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Hörgerät

Verfasst: 20. Sep 2017, 18:57
von Piffi
Hallo. Ich habe seit 8 Tagen ein Probehörgerät es ist sehr unangenehm,besonders das man sich selber reden hört ,dieser hohle Klang und dieser Druck im ohr (war vorgestern beim Akustiker,er hat es eingestellt,ichkann aber keine "Besserung feststellen") ist das bei euch auch so?? Da es ja noch ein Kassengerät ist würde ich gerne wissen ob es ,wenn ich mir mal ein Gerät (brauche nur auf dem rechten Ohr eins,weil das linke durch 2x Kopf-op ganz kaputt ist )kaufe auch so ein schlechter Ton ist?? wer kann mir auskunft geben??Noch eine Frage,ich bin durch die Kopf-ops 80% schwerbeschädigt würde es da (die Geräte sind ja sehr teuer) eine Ermäsigung geben?? hat jemand Erfahrung??Ich finde das Material sehr hart im Ohr,das schmerzt,wäre für eure Meinung und Erfahrung sehr dankbar.
Herzlich Piffi

Re: Hörgerät

Verfasst: 20. Sep 2017, 20:04
von Faber
Hallo Piffi,
willkommen im Club :)
Gleich mal vorab die Aufräumung mit der von der Hörgerätezunft gern konservierten Missverständigung :)
Es gibt nämlich schon seit Jahren keine "Kassengeräte" mehr.
Der Hörgeräteakustiker hat dir nach sorgfältiger Anamnese (was ist deine Hör-vorgeschichte, was ist dein in den nächsten 6 Jahren voraussichtliches Hör-er-leben), und sorgfältiger Diagnose auf Basis aktueller medizinischer Erkenntnisse mit aktueller Technik (OLSA- oder GÖSA-Test ist da weit aktueller und geeigneter als der "FreiburgerEinsilber" von 1953) mindestens ein zuzahlungsfreies Gerät anzubieten, welches - individuell für dich - dein Sprachverstehen auch bei Umgebungsgeräuschen und in größeren Personengruppen möglichst so gut ermöglicht, dass es dir deine Einschränkung - soweit möglich - ausgleicht.
Das braucht also nicht in jedem Fall das Basisgerät mit den Standardmindestanforderungen zu sein :)
Nachzulesen ist das alles in den 2013 ganz neu formulierten Hilfsmittelrichtlinien, die - was die Versorgungsziele des § 19 anbelangt - praktisch wortgleich in die Verträge aufgenommen wurden, zu deren Einhaltung sich auch dein Hörgeräteakustiker verpflichtet hat.
siehe hier:
https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... 8-mV9fmKqg

Re: Hörgerät

Verfasst: 21. Sep 2017, 07:58
von svenyeng
Hallo!

@Pfiffi:
Das ein Hörgerät erst mal ein Fremdkörper im Ohr ist, ist klar.
Aber so wie Du es beschreibst sollte es natürlich nicht sein.

In der Testphase sollte man sehr viele Geräte von sehr vielen Herstellern testen.
Jeder Hörverlust ist anders, also individuell und nicht jeder kommt mit jedem Gerät klar. Das richtige zu finden und anzupassen kann sehr lange dauern (schnell auch mal 6 Monate).

Kassengeräte gibt es am sich gar nicht. Das sind dann sogenannte zuzahlungsfreie Geräte.
problem ist nur, das die meistens nicht so toll sind. Ich habe in über 20 Jahren als Hörgeräteträger eine Menge Geräte getestet und meine Erfahrungen gemacht. Fakt ist, je teurer das Gerät desto besser kann man hören.
Ich hatte auch mal zuzahlungsfreie Geräte, aber die taugten nichts.
Auch mein Umfeld beschwerte sich immer wieder das ich damit nicht richtig hören kann.
Beim testen würde ich das finanzielle aber erst mal außer Acht lassen. Erst mal ordentlich testen. Wenn man gleich ans Geld denkt ist man voreingenommen.
Natürlich ist es verständlich das nicht jeder zig tausende Euros für ein Hörgerät auf den Tisch legen kann.
Es lassen sich aber Lösungen finden. Der Akustiker bietet z.B. 0% Finanzierung über 3 Jahre an.
Wichtig ist das man gut hören kann und das sollte an erster Stelle stehen!

Wenn ich Deinen Beitrag lese, so denke ich das Du wohl ein ImOhr Hörgerät hast. Teste doch mal HinterDemOhr Geräte. Lass eine möglichst große Lüftungsbohrung in die Otoplastik machen und nehme die kleine Plastik.
Dann ist das alles gar nicht mehr unangenehm.

@gewichtl:
Sorry, aber es nervt langsam!
Wir haben doch oft genug diskutiert das kein Akustiker auf dieser Welt Hörgeräte unter seinem EK verkaufen kann.

