#1 11.08.2018, 13:08
butch Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 11.08.2018
Beiträge: 5


Betreff: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Hallo Ihr Lieben,

ich bin neu in diesem Forum und selbst schwerhörig.
Ich komme leider nicht in den Genuss eines Schwerbehinderten-Ausweises, sondern bin über die Agentur für Arbeit den Menschen mit Behinderung nur gleichgestellt.

Ich möchte gerne mal von Euch wissen, in wie weit Euch Euer Arbeitgeber unterstützt, wenn es um Anträge, neue Hörgeräte, Arbeitsplatzausstattung etc. geht.
Je nach Zuständigkeit ist einer der 3 großen Reha-Träger zuständig, jedoch ist damit immer ein sehr großer und lästiger Aufwand mit Anträgen verbunden. Aber auch hier würde mich interessieren, wie der Arbeitgeber Euch unterstützt? (evt. übernimmt er die Antragsgeschichten oder stellt Geräte von sich aus zu Verfügung? etc.)
Ich fühle mich von meinem Arbeitgeber manchmal ein bißchen in dieser Hinsicht alleine gelassen, nach dem Motto: na dann musst du halt das Formular ausfüllen!

Ganz liebe Grüße
butch
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#2 11.08.2018, 13:41
Randolf Anwesend
Mitglied
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Beiträge: 62


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Hallo,

erst ab einem GdB 50 ist man schwer behindert und hat Anspruch auf kleine Vergünstigungen, die ''Gleichgestellte" nicht haben.
Auf eine Reha hat jeder Arbeitnehmer Anspruch. Die Formblätter dafür müssen alle ausfüllen.
Überprüfe mal, ob Dein GdB richtig eingestuft wurde und ob Du nicht auf einen höheren GdB kommen kannst.

LG Randolf
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#3 11.08.2018, 13:54
butch Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 11.08.2018
Beiträge: 5


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Hallo Randolf,
das mit den 50 GB ist mir völlig klar.

Aber nur mal als Beispiel:
Ich benötige ein Tablet für meine Arbeit; ich besorge mir dafür das nötige Formblatt bzw. den Antrag; ich fülle diesen aus, schicke den gesamten Antrag an einen Reha-Träger; der meines Erachtens dafür zuständig ist; Reha-Träger "Rentenversicherung" lehnt ab, da meine Wartezeit nicht erfüllt ist; Weiterleitung an den Reha-Träger "Agentur für Arbeit", Agentur für Arbeit lehnt ab, gehe in den Widerspruch; hole mir Hilfe durch eine Beratungsstelle etc.

Das ganze Verfahren ist natürlich für mich sehr anstrengend bzw. nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, welche natürlich keine Arbeitszeit ist. Alleine der ständige Austausch mit Beratungsstellen und der Korrespondenz mit den Rehaträgern...

Ich wollte nur mal wissen, ob es Arbeitgeber gibt, die einem da mit gewisser Unterstützung unter die Arme greifen ("Schwerbehindertenvertretungen", Arbeitszeit für Antragstellung etc.)

LG butch
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#4 11.08.2018, 14:19
Randolf Anwesend
Mitglied
Dabei seit: 23.04.2017
Beiträge: 62


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Hallo,

"Gleichgestellte" haben es in der Tat schwieriger, als "Schwebis", der AG kann, aber ist nicht verpflichtet, DRV hat hohe Hürden, da bleibt nur Arbeitsagentur oder KK.
Wer HG trägt und dennoch auf zusätzliche Hilfen angewiesen ist, sollte sich mit dem Versorgungsamt / Integrationsfachdienst in Verbindung setzen, persönlich.

LG Randolf
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#5 11.08.2018, 14:35
muggel Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 19.06.2013
Beiträge: 561


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Hallo,
bei uns gibt es einen Schwerbehindertenvertreter, der einem auch bei der Beantragung hilft.
Ausfüllen muss ich jedoch selbst, aber der SBV hilft entsprechend Argumente zu finden bzw berät auch, welche Hilfen sinnvoll sein könnten.

Aber wozu benötigst du ein Tablet aufgrund der Schwerhörigkeit?
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#6 11.08.2018, 16:49
Randolf Anwesend
Mitglied
Dabei seit: 23.04.2017
Beiträge: 62


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Danke Miriam,

das ist eine gute Frage.
Es deutet einiges darauf hin, dass das Tablet für die Kommunikation am Arbeitsplatz verwendet wird.
Dann aber ist der GdB zu gering angesetzt.
Eigentlich wollte ich nur ergänzen, dass das Integrationsamt für Gleichgestellte auch nicht zuständig ist, sondern auch erst ab GdB 50.

