#1 02.10.2018, 19:15
audiophil49 Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 02.10.2018
Beiträge: 41


Betreff: Newbie in (anscheinend) ziemlich komplexem Thema...
Hallo LeidensgenossInnen,

ehe ich's vergesse:
1. wo und wie kann man eigentlich einstellen, dass man generell, also als Default, bei Antworten zu eigenen Posts sofort eine Email-Nachricht bekommt?
2. kann man auch anders spenden als durch Klicken auf Werbung?

Der Admin hatte mich freundlich um Selbstvorstellung gebeten, so dass ich das gerne mache, obwohl ich als Newbie vermutlich nichts interessantes mitteilen kann...

Ich bin ausser Dienst gesetzter Programmierer und immer ziemlich Tech-interessiert. Schon vor 16 Jahren (also mit 53) hatte ich auf Verdacht hin mal im Aachener Klinikum einen Hörtest machen lassen, der wie anhängend ziemlich desaströs ausfiel: ca. -10db bei 1kHz, -40db bei 4kHz.

Aber damals fühlte ich mich subjektiv nicht relevant behindert, so dass ich das Thema erstmal lange ignoriert habe. In den 16 Jahren ist es aber sicher nicht besser geworden, und in der Familie fiel zunehmend unangenehm auf, dass ich bei leiser Ansprache öfters mit einem "Was?" reagiere. Trotzdem empfand ich immer noch eine nennenswerte Schwelle vor einem Hörgerät. Nicht so sehr aus ästhetischen Gründen (mein Avatar spiegelt die Realität ganz gut Grinning ), sondern weil:
1. ich zu träge war, mich auf das einzulassen, was jetzt wohl tatsächlich auf mich zukommt...
2. ich störende Interferenzen mit meiner Neigung zu Musikhören befürchtete. Ich höre zwar nicht mehr über Lautsprecher (meine Frau teilt meinen Geschmack absolut nicht Grinning ), sondern verwende nur noch sehr gute In-Ear-Hörer (Sennheiser IE800), die mit einem Hörgerät ja nicht nur immer zu wechseln sind (rein/raus), sondern wo ich auch befürchtete, dass die subjektive Schallwahrnehmung auseinanderläuft: also einerseits die stark höhenangehobene Wahrnehmung der Aussenwelt über das Hörgerät gegenüber den an mein normales (schlechtes) Hören angepassten In-Ears, deren Frequenzgang ich ja nicht durch EQ-ing ins Absurde verzerren möchte um sie zum Hörgerät "kompatibel" zu machen. Ich hoffe, ich konnte mich verständlich machen...

Immerhin habe ich jetzt aber doch endlich mal meinen Hintern hochgekriegt und mich auf eine 28-Tage-Hörgeräte-Testaktion eingelassen. Meinem Hörgeräteakustiker habe ich gesagt, dass ich, um die subjektive Nutzen-Schwelle überwinden zu können, das derzeit bestmögliche haben möchte. Dann war ich aber doch ein wenig pikiert, mit welcher Lockerheit er zu einem 5'000-Euro-Gerät griff (Audio Service Mood 16 G5). Aber das ist prinzipiell ok, watt mutt dat mutt... fassungslos

Zunächst war ich entsetzt, wie künstlich sich das Hören anfühlte: so als ob ein sehr lauter blechern schriller Zusatzlautsprecher zu meinem normalen Hören dazugekommen ist. Entsetzlich... Aber nach 3 Tagen Probieren und intensivem Optimieren mit der Audio Service Smart Direct App auf meinem iPhone fühlt es sich nicht mehr so entsetzlich, sondern etwas integrierter an. Dafür musste ich die Richtungseinstellung von 360° auf ca. 120° verkleinern.

Das Wichtigste: mein Sprachverstehen in der Familie (und beim Fernsehen) ist tatsächlich besser. Aber längst nicht so sehr wie z.B. draussen die Wahrnehmung von Vögelzwitschern etc. Die empfinde ich fast schon als störend, aber wenn ich das per Lautstärkeregelung etwas herunterdrehe, dann leidet die für mich priorisierte Sprachverständlichkeit in der Familie zu sehr. Etwas seltsam, mal anders ausgedrückt: ich habe jetzt ein perfektes Vogelgezwitscher-Hörgerät und ein mässiges Indoor-Familiengespräch-Hörgerät... Ist das normal?

