Komplettes Thema anzeigen 18.10.2016, 07:12
pascal2 Abwesend
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Betreff: Re: Bereut irgendwer seine CI Entscheidung?
Hallo,
ich bin bilateral CI-versorgt.
Also bereut habe ich die OPs noch nie, weil ich letztendlich sowieso irgendwann vollends ertaubt worden wäre.
Aber es ist besser, man macht sich keine zu großen Hoffnungen, weil man dann in der Realität angekommen, nicht in so ein großes Loch fällt, wenn es nicht so hundertprozentig klappt.
Bei mir ist auch nicht alles glatt verlaufen.
Ich musste bisher einmal reimplantiert werden, weil die Elektrode sich abgeknickt hatte.
Dann bekam ich nach ca. 2 Jahren Schmerzen beim Hören, weil sich irgendwas überreizte.
Hörnerv oder Gewebe außenherum, kann keiner genau sagen.
Daher musste bei mir insgesamt 4 Elektrodenpunkte abgeschaltet und die Impulsrate heruntergefahren werden, damit ich schmerzfrei hören kann.
Daher ist das Hören bei mir nicht optimal ausreizbar.
Gut gehört hatte ich schon relativ schnell, aber da hier eine Reizgewöhnung eintritt, folgt ein langer Einstellprozess.
Es muss ständig nachkorrigiert werden.
Da mein Techniker beim letzten Termin krank war, hatte ich einen Anderen, der eine ganz andere Map aufspielte und siehe da, es gab wieder Veränderungen, obwohl der andere Techniker meinte, das sei bei mir schon alles ausgereizt.
Tja, und ich bin nun schon seit über 10 Jahren CI-Träger.
Eines muss man sich auch klar machen, jeder CI-Träger lebt in einer anderen Umwelt und daher kann man sie kaum miteinander vergleichen.
Der eine ist akustisch z.B. beruflich stark gefordert und sagt daher er hat sehr große Probleme im Störlärm, während ein Anderer sagt, er hört im Störlärm super, wo er in Wahrheit instinktiv Gruppenansammlungen meidet und vielleicht auch beruflich ihm dies zu meiden möglich ist.
Störlärm, ab einer gewissen Grenze, ist fast für jeden CI-Träger ein Problem.
Zum Glück hat der weise Trittin die Entwicklung des Deutschen Rentensystems früh erkannt und das Flaschenpfand eingeführt !