Ich gebe auf.

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Michael62
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Ich gebe auf.

#1

Beitrag von Michael62 »

Vor dem Lesen: Jeder Mensch ist anders, hört anders, hat andere Hörprobleme. Daher sind meine Zeilen nur auf mich bezogen!

Nachdem ich nun so gut wie alle Hörgeräte dieser Welt getestet habe komme ich nun leider zum Schluss auf das Ergebnis, dass alle Hörgerätehersteller scheinbar auch nur mit dem gleichen Wasser kochen, sprich: Die Unterschiede fand ich insgesammt marginal. Und noch viel schlimmer: Keins hat mir ein befriedigendes Ergebnis geliefert. So stehe ich nun vor der Entscheidung, von all den unbefriedigten mir das am wenigsten unbefriedigste auszusuchen.

Ich werde mich dran gewöhnen müssen und das wird mir über einen längeren Zeitraum auch sicher gelingen. Ich hoffe nun einfach auf eine Weiterentwicklung in den nächsten Jahren oder dass sich mal APPLE diesem Thema annimmt. Denen traue ich das am meisten zu.

Ich war in den letzten round about 12 Monaten bei vier Hörgeräteakustikern und einer Klinik. Das Interessante: JEDER hat den Hörtest anders gemacht. Es gab IMMER unterschiedlichste Tests. Sogar unterschiedliche innerhalb eines Hörakustikers bei zwei dort Arbeitenden. Da habe ich mich dann gefragt, warum hat der andere das nicht gemacht? Warum macht der eine das, der andere wiederum nicht? Warum macht der eine mehr, der andere weniger?

Und das merkwürdige: Alle Testergebnisse haben sich immer unterschieden! Nat toll, welcher davon ist nun eigentlich der Richtige? Wobei ich nicht ausschließe, dass es beim Test vielleicht auch von meiner Tagesform abhängt.

Interessant auch all die Werbeversprechen der Hersteller. Da wird einem suggeriert, dass man auf ein Level eines Normalhörenden kommt. Davon war ich aber immer weit entfernt.

Als Fazit aller getesteten Hörgeräte hatte ich mit den SIGNIA AKTIVE PRO das angenehmste Sprachverstehen, alle anderen waren immer sehr blechern und "metallisch" vom Klang her. Und bei vielen waren die Nebengeräsuche fast unerträglich. Auch nach der xten Einstellung. KI hin oder her. (Selbst die vor kurzem gestesten SIGNIA STYLETTO und meine letzte Hoffnung WIDEX) Leider reichen mir die SIGNIA nicht mehr aus und ich muss mich entscheiden. Aber das werde ich auch noch hinbekommen.

"Ich gebe auf" war schon reisserisch, gebe ich zu. Den das werde ich letztendlich ja nicht machen. Die Überschrift hätte auch "Ich mache Pause" heissen können. Diese wird aber sicherlich ein oder zwei Jahre gehen. Ich will jetzt einfach mal zur Ruhe kommen. Mich mit anderen Sachen beschäftigen.
Kaesebrot
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Re: Ich gebe auf.

#2

Beitrag von Kaesebrot »

Deinen Frust kann ich gut verstehen. Ich war, trotz Schwerhörigkeit, jahrelang nicht versorgt, weil ich das Gefühl hatte die Technik ist nicht so weit, dass sie meine Behinderung ausgleichen kann. Dafür habe ich mich mehr oder minder selbst behindert und auch darunter gelitten mit Hintergrundgeräuschen wenig zu verstehen.
Ich würde dir nun nicht empfehlen deinen Hörverlust „vergammeln“ zu lassen und gar nichts zu tun, kann aber die Frustration darüber verstehen, dass Werbeversprechen „wieder alles und überall hören“ nicht eingehalten werden. Richtig, richtig gut wird es vermutlich nicht mehr werden. Aber vielleicht neutral und eben mit mehr Sprachverstehen. Dafür, dass du entweder eine viel bessere Option findest, oder dich irgendwann ohne gemischte Gefühle auf eine B-Lösung einlassen kannst, drücke ich dir fest die Daumen.
Hochtonabfall:
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Rechts: 10 - 30 - 45 - 50
svenyeng
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Re: Ich gebe auf.

#3

Beitrag von svenyeng »

Hallo!

Kein HG der Welt bringt das Hören zurück was mal mit dem natürlichen, menschlichen Gehör möglich war.
HGs sind Hörhilfen. Sie unterstützen beim Hören und das, wie ich meine, sehr gut.

