Komplettes Thema anzeigen 27.07.2015, 22:42
Coralie Abwesend
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Betreff: Re: Nachteilsausgleich auf Gymnasium
"Aber ich gehöre zu den Müttern , die gut informiert sein möchten, um dem Kind den besten Weg zu ermöglichen."

Liebe Linika, ich finde Dein Engagement grundsätzlich positiv. Ich bin selber Mutter und selber deutlich stärker betroffen als Dein Sohn. Ich bin ohne Nachteilsausgleiche durch die Schule, das Studium und den Beruf gegangen und das durchaus erfolgreich, auch wenn es manchmal schmerzhaft war (ja ich weiß anndere haben das nicht geschafft).... Es gehört leider zum Leben eines Schwerhörigen dazu, es immer schwerer zu haben als die Guthörenden, und da kann und (solange es ein Kind bewältigen kann) sollte aus meiner Sicht auch keine Mutter davor bewahren, auch wenn dies schmerzhaft ist. Im positiven Falle wächst man als Schwerhöriger mit den Aufgaben, entwickelt Strategien mit seiner Schwerhörigkeit und den daraus resultirenden Niederlagen um zu gehen und ich denke man sollte es nicht übertreiben die Behinderung in den Vordergrund zu stellen, denn spätestens in einigen Jahren wird Deinem Sohn das ganze "anders " sein eher unangenehm werden, und möchte dann nur so sein wie die anderen. Das kann einem mittelgradig schwerhörigem Kind auch durchaus auf dem Gymnasium ohne spezielle Raumakustik und Nachteilsausgleiche gelingen....Ich wünsche Deinem Sohn viel Erfolg, Du wirst meine Position wahrscheinlich nicht nachvollziehen können, aber mit zunehmendem Alter der Kinder verliert man auch an Einflußmöglichkeiten auf deren Leben. Ich denke, man sollte Maßnahmen, die in den Schulalltag eingreifen immer gut mit seinem Kind besprechen, und seine Zustimmung dazu haben und erstmal schauen wie es sich entwickelt ist aus meiner Sicht durchaus eine Möglichkeit.
CI einseitig, andere Seite mit Hörgerät versorgt bei an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit.