Komplettes Thema anzeigen 26.11.2011, 14:05
asterix79 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte nach Entnahme aus Akku-Ladegerät inaktiv
@ franzi
- Die Laufzeit neuer, voll aufgeladener Akkus der Größe 13 beträgt ca. 20 Std. bei einer Hörgeräteeinstellung für leichte bis mittlere Hörverluste.

- Die Hörgeräte werden wärend des Aufladens automatisch abgeschaltet. Pfeifen also nicht die ganze Nacht durch.

- Man kann sich natürlich mehrere Akkus in Reserve zulegen, allerdings lassen sich im standartmäßigen Ladegerät die Akkus immer nur im HG eingelegt aufladen und es gibt keine zusätzlichen Ladebuchten für Reserveakkus. Es gibt aber von "Power One" separate Ladegeräte mit denen zusätzliche Akkus geladen werden können.

@ all:
Meine ganz persönliche Meinung zu Akkus ist sehr gespalten.
Einen wirklichen Vorteil gegenüber Batterien sehe ich in ihnen aber nicht. Ich will hier mal auch kurz anführen warum ich in Akkus keinen wirklichen Vorteil sehe.

- Die Akkus haben eine sehr begrenzte Lebensdauer, Siemens und AudioService empfehlen die Akkus 1x im Jahr auszutauschen da dann die Kapazität deutlich nachgelassen hat. Hansaton "subventioniert" seine Akkutechnik durch eine lebnslange Austauschgarantie für ihre Akkus. Das zeigt für mich das diese Technik noch nicht wirklich ausgereift ist. Denn wenn der Hersteller von der Technik wirklich überzeugt wäre dann würde er, meiner Meinung nach, nicht zu solchen "Fördermassnahmen" greifen müssen.

- Die Akkus haben, wenn sie neu sind eine "Standzeit" von ca. 20Std., das bedeutet das sie, wenn das HG den ganzen Tag (also ca. 12-14Std.) getragen wird, nichtmal 2 Tage durchhalten. Zusätzlich verlieren die Akkus mit jedem Ladezyklus etwas von ihrer Kapazität denn es sind eben "nur" Ni-Mh Akkus und keine Litium Polymer Akkus.

- Wenn ich Akkus verwende muss ich immer an das Ladegerät denken wenn ich irgendwo wegfahre und darf natürlich auch nie vegessen das Hörgerät abends aufzuladen. Ein Päckchen Batterien dagen ist klein und die meisten Schwerhörigen haben eh welche in Reserve dabei oder sie können fast überall sehr schnell besorgt werden.

Trotz aller meiner Bedenken sehe ich in der Akkutechnik intressante Potentiale. Diese werden meiner Meinung nach aber erst zum Tragen kommen wenn es gelingt die Litium Polymer Technik für Hörgeräteakkus nutzbar zu machen. Das Problem hierbei ist jedoch ein sehr grundsätzliches: Hörgeräte haben eine "Arbeitsspannung" die zwischen 1,4 & 0,9V liegt. Bei Litium Polymer Akkus liegt, systembedingt, die Zellenspannung bei 3V. Um solche Akkus in Hörgeräten nutzen zu können müssten also die Hörgeräte erst von 1,4 auf 3V verändert werden. Und ich befürchte das dies noch sehr lange dauern wird. Denn es müssten mit einer sehr langen Übergangszeit von, meiner Schätzung nach, 8-10 Jahren beide Systeme paralel vorgehalten werden. Und das wird zu nicht unerheblichen Kosten führen.

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Asterix79, HG-Akustik-Meister, Augenoptiker
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 10.08.2012, 10:52 von asterix79.