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Nach der Vorstellungs ins Eingemachte...

Verfasst: 18. Aug 2009, 09:44
von Mimi01
Nochmals hallo in die Runde,

meine Tochter Kim geht, wie in der Vorstellung erwähnt, seit letztes Jahr in eine Förderschule für den Bereich Hören und Kommunikation.
Kurz vor der Einschulung wurde von der Sprachheilschule, die im gleichen Gebäude wie die Förderschule Hören ist, ein Gutachten erstellt, als meine Tochter noch im Kindergarten war. Da es im Arztbrief einen Formfehler gab, nämlich Förderschwerpunkt Sprache statt Hören, fiel dieses Gutachten viel zu gut aus.
Deshalb waren wir komplett verunsichert, was die Einschulung anbelangt. Von Seiten der Ärzte hieß es, Regelschule käme gar nicht in Frage, das Gutachten hingegen war fast unauffällig. Wir standen dazwischen.

Jedenfalls wollten wir den sicheren Weg wählen, so kam das Kind auf die Förderschule auf Probe.

Erst innerhalb des letzten Schuljahres haben wir alle das komplette Ausmaß der Dinge erkennen können und sind inzwischen heilfroh, dass unser Kind dort zur Schule geht. Den Formfehler konnten wir inzwischen ausmerzen, so dass die Förderung komplett bewilligt wurde und somit das Kind weiterhin dort zur Schule gehen kann.

Innerhalb des Schuljahres zeigte sich erst, dass die Hörstörung bei meiner Tochter große psychologische Probleme mit sich gebracht hatte. Da die Diagnose sehr spät kam, war es uns vor Einschulung auch kaum möglich, sie selbst genügend darüber aufzuklären. So haben sie Dinge festgesetzt. Sie traut sich selbst nur dann etwas zu, wenn sie sich in einem geschützen Raum befindet. Sprich zuhause, im Umfeld oder ansatzweise in der Schule.
Woanders zieht sie sich zurück oder verweigert sich. Letztes Beispiel war der Versuch, sie in einem Turnverein unterzubringen. Sie hat einmal mitgemacht und es danach verweigert.
Die Lehrerin bestätigte uns, dass grade Turnhalle die schlechteste aller akkustischen Bedingungen für sie darstellt und sie große Schwierigkeiten dort hat.

Wir tasten uns erst ganz allmählich an diese Dinge heran.

Hinzu kommt, dass sie sich dem Vergleich ausgesetzt sieht, dass sie in der Förderschule in einer Eingangsklasse war, ihre beiden Drillingsbrüder hingegen in der ersten Klasse. Rein intellektmässig ist sie ihnen gleich, hinkt aber lernmässig hinterher, weil sie einen Großteil ihrer Konzentration fürs Hören benötigt, der ihr dann fürs Lernen fehlt.

Sie tut sich schwer, aber wir arbeiten daran.

Derzeit lassen wir es uns komplett offen, ob sie innerhalb der Grundschulzeit überhaupt auf eine Regelschule wechseln wird. Das hängt noch stark davon ab, ob wir die Edulink Anlage, die sie bekommen hat, auch behalten kann. Diese wurde grade von der KK abgelehnt und wir müssen nun klagen.

Gruß
Silke

Re: Nach der Vorstellungs ins Eingemachte...

Verfasst: 18. Aug 2009, 11:04
von Momo
Hallo Silke

zur Edulink habe ich schon was geschrieben.

In welchem Bundesland wohnt ihr denn?
Das Problem beim Wechseln zur Regelschule ist leider oft, dass ein Wechsel so einfach nicht möglich ist, da sich die Förderschule Hören oft im Leistungsstand usw. sehr von Regelschulen unterscheidet!

Trotz alledem solltet ihr eure Tochter ermutigen Freizeitangebote vor ort wahrzunehmen. Vielleicht hilft es wenn sie jemand Vertrautes an der Seite hat- eine Freundin z.B.

Viele Grüße

Re: Nach der Vorstellungs ins Eingemachte...

Verfasst: 18. Aug 2009, 11:10
von Mimi01
Ups, sorry, hatte das Bundesland komplett vergessen. Wir kommen aus NRW.

