Komplettes Thema anzeigen 07.02.2014, 15:38
Momo Abwesend
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Dabei seit: 23.07.2002
Wohnort: Niedersachsen


Betreff: Re: CI Kind am Gymnasium
Hallo Santiago,

vielleicht zur weiteren Erklärung: in manchen Bundesländern, so z.B. Niedersachsen gibt es gar keine Gymnasien für Schwerhörige oder Gehörlose, sondern lediglich Haupt- und Realschulen, an manchen Standorten noch nicht einmal mehr letzteres. D.h. also, dass man wenn man für sein Kind den gymnasialen Weg oder eine Realschule wünscht, hat man keine Wahl als eine Regelschule zu wählen. Schafft es das Kind nicht muss es auf die SH-Hauptschule… Dort kann man dann einen 10. Klasse machen und evtl. den (erweiterten) Realschulabschluss machen und dann z.B. nach Essen gehen, um dort das Abitur zu machen. Allerdings schaffen viele das gar nicht.

Dann zur ursprünglichen Frage: ich kenne ein paar Kinder, die mit Cis das Gymnasium bzw. eine Gesamtschule besuchen. Es geht mal so mal so. Manche Lehrer nutzen die FM und sind bereit sich darauf einzustellen, andere nicht. Aber das kann dir auch an jeder anderen Schulform (ja auch an der Förderschule Hören! passieren). Von daher wäre das kein Grund ein hg Kind ausgerechnet nicht auf ein Gymnasium zu schicken. Dafür spricht ja eher, dass das Schülerklientel oft wesentlich „umgänglicher“ ist als auf mancher Haupt- oder Realschule und dadurch die Klassen disziplinierter und leiser, was eher positiv ist. Hinzu kommt, dass die Lehrer weniger durch andere Problemfälle belastet sind als an Hauptschulen z.B. (zumindest meistens).
Die Fremdsprache könnte ein Problem sein, da muss man am Ball bleiben und eben üben üben üben, aber das geht auch anderen Kindern so und um Englisch kommt man auf ekiner Schule drumherum….. Die zweite FS ist natürlich nicht ganz ohne, da würde ich vielleicht lieber Latein nehmen, da die eher schriftlich bearbeitet wird, aber auch da gibt es Kinder, die Chinesisch lernen mit CI (kenne ich allerdings nicht…).
Kurz: die Frage welche Schule würde ich weniger von der Schulform, sondern von den individuellen Vorraussetzungen des Kindes (ist er/ sei bereit etwas für die Schule zu tun, kann er/ sie mit Niederlage/ Rückschlägen umgehen, kann er/ sie für seine/ ihre Bedürfnisse einstehen usw.) und dem Schulklima, der Bereitschaft der Lehrer sich darauf einzulassen (hier ist manchmal Bauchgefühl gefragt) und von den möglichen Alternativen und dem sozialen Umfeld abhängig machen.

Grüße
Wiebke und Sohn (18 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 07.02.2014, 15:40 von Momo.