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Schallempfindungsstörung oder Schalleitungsstörung mit Tinnitus
Verfasst: 24. Nov 2025, 10:55
von gereon
Mein Vater (76) leidet an Tinnitus (rechtes Ohr) und hat daher vom HNO Gingobetta verschrieben bekommen. Neben dem Tinnitus hat er das Gefühl, dass das Ohr nicht richtig arbeitet, da alles auf diesem Ohr sehr dumpf klingt. Des Weiteren kommt noch zusätzlich ein Hall dazu, wenn er zum Beispiel die Lautstärke vom Fernsehen und Radio erhöht. Der HNO sprach hier jetzt von einer einseitigen Versorgung mit einem HG. Aufgrund der beschriebenen Symptome ist mein Vater hier noch skeptisch eingestellt.
Ich habe dann gesagt, dass wahrscheinleich etwas im Innenohr nicht richtig funktioniere, da dort der Schall nicht richtig weitergeleitet wird, so dass hier vielleicht eine Schalleitungsstörung vorlieen könnte. Oder bringe ich hier wieder mal alles durcheinander und es liegt eine Schallempfindungsstörung vor?
Er hatte letztes Wochenende in meinen Kinderzimmer ein Buch über Tinnitus von Marco Weller (Oberarzt der Rehaklinik in Bad Nauheim), das ich mir während meiner Reha in Bad Nauheim im Juni/ Juli 2023 gekauft habe und wird dieses nun während seines Urlaubs ab Dienstag durcharbeiten und dann anhand der Empfehlungen aus diesem Buch dann entscheiden, was weiter zutun ist.
Vielen Dank schon einmal für euere Antworten.
Re: Schallempfindungsstörung oder Schalleitungsstörung mit Tinnitus
Verfasst: 24. Nov 2025, 11:47
von Ohrenklempner
Hello
wenn etwas im Innenohr nicht richtig funktioniert, dann ist es die Schallempfindung. Eine Schallleitung findet per Definition nur bis zum Mittelohr statt, d.h. Gehörgang, Trommelfell, Gehörknöchelchen. Dementsprechend sind alle Schwerhörigkeiten, bei denen die physikalischen Luft- und Knochenschwingungen beeinträchtigt sind, zur Schallleitungs-Schwerhörigkeit. Alles, was im eigentlichen Sinnesorgan (Cochlea) und bei der Reizweiterleitung (Hörnerv usw.) geschädigt ist, zählt per Definition zu einer sensoneurinalen bzw. Schallempfindungs-Schwerhörigkeit.
Wenn dein Vater schon selbst merkt, dass alles zu dumpf klingt, dann sollte einmal audiometrisch erfasst werden, wie weit eine Hörschädigung vorliegt. Ist der Tinnitus und das dumpfe Hören noch ganz frisch? Dann kann es sein, dass sich das Ohr wieder erholt. Wenn die Problematik schon mehrere Monate oder länger besteht, dann würde ich davon ausgehen, dass es so bleibt.
Re: Schallempfindungsstörung oder Schalleitungsstörung mit Tinnitus
Verfasst: 24. Nov 2025, 13:46
von gereon
Also der Tinnitus ist erst vor kurzem festgestellt worden. Das dumpfe Gefühl auf einem Ohr scheint er schon länger zu haben. Der HNO war der Meinung, da mein Vater auch schlecht durch die Nase Luft bekam, mit einer Nasenscheiudewandbegradigung könnte man auch die Hörprobleme bessern.
Wenn man sich nun aber meinen Ausgangsbeitrag ansieht, dann hat die OP doch nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Sollte ich hier was falsch sehen, dann korrigiert mich bitte. Ich lerne durch das Forum immer noch täglich neues dazu, auch wenn ich durch meine eigene seit über 40 Jahren bestehende Hörschädigung hier ein großes Wissen aneignen bnd erarbeiten konnte.
Re: Schallempfindungsstörung oder Schalleitungsstörung mit Tinnitus
Verfasst: 24. Nov 2025, 14:59
von Gordana
gereon hat geschrieben: ↑24. Nov 2025, 13:46
Also der Tinnitus ist erst vor kurzem festgestellt worden. Das dumpfe Gefühl auf einem Ohr scheint er schon länger zu haben. Der HNO war der Meinung, da mein Vater auch schlecht durch die Nase Luft bekam, mit einer Nasenscheiudewandbegradigung könnte man auch die Hörprobleme bessern.
Wenn man sich nun aber meinen Ausgangsbeitrag ansieht, dann hat die OP doch nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Sollte ich hier was falsch sehen, dann korrigiert mich bitte. Ich lerne durch das Forum immer noch täglich neues dazu, auch wenn ich durch meine eigene seit über 40 Jahren bestehende Hörschädigung hier ein großes Wissen aneignen bnd erarbeiten konnte.
Ich habe seinerzeit ( vor 30 Jahren) beides gehabt, Tinnitus und dieses dumpfe Gefühl.
ich würde behaupten dass das gleichzeitig gekommen ist. Das dumpfe Gefühl war so als
ob ich in einer Hälfte des Kopfes eine Wand aus Watte habe, sehr belastend.
Der Arzt hat mich dann wochenlang mit der Luftpumpe in der Nase "behandelt" und nach
8-10 Wochen war das weg, geblieben ist die Schwerhörigkeit, aber damit komme ich irgendwie zu recht.
Re: Schallempfindungsstörung oder Schalleitungsstörung mit Tinnitus
Verfasst: 24. Nov 2025, 17:34
von Ohrenklempner
Ja, Schallleitungs-Schwerhörigkeiten können häufig operativ behoben werden. Aber wenn gerade kein Audiogramm und bestenfalls noch einem Tympanogramm und eine Stapediusreflexmessung vorliegt, wäre die Ursachenforschung ein reines Tapsen im Dunkeln.