Man darf eben nicht zu viel von HGs erwarten.

Ich käme ohne HGs nicht mehr zurecht.
Aber auch mit HGs verstehe ich nicht immer alles. Das ist aber normal.
Trotzdem komme ich sehr gut mit den HGs zurecht.

Gruß
sven
Mukketoaster
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Re: Ich gebe auf.

#4

Beitrag von Mukketoaster »

Keine Percentile, hm?

Also grundsätzlich ist es so, ein HG Träger wird nie wieder normal hören, da ist was dran. Aber wir kommen mittlerweile sehr weit mit HGs.
Am Hörtest gibts wenig zu diskutieren - LL,KL,US - Prüfen auf Vertäuben, HV Zahlen, US Zahlen, DV , Prüfen auf Vertäuben.... Grundsätzlich, sollten immer alle Tests gemacht werden, ohne Wenn und ABER
SumSum71
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Re: Ich gebe auf.

#5

Beitrag von SumSum71 »

Hallo Michael!

Ich kann Deinen Frust nachvollziehen.

Meine erste Hörgeräteversorgung vor 8 Jahren hat 7 Monate gedauert. Der Start war ziemlich holprig, aber das geht wohl den meisten so. Da war meine Psyche auch ziemlich angegriffen.

Aktuell bin ich seit 13 Monaten mit der neuen Versorgung beschäftigt. Allerdings habe ich auch ein paar Monate verloren, weil ich aufgrund von Lieferschwierigkeiten (Auftragsannahmestopp bei Signia) auf ein Gerät gewartet habe, was dann für meine "kleinen" Ohren nicht sinnvoll gefertigt werden konnte.

Nunmehr bin ich in der Endphase, die Krankenkasse hat den Zuschuss genehmigt und an den letzten Feinheiten werde ich noch mit meiner Hörakustikerin arbeiten. Die perfekte Einstellung wie man sich das vielleicht vorstellt, wird es vermutlich nicht geben.

Allerdings habe ich in den letzten 10 Wochen gemerkt, dass es für mich jetzt auch wichtig ist, dass das Thema Hören / Hörgerät auch mal wieder mehr in den Hintergrund rückt.

Klar die Schwerhörigkeit wird immer bleiben aber sie soll nicht dauerhaft die grosse Aufmerksamkeit bekommen wie im Laufe des letzten Jahres sondern, soweit möglich,
wieder „normaler“ Bestandteil meines Lebens werden.

Nicht aufgeben würde ich raten.

LG Sabine
Michael62
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Re: Ich gebe auf.

#6

Beitrag von Michael62 »

Ich habe mich zu sehr auf die Werbeversprechen eingelassen. Und leider trotz schlechter Erfahrung mehrmals. Das war ein großer Fehler. Wenn mich ein Hörgeräteneuling künftig nach den ersten Schritten frägt werde ich sagen, dass er auf keinen Fall den Versprechen auf den Websiten der Hersteller glauben schenken soll.

Aufgeben, liebe Sabine, ist natürlich nicht das Ziel. Auch wenn meine Überschrift so gewählt war. Wie bereits erwähnt aber eine wohlverdiente Pause von allem ;-)
Thinkvision
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Re: Ich gebe auf.

#7

Beitrag von Thinkvision »

Das kenne ich zugut, ich muss dir aber auch sagen, dass das blecherne jedenfalls bei mir, bei fast allen Hörgeräte am Anfang vorhanden war. Klar gibt auch so weichgespülte Hörgeräte vom Sound aber eigentlich habe ich es bei allen wahrgenommen. Das gute war jedoch, dass es nach einer Woche gar nicht mehr aufgefallen ist.

Aktuell teste ich IIC Modelle von Oticon (OWN) und ich muss sagen, keine großartige Technik vorhanden, aber dennoch ein Mehrwert beim Sprachverstehen als bei meinen alten Starkey Geräten mit allen möglichen Schnickschnack, nur in lauten Umgebungen wird es schwierig, aber vielleicht ist es auch nur die Gewöhnung.
Carla
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Re: Ich gebe auf.

#8

Beitrag von Carla »

Ich kann dich gut verstehen, Michael. Ich bin auch von Werbeversprechen ausgegangen. Und hatte mir Komfort versprochen. Ein Akustiker sagte, ich benötige schon potente Geräte, ein anderer meinte, eigentlich benötige ich gar keine. Phonak soll ja laut Werbung so viel können, bei mir konnten sie nichts. Aber dieses Ausprobieren strengt an, ich fragte mich auch immer, ob das jetzt richtig ist, was ich wie höre. Dann kam der Corona Gau. So wechselte ich nach 1,5 Jahren zu Signia Active Pro und damit bin ich fürs erste zufrieden. Das, was ich mir erhoffte, bekam ich nicht, aber die sind schon gut dran.
Ohrenklempner
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Re: Ich gebe auf.

