Komplettes Thema anzeigen 19.12.2016, 23:46
4ohren Abwesend
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Betreff: Innenohrschwerhörigkeit - links oder rechts, sind die Ergebnisse widersprüchlich? Bitte um Hilfe.
Liebe Leser,

es berührt mich, wie engagiert im Forum geholfen wird. Zu unserer Tochter hatte ich schon Fragen gestellt. Vielleicht finden wir auch Antworten auf das, was wir bei unserem Sohn einfach nicht verstehen.

Unser Sohn konnte als Baby sehr gut hören, z.B. reagierte er früher auf Laute als wir, z. B. wenn jemand irgendwo in der Wohnung eine Zimmertür aufmachte. Auch war er sehr geräuschsensibel, z.B. empfand er die Lieder im Musikgarten als zu laut....) Den ersten Verdacht, dass er nicht so gut hört auf einem Ohr, hatten wir bei ihm als er 3,5 Jahre alt war. Bis dahin hat er die Sprache bis auf einzelne Buchstabendreher noch relativ gut erlernen können. Wir machten einen Termin beim HNO im Januar 16.

Beim HNO deutete ein DPOAE an, dass RECHTS die Frequenzen nicht auflösbar seien. Voller Sorge ließen wir den Test 2 Tage später wiederholen und uns beruhigen. RECHTS schien alles in Ordnung zu sein. Diesem Widerspruch zwischen den beiden Ergebnissen gingen wir leider nicht auf den Grund. Denn wir hatten den Eindruck, und so schilderte es uns auch unser Sohn, dass er LINKS schlechter hört. Das irritierte uns zwar, denn unser Sohn berichtete, dass er LINKS schlecht hört und RECHTS dagegen gut hört. (Vielleicht erklärt das auch den Eintrag im Arztprotokoll: „Kind sagt, dass er wieder höre. Glaubhaft!“. Doch warum sollten wir uns Sorgen machen, wenn die Technik RECHTS verrückt spielt…

Bis Oktober 16 verschlechterte sich das Hörvermögen, unser Sohn fragte immer öfters nach. Die unmögliche Unterscheidung zwischen „g“, „k“, „d“ und „t“ fiel schon viel früher auf, doch nun schien es zu bleiben (bisher schon über ein Jahr). Nun versteht er auf dem LINKEN Ohr nur noch wenig. Eine weitere HNO-Untersuchung in der selben Praxis bestätigte wieder das seltsame Ergebnis, nämlich dass RECHTS die Frequenzen nicht auflösbar seien, wieder sollte es LINKS noch in Ordnung sein. Die Grafiken sind im Anhang. Im Befund zur Überweisung an die Pädaudiologin zum Ausschluss einer Hörstörung stand dann auch: "DPOAE links in allen getesteten Frequenzen bis auf 1,5 und 2 kHz reproduzierbar. DPOAE rechts in allen getesteten Frequenzen bis auf 1,5 und 2 kHz nicht auflösbar.“ Ein Befund, den wir nicht nachvollziehen können, denn der Alltag lässt eine Hörminderung LINKS vermuten. Auch unser Sohn bestätigte unabhängig von unserer Beobachtung, dass er LINKS nicht gut hört.

In der pädaudiologischen Behandlung wurden nun verschiedene Test gemacht mit dem Ergebnis:

Eine Innenohrschwerhörigkeit läge LINKS vor. Die Schallleitung und eine Beteiligung des Mittelohrs soll keine Rolle spielen, sagte man uns, nachdem folgende Untersuchungen gemacht worden waren:

TEOAE auf beiden Seiten —> "OAEs detektiert“
DEOAE links —> "Testwiederholung notwendig"
Göttinger Sprachtest —> (irgendwie zu tiefe Kurve, habe ich nicht ganz verstanden)
Tympanogramm —> unauffällig
unvertäubte und vertäute Hörtests —> In den tieferen und mittleren Frequenzen erkennen die Ärzte einen mittel- bis hochgradiger Hörverlust am LINKEN Ohr.

Das reicht, um mich total durcheinander zu bringen. Also hänge ich die anderen Ergebnisse noch unten an und frage euch einfach:

1. Ist es nun ein Widerspruch - die auffälligen Ergebnisse des HNO auf der RECHTEN Seite und die nun diagnostizierte Schwerhörigkeit auf der LINKEN Seite?

2. Wenn ja, kann es sein, dass die Hörminderung die Seiten wechselt? Wenn es eine Schallempfindungsstörung des Innenohrs ist, ist das doch unmöglich.

3. Gibt es Hoffnung, dass die Ursache woanders liegt und vor allem nicht irreversibel ist?

4. Müssen wir mit einem weiterhin so schnellen Fortschreiten des Hörverlust rechnen, wenn bei der Geburt noch das volle Hörvermögen da war? Davor haben wir große Angst!


Viele Grüße

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Papa von "ihm" (4 Jahre 10 Monate, einseitige mittelgradige Hörminderung) und "ihr" (7 Monate, VA beidseitige Hörminderung)
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 19.12.2016, 23:50 von 4ohren.