BICROS oder 2 vollwertige Hörgeräte? mit Audiogramm

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aurum
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BICROS oder 2 vollwertige Hörgeräte? mit Audiogramm

#1

Beitrag von aurum »

Hallo
meine Mutter (83) hat ein nahezu taubes Ohr und eins mit Altersschwerhörigkeit.
Überweisung vom HNO sagt beidseitige Versorgung
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Akustiker sagt: das schlechte Ohr ist unversorgbar und hat zum ersten Probetragen ein Signia-Bicros-Demo-Duo mitgegeben, da Kabelmikrofongefitze für meine Mutter nicht infrage kam (ohne Hinweise, welche Funktionen der Wippschalter hat, welche Programmoptionen oder wenigstens kurzem Sprachverständlichkeitstest mit angelegten Geräten. schlimmer noch: mit dem Hinweis, dass sich die Geräte wohl bald mittels Piepsen wegen Akkuladen bemerkbar machen werden. 2 min Fußweg später zuhause bei mir meinte meine Mutter, dass sie keinen Unterschied zu vorher merkt. ja wie auch? die Dinger waren nicht kurz vor aus, sondern aus)
wie auch immer. das lässt mich schon etwas an der Kompetenz und/oder Sorgfalt bei der Anpassung zweifeln und ich bin gespannt, was wohl am Mittwoch als 2. Vorschlag kommt, zu dem Termin ich wohl sicherheitshalber mitgehen sollte, was auch der Vorschlag der Akustikerin war.

ich möchte gerne eine unabhängige Meinung(en) hören, ob das schlechte Ohr tatsächlich besser mittels (BI)CROS versorgt werden sollte oder ob ein normales (kräftiges) Hörgerät besser sein könnte wegen besserem Richtungshören oder ob beides möglich ist mit spezifischen Vor-und Nachteilen
ich habe am Sonntag viel im Netz gelesen und fand deutlich schlimmere Audiogramme als typische Beispiele für notwendige CROS-Versorgung und einen Blog aus 2019 bzgl. Bicros-Erfahrung, wo die bessere(!) Seite so schlecht war wie bei meiner Mutter die schlechte (Blogger wurde letztlich mit Phonak 30 versorgt, weil er mit 90 keine signifikante Verbesserung spürte) und der ganz zufrieden war außer in schwierigen Hörsituationen

nun ist tatsächlich die Frage: das schlechte Ohr mit vollwertigem Hörgerät versorgen auch um den Preis, dass die Sprachverständlichkeit in Gruppen vielleicht semioptimal ist, der Stromverbrauch hoch und ein dicker Schallschlauch notwendig statt dünnem Hörerkabel (ist das so?)
oder wie vom hiesigen Akustiker als Tatsache gesetzt, Bicros, weil beidseitig mit unauffälligem Kabel und Ton gut verständlich aufs bessere Ohr zu geben
geht also um echtes Richtungshören vs. schwierigere Anpassung an die starke Hörminderung
ich habe versucht, mit meiner Mutter einen Sprachverständlichkeitstest "für Arme" zu machen auf dem schlechten Ohr, indem ich ihr Inearkopfhörer gab und mittels Radioequalizer (Höhen lauter, Tiefen leiser)die Sprachverständlichkeit zu verbessern versuchte, aber ich bekam nicht genug Lautstärke raus bis dahin, wo sie nicht nur Geräusch hören, sondern Worte verstehen könnte
Vielen Dank für Hilfe/Beratung
Akustik Alex
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Re: BICROS oder 2 vollwertige Hörgeräte? mit Audiogramm

#2

Beitrag von Akustik Alex »

Hey Aurum,

ich habe deinen Post nur überflogen, aber das linke Ohr ist problemlos mit einem Hörgerät versorgbar. Von CROS würde ich hier abraten, nicht nur deshalb, weil die Krankenkassen CROS-Systeme echt sehr dürftig bezuschussen, sondern weil das Ohr noch gute Leistung bringt. Da wo der Strich mit Kugelschreiber gezogen wurde, wäre die Indikation für WHO4 (an Taubheit grenzend). Selbst dafür gibt es Hörsysteme, wurde aber von ihr nicht erreicht. Es spricht also alles für eine Regelversorgung auf beiden Seiten.