#9

Beitrag von Ohrenklempner »

Die Schwierigkeit beim "warten auf eine neue Technik" besteht darin, dass Hörgeräte, so wie wir sie kennen, mit Klangverstärkung und einer "Verzerrung" der gewohnten Klangumgebung arbeiten. Daran wird sich in den nächsten zehn Jahren wahrscheinlich auch nicht all zu viel ändern. Was also so schön blechern, zischelig, schallend usw. wahrgenommen wird, beruht auf dem Grundprinzip der Arbeitsweise von Hörgeräten. Wir ändern etwas an der auditiven Wahrnehmung, zum Teil sogar sehr drastisch, wenn wir Hörgeräte aufs Ohr einstellen. Wenn man es nicht gut akzeptiert, sollte lieber langsamer herangegangen werden, um das Hörorgan behutsam zu trainieren.
Carreau!
tabbycat
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Re: Ich gebe auf.

#10

Beitrag von tabbycat »

Hallo Michael,

ein bisschen wie dir ging es mir vor ca. drei Jahren bei meiner letzten Neuversorgung: Ich habe zwei Akustiker "verschlissen" - einer davon der, bei dem ich jahrelang gut betreut wurde. Es wollte sich niemand mehr so wirklich Zeit nehmen und auf die Problematik meiner damals noch einohrigen Versorgung eingehen; man knallte mir Standardlösungen a la "Friß oder stirb" hin und drängte zu einer schnellen Entscheidung.
Irgendwann hatte ich die Nase voll, gab die Testgeräte zurück, brach ab und gönnte mir einen Monat Auszeit vom Thema.

Danach - bei einem neuen Akustiker - hat's prima funktioniert, wohl weil ich ausgeruht war und den Kopf frei hatte. Ich traf auf engagiertes Personal welches sich freute, daß ich selbst aktiv an einer Problemlösung interessiert war. Nach einigem Testen hatte ich dann sechs Monate später mein neues Hörgerät.

Ich wünsche Dir auf alle Fälle gute Erholung vom ganzen Stress - und den Mut, es bald wieder anzugehen! :)
Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der sagt: "Das ist technisch unmöglich."
(Sir Peter Ustinov)
Michael62
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Re: Ich gebe auf.

#11

Beitrag von Michael62 »

Danke für euer Feedback. Tut mir gut. Dachte schon ich hätte einen an der Waffel ;-)
Michael62
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Re: Ich gebe auf.

#12

Beitrag von Michael62 »

Thinkvision hat geschrieben: 9. Nov 2022, 11:45 Das kenne ich zugut, ich muss dir aber auch sagen, dass das blecherne jedenfalls bei mir, bei fast allen Hörgeräte am Anfang vorhanden war. Klar gibt auch so weichgespülte Hörgeräte vom Sound aber eigentlich habe ich es bei allen wahrgenommen. Das gute war jedoch, dass es nach einer Woche gar nicht mehr aufgefallen ist.
Die habe ich aktuell auch wieder im Ohr. Ich wollte ja die SIGNIA STYLETTO mal probieren. Die hatte der Akustiker da und schwupp waren sie in meinen Ohren. Die Oticon Own durfte ich solange trotzdem behalten. Und das war auch gut so. Die SIGNIA musste ich noch am selben Tag aus den Ohren nehmen, so stark wurden die Umgebungsgeräusche übertragen. So stak wie ich es zuvor nicht kannte. Zum irre werden war das. Mals sehen was er am Freitag dazu sagt.

Die Oticon sind wahrlich nicht schlecht und zumindest mal in der engeren Auswahl. Die Batterien könnten etwas länger halten. Wenn man viel streamt (TV und Musik) gehen sie doch recht schnell leer finde ich. Nix da mit bis zu einer Woche.

BTW um wieder auf mein Thema zurück zu kommen. Da steht sie in Sichtweite. Die Papiertüte des Akkustikers mit Phonakwerbung drauf. Da steht allen ernstes "So klingt das Paradies". Wenn dies das Paradies ist, gehe ich freiwillig in die Hölle.
tabbycat
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Re: Ich gebe auf.