LG Randolf
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#7 11.08.2018, 22:02
svenyeng Anwesend
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Dabei seit: 10.06.2013
Beiträge: 856


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Hallo!

Also bei meinem Arbeitgeber gibt es extra einen internen Integrationsdienst.
Die helfen bei Anträgen, führen regelmäßig ein Gespräch mit schwerbehinderten Mitarbeitern, usw.
Das ganze läuft natürlich während der Arbeitszeit.

Gruß
sven
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#8 11.08.2018, 22:06
butch Abwesend
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Dabei seit: 11.08.2018
Beiträge: 5


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Tablet als Alternative zum Diensthandy..Schreiben von Emails ist nicht so anstrengend als das Telefonieren.

Eigentlich wollte ich nur mal hören, wie andere schwerhörige Menschen von ihren Arbeitgebern unterstützt werden, als eine Art Anregung, wenn ich mal mit meiner/m Chefin ins Gespräch gehen sollte.

Also beißt Euch nicht an den Anträgen selber fest, ich kenne mich bestens aus mit Integrationsämtern und Reha-Trägern

Liebe Grüße
butch
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#9 11.08.2018, 22:39
Dani! Abwesend
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Dabei seit: 09.03.2012
Beiträge: 234


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Zitat von butch:
Eigentlich wollte ich nur mal hören, wie andere schwerhörige Menschen von ihren Arbeitgebern unterstützt werden, als eine Art Anregung, wenn ich mal mit meiner/m Chefin ins Gespräch gehen sollte.
Je größer ein Unternehmen, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass ein Beauftragter im Unternehmen anwesend ist, der einem unterstützt.
Ich habe niemanden im Büro, der mich unterstützt. Ich habe derzeit aber auch nur einen GdB von 70, bin dafür hochgradig bis an Taubheit grenzend schwerhörig. Und die wenigen Mitarbeiter, die ich habe, setze ich nicht als Beauftragte ein, dafür ist mein Unternehmen zu klein.
Heisst das Integrationsamt nicht eigentlich Inklusionsamt?
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#10 11.08.2018, 23:59
muggel Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 561


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Hallo,
es kommt bei mir ganz klar darauf an, was ich beantrage. Bei mir gibt es unterschiedliche Rehaträger. Alles, was über die Agentur für Arbeit läuft, muss ich mich selbst drum kümmern, wie auch bei Rehaanträgen oder anderen Hilfsmitteln, die über die Krankenkasse laufen.
Auch die Anträge für Hilfsmittel für die Arbeit, die in mein Eigentum übergehen, muss ich selbst stellen, allerdings kann ich hier den SBV fragen bzw bekomme Unterstützung.
Anträge für Hilfsmittel, die in das Eigentum des Arbeitgeber übergehen, werden von meinem Arbeitgeber gestellt bzw von der SBV.

Grüße,
Miriam
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#11 12.08.2018, 12:00
KatjaR Anwesend
Moderator
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Beiträge: 565


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Randolf, ich weiß nicht ob das überall so ist, zumindest in Niedersachsen ist der Integratinsfachdienst auch gleichgestellte Hörgeschädigte zuständig. Ein kurzer Anruf sollte das ja klären können. Auch Gleichgestellte haben ja Anspruch auf Unterstützung, und wer sollte die sonst leisten?
Gruß
Katja
Langjährige CI-Trägerin (AB) "Nehmt nur mein Leben hin in Bausch und Bogen, wie ich´s führe; Andre verschlafen ihren Rausch, Meiner steht auf dem Papiere." Laughing
Johann Wolfgang von Goethe
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#12 12.08.2018, 12:46
butch Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 11.08.2018
Beiträge: 5


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Hallo Dani,
handelt es sich um den "Beauftragten" im Unternehmen um den Schwerbehindertenbeauftragten oder ist das nochmal eine andere Rolle?
Liebe Grüße
butch
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#13 12.08.2018, 14:51
Randolf Anwesend
Mitglied
Dabei seit: 23.04.2017
Beiträge: 62


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Liebe Katja,

die Angabe, dass das I.-amt erst ab GdB 50 zuständig ist, ist nicht von mir, sondern mir berichtet worden von einer Person, die sich exzellent damit auskennt.
Ich selbst habe nie mir dem I.-amt zu tun gehabt.
Das möchte ich gerne richtigstellen.

