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kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 12:31
von Faber
moin,
mit jedem neuen Prospekt der Hörgeräteindustrie werden immer atemberaubendere Hör- u. Verstehverbesserungsfeatures anempfohlen, die das "weißeste Weiß noch deutlicher weis machen"

und unerhörtes Hören ermöglichen.
Frage:
lassen sich diese Erfolge beim Hörakustiker des Vertrauens vorführen?

LG
Gewichtl
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 12:45
von bemd
Hast Du zu einem Akustiker überhaupt Vertrauen?
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 14:01
von Faber
Gewichtl hat geschrieben:moin,
mit jedem neuen Prospekt der Hörgeräteindustrie werden immer atemberaubendere Hör- u. Verstehverbesserungsfeatures anempfohlen, die das "weißeste Weiß noch deutlich weißer machen"

und unerhörtes Hören ermöglichen.
Frage:
lassen sich diese Erfolge beim Hörakustiker des Vertrauens vorführen?

LG
Gewichtl
bemd hat geschrieben:Hast Du zu einem Akustiker überhaupt Vertrauen?
moin,
doch, ja:
also DER Akustiker, der DAS wenigstens versuchen würde (Stichwort "OLSA", GÖSA", "Basler-Test" und Tests von denen ich bisher gar nix weiß), DER bekäme von mir einen fetten Vertrauensvorschuss

genau wie DER Akustiker, der mir vorschlagen würde: "vielleicht hilft Ihnen im Alltagsleben gar kein Hörgerät, oder vielleicht reicht auch EINES anstelle von zwei".
NUR: solche Töne höre ich nie vor Ort

LG
Gewichtl
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 15:25
von monif
Das Nachweisen ist so eine Sache. Ich bekam im Jahr 2010 auf Druck von Kette , ich muss es bezahlen, weil idos da parat sind und 2 Monate sind rum und verpflichte auf Zahlung! Gedroht! Und bei einem anderen Aku , der hat meine Idos begutachtet und festgestellt, nur ein Programmplatz erhalten und mir drei weitere kostenfrei errichtet! Die Drohung zu bezahlen habe ich gemeldet.
Nur so viel. Eben Kette! Kein Probetragen per se bewilligt! Mehr möchte ich nicht erzählen.
PS: ich habe der Anwalt eingeschaltet !
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 15:44
von waswie
Gewichtl hat geschrieben:lassen sich diese Erfolge beim Hörakustiker des Vertrauens vorführen?
Wohl nicht, aber auf Youtube
Entweder vom Hersteller oder von übereifrigen Akustikern, welche die Werbetexte 1:1 unreflektiert abbeten
Mein
Akku überlässt das Urteil mir, damit ich die Vorführumgebung selbst inszeniere, und mir ein eigenes Urteil bilden kann.
Einer Studiovorführung würde ich auch nur sehr bedingt vertrauen.
Hast du kein Vertrauen zu Fritz Weppert?

Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 16:01
von Faber
moin,
ich hatte in meinem Post #3 deutlich formuliert, was ICH mir unter "Vertrauens-Würde" eines Hörakustikers vorstelle