#13

Beitrag von tabbycat »

Michael62 hat geschrieben: 9. Nov 2022, 13:59 BTW um wieder auf mein Thema zurück zu kommen. Da steht sie in Sichtweite. Die Papiertüte des Akkustikers mit Phonakwerbung drauf. Da steht allen ernstes "So klingt das Paradies". Wenn dies das Paradies ist, gehe ich freiwillig in die Hölle.
...so ist das eben mit der Werbung - sei es ein edles Parfum das mir übelste Kopfweh bereitet, der leckere Nespresso von dem ich Sodbrennen bekomme oder die Wiesenhof-Werbung, die natürlich nicht die armen Hähnchen in der Massenhaltung zeigt.
Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der sagt: "Das ist technisch unmöglich."
(Sir Peter Ustinov)
Bats
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Re: Ich gebe auf.

#14

Beitrag von Bats »

Danke für diesen Thread! Hat mir auch das Gefühl gegeben, nicht alleine mit meinen Erfahrungen zu sein. ;)

Bin selber seit nun über 7 Monaten in der Anpassung und finde es auch ungemein anstrengend und psychisch belastend. Hatte mich ja in anderen Threads schon darüber beklagt, aber bin einfach sehr enttäuscht davon, dass die verschiedenen Geräte zum Teil erhebliche "Flausen" haben, die man ihnen scheinbar wenig bis gar nicht austreiben kann. Ich habe letztlich auch das Gefühl, dass ich die Geräte nehmen muss, die am wenigsten unbefriedigend sind - das ist schade. Dass man mit Hörgeräten nicht so gut hört wie "Normalhörende" ist mir völlig bewusst, die Anspruchshaltung habe ich auch nicht. Finde es aber echt schwer abzuschätzen, ob ich mich an bestimmte Macken gewöhnen kann oder nicht - letztlich muss man für eine Kaufentscheidung aber ja genau das quasi voraussagen.

Was Akustiker angeht: Da habe ich auch in der Vergangenheit schon öfter das Gefühl gehabt, dass es hier viele unterschiedliche Herangehensweisen gibt, die mal besser oder schlechter passen. Für das eigene Kontrollgefühl ist das natürlich eher Gift, wenn man in einem so wichtigen Lebensbereich wie Hören so abhängig vom Gegenüber und seinen Fähigkeiten ist.

Letztlich kann ich den Wunsch nach einer Pause gut verstehen - ich bin es auch leid, dass die Anpassung und das Achten auf die eigenen Höreindrücke so viel Raum einnehmen. Da kann eine Pause schon helfen, einfach mal wieder zu "leben". Es ist für mich tatsächlich auch ein Gedanke, ob ich jetzt nicht einfach mal Geräte nehme, damit diese Anpassungsphase mal zu Ende ist und ich mich wieder auf anderes konzentrieren kann. Bei einer Pause ist aber vermutlich auch die Dauer wichtig, weil ich mir vorstellen kann, dass auf die Dauer die Unterstimulation durch die Schwerhörigkeit für die Verarbeitung im Gehirn nicht gut ist.

Wünsche dir alles Gute auf deinem Weg!
Blümle
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Re: Ich gebe auf.

#15

Beitrag von Blümle »

#13 Im Unterschied zum Parfum, dem Kaffee oder den Hähnchen handelt es sich bei Hörgeräten halt um Medizinprodukte, bei denen den -„Konsument:innen“ leider nix anderes übrig bleibt, als sie zu nutzen.
Ich finde es fatal und die Branche selbstschädigend, wenn sie mit unlauterer Werbung versucht, ihr Zeug zu „verkaufen“. Sowas fällt nicht unter „vertrauensbildende Maßnahmen“. Und Vertrauen ist doch wiederum genau das, was in diesem Hörgeräte-Kaufprozess so entscheidend ist: Vertrauen, dass ich ehrlich und fachlich korrekt informiert und beraten werde.
Wie Bats hier in #14 schreibt: „ Für das eigene Kontrollgefühl ist das natürlich eher Gift, wenn man in einem so wichtigen Lebensbereich wie Hören so abhängig vom Gegenüber und seinen Fähigkeiten ist.“

Ich krieg echt nen Hals, wenn ein/e Akustiker:in ein Schild vor den Laden rausstellt, dass kostenloses Probetragen vom neuen Phonak nur vom 13.11.- 4.12. möglich ist. - Mal ehrlich, wie soll ich jemandem vertrauen, der die Leute wissentlich und vorsätzlich („Ist doch nur Werbung“) vera…
___
Das ist hier nur meine persönliche Meinung dazu und keine Verallgemeinerung. Es gibt tolle und ehrliche Akustiker:innen und Kund:innen bei denen alles toll und prima ist. Und unter den Hörgeräten sind sichelrich auch 99,99% der Geräte super und gut. Und dann gibts halt auch noch ein paar so Pechvögel, bei denen es nicht so gut funktioniert, die z.B. hier im Forum Erfahrung und Bestätigung dafür suchen, dass es nicht (nur) an ihnen selbst liegt, dass es nicht gut läuft. Und sei es, weil sie das eine 0,01% Montagsmodell erwischt haben… 😂
Hear-me
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Re: Ich gebe auf.