Wo wir schon mal bei Fragen sind:
a) ist beim derzeitigen Stand der Technik ein additives Gerät so wie mein Audio Service Mood 16 G5 (mit dem das "normale" Hören ja nur additiv überlagert wird) besser, oder wäre ein komplettes In-Ear-Gerät besser, das garnicht mehr erst den alten normalen Schall durchlässt?
b) ist das Audio Service Mood 16 G5 tatsächlich state-of-the-art, oder gibt es bessere Anbieter/Geräte?

So, jetzt habe ich in meine Vorstellung direkt eine Reihe von Bitten um Feedback reingepackt. Sollte ich dafür hier besser ein anderes Forum nehmen, und falls Ja, welches?

Vorab vielen Dank für alle Arten von Hinweisen... spitze

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#2 02.10.2018, 19:56
akopti Anwesend
Mitglied
Dabei seit: 17.08.2016
Beiträge: 630


Betreff: Re: Newbie in (anscheinend) ziemlich komplexem Thema...
Hallo,
erst einmal willkommen im Forum.

zu deinen Fragen
1.) eine offene Versorgung hat bei deiner Hörkurve den Vorteil, dass nur die Sprach relevanten Frequenzen angehoben werden müssen und die tiefen Töne auf natürlichen Wege ins Ohr gelangen. Das Ziel ist ein natürlicher Klang.
Da du gerne Musik hörst, werden die Bässe dadurch von dir selbst wahrgenommen. Das können die Hörsystemlautsprecher nicht so gut rüber bringen. Für das Musikhören würde ich dir ein Musikprogramm einrichten. Am besten eine CD/USB-Stick mit deiner Lieblingsmusik mitnehmen und den Klang dafür optimieren lassen.
2.) Auf dem Papier ist das HG ein Gerät mit vielen Möglichkeiten. Ob es für dich das Beste ist, kannst du nur durch Vergleich mit anderen Geräten testen. Du kannst Geäte der selben Stufe , z.B Oticon OPN1 oder Resound Links 3D oder auch Geräte unterer Preisklassen bis hin zu den Zuzahlungsfreien HG testen.

Wegen den lauten Vogelgezwitscher. Hier kann man die Frequenzen oberhalb 5 kHz etwas leiser stellen und/oder die Frequenzen im unteren Sprachbereich 500-1000Hz leicht anheben. Dann werden die Vögel nicht so schrill und das Sprachverstehen bleibt erhalten.

Denke dran, du hast ca 20 Jahre nach und nach eine Schwerhörigkeit entwickelt, jetzt kann nicht von einem auf den anderen Tag das neue Hören erlernt werden. Gib dir Zeit und wenn du Fragen hast, melde dich gerne wieder.

Gruß

Dirk
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#3 02.10.2018, 20:16
fast-foot Abwesend
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Dabei seit: 12.10.2008
Beiträge: 5.542


Betreff: Re: Newbie in (anscheinend) ziemlich komplexem Thema...
Hier meine Sichtweise:

Zitat von audiophil49:
Immerhin habe ich jetzt aber doch endlich mal meinen Hintern hochgekriegt und mich auf eine 28-Tage-Hörgeräte-Testaktion eingelassen. Meinem Hörgeräteakustiker habe ich gesagt, dass ich, um die subjektive Nutzen-Schwelle überwinden zu können, das derzeit bestmögliche haben möchte. Dann war ich aber doch ein wenig pikiert, mit welcher Lockerheit er zu einem 5'000-Euro-Gerät griff (Audio Service Mood 16 G5). Aber das ist prinzipiell ok, watt mutt dat mutt... fassungslos

Das Teuerste daran ist vermutlich das Kunststoffgehäuse. Im internationalen Grosshandel werden die (bzw. vergleichbare) Geräte für um die eur 200.- (es geht um die Grössenordnung) angeboten. Dazu kommt, dass durch die Kasse ein Betrag von um die eur 800.- je Gerät übernommen wird.