LG
Gewichtl
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 17:28
von uninteressant
Ich nehme an:
- Die Marketing-Versprechen sind legal abgeklärt und rechtlich wasserfest.
- Über die Jahre stehts der gleiche Aufguss anders formuliert.
- Ist eh egal was die schreiben weil man Testen kann.
- Ein AKustiker ist im Normalfall Normalhörend und kann sich trotz aller Theorie nicht 100%ig praktisch in die Lage eine Schwerhörigen oder sogar Gehörlosen versetzen.
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 17:33
von BenB
Hallo Gewichtl,
Du hattest geschrieben:
mit jedem neuen Prospekt der Hörgeräteindustrie werden immer atemberaubendere Hör- u. Verstehverbesserungsfeatures anempfohlen, die das "weißeste Weiß noch deutlicher weis machen" Smiling und unerhörtes Hören ermöglichen.
Frage:
lassen sich diese Erfolge beim Hörakustiker des Vertrauens vorführen? Smiling
LG
Gewichtl
Hier kurz meine Sicht aus der Perspektive einen Noch-nicht-Versorgten:
Die Superlative und blumigen Beschreibungen der Hersteller habe ich mit einer gewissen Besorgnis zur Kenntnis genommen - eine derartige Wortwahl sollte stets misstrauisch machen.
Kurz vor einer Versorgung stehend, erwarte ich keinen "besseren Klang", sondern lediglich eine Verbesserung des Sprachverstehens, insbesondere der räumlichen Ortung von Sprechern im Störschall. Eine "Revolution des Hörens" oder ähnliches erwarte ich nicht - eine solche Revolution wäre das Zurückversetzen meines Gehörs in einen früheren Zustand, als ich noch bis über 15 kHz hörte.
Ich gehe davon aus, dass mein Akustiker die Sache ebenfalls so realistisch sieht, auch wenn er zusätzlich kaufmännisch denken muss.
Selbst wenn nicht: Ob das
HG zu einer Verbesserung des Sprachverstehens führt, merke ich ja selbst als erster (wohl schon im Laden), und kann das auch am besten beurteilen. Da können die Hersteller schreiben, was sie wollen...
Viele Grüße,
BenB
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 17:41
von rabenschwinge
wieso bloß habe ich jetzt einen armen Werbetexter mit einer sehr undankbaren Aufgabe vor Augen?
Egal, ich sehe es wie bei allem anderen, was beworben wird, auch:
Je blumiger und innovativer betextet, desto mehr streich ich schon mal pauschal runter.
Ein HG kann mir ( zumindest bei heutigen Stand der Technik) kein normales Hören ermöglichen.
Ich werde also dementsprechend immer Abstriche machen müssen. Beim Klang genauso wie beim Können des kleinen Werk der Technik.
Was es mir aber ermöglichen sollte: Ein Hören, dass es mir erlaubt meinen Alltag in den Griff zu bekommen und teilhaben zu können am normalen Leben meines hörenden Umfeldes.
Folglich schau ich dann auch genau danach zusammen mit meinem Aku. Nicht anders wie beim Auto, der Waschmaschine, dem Fahrrad, Fernseher etc.pp.
zumal.... heute gibt es ja genug Adressen im I-Net wo man nachschauen kann und eben auch Erfahrungsberichte lesen kann.
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 17:47
von fast-foot
Aus Versehen das Richtige im falschen Thread gepostet
Nein, das Falsche im richtigen Thread, deshalb jetzt noch mal die korrigierte Version aus meiner Sicht:
rabenschwinge hat geschrieben:Was es mir aber ermöglichen sollte: Ein Hören, dass es mir erlaubt meinen Alltag in den Griff zu bekommen und teilhaben zu können am normalen Leben meines hörenden Umfeldes.
Und zwar möglichst ohne die Verursachung weiterer Gerhör- und Hirnschädigungen. Aber so lange es Deppen gibt, welche hierfür auch noch völlig überhöhte Preise zahlen, kann man dies dank der Unterstützung einer ausreichend mächtigen Lobby ja machen...
Gruss fast-foot
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 17:49
von uninteressant
BenB hat geschrieben:Kurz vor einer Versorgung stehend, erwarte ich keinen "besseren Klang", sondern lediglich eine Verbesserung des Sprachverstehens, insbesondere der räumlichen Ortung von Sprechern im Störschall.
Abgesehen davon, dass ein unbedarfter Erstversorger das Wort Störschall im Allgemeinen nicht kennt (und ehrlich gesagt ich auch nicht als Träger des Hörgerätes seit Geburt), bin ich mir nicht sicher ob das Sprachverstehen überall so hoch priorisiert wird.
Mir ist wichtig, möglich natürlich zu hören und dennoch auch die Sprache zu verstehen. Für mich ist das Sprachverständnis das "Abfallprodukt" bzw. Resultat einer perfekten natürlichen Einstellung, weil nur so bekomme ich nicht einen Klangbrei heraus, sondern perfekt scharfe Abgrenzungen zwischen den Tönen, aus denen dann mein Hirn die Sprache herausfiltern kann und mein Sprachverständnis eingreift.
Ich habe definitiv nicht den Anspruch, danke aller Automatiken einen hundsmiserablen Klang zu erhalten, aus dem ich zwar die Sprache besser als ein Normalhörender heraushören kann, aber eben in der Summe alles einfach nur Scheisse klingt.
Und eben diese Klangqualität erwarte ich durch technischen Fortschritt in Mikrofontechnik, Prozessorleistung, Klangprozessoren, Signalverarbeitung und Lautsprecher.
Aus diesem Grunde bin ich auch beim OPN 1 mit dem blumigen 360° Hören hängen geblieben.
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 17:49
von rabenschwinge
fast foot, Danke, aber für mein Hören und meine Teilhabe an meinem Leben bin ich gern Depp. Next!
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 17:58
von Faber
moin,
was mir auffällt, das ist:
mir wird - auch hier - immer wieder der Eindruck erweckt, als sei ich selbst "der beste Fachmann für mein Gehör".
Das ist natürlich einerseits richtig, andererseits so fadenscheinig, als würde mir ein Verkäufer des neuesten Boliden bzgl. der Behauptung "344 PS" sagen: "probieren Sie´s aus", anstelle einen Leistungstest zur Verfügung zu stellen

