen. Ich höre rechts wie unter Wasser, dumpf und ganz leise. Aber ich weiß nicht, ob sich das derzeit tatsächlich laufend verschlechtert oder ob es mir einfach nur so bewusst ist, weil mich das beschäftigt und ich ständig darauf achte. Das war nämlich auch so, als die Diagnose das erste Mal im Raum stand. Dieses Mal fällt es mir aber viel stärker auf.
Laut HNO soll ich zunächst abwarten und beobachten und es in einem Jahr kontrollieren lassen, da eine OP derzeit nicht nötig ist und mit Baby eh nicht gut machbar. Was sind eure Erfahrungen mit der weiteren Entwicklung? Geht es mit dem Hörvermögen ständig bergab, wenn die Verknöcherung einmal so einen „Boost“ bekommen hat, oder bleibt die Situation nach der Geburt eher stabil?
Meine nächste Frage: Wie wirkt sich der Hormonhaushalt beim Stillen aus? Positiv, negativ oder gar nicht?
Weiters: Wenn die OP auf einem Ohr die Otosklerose stoppt, was passiert dann mit dem anderen Ohr? Bleibt das auch verschont? Bei meiner Mutter blieb es heil, aber das kann ja auch Zufall sein.
Ich habe große Angst vor einer Taubheit durch eine missglückte OP und würde mich das derzeit nicht trauen (besser schlecht hören als gar nicht...). Was sind eure Erfahrungen mit der OP?
Und zum Abschluss eine optimistische Frage: Deuten die Schwankungen mit zwischenzeitlicher Besserung vielleicht auf etwas Harmloses statt Otosklerose hin? Was könnte das denn sein?
Ich bin gespannt auf eure Antworten. Danke im Voraus!
Liebe Grüße,
Elisabeth