#16

Beitrag von Hear-me »

Hallo Michael,
wollte gerade mal gucken, ob es was Neues zum OWN gibt. Bei meinem Akustiker liegen leider noch keine Vergleichswerte vor. Zu Deinem Frustgefühl kann ich nur sagen, dass sich da ab einem gewissen Grad des Hörverlustes nicht mehr allzu viel herausholen lässt mit Hörgeräten alleine. Da wird sich technisch auch nicht so viel tun in nächster Zeit, fürchte ich. Wir müssen Grenzen akzeptieren und andere Mittel, wie Zusatztechnik, Gesprächstaktik, Positionierung im Raum, ggf. Ablesen mit hinzuziehen. Eine Pause kann ganz gut sein, um das Getestete noch mal "wirken" zu lassen. Aber ich verstehe Dich, mit Audio Servce hatte ich auch noch etwas besser verstanden als mit Oticon (More), aber weder Audio Service, noch Signia hat die Zusatztechnik, die ich benötige. Es ist ein wenig wie "Warten auf Godot", ich hatte gehofft, sie bringen noch was Neues auf den Markt. So bleibt mir auch nur noch Oticon, was für mich immer noch besser von der Sprachverständlichkeit ist als Widex. Phonak verzerrt mir zu viel. Manchmal ist auch Geduld, auch hinsichtlich der Einstellungsmöglichkeiten, seitens des Akustikers gefragt, da lohnt es sich evtl. auch mal einen anderen auszuprobieren.
Richy
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Re: Ich gebe auf.

#17

Beitrag von Richy »

Also ich hab ja auch mehrere Hersteller durch aber Widex hat für mich das beste Sprachverständnis plus Musik, zumindest im Autoradio, geht wieder
teak
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Re: Ich gebe auf.

#18

Beitrag von teak »

Michael62 hat geschrieben: 9. Nov 2022, 08:17 ...
Und noch viel schlimmer: Keins hat mir ein befriedigendes Ergebnis geliefert. So stehe ich nun vor der Entscheidung, von all den unbefriedigten mir das am wenigsten unbefriedigste auszusuchen.

Ich werde mich dran gewöhnen müssen und das wird mir über einen längeren Zeitraum auch sicher gelingen.
...
Haargenau so ist es. Zum optimalen Ergebnis tragen drei Faktoren bei: das richtige Gerät, die richtige Einstellung des Gerätes und die richtige Einstellung des Trägers.

Es gibt Menschen, die mit zwei Beinprothesen die 100m in unter 11 Sekunden laufen. Das schaffen allerdings die meisten Prothesenträger nicht, selbst mit genau der gleichen Prothese. Die Werbung, daß es möglich ist mit Prothese so schnell zu laufen, ist deshalb nicht falsch. Falsch ist die Interpretation des Einzelnen, das müsse auch für ihn gelten.

Das am wenigsten unbefriedigende Gerät auszuwählen, ist schon mal nicht verkehrt. Die gleiche Zeit wie für die reine Geräteauswahl noch einmal in die Suche der optimalen Einstellung zu investieren, wäre allerdings ebenfalls zu empfehlen. Aufgrund der reinen Hörtest-Ergebnisse ist lediglich eine grobe Basis-Einstellung möglich, die Feinarbeit kann da noch viel herausholen. Erst in der Interaktion mit dem Akustiker kommt es zum optimalen Ergebnis. Die bloße Tatsache, daß ein Hörgerät über diese Einstellungsmöglichkeiten verfügt, reicht nicht aus.

Ich habe vier Monate mit Geräteauswahl und noch einmal vier Monate mit Feineinstellung verbracht. Hören und Verstehen sind zwar immer noch nicht vollkommen, aber ich komme in den allermeisten Situationen zurecht und fühle mich nicht behindert.

Aber vielleicht habe ich auch nur ein gebrochenes Verhältnis zur Werbung. Mir ist es fremd, darin ein Versprechen zu sehen.
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