Kurz:
immer dann, wenn ICH beurteile, dann wird´s FÜR MICH teuer, würde ER BEWEISEN müssen, dann würde es FÜR IHN "teuer" (weil "Kassenleistung")

LG
Gewichtl
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 18:21
von BenB
Hallo rabenschwinge,
Was es mir aber ermöglichen sollte: Ein Hören, dass es mir erlaubt meinen Alltag in den Griff zu bekommen und teilhaben zu können am normalen Leben meines hörenden Umfeldes.
Genau so ist es! Und das möglichst effizient, also mit geringstmöglichem Aufwand, maximalem Nutzen, und möglichst keiner Gefährdung.
@uninteressant: Warum sollte ein Hörgeräteakustiker den Begriff "Störschall" nicht kennen? Da würde ich rückwärts wieder rausgehen! Also solche Grundbegriffe erwarte ich als Kunde dann schon...
Viele Grüße,
BenB
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 18:29
von rabenschwinge
Da bin ich ganz bei Dir, Ben. Was wieder bedeutet: Enge Zusammenarbeit mit dem Aku und die für mich und meine Ohren richtigen Einstellungen zu finden.
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 18:43
von BenB
Richtig, Rabenschwinge, absout d'accord!
Und - in meinem Fall - ohne Zuzahlung.
Liebe Grüße,
BenB
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 19:42
von BenB
Hallo uninteressant,
hatte vielleicht nicht exakt gelesen: Was meinst du genau mit
Abgesehen davon, dass ein unbedarfter Erstversorger das Wort Störschall im Allgemeinen nicht kennt (und ehrlich gesagt ich auch nicht als Träger des Hörgerätes seit Geburt), bin ich mir nicht sicher ob das Sprachverstehen überall so hoch priorisiert wird.
Muss da leider nochmal nachfragen.
Nebenbei,
Mir ist wichtig, möglich natürlich zu hören und dennoch auch die Sprache zu verstehen. Für mich ist das Sprachverständnis das "Abfallprodukt" bzw. Resultat einer perfekten natürlichen Einstellung, weil nur so bekomme ich nicht einen Klangbrei heraus, sondern perfekt scharfe Abgrenzungen zwischen den Tönen, aus denen dann mein Hirn die Sprache herausfiltern kann und mein Sprachverständnis eingreift.
Ich habe definitiv nicht den Anspruch, danke aller Automatiken einen hundsmiserablen Klang zu erhalten, aus dem ich zwar die Sprache besser als ein Normalhörender heraushören kann, aber eben in der Summe alles einfach nur Scheisse klingt.
Und eben diese Klangqualität erwarte ich durch technischen Fortschritt in Mikrofontechnik, Prozessorleistung, Klangprozessoren, Signalverarbeitung und Lautsprecher.
Gut, da mögen wir uns unterscheiden. Für mich ist z.B. die Teilhabe wichtiger, also das Sprachverstehen, mithin die Kommunikation. Ob hingegen bei Musik die Höhen nur von rechts kommen - nun, das ist manchmal irritierend, aber auch nicht weiter schlimm. Und im Alltag ist es mir ganz wurscht, was interessiert mich, wie exakt sich zB die Klospülung anhört, oder gar die Geräusche, die sich vor deren Betätigung abspielen (sorry).
Oder bin ich zu pragmatisch?
Viele Grüße,
BenB
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 19:49
von Faber
moin,
vielleicht fehlte nur ein "t",
und es sollte "Erstversorg-T-er" heißen, weil:
DANN macht´s Sinn