Gruß
sven

Re: Hörgerät

Verfasst: 21. Sep 2017, 09:13
von akopti
Lieber Gewichtl

Es ist toll, das du mit deinem Expertenwissen hier schreibst, aber informiere dich doch bitte zum Thema "Einohrigkeit" und der Besonderheit beim verstehen im Störgeräusch.

Und damit bin ich hier schon wieder raus.

Dirk

Re: Hörgerät

Verfasst: 21. Sep 2017, 09:37
von Ohrenklempner
Pfiffi, wie gut hört denn dein Ohr noch?
Anfangs ist es alles ziemlich gewöhnungsbedürftig da du (je nach Schweregrad der Hörminderung) ein wahres Feuerwerk an Klangeindrücken erlebst, aber dieser Druck im Ohr und der sehr hohle Klang geben schon zu denken.
Was hast du gerade für Geräte dran? Hast du den Eindruck, die wurden sorgfältig angepasst, also mit Messungen auch übers Hörgerät oder einfach nur Zack-zack-eingestellt und ran ans Ohr?

Re: Hörgerät

Verfasst: 21. Sep 2017, 11:37
von RemyRiver
Piffi hat geschrieben:Hallo. Ich habe seit 8 Tagen ein Probehörgerät es ist sehr unangenehm,besonders das man sich selber reden hört ,dieser hohle Klang und dieser Druck im ohr (war vorgestern beim Akustiker,er hat es eingestellt,ichkann aber keine "Besserung feststellen") ist das bei euch auch so?? Da es ja noch ein Kassengerät ist würde ich gerne wissen ob es ,wenn ich mir mal ein Gerät (brauche nur auf dem rechten Ohr eins,weil das linke durch 2x Kopf-op ganz kaputt ist )kaufe auch so ein schlechter Ton ist?? wer kann mir auskunft geben??Noch eine Frage,ich bin durch die Kopf-ops 80% schwerbeschädigt würde es da (die Geräte sind ja sehr teuer) eine Ermäsigung geben?? hat jemand Erfahrung??Ich finde das Material sehr hart im Ohr,das schmerzt,wäre für eure Meinung und Erfahrung sehr dankbar.
Herzlich Piffi
Was heisst denn ganz kaputt? Wie sieht das audiogram denn aus? Es gibt auch Geraete fuer 90 dezibel und mehr. Idr ist selten das komplette ohr kaputt. Ich wuerde versuchen immer 2 geraete zu holen, dein gutes ohr wird sonst fuer das schlechte noch mehr kompensieren muessen (wenn das schlechte zumindest best moeglich versorgt ist, ist es etwas weniger) was dich stresst und auf deine gesundheit schlaegt.

Ansonsten koenntest du auch ueber eine crossfit versorgung nachdenken?

Re: Hörgerät

Verfasst: 21. Sep 2017, 14:51
von Wallaby
Hallo Piffi,

was wurde am Kopf-OP gemacht bzw. am Ohr operiert? Wo lies Du das machen, warst Du in HNO-Klinik die mit Hörschädigung und ggf. auch CI auskennen?
Falls das linke Ohr soooo schlecht sein sollte, dass kein Hörgerät hilft, aber der Hörnerv noch intakt ist (was in meisten Fällen der Fall ist), dann wäre das CI die Alternative.

Aufgrund der Schwerbehinderungsgrade gibt es keine Ermässigung für Hörgeräte.

Gruß
Wallaby

Re: Hörgerät

Verfasst: 21. Sep 2017, 14:54
von Faber
wichtig bei jeder Versorgung mit Hörsystemen ist der 5-stufige Ablauf, bei dem jeder Punkt für sich gleich wichtig und die Sorgfalt - Punkt für Punkt - für den Erfolg maßgeblich ist:
1. Anamnese:
was ist MEINE persönliche (Hör-)Vorgeschichte und das individuell (zu erwartende) Hör-er-leben in den nächsten 6 Jahren.
2. Diagnose:
auf dem aktuellen Stand der medizinischen Erkenntnisse und technischen Möglichkeiten, MEINE bestehenden Beeinträchtigungen ermitteln.
3. Hörsystemauswahl:
welches Hörsystem passt am besten zu MEINEN individuellen Erfordernissen und worin unterscheidet sich hier das zuzahlungsfrei - individuell FÜR MICH bestmöglich geeignete - Gerät (nicht verwechseln mit "Herstellerbasisgerät") von den individuell angebotenen zuzahlungspflichtigen Geräten?
4. Hörsystemanpassung:
auf Basis des aktuellen technischen Standes, das AKTUELLE Hörsystem derart anpassen, dass es - soweit möglich - MEINE individuelle Hörbehinderung bestmöglich ausgleicht, und dazu ggf. den - zuzahlungspflichtigen - Komfort bietet, der mir die Zuzahlung wert ist.
5. Evaluation:
Überprüfung der Hör- und Verstehveränderung im Vergleich der Situation ganz ohne Hörsystem und mit den Vergleichsgeräten, ggf. mit dem bisher getragenen Hörsystem.
Und dann:
"schaun mer mal".
Anmerkung:
Richtiges wird auch nicht dadurch falsch, dass Manche es nicht wahrhaben wollen :)

