Komplettes Thema anzeigen 29.07.2015, 23:52
BibiAn Abwesend
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Betreff: Re: Nachteilsausgleich auf Gymnasium
Hallo Grinning ,

unser Sohn , knapp 13, hat bereits im Kindergarten Frühförderung erhalten.
Er hat linksseitig eine Ohrmuscheldysplasie mit Gehörgangsatresie, rechts besteht 100% Hörvermögen. Er trägt kein Knochenleitungshörgerät, da er dieses als Kleinkind und auch später nicht akzeptiert hat .
In der Grundschule (Regelschule)hatte er weiterhin den sonderpädagogischen Förderbedarf. Davon hat die gesamte Klasse profitiert. Der Klassenraum wurde u.a. aufgrund der Verlegung eines Teppichs, besonderer Vorhänge.. mit einer besseren Akustik ausgestattet, ..Die Mitschüler haben sich immer gefreut, wenn die `Sonderlehrerin `kam, da sie mit einbezogen wurden.
Auf der weiterführenden Schule (Gesamtschule) besteht immer noch ein sonderpädagogischer Bedarf und der Nachteilsausgleich besteht ebenfalls für das kommende Schuljahr (8. Klasse)weiter.
Es ist schon ein großer Unterschied, was das Verständnis der Lehrer zu diesem Thema betrifft. Manche können sich einfach nicht vorstellen, was es bedeutet schwerhörig zu sein. Da kamen anfangs schon Bemerkungen wie: " aber der hört doch alles, der kriegt doch alles mit..." Vor allem wenn die Noten im oberen Bereich liegen.
Der Preis, den die Kinder zahlen, nehmen sie nicht anfangs nicht wahr.
Wir haben aber nach Gesprächen sehr positive Erfahrungen gemacht.
Der Nachteilsausgleich kann ja in vielfacher Form erfolgen:

z.B.
Das Kind muss alles schriftlich bekommen: Termine müssen an die Tafel, Klassenarbeiten, Unterrichtsausfälle usw.
Bei Hörbeispielen in Fremdsprachen und evtl auch in Deutsch bekommt das Kind auch bei Arbeiten den Text auch zum mitlesen.
Es bekommt in vielen Arbeiten mehr Zeit, wenn es das braucht.

Aber gerade der letzte Punkt...mehr Zeit bei Arbeiten..muss ja nicht in Anspruch genommen werden.

Mein Sohn hat zum Beispiel auch einen Drehstuhl bekommen... Es gibt viele Möglichkeiten schwerhörigen Schülern , die Schulzeit etwas zu erleichtern.
Geschenkt wird Ihnen sicherlich nichts, den Lernstoff müssen sie schon selbst bewältigen.

Ich bin froh, dass es in NRW die Möglichkeit des sonderpädogischen Förderbedarfs und des Nachteilsausgleichs gibt. -

Herzliche Grüße BibiAn