LG
Gewchtl
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 19:50
von uninteressant
Ich habe vor der Versorgung gleichgesetzt mit Erstversorgung. Was natürlich ein Fehler ist.
Trotzdem - Störschall - ist für mich ein Vokabular was bei meinen bisherigen Akustikern nie gefallen ist. Das liegt vielleicht auch daran dass für mich immer nur eine möglichst natürliche Klangqualität Vorrang hatte, mit den in einem natürlich Klang mit trotzdem einer scharfen Trennung der Töne ist auch eine Sprachverbesserung eine logische Konsequen.
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 19:57
von BenB
hatte inzwischen oben nochmal geändert -
ok, das Missverständnis mit dem Versorg... hat sich geklärt, danke!!!!
LG BenB
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 20:01
von BenB
Hallo Gewichtl,
aber natürlich ist man selber der beste Fachmann für sein Gehör. Schließlich muss man ja dem Akustiker beschreiben, was an der Einstellung ok und was nicht, oder sehe ich das falsch?
Gruß BenB
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 20:10
von uninteressant
Ben,
für mich ist Musik in meinem Leben wichtig, ich habe früher so um die 2-3 Stunden Musik am Tag gehört. Heute höre ich, wenn es meine Arbeit zulässt (stupides Abarbeiten, wo ich nicht viel Hirn investieren muss), nebenbei Musik im Büro. Das können schon mal dann 2-3 Alben sein.
Ich habe die letzten Jahre verschiedenes Equipment gehabt, ich höre die Unterschiede teils SEHR deutlich heraus.
Mit anderen Worten, ich bin durchaus in der Lage zu sagen, ob eine Hifi-Konfiguration A oder B besser klingt.
Des weiteren komme ich von In-Ohr-Hörgeräten - bin also Ortung von Geräuschen gewohnt.
Wenn du einmal diese Fähigkeit dir erarbeitet hast, ist es relativ nervig, wenn du einen Hersteller hast, der überwiegend Richtmikrofontechnik einsetzt (gemäss meines Akustikers Sigina und Phonak) oder einfach nur ein Sounding (Widex) mitbringt. Aus diesen Gründen fallen für mich z.B. die Widex Beyond und die Phonak Audeo (mit BT) raus.
Für mich gibt es nur zwei Hörgeräte, die OPN 1 / 2 oder die Resound. OPN hat für mich die Nase vorn aufgrund von IFTTT.
Aber - am ende Entscheide ich, wie ich bei niedriger Lautstärke bei natürlicher Stimme mein Sprachverständnis ist. Es ist mir in der Tat wichtig, dass ein Bus wie ein Bus klingt, eine Klospülung wie eine Klospülung, denn nur dann klingt das Miauen meiner Katzen auch wie ein Miauen, das Schnurren wie ein Schnurren, das Schnarchen meines Kinds im Dunkeln wie ein Schnarchen und ich weiss, dass ich rausgehen kann weil sie eingeschlafen ist.
Deswegen ist für mich Sprachverständnis die Konsequenz aus einer sauberen Auflösung von Tönen.
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 20:14
von uninteressant
BenB hat geschrieben:
Kurz vor einer Versorgung stehend, erwarte ich keinen "besseren Klang", sondern lediglich eine Verbesserung des Sprachverstehens, insbesondere der räumlichen Ortung von Sprechern im Störschall.
Das hier war die Quelle des Missverständnisses.
"kurz vor einer Versorgung stehend" bedeutet für mich indirekt Erstversorgung, weil sie impliziert, dass man noch keine hat.
Das bedeutet aber auch, dass hier der Kunde gemeint ist, nicht der Akustiker.
Wenn ich aber eine Erstversorgung mache, habe ich (als Kunde) im Allgemeinen ein sehr begrenztes Vokabular an Fachwörtern. Und Störschall gehört definitiv nicht dazu.
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 21:28
von rabenschwinge
hmm, ich denke, gerade bei dem Level auf dem Ihr Zwei Euch grad bewegt, ist eine gewisse Technikaffinität Grundvoraussetzung.
Etwas, was viel HG-Nutzer nicht so unbedingt haben. Gebe ich mal kurz zu bedenken.
Re: kann man das nachweisen?
Verfasst: 10. Feb 2018, 23:11
von BenB
Hallo uninteressant,
jetzt kann ich das umumschränkt nachvollziehen.
Wir hatten uns wohl - forumstypisch - beide etwas verkürzt ausgedrückt.
Danke!
LG BenB