LG Randolf
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#14 12.08.2018, 15:06
Randolf Anwesend
Mitglied
Dabei seit: 23.04.2017
Beiträge: 62


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Hallo,

im Grunde genommen geht es hier um die Kostenübernahme eines hörbehindertengerechten Handys oder eines Tabletts für einen gleichgestellten Arbeitnehmer.

LG Randolf
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#15 12.08.2018, 15:30
butch Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 5


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Lieber Randolf,
im Grunde geht es mir nicht um das Tablet. Das war einfach nur ein Beispiel wie hoch der Aufwand ist, wenn man eine Unterstützung beantragen möchte.

Es geht mir, und das möchte ich nochmal betonen, um Beiträge wie andere Arbeitende von ihrem Arbeitgeber unterstützt werden. Da können auch ganz unkonventionelle Dinge genannt werden.

Liebe Grüße
butch
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#16 12.08.2018, 16:25
AlfredW Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 319


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Hallo,

von meinem Arbeitgeber habe ich ein Telefon mit Bluetooth bekommen, damit kann ich den ComPilot koppeln. Das Gespräch höre ich dann beidseitig, wodurch das Sprachverstehen viel besser ist.

I.d.R. wirst Du viel selbst machen müssen. Die Hand wird dir niemand aus der Sonne legen.
Darum habe ich mich aber selbst gekümmert bzw. auf dem kleinen Dienstweg das Telefon in der entsprechenden Abteilung selbst organisiert.

Gruß

Alfred
Alfred Würzburger
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Phonak NAIDA S IX UP
+ ComPilot + TV-Link
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#17 12.08.2018, 19:30
KatjaR Anwesend
Moderator
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Beiträge: 565


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Ich habe halt berichtet wie das in Niedersachsen aussieht aktuell. Ein einfacher Telefonanruf würde ja Aufklärung darüber bringen können. Ob und wie ein Arbeitgeber unterstützt ist wohl eine sehr individuelle Sache. Daraus was bei Anderen vielleicht mal lief, kann man schlecht Rückschlüsse daraus ziehen was getan werden müßte. Es gibt da eine Riesenbandbreite von sehr sozial eingestellten Arbeitgebern die auch Unterstützung leisten, bis zu solchen, die eher alles tun würden um Jemanden mit Behinderung loszuwerden. Je nachdem wie wichtig es dem jeweiligen Arbeitgeber auch ist, einen als Arbeitnehmer zu behalten. Ich weiß von einem großen Autohersteller, dass dieser sogar einen gehörlosen Ausbilder beschäftigt um gehörlosen Jugendlichen eine Ausbildung im Betrieb zu ermöglichen, bis hin zu Mobbing sogar bei einem christlichen Arbeitgeber. Generell habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass man sich was Anträge und Co angeht schon selbst kümmern muss, es sei denn man bezieht den Integrationsfachdienst hinzu, der zumindest assistieren kann. LG Katja
Langjährige CI-Trägerin (AB) "Nehmt nur mein Leben hin in Bausch und Bogen, wie ich´s führe; Andre verschlafen ihren Rausch, Meiner steht auf dem Papiere." Laughing
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 13.08.2018, 09:46 von KatjaR. ↑  ↓

#18 13.08.2018, 01:16
EinOhrHase Abwesend
Moderator
Dabei seit: 28.06.2011
Beiträge: 588


Betreff: Re: Unterstützung im Arbeitsleben Seiten des Arbeitgebers
Hallo,

also was die (freiwillige!) Unterstützung des Arbeitgebers gegenüber einem schwerbehinderten / gleichgestellten Arbeitnehmer betrifft, wird man in den allermeisten Fällen auf Wiederstand stossen bzw kaum Hilfe bekommen.
Ein Arbeitgeber stellt zwar einen schwerbehinderten Arbeitnehmer ein, ist aber nicht verpflichtet, zB dessen Arbeitsplatz ohne! driftigen Grund anzupassen, da sowas mit viel finanziellem Aufwand verbunden ist.
Tritt der Fall sein, dass der Arbeitsplatz behindertengerecht gestaltet werden muss, sollte das Integrationsamt eingeschaltet werden.

Es mag durchaus Einzelfälle geben, die das "Risiko" eingehen, den Arbeitsplatz (ohne Fördermittel - ua Integrationsamt) behindertengerecht zu gestalten wenn dieses von Nöten sein sollte...... kommt einem Sechser im Lotto gleich Grinning

Gruss
Wer nicht hören will, sollte genauer hinsehen Wink
Manchmal ist das Hören von nichtgesprochenen Worten wichtiger als Gefasel.

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