Die Rückbeschulung hier klappt, zumindest was die angrenzende Sprachheilschule angeht, meist relativ gut, aber immer mit einem Jahr Verlust. Damit rechnen wir auch.

Bisher, und zwar aufgrund der wirklich kleinen Kinderzahl in der Klasse (zur Zeit 8 Kinder, manchmal weniger), ist individuelles Beschulung dort, komplett gewährleistet.
Ich kann sagen, dass sie nach dem einen Jahr Eingangsklasse soweit ist, wie ihre Brüder nach einem halben Jahr. Würde sie die erste Klasse, in die sie nun geht, abschließen, hätte ich kaum Bedenken, dass sie den Anschluss in die zweite der Regelschule nicht schafft.

Das ist eher weniger das Problem. Mehr wäre es die großen Klassenzahlen (derzeit bei ca. 30 Kindern pro Klasse) in den hiesigen Regelschulen und die Tendenz, ich drücke mich mal ganz vorsichtig aus, "anspruchsvollere Kinder" gar nicht erst aufzunehmen.

Das mit den Freizeitangeboten, nachdem uns erst mal klar wurde, wo das eigentliche Problem liegt, nehmen wir jetzt noch mal in Angriff.

Gruß
Silke

Re: Nach der Vorstellungs ins Eingemachte...

Verfasst: 18. Aug 2009, 14:38
von Momo
Mimi01 hat geschrieben:Bisher, und zwar aufgrund der wirklich kleinen Kinderzahl in der Klasse (zur Zeit 8 Kinder, manchmal weniger), ist individuelles Beschulung dort, komplett gewährleistet.
Hallo das sollte so sein. Kleine Klassen sind da aber leider auch keine Garantie.... auch bei uns sind nur 8 Kinder in der Klasse, aber von ganz indivuell sind wir sehr entfernt... leider. Also hab auf jeden Fall ein Auge drauf wie die Beschulung für deine Tochter passt und suche rechtzeitig das Gespräch.

LG

Re: Nach der Vorstellungs ins Eingemachte...

Verfasst: 18. Aug 2009, 19:58
von Mimi01
Momo hat geschrieben: Hallo das sollte so sein.
Nun ja, seien wir mal ehrlich. Damit werben auch alle Regelschulen und leisten es in den allermeisten Fällen nicht. In der Schule meiner Tochter jedenfalls sind wir bisher sehr gut aufgehoben.
Ich bin seit 26 Jahren Mutter, habe so etliche Schulgeschichten hinter mir und bin vielleicht auch deshalb von dieser Schule so sehr begeistert, weil sie sich von allem abhebt, was ich bisher kannte und erlebt habe.

Ich glaube gern, dass das kein Standard ist und es Schulen gibt, wo man genauer nachschauen und den Dingen hinterher sein muss. Hier ist das jedenfalls anders. Und darüber bin ich doch sehr froh und dankbar.

Gruß
Silke

Re: Nach der Vorstellungs ins Eingemachte...

Verfasst: 19. Aug 2009, 09:10
von Momo
Mimi01 hat geschrieben:
Momo hat geschrieben: Hallo das sollte so sein.
Nun ja, seien wir mal ehrlich. Damit werben auch alle Regelschulen und leisten es in den allermeisten Fällen nicht.
Da hast du sicher recht. Nur sind in einer Regelschulklasse meist deultich mehr Kinder. Bei nur 8 Kindern sollte das ein wenig einfacher sein. Klar muss man Abstriche machen, und ja nicht alles muss schlecht sein. Auch bei uns sind sicher viele Kinder gut dort aufgehoben und die Beschulung ist angemessen, aber manche könnten wenn sie individuell betrachtet werden würden mehr gefordert werden und auch Regelschulniveau erreichen.....
Mimi01 hat geschrieben:....und bin vielleicht auch deshalb von dieser Schule so sehr begeistert, weil sie sich von allem abhebt, was ich bisher kannte und erlebt habe.

Ich glaube gern, dass das kein Standard ist und es Schulen gibt, wo man genauer nachschauen und den Dingen hinterher sein muss. Hier ist das jedenfalls anders. Und darüber bin ich doch sehr froh und dankbar.

Gruß
Silke
Das ist doch sehr schön. Ich drücke euch die Daumen dass es so bleibt!

LG