Von daher gesehen würde ich auch zuzahlungsfreie Geräte testen - nur, damit Du einen Vergleich hast (ob sich für Dich der kleine Aufpreis lohnt).


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 02.10.2018, 20:52 von fast-foot. ↑  ↓

#4 02.10.2018, 20:28
audiophil49 Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 02.10.2018
Beiträge: 41


Betreff: Re: Newbie in (anscheinend) ziemlich komplexem Thema...
Danke für Eure Antworten. Ich habe meinen Beitrag jetzt aber doch lieber ins Geräte-Hauptforum übertragen.

Aber dass ein Audio Service Mood 16 G5 im internationalen Grosshandel nur etwas über 200 Euro kosten soll (also ein Paar 500 Euro), das kann ich mir offen gesagt nur schwer vorstellen. Könntest Du dazu weitere Hinweise geben? Danke.

Die Zuzahlung ist für mich nicht egal, aber auch nicht das Entscheidende. Aber ich glaube auch nicht, dass mein Hörgeräte-Akustiker mein Audio Service danach ausgewählt hat.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 02.10.2018, 20:31 von audiophil49. ↑  ↓

#5 02.10.2018, 20:51
fast-foot Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.10.2008
Beiträge: 5.542


Betreff: Re: Newbie in (anscheinend) ziemlich komplexem Thema...
Einen Hinweis findest Du hier (es geht um die Grössenordnung):

http://www.handelszeitung.ch/...and-747594
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#6 02.10.2018, 21:11
Musiker_72 Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 09.11.2014
Beiträge: 623


Betreff: Re: Newbie in (anscheinend) ziemlich komplexem Thema...
Hallo,

für mehr Geld bekommt man nicht Geräte, die besser klingen, sondern Geräte, die mehr Funktionen haben. Das heißt:
- (möglicherweise) bessere Kommunikation im Störschall
- bessere Konnektivität (an Handys usw)
- mehr Komfort (also "bequemer" hören, nicht notwendigerweise besser verstehen)

Beispielsweise bietet Bernafon für Akustiker ein Testgerät an, mit dem der Kunde verschiedene Hörgeräte in einem Gerät testen kenn (z.B. Bernafon Juna 5, 7 und 9). Daran merkt man schon, dass sich die Geräte verschiedener "Qualitätsstufen" desselben Typs von der Hardware her nicht unterscheiden.

Guter Klang: Das mit der Höhenbetonung ist Gewöhnungssache. Nach 3 Wochen empfindest Du dann den Klang ohne HG als Dumpf, als wäre der Hochtöner kaputt.

Der (mit Abstand) beste Klang für Musik bei einer Hörstörung wie Deiner ist der mit offener Versorgung, da man dann die Bässe und tieferen Mitten "normal" hört.

Man kann auch einen großen, offenen Kopfhörer über die Ohren mit Hörgerät drüberziehen, das klingt dann auch sehr gut.

Noch besser klingt für Musik tatsächlich die Verwendung eines Equalizers. Diesen stellt man dann - nachdem man sich an das HG gewöhnt hat! - so ein, dass er ähnlich verstärkt wie das Hörgerät (dazu muss man die Verstärkungskurve des HG kennen, also den in-situ-Gain, diese Kurve kann man sich vom Akustiker ausdrucken lassen). Dann passt der Klang zu dem, an was man sich im Alltag gewöhnt hat.

Ich denke, der Preis, der in dem von fast-foot genannten Artikel genannt wird, bezieht sich auf ein Mittel der insgesamt von Sonova verkauften HG. Das heißt vermutlich, dass die Hersteller die Kassengeräte mit den Premiumgeräten quersubventionieren. Ist halt ähnlich wie in der Handybranche, da sind die Gewinnspannen auch gigantisch.

Und ja, Vögel sind schon ziemlich laut ...
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#7 02.10.2018, 21:57
akopti Anwesend
Mitglied
Dabei seit: 17.08.2016
Beiträge: 630


Betreff: Re: Newbie in (anscheinend) ziemlich komplexem Thema...
Schon wieder wird ein Threat gekapert, gell Fast-Foot

Damit bin ich raus.
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