Re: Hörgerät

Verfasst: 21. Sep 2017, 15:32
von Ohrenklempner
Gewichtl hat geschrieben: Richtiges wird auch nicht dadurch falsch, dass Manche es nicht wahrhaben wollen :)
Und Falsches wird nicht dadurch richtig, dass man es ständig wiederholt. ;)

Re: Hörgerät

Verfasst: 21. Sep 2017, 16:54
von Faber
off topic:
in postfaktischen Zeiten wird natürlich alles Falsche durch ständige Wiederholung richtig.
was ist falsch daran? :)

Re: Hörgerät

Verfasst: 22. Sep 2017, 07:55
von Piffi
Gewichtl hat geschrieben:Hallo Piffi,
willkommen im Club :)
Gleich mal vorab die Aufräumung mit der von der Hörgerätezunft gern konservierten Missverständigung :)
Es gibt nämlich schon seit Jahren keine "Kassengeräte" mehr.
Der Hörgeräteakustiker hat dir nach sorgfältiger Anamnese (was ist deine Hör-vorgeschichte, was ist dein in den nächsten 6 Jahren voraussichtliches Hör-er-leben), und sorgfältiger Diagnose auf Basis aktueller medizinischer Erkenntnisse mit aktueller Technik (OLSA- oder GÖSA-Test ist da weit aktueller und geeigneter als der "FreiburgerEinsilber" von 1953) mindestens ein zuzahlungsfreies Gerät anzubieten, welches - individuell für dich - dein Sprachverstehen auch bei Umgebungsgeräuschen und in größeren Personengruppen möglichst so gut ermöglicht, dass es dir deine Einschränkung - soweit möglich - ausgleicht.
Das braucht also nicht in jedem Fall das Basisgerät mit den Standardmindestanforderungen zu sein :)
Nachzulesen ist das alles in den 2013 ganz neu formulierten Hilfsmittelrichtlinien, die - was die Versorgungsziele des § 19 anbelangt - praktisch wortgleich in die Verträge aufgenommen wurden, zu deren Einhaltung sich auch dein Hörgeräteakustiker verpflichtet hat.
siehe hier:
https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... 8-mV9fmKqg
Guten morgen an alle,ich bedanke mich herzlich für eure Mails
Ich hatte 3 Gehirntumore und bei den Ops ist das linke Ohr "kaputt" gegangen,mehr wurde mir damals nicht gesagt,ich könnte aber gut damit leben,ja das war vor 20 Jahren,da hat das andere Ohr noch sehr viel übernommen und man hat nicht so auf das "schlechtere " hören geachtet,heute bin ich 66 Jahre und höre sehr schlecht.
War ja erst beim Ohrenorzt und danach beim Akustiker,er hat sich schon bemüht und für beide OhrenHörgeräte von"Signia" angefertigt Hat alles geprüft und festgestellt das das linke Ohr völlig Tot ist,also hab ich mal erst "EIN" Hörgerät"So ist das für mich aber nix,am 4.10 hab ich Termin und dann muß ich einiges reden,er sagte das Gerät kostet 10 Euro (also Kassenzuschuß,muß ich zahlen) erst mal herzlich Piffi

ch 66 jahre und höre sehr schlecht

Re: Hörgerät

Verfasst: 22. Sep 2017, 11:43
von Wallaby
Hallo Piffi,

da Du keine Audiogrammwerte angegeben hast, hast Du aufgrund Deine Tumor was mit den Ohren in Mitleidenschaft gezogen wurde in einer HNO Klinik die auch CIs implantieren tun untersuchen lassen. Die Implantirende Kliniken sind eher auf Hörschädigungen spezialisiert und würde erstmal diesen Weg gehen um feststellen zu können inwiefern die Ohren geschädigt sind und ob mit HG nochwas zu machen ist.
Ansonsten sollte man beim Akustiker div. HG testen. Bzgl. Otoplastik gibt es div. Materialen und dies solltest Du dem Akustiker mitteilen, was dich stört etc.

Falls Du noch erwähnst aus welche Ecke Deutschland Du kommst, kann man Dir evtl. HNO Klinik und auch Akustiker empfehlen.

Gruß
Wallaby