Besten Gruß,
Alex
aurum
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Re: BICROS oder 2 vollwertige Hörgeräte? mit Audiogramm

#3

Beitrag von aurum »

vielen Dank
das mit der lächerlich geringen Bezuschussung als Kriterium habe ich in meiner Frage weggelassen,
weil die Hörverbesserung an 1. Stelle stehn sollte, auch wenn es ärgerlich und aus meiner Sicht unverständlich ist, dass selbst die einfache Technik der Senderseite (Mikro, Akku, Bluetoothsender)schon 1.000,- kostet und damit im krassen Missverhältnis zur Kassenleistung steht, die nur Kabelmikro abdecken würde, wenn überhaupt
Grüße
Ohrenklempner
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Re: BICROS oder 2 vollwertige Hörgeräte? mit Audiogramm

#4

Beitrag von Ohrenklempner »

Laut Sprachaudiogramm (auch wenn man die Plausibilität anzweifeln kann) schafft das linke Ohr noch 100%. Selbst bei 50% hätte ich gesagt, dass man eine Regelversorgung wenigstens mal testen könnte. Also ja, auf jeden Fall ein normales Hörgerät links und kein CROS!
Carreau!
tabbycat
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Re: BICROS oder 2 vollwertige Hörgeräte? mit Audiogramm

#5

Beitrag von tabbycat »

Moin,

ich bin auf dem rechten Ohr ähnlich betroffen (mit Hochton-Steilabfall) und habe links eine beginnende Altersschwerhörigkeit.

Bei mir haut die Versorgung mit ganz normalen Hörgeräten prima hin, auch das Richtungshören funktioniert wunderbar.
Ich trage übrigens günstige "Einstiegsklasse"-Geräte, die keinen großartigen Schnickschnack haben. Wäre mir Bluetooth nicht so wichtig gewesen, hätten es auch Geräte ohne Aufzahlung getan.

Falls der Akustiker sich beim nächsten Termin noch genauso ignorant verhält, würde ich woanders hingehen.
Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der sagt: "Das ist technisch unmöglich."
(Sir Peter Ustinov)
Mukketoaster
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Re: BICROS oder 2 vollwertige Hörgeräte? mit Audiogramm

#6

Beitrag von Mukketoaster »

Ich würde auch ne normale Versorgung probieren und wenn’s nicht zufriedenstellend ist, dann kann man immer noch über Bicros sprechen
aurum
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Re: BICROS oder 2 vollwertige Hörgeräte? mit Audiogramm

#7

Beitrag von aurum »

tabbycat, hast du RIC oder Schlauch auf der schlechten Seite?
und wenn Schlauch: Schirmchen oder Ohrpassstück?
oder wird Schlauch gar nicht mit Schirmchen, sondern immer geschlossen, also Ohrpassstück verwendet?
AsianAkustiks
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Re: BICROS oder 2 vollwertige Hörgeräte? mit Audiogramm

#8

Beitrag von AsianAkustiks »

Hi, würde auch mit einer regulären Hörgeräteversorgung starten, sofern das linke Ohr wirklich so gut Diskriminiert! Was ich ehrlich gesagt nicht ganz glauben kann… ansonsten kann man natürlich immer noch BiCROS testen :)
tabbycat
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Re: BICROS oder 2 vollwertige Hörgeräte? mit Audiogramm

#9

Beitrag von tabbycat »

@aurum ich habe auf beiden Seiten RIC's mit Ring-Otoplastiken, am früheren Schlauchgerät ebenfalls.
Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der sagt: "Das ist technisch unmöglich."
(Sir Peter Ustinov)
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